Interview mit Frau Rosemarie Majewski

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anlässlich ihres voraussichtlichen Wiedereinzuges in den Bruchsaler Gemeinderat
Donnerstag, 12. Mai 2011 - 15:10

Durch eine bestandskräftige Entscheidung des Regierungspräsidiums Karlsruhe wurde die erfolgte Zuteilung eines Sitzes im Gemeinderat der Stadt Bruchsal an Herrn Dr. Uwe Scherbel für ungültig erklärt.

Am 17. Mai 2011 tritt hierzu der Gemeindewahlausschuss erneut zusammen, um das berichtigte Ergebnis der Wahl der Gemeinderäte am 7. Juni 2009 festzustellen. Dabei soll die als erste Ersatzperson ermittelte Bewerberin Rosemarie Majewski als gewählte Bewerberin festgestellt werden.

Interview

Anlässlich des voraussichtlich anstehenden Wiedereintritt ins Bruchsaler Stadtparlament sprach bruchsal.org mit Frau Majewski, die bereits kurz nach der Gemeinderatswahl aus der CDU ausgetreten ist.

bruchsal.org: Frau Majewski, wie ist Ihre persönliche Meinung zur Causa Scherbel?

Rosemarie Majewski: Ich habe mir nicht vorstellen können, dass jemand, der eine gut gehende Arztpraxis hat, unter allen Umständen in den Gemeinderat will, auch wegen des zeitlichen Aufwands. Bei allen denkbaren Möglichkeiten bin ich immer davon ausgegangen, dass die Kandidatur von Dr. Scherbel rechtens ist.

bruchsal.org: Werden Sie sich einer Fraktion im Bruchsaler Gemeinderat anschließen?

Rosemarie Majewski: Nein... ich habe gemischte Gefühle bei diesem Gedanken, mich jetzt einer bestimmten Fraktion anzuschließen. Alle Reaktionen von Wählerinnen und Wählern, die mich angesprochen haben, finden meine Unabhängigkeit eher gut.

bruchsal.org: Welche Fraktion vertritt noch am ehesten Ihre Ideen und Ziele?

Rosemarie Majewski: Ich orientiere mich nur an den Sachaufgaben und den Menschen, die es betrifft. Außerdem bin ich der Meinung, dass ein Gemeinderat keine parteipolitischen Grabenkämpfe verträgt.

bruchsal.org: Wie sehen Sie Ihre Möglichkeiten als "Einzelkämpferin" als Bruchsaler Stadträtin etwas zu bewirken?

Rosemarie Majewski: Ich weiss aus der vorherigen Zeit, dass ich durchaus "Gleichgesinnte" in allen Fraktionen habe, deshalb werde ich mit meinen Themen keine Einzelkämpferin sein. Ich will nicht den Bruchsaler Gemeinderat aufmischen, sondern für die Themen Kinderbetreuung, Ganztagesschulen,  Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf eintreten.

bruchsal.org: Es wird gemunkelt, dass die SPD eine Neuauszählung unter Nichtberücksichtigung der Scherbel-Stimmen fordert. Dies könnte bedeuten, dass Sie doch nicht nachrücken. Wie ist ihre Meinung hierzu?

Rosemarie Majewski: In diesem Fall würde ich sofort auf das Mandat verzichten, weil dies meine Meinung zum Thema "Grabenkämpfe" bestätigen würde. Ich werde nicht länger "Spielball" von gewissen Gruppierungen sein.

bruchsal.org: Wie stehen Sie zu der Forderung nach Neuwahlen als Möglichkeit, Verzerrungen in der Zusammensetzung des Gemeinderates durch den Wegfall von fast 8.000 Wählerstimmen zu vermeiden?

Rosemarie Majewski: Wenn dies der Wille der Mehrheit im Gemeinderat ist, kann ich damit gut leben.

bruchsal.org: Warum sind Sie kurz nach der Gemeinderatswahl aus der CDU ausgetreten? Es wird über unschöne Vorgänge während des Wahlkampfes gesprochen.

Rosemarie Majewski: Der Wahlkampf war im Gegensatz zum erstenmal, als ich kandidiert habe, von starkem Konkurrenzdenken geprägt. Ich war nie die "CDU-Frau" in den Augen von einigen Parteimitgliedern. Wahrscheinlich doch zu schwer einschätzbar, zu sozial und zu ökologisch. Außerdem hat man es als Quereinsteigerin in Kleinstädten und ländlichen Gebieten bei der CDU ungleich schwerer als in anderen Parteien.

bruchsal.org: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei Ihrer Arbeit im Bruchsaler Gemeinderat.

© Rolf Schmitt

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