Heimattage 2015 in Bruchsal – ein Projektvorschlag

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Donnerstag, 4. September 2014 - 12:22

Wie Sie vielleicht schon gehört oder gelesen haben, finden im nächsten Jahr von April bis September 2015 die baden-württembergischen Heimattage in Bruchsalstatt.

In diesem Zusammenhang besteht für unsere Stadt die Möglichkeit, sich über das Schloss und die abgedroschene Spargelthematik hinaus den Besuchern ansprechend zu präsentieren, wie auch immer das dann im einzelnen aussehen wird.

Vor kurzem hielt ich mich längere Zeit im Bodenseeraum auf und sah in Kluftern bei Friedrichshafen etwas, was ich mir als Idee auch für Bruchsal sehr gut vorstellen könnte, insbesondere im Zusammenhang mit den Heimattagen 2015.

Kluftern feiert in diesem Jahr seinen 1250. Geburtstag und anläßlich dieses Jubiläums wurde unter anderem auch mit Bildern aus der Vergangenheit gearbeitet. Diese wurden an der gleichen Stelle als Großtransparente (ähnlich denen im politischen Wahlkampf) aufgestellt, an welcher sie seinerzeit aufgenommen wurden. So sind Bilder zu sehen, die z.B. den Blick in den Ort vor ca. 100 Jahren zeigen, mit dem gleichen Blickwinkel den man selbst gerade hat, während man das Bild betrachtet.

Kluftern

Kluftern. Blick in den Ortskern.

Oder eine Eisenbahnbrücke – damals und heute.

Kluftern

Kluftern. Links das Plakat mit einer Ansicht der Eisenbahnbrücke aus früheren Jahren.

Ich könnte mir so etwas auch sehr gut in Bruchsal vorstellen, unser Stadtarchivar verfügt ja bekanntlicherweise über zahlreiche historische Aufnahmen unserer Stadt.

Besonders am Herzen läge mir persönlich jedoch , dass an Stellen, an welchen die historischen Ansichten heute nicht mehr vorhanden sind, wie zum Beispiel das Türmchen in der Württemberger Strasse, oder das Aquädukt in der Steighohle, oder die Synagoge oder, oder, oder solche Großtransparente aufgestellt werden. Zum einen würden wir unseren eigenen Einwohnern zeigen, wie es einmal ausgesehen hat und zum anderen könnten unsere Gäste und Besucher sich ein Bild der historischen Entwicklung unserer Stadt machen.

Natürlich kostet so etwas auch Geld, ich denke jedoch, dass sich für ein solches Projekt, welches ja auch über die Heimattage 2015  hinaus Bestand haben könnte/würde, Sponsoren finden lassen würden.

Anbei einige Bilder aus Kluftern, damit Sie sich selbst im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild machen können.

Kluftern

Ein Klufterner Wohnhaus früher und heute.

Kluftern

Eine interessante Gegenüberstellung von früher und heute.

Kluftern

Spaziergänger in den 1920er Jahren vor einer Obstplantage.

Kluftern

Feuerwehrmänner der Jahrhundertwende vor dem neuen Klufterner Feuerwehrhaus.

Kluftern

Die Klufterner Feuerwehrbrigade im Gruppenfoto.

Kluftern

Fronleichnamsprozession im Kluftern der 1920er Jahre.

Also liebe Verwaltung, sollten Sie generell eine Umsetzung dieses Projektes unterstützen (durch Aufstellgenehmigungen, Hilfe durch den städtischen Bauhof  etc.), dann würde ich meinerseits versuchen, über die bereits genannten Örtlichkeiten hinaus, geeignete Objekte vorzuschlagen und potentielle Sponsoren anzusprechen.

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Kommentare

Jochen Wolf´s Heimattage

Ein recht bedenkenswerter Vorschlag von Herrn Wolf!

Weit besser als manch wenig durchdachtes Projekt, das mit Quersubventionen der Stadt durch- bzw unterfüttert wird.

Man denke dabei nur an das epochale Heimattageprojekt im Viktoriapark, wo unter dem Motto "Naschen an den Früchten"
http://www.bruchsal.org/story/samstag-ist-b%C3%BCrgergarten-tag
inzwischen Sand- und Erdhaufen aufzuschüttet sind und Agenda-PKWs in den ehemaligen Grünflächen ungehindert manövrieren...

Hoffentlich scheitert Herrn Wolfs Idee nicht daran, dass manche Plakate in (politisch/historisch) kontroverses Fahrwasser geraten.

Es ist sehr schade, wie

Es ist sehr schade, wie belanglos das Heimattage-Programm ist. Viele Belanglosigkeiten, vieles was sowieso jedes jahr stattfindet und natürlich der Renner, Spargel, Spargel, Spargel. Wo gibts denn in Bruchsal überhaupt noch Spargelfelder? So richtige Bruchsalthemen gibt es nur versteckt. und was hat ein Radrennen mit den heimattagen zu tun? Besonders kribelnd die
deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten. Oh je, oh je des is net schee. Bei all dieser Beliebigkeit wurde der Titel der Veranstaltung vergessen, Heimattage!. Der Vorschlag von Dr. Wolf hat wirklich etwas mit unserer Heimat zu tun - insofern darf erwartet werden, dass er keine Aufnahme in das Veranstaltungsprogramm findet.

Mutige Entscheidung gefordert

Schöner Vorschlag, Jochen. Deckt sich mit dem, was ich in einer besonderen Stadtführung während der Heimattage ohnehin vorhabe: Plätze besuchen und Situationen beschreiben, die es - warum auch immer - nicht mehr gibt. Und die Bruchsal nach wie vor gut zu Gesicht stünden. Natürlich wird dabei auch über die Gründe zu reden sein, warum es diese Plätze und Situationen nicht mehr gibt.

Ich fürchte aber, dass die finanziellen wie politischen Bedenkenträger der Stadt den Vorschlag nicht sonderlich unterstützen. Und die sind, so ist zu fürchten, anscheinend noch immer in der Mehrheit.

Deshalb lieber Gemeinderat, liebe Stadtverwaltung: Nur mit mutigen Entscheidungen kann man sich außerhalb seiner eigenen Mauern profilieren. Und darum geht es ja bei den Heimattagen. Oder nicht? Mittelmaß ist überall.........

Super Idee

bzw. Heimattage kosten ohnehin Geld und nicht immer nur fuer gute Ideen.Das Aufzeigen bzw, die Gegenueberstellung von ,Gestern und Heute ,laesst die Buerger doch in Erinnerung halten wie sich Staedte veraendern und das nicht immer zum Guten (Fussgaengerzone).Ich bin eh der Meinung ,wer die Vergangenheit vergisst oder nichts daraus lernt hat es schwer in der Zukunft.Solche Schautafeln koennten durchaus auch nach den Heimattagen stehen bleiben.Wenn wir es dann noch schaffen Stolpersteine zu setzen in Bruchsal denke ich haben wir etwas gelernt und einen Teil unserer Unruehmlichen Geschichte nicht vergessen.

Stadtbilder und Bürgergarten

Das ist echt eine gute Idee. Wenn ich mich recht erinnere wurde im Rahmen des BLB "utopolis" Bürgertheaters auch schon an so etwas gearbeitet. Setzen Sie sich doch mal mit diesen Leuten zusammen....

Eigentlich wollte ich aber kurz zur Viktoriaanlage Stellung nehmen. Wir wollen bei dem vielen Lob und der immensen Unterstützung von vielen Seiten die kritischen Stimmen nicht überhören. Liebe/r huhi, wir sind jeden Samstag von 10 - 12 Uhr vor Ort und stellen uns auch gern Ihren Fragen. Wenn Sie nicht im Plenum sprechen möchten, dann können wir uns auch gerne mal nach Feierabend im Garten treffen. Und ja, mit den Riesen Erdhaufen sah es schon nicht sehr beschaulich aus, da geb ich Ihnen recht. Aber, die Erde fiel mit der Brunnenbohrung halt an. Die Erdhaufen sind mittlerweile gesiebt, umgeschichtet und zur Bepflanzung vorbereitet.

Die Enwicklung im Garten können Sie auch im Internet unter www.stadtgruenstattgrau.wordpress.com verfolgen.

mit freundlichem Gruß

J.Sawilla

sehr gute Idee

Ich halte den Vorschlag von Jochen Wolf für eine sehr gute Idee. Ich kenne die Idee aus Pforzheim. Dort wurde vor vielen Jahren das ganze initiiert von Gerhard Brändle unter dem Motto "Zeitsprünge" und hatte neben dem Bezug auf Gebäude auch eine ausgeprägt historische Dimension. Bei Bedarf hätte ich noch eine entsprechende Pforzheimer Bröschüre. Mit den Profis vom Stadtarchiv ließe sich hier sicher etwas Gutes machen.

Bernd Morlock

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