Ich geh nicht wählen

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Nein. Und ich sage auch wieso nicht
Mittwoch, 28. August 2013 - 15:30

Update!!!

Wie jedes Mal vor Wahlen kommt mir dieser Text in den Sinn, den ich vor bereits 8 Jahren gelesen habe. Die Diskussionen im TV, Foren und auch hier auf Bruchsal.org bestätigen mir, dass sich in 8 Jahren rein gar nichts geändert hat.

Ich geh nicht wählen.

"Nein. Und ich sage auch wieso nicht.

Ich will keine deutschen Soldaten in Afghanistan. Die Regierung interessiert das nicht.

Ich bin gegen die Hartz-Gesetze, aber die Regierung und Medien ignorieren friedliche Proteste, bzw. knüppeln sie nieder, hetzen gegen Arbeitslose und kündigen am nächsten Tag weitere Massenentlassungen an.

Ich bin gegen steigende Sozialversicherungs-Beiträge bei immer weniger Sozialleistungen - Deutschlands Kassen erwirtschaften jedes Jahr Überschüsse in Milliardenhöhe, trotzdem steigen Beiträge und Zuzahlungen bei immer schlechterer medizinischer Versorgung.

Ich bin für den Generationenvertrag und sichere Renten, aber Manager kassieren nach kürzester Zeit Millionenabfindungen, während das Volk immer länger für immer weniger Rente arbeiten muss.

Ich bin für eine nachhaltige Umweltpolitik und sofortigen Atomausstieg, aber die Regierung kassiert nur für Umweltplaketten, Mülltrennung und lässt die kleinen Leute dafür zahlen, damit große Firmen ordentlich Strom fressen können.

Ich bin für eine Reformierung des Schulsystems, aber die Regierung holt Fachkräfte aus dem Ausland und gibt Computerspielen die Schuld für unsere Unfähigkeit der Jugend Bildung, Werte und Perspektiven zu vermitteln.

Ich will wissen wo mein Essen herkommt und bin gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, aber die Regierung lässt die Handelsketten Preise diktieren und aus dem Ausland importieren, statt die deutschen Bauern zu unterstützen.

Ich bin für echte Integration von Ausländern, Religionsfreiheit und Dialog mit den Völkern, aber die Regierung unterstützt Angriffskriege, duldet Paralellgesellschaften und stigmatisiert Patriotismus anstatt Flüchtlingswellen und Ausländerfeindlichkeit effektiv entgegenzuwirken.

Ich bin gegen Zensur und die Einschränkung der Grundrechte, aber die Regierung nennt das Terrorabwehr und macht einfach weiter.

Ich könnte noch bis zum dritten Weltkrieg so weitermachen, aber wozu? Die meisten Leute diskutieren nur noch in Worthülsen, in diesem Land ist nicht zuletzt dank solch oberflächlicher Dreckskampagnen überhaupt keine tiefe politische Diskussion mehr möglich.

Meine Meinung habe ich geschrieben, jetzt beantwortet mir bitte nur eine Frage:

WEN soll ich wählen?

Und WIESO?

Und plappert nicht nur die Phrasen nach von wegen wer nicht hingeht darf nicht meckern. Und ob ich meckern darf, denn ich bin in diesem Land nicht mehr politisch vertreten, durch keine einzige Partei. Aber zahlen und die Politik erdulden muss ich trotzdem. Ist das Demokratie?"

Nachtrag 28.08.13: Es war schon interessant, welche Reaktionen auf diesen Artikel kamen. Wenn ich mit diesem Artikel auch nur 1 Person dazu animiert habe darüber nach zudenken, wählen zu gehen oder nicht, war es ein Erfolg.

Außerdem: Ich geh wählen. 100%ig. Und ich weiß auch schon wen ich wähle. Nur, das verrate ich allein der Urne. 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.2 (20 Bewertungen)

Kommentare

Super

Ich kann ihren Unmut verstehen, wem ginge es derzeit anders...

Mit der Entscheidung, nicht zu wählen tun sie jedoch alles, um die bestehenden Machtverhältnisse beizubehalten, schade eigentlich...

Treffen sie doch wenigstens eine tendenzielle Wahl oder wählen sie ungültig.

Ich bin auch frustriert, weigere mich aber, ein Recht aufzugeben, für das andernorts Menschen auf die Strasse gehen und ihr Leben riskieren.

 

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Wunschkonzert - Butter bei die Fische...

@enrico ciuffani
Bei allem Respekt.
Ihr "Programm" erinnert mich doch schon sehr an manche vereinfachenden Phrasen im Wunschkonzert des Wahlk(r)ampfes.
Wie wäre es mit etwas "Butter bei die Fische"?
Und wenn es nur dazu diente, manche Inkonsistenz bzw. notwendige (aber verschleierte) Konsequenz Ihrer individuellen Shopping-Liste offen zu legen...
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Ist es nicht eher so, dass die Politik Angst vor klaren, wenngleich schwierigen Aussagen gegenüber den WählerInnen hat, immer mehr WählerInnen andererseits wenig gewillt sind, sich in ausreichendem Umfang mit öffentlichen Sachverhalten zu befassen, die Verteilungskonflikte innerhalb der Gesellschaft gleichzeitig immer größer werden und die allgegenwärtige - meist von unseren eigenen Eliten auferlegte - Zwangsjacke der politischer Korrektheit eine Diskussion sehr wesentlicher Fragen und Sachverhalte verhindert?
Interessant ist, wie diese Zwangsjacke den politischen Eliten fast aller Couleur nun offensichtlich aber zumehmend die Luft abschneidet!
Hauptsächlich deshalb wird der Wahlk(r)ampf zur Farce!
Nur ein klitzekleines Beispiel:
Mindestlöhne (und Mindestrenten) in Deutschland.
Wunderbar!
Denn eine Gesellschaft, in der die Bewohner ohne tiefe Angst vor zukünftiger Armut oder gar den Fall ins fast Bodenlose leben können, ist recht erstrebenswert.
Allein:
Die Befürworter propagieren gleichzeitig völlige Niederlassungsfreiheit!
In einer Union, wo Löhne und die Grundsicherung (sowie Renten) noch immer teilweise bei einem Fünftel des deutschen Niveaus liegen...?
Gegner von Mindestlöhnen sprechen derartige Probleme allerdings natürlich auch nicht offen an. Verklausuliert wird dort von Beschäftigungsanreizen im Niedriglohnsektor gesprochen...
Kanzler Schröder, ebenso wie Vize Fischer und der damals - und bis heute... - finanzpolitisch noch jungfräuliche Minister Trittin sahen (unter dem Beifall von FDP und CDU/CSU) wenigstens keine andere Wahl, als angesichts jahrelanger, persistenter Massenarbeitslosigkeit (und der Hilflosigkeit der Politik, diesen Trend zu revidieren) und den potenziell zunehmenden Wanderungsbewegungen (man denke auch an die heute fast vergessene, damals aber erbitterte Diskussion um die Dienstleistungsrichtlinie...) in einem nach Osten offenen Europa Hartz IV einzuführen.

PS:
Kleine Denksportaufgabe:
Weshalb sind manche InteressenvertreterInnen fähnchenschwenkender Berufsgruppen (z.B. GEW...) so weltoffen eingestellt, kämpfen für Mindestlöhne und gegen Diskriminierung, wehren sich gleichzeitig aber seit Jahrzehnten (!) mit Händen und Füßen gegen eine relativ unbürokratische Anerkennng ausländischer Abschlüsse (sowie eine unkonventionelle Übernahme von Menschen mit ausländischen Abschlüssen in den staatlichen Schuldienst)?

Klasse Einstellung.... (Achtung Ironie!)

So etwas ist mal wieder typisch für einen großen Teil der deutschen Bevölkerung. Hauptsache meckern und sich beschweren und beleidigt zu Hause bleiben, weil es ja scheinbar sowieso nichts bringt, wählen zu gehen. Das ist die Lösung aller Probleme. Tolle Einstellung, Respekt....

Mit Blick nach Syrien, Ägypten und andere Länder, in denen die Bevölkerung für ihr Recht zu wählen kämpft und die Leute sterben, ist es eine Frechheit so einen Artikel überhaupt zu veröffentlichen. Viele wissen es überhaupt nicht mehr zu schätzen, was dieses Recht, wählen zu dürfen, überhaupt bedeutet. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden.

Den meisten Leuten hier geht es wohl einfach zu gut. Sie halten das Wahlrecht und alle anderen Vorzüge, die das Leben in Deutschland mit sich bringt für selbstverständlich. Das ist, meiner Meinung nach, das größte Problem unserer Gesellschaft.

Nicht faul sein

Warum nicht Wahlrecht wahrnehmen und ungültig wählen? Keiner kann vorwerfen man sei nur zu faul.
http://deu.anarchopedia.org/Ideensammlung:_Wahlboykott_und_ung%C3%BCltig...

Ungültig wählen?

Auf das Wahlergebnis hat eine ungültige Stimme genau so viel Einfluß wie eine nicht abgegebene Stimme, nämlich keinen. Da nirgends festgehalten wird, warum eine Stimme ungültig ist, kann man genau so gut von der Dummheit der Stimmabgeber ausgehen, wie ihnen andere Motive zu unterstellen.

Wer protestieren will und nicht zu einer höheren Wahlbeteiligung beitragen will, bleibe lieber zu Hause. In diesem Fall lasse ich mir lieber Faulheit unterstellen als Dummheit.

Weil ich die Meinungsführer in der deutschen Politik nicht abwählen kann, wenn ich unzufrieden bin, da diese alle auf einem Listenplatz abgesichert sind, habe ich leider "keine andere Wahl".

Der Betrag der Parteienfinanzierung ist begrenzt ist und wird regelmäßig überschritten, deshalb hat die Nichtwahl auch keinen Einfluß auf die Parteienfinanzierung außer, dass weniger gekürzt werden muß.

Weil von einer Nichtwahl alle politischen Parteinen im Verhältnis zu ihrem Stimmenanteil profitieren, habe ich kein schlechtes Gewissen. Ich ändere damit nichts, was ich nicht ändern kann. Anders ist es, wenn ein Stammwähler nicht wählt, dann verliert diese Partei prozentual geringfügig stärker.

Ein winziger Effekt besteht darin, dass durch Nichtwahl ein kleiner Vorteil für die kleinen Parteien entsteht, die eventuell leichter über die 5%-Hürde springen könnten.

Die Politik ist gegenüber der Wirtschaft nahezu machtlos geworden. Deutlicher als Frau Merkel kann man das nicht sagen: "Wir dürfen jetzt die Märkte nicht beunruhigen!". Es lohnt sich, über diesen kurzen Satz nachzudenken.

Was heute in der Politik gilt, ist morgen falsch. Mit Händen und Füßen hat sich Frau Merkel gegen Gauck als Präsident gewehrt um ihn dann zu rufen und der eilt mit Wonne dorthin, wo er zuvor abgelehnt wurde. Ein Zeichen von wahrer Größe!

Mit dem Brustton der Überzeugung wurde 2010 von der Union die Griechenlandhilfe abgelehnt um jetzt auch 2015 weitergeführt zu werden. Für die Schulden anderer Europäer einzustehen, also eine Haftungsunion, das darf es nicht geben und heute? Drei Dinge werden die Schulden am Laufen halten: Merkel, Schäuble und völlige Ahnungslosigkeit.

Sie tun so, als könnte sie alles managen um dann einzugestehen, dass das Problem ein nie dagewesenes ist. Und die Opposition macht seelenruhig alles mit. Doch halt, ein kleines Häuflein hält tapfer dagegen. Die Linke.
Aber, so wird uns dauernd vorgebetet:
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder ......

@ciuffani Nicht wählen zu

@ciuffani

Nicht wählen zu gehen, ist Ihr gutes Recht.

Vielleicht sollten Sie sich aber auch mal darüber Gedanken machen, wie man Ihr Wunschkonzert realisiert/finanziert und welche Konsequenzen sich aus der Realisierung ergäben.

Manche Punkte halte ich persönlich für machbar, wenn man die Voraussetzungen dafür schafft, was hie und da einen tiefgreifendes Umbau erforderlich machen würde.

Doch dann sind Sie als ein solcher Politiker sofort ein Tagträumer, Spinner, ein Revoluzzer, Kommunist oder Anarchist. Als all das hat man mich schon bezeichnet.

Lassen Sie mich nur einen Punkt aufgreifen, um darzulegen, was ich meine:

Wie wollen Sie die von Ihnen erwähnte menschenwürdige Gesundheitsversorgung bei stagnierenden oder sogar sinkenden Beiträgen realisieren, wenn es immer mehr SeniorInnen gibt, die dreimal soviel aus der Sozialkasse entnehmen als Junge, wenn diese SeniorInnen immer älter werden und deshalb umso mehr Zipperlein zu kurieren sind, wenn die Pharmaindustrie aufgrund unseres Patentrechtes für "neue" Medikamente die Preise nahezu frei festlegen darf, wenn Sie sich vergegenwärtigen, dass das, was die Kassen derzeit auf der hohen Kante haben, nur auf dem Rücken ausgenutzter Leistungserbringer und übervorteilter und schikanierter Patienten angespart werden konnte.

Wie wollen Sie angesichts der prekären Finanzausstattung und der dualen Finanzierung von Pflegeheimen und Kliniken eine menschenwürdige Versorgung ermöglichen, wenn nicht endlich grundlegende Maßnahmen getroffen werden, den Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen gründlich umzukrempeln??

Gerade beim Gesundheitswesen würden Sie mit nahezu NULL Unterstützung rechnen können, denn für die Leute scheint ja alles "umsonscht" zu sein. Der Arztbesuch, die Medikamente kosten (fast) nix..., warum also sollte man was ändern wollen?

Und nun bitte ich Sie darum, mir mal einen Vorschlag zu machen, wie man echte Absichten, diesen Saustall umzukrempeln, glaubhaft an die Wählerfrau und den Wählermann bringt?! Immer vorausgesetzt, er/sie interessiert sich für die Hintergründe und stampft nicht nur wie ein kleines Kind vor dem Quengelregal mit den Füßen auf und schreit: "Ich will aber..!"

Richtig so

" .... wenn es immer mehr SeniorInnen gibt, die dreimal soviel aus der Sozialkasse entnehmen als Junge, wenn diese SeniorInnen immer älter werden und deshalb umso mehr Zipperlein zu kurieren sind ....."

Na, dann orientieren Sie sich doch an Soylent Green! Kommt das Ihren Vorstellungen näher?

Kein Kommentar

<<Na, dann orientieren Sie sich doch an Soylent Green! Kommt das Ihren Vorstellungen näher?<<


Kein Kommentar

Es wird nicht geschätzt

"Viele wissen es überhaupt nicht mehr zu schätzen, was dieses Recht, wählen zu dürfen, überhaupt bedeutet"

Nun, was bedeutet es denn? Dass wir zu wichtigen Dingen überhaupt nicht gefragt werden? Hatten wir die Möglichkeit eines Volksentscheids als der Euro eingeführt wurde, als die Bunderwehr nach Afghanistan ging, als die Rettungsschirme geöffnet wurden, als die EU nach Osten geöffnet wurde ......
Diese Liste an essentiellen Entscheidungen kann beliebig verlängert werden.

Dieses Recht bedeutet, dass vier Jahre lang alle wichtigen Entscheidungen über meinen Kopf hinweg getroffen werden, die sich auch bei Abwahl einer unfähigen Regierung nach vier Jahren nicht mehr rückgängig machen lassen.

Das Recht bedeutet, dass immer mehr Parlamentarier "gelernte" Politiker sind, also mit der Lebenswirklichkeit nichts mehr gemein haben. Das Parlament, das keine Quote kennt, wo das Volk nicht mehr proportional vertreten ist?

Mit Vehemenz wird jeder aufkeimende Ansatz einer direkteren Demokratie unterdrückt, das Wahlvolk könnte ja mal dazwischengrätschen. In unserer Demokratie ist das Volk chanchenlos. Keine Wahl wird daran etwas ändern.

Ist das Volk zu dumm, um richrige Entscheidungen in einer komplizierten globalisierten Welt zu treffen? Wäre es dann auch zu dumm, die richtigen Verteter zu wählen?

Andere sterben dafür. Ist das wirklich so? Geht es nicht vielmehr um Macht und Machterhalt "in Syrien, Ägypten und anderen Ländern"?

Kein Kommentar?

Wer so auf die "gierigen" Alten losgeht, die auch nichts von ihrer kleinen Rente abgeben wollen (früherer Kommentar Ihrerseits, BGE), und die nun mal mehr krank sind als in ihrer Jugendzeit, die den Aubau Deutschlands mit ihrer Hände Arbeit bewerkstelligt haben unter Arbeitsbedingungen, die heute längst durch Arbeitsschutz verboten sind und die sich jetzt auch noch erlauben, älter zu werden, der muß sich doch fragen lassen, was er damit meint.

Ich weiß, Ihre Antwort haben Sie sich vermutlich verkniffen, denn wer gewählt werden will, darf nur mit Engelszungen reden :-).

Sie fragen einen Kommentator: "Und nun bitte ich Sie darum, mir mal einen Vorschlag zu machen, wie man echte Absichten, diesen Saustall umzukrempeln, glaubhaft an die Wählerfrau und den Wählermann bringt?!"

Glaubhaft? Gar nicht! Daran sind schon andere gescheitert. Deshalb glaubt es auch niemand mehr. Richtig glaubhaft: Das ginge nur mit raffinierten Lügen.

"Würden Wahlen etwas ändern....

... dann wären sie verboten." - Viele Menschen weltweit führen diesen oder sinngemäß ähnliche Slogans und Argumente. Aber ist da was dran, dass Wahlen nichts ändern? Nun, ja. Die Gesellschaft ändert sich aus verschiedenen Gründen und die Regierungen sind vielmehr "Reagierungen". Das Schlimme ist halt, was die als angemessene Reaktionen auf den Gang der Welt so in Erwägung ziehen. Denn das lässt hinterblicken, welche Denke denen überhaupt kognitiv zur Verfügung steht und welche Entscheidungen diese Leute durch ihre psychsiche Dispostion in der Lage sind zu treffen. Und deswegen ändert wählen nichts, weil die Leute, die sich für's regieren interessieren und ertüchtigen alle irgendwie gleich gestrickt sind. Außerdem, die Verwaltungen bleiben vom Wahlausgang unbehelligt. Dort sitzen die immer gleichen Leute mit immer gleicher Meinung jahrzehntelang auf den gleichen Stühlen. Aber, es gibt da dann immerhin signifikante Unterschiede, zwischen einem politisch rechtem und einem linken Lager und der Mitte. Keiner von denen hat bisher geglänzt und so reagiert, wie ich mir das vorstelle. Aber manche sind näher dran an meiner Vorstellung von Welt und Wille und manche weniger. Deswegen wähle ich nach dem Auschlußverfahren und gebe meine Stimme denen, die in meinen Augen noch am wenigsten sch... oder zumindest unterhaltsam sind.

Ich denke, dieses Jahr wähle ich mal was Lustiges, irgendeine Kleinst- Spezialpartei, die Esoteriker, oder die grauen Panther oder die Partei der Autofahrer. Stell mir gerade vor, die müssen eine Regierung bilden- womöglich als Koalition, weil sie gar nicht genug Leute haben. Kopfkino: Am Telefon: "Agathe, i kann morge nachm Altenachmittag net mit zum Turne gehe. I bin jetzt Aussäminschtrin un muss mit irgendsorem Chines' vespere gehe. (......)Mit dem Flieger. (....) Hanoi.(.....) Nö, net NEIN - Hanoi. HA N O I. Des isch in China. Noi, in Wittnamm.... Net de Wittemann... Wittnam, do wo Krieg wa.... Hoffentlich kann i do uff de Klo. Des isch mei greschde Sorg."

Hat ja keiner gesagt dass Politik nicht lustig sein darf.

Langweilig?

@Filou

Ist Ihnen langweilig? Gibt ´s nichts im Garten zu tun?

Sie sehen, dumm ´rausschwätzen und andere herunterputzen kann ich auch!

Ich habe weder jemanden als "gierig" bezeichnet, noch gehe ich auf irgendjemanden los, Herr Filou!

Vielleicht ist Ihre Schreibe, immer polemisch auf Haarspaltereien und Ablenkungen abzielend, Ihre Art von Humor oder Ihr Stil zu diskutieren, aber das liegt mir nicht.

Wenn Sie ernsthaft wissen wollen, wie wir uns eine Problermlösung bzgl. der Gesundheitsversorgung vorstellen, dann stellen Sie dazu bitte eine konkrete Frage, ansonsten sind Sie für mich als ernstzunehmender Diskutant gestorben.

 

Langeweilig!

Fallses Ihnen nicht aufgefallen ist, Sie schicken mich schon zum zweiten Mal in den Garten! Lustig, wa? "Sie sehen, dumm ´rausschwätzen und andere herunterputzen kann ich auch!", das, werter Herr, habe ich nie bestritten!

Ich habe weder jemanden als "gierig" bezeichnet, noch gehe ich auf irgendjemanden los, Herr Filou!
Ja und wie sonst soll ich Ihre Einlassung sonst verstehen?
Und was tun Sie persönlich dafür, dass das Budget entlastet wird? Oder sollen andere auf ihre Sozialleistung verzichten, damit Sie Ihre nach 50 Jahren Arbeit redlich "erwirtschaftete" Rente erhalten können?
Also werfen Sie mir doch Gier vor, weil ich auf meine erworbene Rente nicht verzichten will. Da ich "gierig" in Anführungszeichen gesetzt hatte, sollten sie den "übertragenen Sinn" erkannt haben.

Wenn Sie ernsthaft wissen wollen, wie wir uns eine Problermlösung bzgl. der Gesundheitsversorgung vorstellen
Ja, dann sagen Sie`s doch endlich und lassen uns nicht dumm sterben! Alle Reformversuche des Gesundheitswesens durch die großen Parteien sind kläglich in die Hose gegangen. Aber die Piraten, die wissen wie's geht! Was im Programm der Piraten dazu zu finden ist (ich habe mir nur die leichtverständliche Form zu Gemüte geführt), ist ein Wunschdenken in Richtung eines Idealszustands, der gar nicht erreichbar ist. Aber darum geht es doch gar nicht. Probleme müssen jetzt gelöst werden. Sie müssen die gesamte Gesellschaft umstellen, wenn Sie Entscheidungen durch ein Plebiszit herbeiführen wollen. Die Regierenden in unserer Republik werden einen Teufel tun und wichtige Entscheidungen dem Volk überlassen. So sehr ich dieser direkten Demokratie zustimme, so groß sehe ich die Gefahren. Ein einfacher Fall war dazu die Abstimmung über S21, die so komplizert in der Fragestellung war, dass die meisten gar nicht wußten, ob sie mit Ja oder Nein stimmen sollten, wenn sie wofür waren. Lassen wir die Fragen erst einmal komplex werden.

"... ansonsten sind Sie für mich als ernstzunehmender Diskutant gestorben"
Ich weiß, Sie verwenden Ihre Zeit für lieber die Entgegennahme von Klagen und Zorn. Wenigstens haben Sie festgestellt, dass von Ihrem Programm am Stand eh keiner etwas wissen wollte.

Die Piraten, die AfD und sonstige Splitterparteien könnten bei dieser anstehenden Wahl vielleicht etwas besser abschneiden. Aber nicht, weil die Wähler den Programmen dieser Splitter trauen, nein, weil es Protestwähler sind, die eben nicht zu Hause als Nichtwähler bleiben wollen.
Denselben Effekt hatten wir doch schon mit der NPD, die hoffentlich diesmal nicht den Zuspruch der Protestwähler findet.

Fünf Sterne

für Theadleser. Schade, dass man Kommentare nicht bewerten kann. Vielleicht wähle ich dann doch die Partei von Agathes Freundin.

Ich gehe wählen und zwar die

Ich gehe wählen und zwar die Piratenpartei. Alles andere kommt für mich nicht mehr in Frage.
Zu Themen wie Mitbestimmung, Datenschutz, Hartz4 und weitere, die Sie in Ihrem Artikel ansprechen, haben die Piraten konkrete und zumindest teilweise gute Ideen.

https://www.piratenpartei.de/politik/wahl-und-grundsatzprogramme/wahlpro...

mfg
Horschd

@Enrico Ciuffani

WEN soll ich wählen?
Wähle die Piratenpartei!

Legalisierung von Drogen für Erwachsene- Koks für alle!
http://www.sueddeutsche.de/politik/parteitag-in-offenbach-piraten-forder...

Straffreiheit für Inzest - bleibt alles in der Familie
http://www.piratenpartei.de/2012/04/13/piratenpartei-lehnt-inzestverbot-ab/

Leugnen des Holocausts soll legalisiert werden - Meinungsfreiheit
http://www.sueddeutsche.de/politik/antisemitismus-in-der-piratenpartei-w...

Wahlwerbe-Spot

Hier der offizielle Wahlwerbe-Spot der Piraten.

Er gilt als intellektuell anspruchsvollster Spot und ist, finde ich, gut gelungen.

https://www.youtube.com/watch?v=RTX8guRCIlY

Dem schliesse ich mich an (@filou)

Einfach herrlich...

Vielleicht sollte man das ganze wirklich nicht so bierernst betrachten...

@Gabe

Straffreiheit für Inzest haben die Schweizer auch. Ist diesmal die Schweiz dann kein Vorbild? Weiter gehe ich darauf nicht ein, denn Hintergründe bei Entscheidungsfindung interessieren ja keinen.

Legalisierung von Drogen für Erwachsene haben wir längst. Oder müssen Sie für ein Glas Bier/Wein in einer dunklen Ecke irgend jemanden die Handtasche klauen?

Es geht um Vermeidung der Beschaffungskriminalität und die Ausgrenzung der Drogenabhängigen!! Niemand soll mit dem Joint in die Schule geschickt werden!

Dass wir das Leugnen des Holocaustes billigen würden, ist eine glatte Lüge. Ich verwahre mich entschieden dagegen, mich oder die Partei in die rechte Ecke schieben zu wollen!!

Wahlen

Wenn die Wahl etwas ändern würde,wäre sie doch schon lange abgeschafft worden.

FDP, NPD und Quark ... - auswechselbares Marketing ... ;-)

Zufällig gefunden - (nicht nur) zur Erheiterung zwischendurch ...   ;-)   :

spiegel.de:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlspot-mit-bruederle-fdp-nutzt-dasselbe-bildmaterial-wie-npd-a-918900.html

Zitate:

"Der Quark der FDP"

(Bilder); darunter Kommentar:

"Ups, das ging daneben: FDP nutzt dasselbe Bildmaterial wie die rechtsextreme NPD"

" ...  Die FDP reagierte am Mittag. Die von den Liberalen für die Produktion beauftragte Agentur Reinsclassen habe für den Werbefilm "frei zugängliches Material" eingekauft, hieß es aus der Parteizentrale. Das ist nicht unüblich, viele Parteien drehen für ihre Spots nicht alles neu, sondern greifen auf sogenanntes StockFootage, also Archivbilder, zurück. Und strahlende Familien, das wissen wir seit unzähligen Werbeblöcken mit Zott Sahne-Joghurt oder Mirácoli, gehen schließlich immer.

Die FDP habe keinen Hinweis gehabt, dass auch die NPD dieses Filmmaterial genutzt habe, hieß es weiter. "Die entsprechende Passage wird nun herausgenommen und durch eine andere Szene ersetzt", sagte ein Sprecher. Das dauere allerdings. ..."

Wahlwerbe Spott

Noch eine Qual mehr. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendwer über die TV-Wahlwerbung freut (ja, ich weiß, der Produzent). Jeder, der eine Partei wegen eines Werbe-Spotts wählt ist bekloppt. Also wozu diese akustische und optische Umweltverschmutzung?

Noch schlimmer sind die Plakate, aber das sagte ich ja schon einmal. Überzeugung durch Leistung zwischen den Wahlen, das wäre mal was Neues!

Tja, ...

Tja, wenn man aufgrund eines Werbespots eine bestimmte Sorte Quark kauft, ist diese Entscheidung in den Folgen weitaus geringer und begrenzter als die, eine bestimmte Partei zu wählen.

Das ist der Unterschied. Und TV-Werbung beeinflusst, ob sie einen freut oder nicht - sonst würde man sie nicht machen (unter enormem Kostenaufwand). 

Freude an Wahlwerbung

Wir sollten uns an der Wahlwerbung erfreuen, immerhin zahlen wir die selbst von unseren Steuern. http://www.bpb.de/politik/wahlen/bundestagswahlen/62579/kosten Und nach der Freude über die zugestellten Gehwege "CDU: Stark für Familie", mit Kinderwagen darf man an einigen Stellen Slalomlaufen, bei den sogen. Informationsständen der Parteien so viele Kugelschreiber, Streichholzschächtelchen und sonstigen Plunder abgreifen. Damit man wenigstens ein bisschen von seinen Steuern wieder zurück kriegt.

Direkte Demokratie?

"Mit Vehemenz wird jeder aufkeimende Ansatz einer direkteren Demokratie unterdrückt"
Wie soll man eine direkte Demokratie in einem Land mit ca. 60 Millionen Wahlberechtigten umsetzen? Das ist schlicht utopisch. Selbst in unserem heutigen technologisierten Zeitalter ist dies einfach nicht möglich.

Dann sitzen eben Berufspolitiker im Parlament. Wer sollte auch sonst drin sitzen? Jemand der 40 Stunden die Woche arbeitet und nebenbei eben auch noch Politik macht? Hat wirklich jeder die Zeit, sich nach der Arbeit noch mit der Politik unserer Landes auseinanderzusetzen und wichtige Entscheidungen zu treffen? Ich denke nicht.
Und deshalb dürfen wir wählen. Damit wir zumindest einen kleinen Einfluss auf die Politik unseres Landes haben.
Mann sollte hierbei einfach mal auf dem Boden der Realität bleiben. Aber damit haben die Linken bekanntlicherweise meistens große Schrwierigkeiten ;)

Die Leute, die in Ägypten etc. auf die Straße gehen, kämpfen auf jeden Fall dafür. Um Macht und Machterhalt geht es vielleicht den Strippenziehrern im Hintergrund, aber nicht dem einfachen Mann auf der Straße.

Wenn alle Entscheidungen über deinen Kopf hinweg getroffen werden, dann werde Politiker und entscheide mit. Niemand wird dich davon abhalten und es ist dein gutes Recht das zu tun.

@Emil @Lukas W.

@Emil

Die im Link genannten Summen bekommt aber nur die Partei, die einen gewissen Kapitalstock aus Eigenmitteln hat, sonst gibt es nämlich deutlich weniger.

Selbst die CDU musste nach der LTW bei ihren Mitgliedern betteln gehen, weil die Mittel nicht gereicht haben, um angemessen präsent zu sein.

Ich wiederhole mich: Ich bin der Erste, der gerne z.B. auf die Plakatiererei verzichten würde, aber dann gehen kleine Parteien im Wahlkampf völlig unter.

Kino-/Radio-Werbung oder TV-Werbung bleibt halt den Parteien vorbehalten, die die dicken Spenden aus der Wirtschaft erhalten.

@Lukas W.

Warum sollte mit 60 Millionen Leuten keine direkte Demokratie möglich sein?

Wenn man die technischen und gesetzlichen Voraussetzungen schafft, auch Entscheidungen des Bundes durch eine Volksabstimmung zu beeinflussen, dann liegt es höchstens noch am Desinteresser des Einzelnen oder an der Unkenntnis am Umgang mit dem Computer/Internet, wenn man nicht mit abstimmt.

Und gerade die Linken und die Piraten leben nicht vom "Politik machen", sondern müssen sich tagsüber ihre Brötchen am Arbeitsplatz verdienen. Die Informationen, die man benötigt, um an Diskussionen teilzunehmen oder sich eine Meinung zu bilden, holt man sich dann in der Freizeit.

Beim Rest Ihres Posts stimme ich Ihnen zu.

Wer was zu meckern hat und sich bei keiner Partei wenigstens teilweise vertreten fühlt, soll sich selbst mit Themen auseinandersetzen, eine Alternativpolitik anbieten und selbst zur Wahl stellen.

Dazu muss man noch nicht mal eine Partei gründen.

Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass ich auch nicht alles prickelnd finde, was in unserem Programm steht, aber im Moment gibt es niemanden, der konsequenter und unverbrauchter, vor allem aber unbeeinflusst von Wirtschaftsvertretern, die heutigen Probleme angeht als die Piraten.

Warum sollte der Michel...

wählen gehen?
Warum auf die Straße gehen? Uns geht es doch gut! Wird hier jedenfalls suggeriert!
http://www.youtube.com/watch?v=65Jw03152TE

@Morgan le Fay,
"Dass wir das Leugnen des Holocaustes billigen würden, ist eine glatte Lüge. Ich verwahre mich entschieden dagegen, mich oder die Partei in die rechte Ecke schieben zu wollen!!"
Warum verklagen Sie nicht die Presse, die diesen Artikel gedruckt hat, anstatt hier das Unschuldslamm zu spielen? Was hat die Holocaustleugnung mit rechter Ecke zu tun? Wer selbst nicht dabei war, wie will er das bezeugen? Warum ist er dann rechts? Habe ich sie in die rechte Ecke gestellt? Fragen über Fragen...

"Ein Glas Bier/Wein haben die Primaten legalisiert?" Hab ich etwas verpasst? Entschuldigung!

"Straffreiheit für Inzest haben die Schweizer auch" Geht es um Deutschland oder um die Schweiz? Wenn Sie das möchten, warum wandern Sie nicht aus?

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten...getroffene Hunde...

Komm schon :)

"...das verrate ich allein der Urne." - Ach komm schon :)

Der Link von Gabe auf Herrn Popp

hat mich ein wenig surfen lassen und dann bin ich auf das Video
http://www.youtube.com/watch?v=A6mzQP7Yg-M
gestoßen.

Dort erläutert Herr Popp zwischen 0:32:40 und 0:37:50 wie angeblich die Geldvermehrung funktioniert: Wie werden aus 10 000€ plötzlich 30 000€?

Dass zwischenzeitlich der Wert eines Autos und der Wert einer Küche in diesen Geldkreislauf eingebracht wurde, läßt er so nebenbei außer Acht.

Ehrlich, Leute die mich verarschen wollen, gibt es schon genug. Da kann ich auf solche Taschenspielertricks von stellvertetenden Parteivorsitzenden der Piraten gerne verzichten.

Andreas Popp ist Jahrgang 1961 und Dozent für Makroökonomie

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