Harry Ettlinger zurück in Bruchsal

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Heute Ehrung in Karlsruhe
Samstag, 15. Februar 2014 - 12:18

Bürgerzentrum

Seit vielen jahren schon besteht zwischen der Stadt Bruchsal und dem Regierungspräsidium Karlsruhe eine Kooperation, die sich insbesondere darin zeigt, dass herausragende Maßnahmen und Projekte wie zum Beispiel Schulorchestertage, durchgeführt werden.

Als neues Kooperationsprojekt wurde nun das Netzwerk YES JAZZ initiiert. Im Rahmen dieses Netzwerks werden Jazzlcombos und Bigbands an Bruchsaler Schulen gefördert. Die Förderung besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, mit renommierten Jazzprofis der Musik- und Kunstschule Bruchsal musikalisch zu arbeiten und mit zu erleben, wie Jazz-Profis an schwierige Aufgaben herangehen.

Mit vielen wertvollen Tipps und Hilfen werden die Schülerinnen und Schüler motiviert, musikalisch weiter an sich zu arbeiten. Die Jazz-Dozenten der Musikschule Bruchsal kommen in der Zeit von Dezember 2013 bis Februar 2014 als Coaches in einzelne Proben der Schulbands. An der ersten Phase des Netzwerks YES JAZZ sind folgenden Schulen aus Bruchsal beteiligt:

Albert-Schweitzer-Realschule

Schömnborn-Gymnasium

Justus-Knecht-Gymnasium

Gymnasium St. Paulusheim

Heisenberg-Gymnasium

Als Abschluss der Pilotphase fand gestern ein Konzert im Bürgerzentrum Bruchsal statt. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeisterin Cornlia Petzold-Schick übernommen, die auch einen Überraschungsgast mitbrachte, nämlich den Enkel des allen Bruchsalern wohlbekannten Otto Oppenheimers und Dichters der Bruchsaler “Nationalhymne Brusler Dorschd”, Harry Ettlinger, der vor fast drei Jahren, nämlich zur Einweihung des “Otto-Oppenheimer-Platzes”, schon einmal in Bruchsal weilte.

Der jetzige Besuch fand im Rahmen einer am heutigen Samstag stattfindenen Ehrung in Karlsruhe statt, wo er für sein Wirken als “Momnuments Man” nach dem Krieg ausgezeichnet werden wird.

Harry L. Ettlinger hat 1945 zusammen mit alliierten Kunstschutzoffizieren zahlreiche, von den Nationalsozialisten geraubte und versteckte Kunstschätze aufgespürt und ihren rechtmäßigen Eigentümern - darunter die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe - zurückgegeben. Davon profitiert Baden-Württemberg als Kulturland noch heute und ist ihm zu großem Dank verpflichtet.

Für seinen Einsatz erhält Harry L. Ettlinger nun eine der höchsten Ehrungen, die das Land Baden-Württemberg verleiht: die Staufermedaille in Gold durch Herrn Staatssekretär Jürgen Walter. Harry Ettlinger hat mitgeholfen, unersetzliche, von den Nazis verschleppte Kulturgüter, wieder aufzufinden, darüber läuft in der nächsten Woche auch ein Film mit George Cloney in der Hauptrolle an mit dem Titel “Monuments Men”.

Ich konnte mit Harry Ettlinger ein kurzes Gespräch führen, aber zuvor wollte er einiges über mich wissen und entschuldigte sich dafür, dass sein Deutsch nicht mehr so perfekt sei, er wollte unbedingt deutsch sprechen, was aber nicht  notwendig gewesen wäre.

Heraus kam eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Ich habe aus Gründen der Authentizität nicht übersetzt und auch keine Untertitel eingeblendet, da das Meiste verständlich ist.

Herr Ettlinger berichtete darüber, wie er als 19jähriger zu den Monuments Men kam weil er gut deutsch sprach und dass er die Ehrung in Karlsruhe jetzt erfahre, weil er als gebürtiger Karlsruher viele geraubte Kunstschätze aufgespürt hat, die so den rechtmäßgen Eigentümern zurück übereignet werden konnten.

Der Film “Monuments Men” ist natürlich kein Dokumentarfilm, aber es gibt einen solchen, der auch in den Kinos gelaufen sei.

Über Bruchsal ist ihm die liebste Erinnerung die, daß er einmal mit seinen Brüdern im Hinterhof des Anwesens seines Großvaters auf dem dortigen Kirschbaum herumkletterte, Kirschen für seine Großmutter pflückte und selbst große Bauchschmerzen von den genossenen Früchten bekam.

Er findet es wunderbar, dass er an seinen Geburtsort Karlsruhe zurückkehren konnte und dass es Menschen gibt, die ihm heute dabei helfen, an die “guten Zeiten seiner Kindheit zurückzudenken.”

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