Gigant Google

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Wie funktioniert das Imperium? (Teil 1)
Donnerstag, 8. April 2010 - 13:55
Google eyes

Don´t be evil

Don´t be evil, soweit Googles Claim, der alle Anfeindungen abzufangen sucht, wie sie sich zwangsläufig gegenüber einer Organisation einstellen müssen, die quasi monopolistisch Informationen über ihre Benutzer sammelt. Wir sprechen dabei nicht nur von Nutzerdaten, wie sie soziale Netzwerke à la Facebook, derzeit überall in der Kritik, sammeln sondern von einer Datensammlung in einem Ausmaß, wie sie einmalig ist in der Geschichte der Menschheit. Würde ein Staat Profile seiner Bürger auch nur ansatzweise anzulegen versuchen, wie es der Suchmaschinenriese tut, wäre ihm - zurecht - Widerstand auf allen Ebenen gewiss. Bei Google, einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, arbeiten wir dagegen als Nutzer selbst mit, entweder weil wir nicht wissen, was wir da tun, oder obwohl wir es zwar wissen aber dennoch die Segnungen nutzen wollen, die Google online zur Verfügung stellt.

Google Dienste

Google Dienste

Der überall kritisierte Dienst Google Streetview ist dabei nur ein Bruchteil dessen, was "die Suchmaschine" bietet. Neben der websuche und der Bildersuche sind Dienste wie z.B.  Google Maps, Google Texte und Tabellen, Google News, Picasa, Google Bücher, Google Mail, Google Kalender, Google Übersetzer und nicht zu vergessen YouTube so praktisch, dass man bei Arbeit und Freizeit online kaum darauf verzichten möchte. Denkt man einen Schritt weiter, stellt sich zwangsläufig die Frage ein, warum Google diese Dienste - noch dazu kostenlos - zur Verfügung stellt. Wenn man sich gleichzeitig Gedanken über ihre Skalierbarkeit macht (YouTube wird z.B. auch bei hohem Datenaufkommen nicht spürbar langsamer), wird rasch klar, in welchen Dimensionen sich die Aufwendungen alleine in der Hardware bewegen müssen. Wozu also das Ganze?

Auch (oder gerade) ein Gigant wie Google hat kein Geld zu verschenken. Folglich zieht er aus der Nutzung seiner Dienste durch die Besucher Profit. Wie sieht dieser Profit aus, worin besteht er? Hier muss man zunächst das Geschäftsmodell der Kalifornier zumindest in Grundzügen verstehen: Google verkauft grundsätzlich Werbung. Diese Werbung taucht etwas vereinfacht gesagt in Form kleiner Textanzeigen, den sogenannten AdWords, z.B. über und neben den Suchergebnissen bei der websuche auf. Die jeweils geschalteten Anzeigen sind auf die Anfrage der websuche abgestimmt. D.h. wenn wir eine Suche nach "Restaurant Hamburg" durchführen, erhalten wir neben den sogenannten generischen Suchergebnissen auch kommerzielle Angebote von Gastronomen, die für ihre Werbung bei Google Geld bezahlen.

Google websuche

Google websuche

Bei jedem Klick auf eine dieser Anzeigen rechts verdient Google Geld, das ihm der Autor der jeweiligen Anzeige bezahlt. Das Prinzip nennt sich "Pay-per Click-Advertising" und ist für beide Seiten äußerst gewinnbringend. Der Preis je Klick wird dabei dynamisch in einer Art Auktion festgelegt und rangiert zwischen wenigen Cent und mehreren Euro pro Klick. Die entsprechenden Anzeigen werden bei weitem nicht nur auf Googles eigenen Seiten geschaltet sondern auch im gesamten Werbenetzwerk, das Google unterhält. Dies sind thematisch geordnete websites und Portale, auf denen Google seinerseits Platz für die Schaltung der Anzeigen "kauft". An dieser Stelle kommen nun die Informationen, die Google über seine Nutzer hat, ins Spiel.

Ende Teil 1 - Fortsetzung folgt

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