Hommage an Babette Ihle oder d'Ihles-Bawett

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„So ischs worre!"
Montag, 16. Mai 2011 - 10:47

Bruchsal (pa.). Anlässlich der Einweihung des Babette-Ihle-Platzes zeigen Elisabeth Rieger und Stefan Schuhmacher vom Amateurtheater „Die Koralle" am Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr noch einmal ihre Hommage an die bekannte Bruchsaler Marktfrau und Poetin in der Stadtbibliothek Bruchsal.

Premierefoto Babette von Vanessa Wormer

Elisabeth Rieger und Stefan Schuhmacher vom Amateurtheater „Die Koralle" zeigen ihre Hommage an Babette Ihle. Bildquelle: Privat

 

Beim Namen Babette Ihle (1871 bis 1943) wissen die meisten Bruchsaler, dass damit die Verse schmie-dende Obervorstädterin gemeint ist. An die Gemüse-bäuerin, Marktfrau, Stadtverordnete und Poetin erinnert seit 2006 eine Gedenktafel an ihrem noch erhaltenen Häuschen in der Württemberger Straße 106. Ihr Humor hat die ledig gebliebene Tochter, Ersatz-mutter und anerkannte Reimeschmiedin in "Brusl" einst bekannt und beliebt gemacht.

Die zierliche, stadtbekannte Frau, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts sogar Zugang zur Bütt bei Fastnachtsveranstaltungen bekam, bezeichnete sich selber frank und frei als Gelegenheitsdichterin. Vieles schrieb sie in gereimter Mundart auf, in ihrer ganz eigenen, oft widersprüchlichen Diktion. Bei Festlichkeiten wie Hochzeiten oder runden Geburtstagen waren Babettes Gedichte samt persönlichem Vortrag gefragt, dafür erhielt sie auch manchmal das dringend benötigte Bargeld. Zu zwei Dutzend verschiedenen Themen, manchmal mit durchaus politischen Akzenten, sind ihre Werke erhalten.

Die Koralle-Produktion in Bruchsaler Mundart versucht eine Annäherung an die lebenstüchtige, fromme und fleißige Frau aus Bruchsals "Owwervorschtadt".

Elisabeth Rieger und Stefan Schuhmacher, beide auch in der Obervorstadt gebürtig, spielen einfühlsam diese szenische Lesung.

Karten gibt es ab sofort in der Stadtbibliothek Bruchsal unter Telefon 07251/79-310 oder -311 bzw. per E-Mail: Stadtbibliothek [at] bruchsal [dot] de.

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Kommentare

Bawetts wahre Geschichte

Seit einiger, nein, langer Zeit, wundere ich mich immer mehr, wie Ihles Bawett von etlichen frauenbewegten Zeitgnossinnen und verzweifelt nach lokalen Größen suchenden -genossen vereinnahmt und als Vorkämpferin für frauenrechtliche Motive und gar demokratische Bewegungen innerhalb der peterskirchlich-vorstädterischen Bevölkerung entlang der Württemberger Straße vereinnahmt wird.
Offensichtlich handelt es sich dabei um Zeitgenossinnen und -en, die sich nicht irgendwann mal ernsthaft mit den immer weniger werdenden Zeitzeugen der guten Bawett unterhalten zu haben scheinen (ich meine da auch die, die sich bei solchen Interviews nicht nur selbst hervortun wollten) und man hat sich offensichtlich auch nicht die Mühe gemacht, mal kritisch über das politische Umfeld der guten Dame - war sie nicht für das Zentrum in den damaligen "Stadtrat" eingezogen? - und die von diesem vertretenen politischen Ziele nachzudenken.
Also - bitte mal langsam!
Und mal ganz gründlich, vielleicht auch unter historisch sachkundiger Anleitung, Gundas oder vielmehr Bawetts Biografie lesen.

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