Geschichte eines mysteriösen Mordes - Teil 2

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Samstag, 9. Juli 2011 - 19:39

Filmemacher
Am 1. Mai 2011 berichtete bruchsal.org-Autor Waldemar Zimmermann unter dem Titel Geschichte eines mysteriösen Mordes über Dreharbeiten des Saarländischen Rundfunks in Bruchsal. Die Redakteurin Dr. Inge Plettenberg drehte mit Ihrem Team in Bruchsal, wo die Lebenswege von zwei jungen russischen Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern im Steinbruch am Münzesheimer Weg, heute Freizeitgelände des Obst-, Wein- und Gartenbauvereins, durch Erschießung im März 1945 endete.

Die Filmemacherin bringt Licht ins Dunkel eines Schwerverbrechens, das sich zum Ende des Zweiten Weltkrieges ereignete, über das heute noch gemunkelt wird und dessen Umstände noch heute als merkwürdig empfunden werden. Nach intensiven Recherchen konnte Inge Plettenberg eine Zeugin der Bluttat, die heute 89-jährige Matriona Schewtschenko, im Sommer 2010 in St. Petersburg ausfindig machen und lässt diese in ihrem Film „Röchlings letzte Zeugin" selbst zu Worte kommen.

Röchling

Matriona Schewtschenko stammt aus der damaligen Sowjetukraine und wurde während der Nazi-Herrschaft wie zwischen sieben und elf Millionen andere Menschen auch zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt.

Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus

Matriona Schewtschenko, Geburtsname Matriona Kalita, berichtet, wie sich das Verbrechen aus ihrer Sicht darstellt. Im Dezember 1944 wurden der Sohn des Chefs des Völklinger Stahl- und Eisenwerks, Karl-Theodor Röchling, und der Leitende Ingenieur Heinrich Koch erschossen aufgefunden. Sie kehrten von einem Kontrollgang durch das evakuierte Werk nicht zurück. Frau Schewtschenko wurde seinerzeit wegen „Nichtanzeigen einer Straftat" von der NS-Justiz zu vier Jahren Haft verurteilt.

Im Filmbericht werden akribisch die Spuren dreier Lebenswege von Völklingen über Sulzbach/Saar und Bruchsal bis nach Aichach verfolgt. Zwei dieser Lebenswege endeten am 20. März 1945 in einem Bruchsaler Steinbruch, im Steinbruch am Münzesheimer Weg - am Tag, als das Völklinger Stahl- und Eisenwerk von den Amerikanern besetzt wurde.

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