Geschichte und Ökologie der „ungeheuren Klamm“

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Exkursion mit dem Untergrombacher Naturschutzverein
Sonntag, 6. April 2014 - 10:42

Am Samstag, 17. Mai 2014 / Interessierte sind herzlich eingeladen

Ungeheuerklamm

Eine hölzerne Brücke führt über die tief eingeschnittene Ungeuerklamm. Aufnahme: Peter Treiber


Bruchsal-Untergrombach (tam). Ob die im 18. Jahrhundert erstmals schriftlich verbürgte Charakterisierung als „ohngeheuer“ nun eher von der beachtlichen Größe und Tiefe dieses Taleinschnitts herrührt oder ob es dort in früherer Zeit eben nicht geheuer war – immerhin stand auf der westlichen Anhöhe der Galgen von Weingarten, wo auch die Hingerichteten verscharrt wurden –, darüber lässt sich gewiss trefflich diskutieren. Sicher hingegen ist, dass die Ungeheuerklamm an der südlichen Gemarkungsgrenze von Untergrombach sowohl landschaftlich wie auch ökologisch eine Sonderstellung am Übergang vom Kraichgau in die Rheinebene einnimmt. Dank der Artenvielfalt dieser feucht-kühlen Waldschlucht steht das Gebiet seit anderthalb Jahrzehnten unter Naturschutz.

Im Rahmen einer gut zweistündigen geführten Wanderung, die kostenfrei angeboten wird und zu der Interessierte herzlich eingeladen sind, gibt der Biologe Peter Treiber vom Untergrombacher Verein für Umwelt- und Naturschutz am Samstag, 17. Mai einen Überblick über Ökologie und Geschichte der Ungeheuerklamm. Start der Exkursion ist um 14.30 Uhr beim Vereinsgelände des Hundesportvereins im Brüchle am östlichen Ortsausgang von Untergrombach. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Route bietet für Wanderer durchschnittliche Anforderungen. Die Veranstaltung ist Teil des Jahresprogramms des Untergrombacher Naturschutzvereins. (Weitere Informationen: Thomas Adam, Tel. mobil 0151/18692459).

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Kommentare

Wer vorab schon einmal einen Einblick nehmen möchte...

...die Exkursion ist unbedingt zu empfehlen....

(Um in HD-Qualität zu schauen, nach dem Start des Videos auf das Zahnradsymbol klicken, dann auf 720 oder 1080p, wenn Ihr computer oder Ihre Downloadgeschwindigkeit dies zulassen).

Ungeheuerklamm

Schon das zusammengesetzte Wort fasziniert. Ungeheuer und Klamm. Nur ist daran nichts ungeheuer und eine Klamm ist das schon gar nicht. Ein Taleinschnitt, vielleicht ein Tobel, aber Klamm, das ist doch etwas übertrieben.

Unordentlich sieht es dort aus. Baumstämme kreuz und quer liegen in dem Taleinschnitt. Das war früher vermutlich nicht so, sonst wäre der Einschnitt im Laufe der Jahrhunderte schon zugewachsen. Heute holt man sich das Holz dort, wo es leichter erreichbar ist. Zur Not in Form von Pellets.

Natürlich macht es Spass und Sinn den Weg nach oben zu wandern und sich auf der anderen Seite wieder nach unter zu begeben. Besonders im Frühjahr wenn das Licht der Sonne durch junges, grünes Laub gefiltert wird. Oder im Sommer, wo die Bäume die Hitze des Tages abhalten. Oder im Herbst, wenn die Farben des Laubes von Grün über Gelb und Rottöne das Sonnenlicht in warme Farben taucht.

Aber der Einschnitt selbst, so beeindruckend ist er nicht. Außer vielleicht für Flachlandtiroler, die noch nie eine Klamm gesehen haben. Eine Klamm, die oben teilweise enger ist als unten. Wo das Wasser zischend und gurgelnd sich den Weg im engen Felsenbett sucht.

Ähnlich wie in Bruchsal gibt

Ähnlich wie in Bruchsal gibt es auch in den Alpen und allüberall in der Welt Klamms (?), Klammern (?), Klämme (?), Klamminen (?). Hier die Breitachklamm im Allgäu:

Und hier die Royal Gorge-Klamm in Colorado:

Aber seien wir doch realistisch. Hat man eine Klamm gesehen, hat man alle gesehen. Den Trip in die Alpen oder gar in die USA kann man sich also ersparen, so man die Ungeheuerklamm gesehen und begangen hat.

Überrascht

war wohl der Veranstalter VUNU über den unerwateten Zuspruch, den diese Exkursion gefunden hat. Sage und schreibe 170 Interessenten hatten sich eingefunden. Der Zustrom der interessierten Mitwanderer reichte von Eppingen bis Karlsruhe und hinüber ins Elsass. Der Wettergott hatte ebenfalls ein Einsehen, so dass bei heiterem Himmel nur der eigene Schweiß für Nässe sorgte. So manche(r) hatte sich den Weg nicht so schweißtreibend vorgestellt.

Der Vorsitzende des Vereins, Herr Adam war gut bei Stimme und konnte sich trotz der vielen Mitwanderer gut verständlich machen und auch die eine oder andere Anekdote zum Besten geben.

Die Wanderwege waren gut ausgesucht und gut begehbar, so dass die gesamte Veranstaltung als gelungen bezeichnet werden kann.

Da sieht man mal wieder....

....was die richtige "Reklame" alles bewirken kann... :-)

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