Das Generationen-Manifest 2013

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"Wir machen uns Sorgen. Große Sorgen."
Donnerstag, 6. Juni 2013 - 21:50
Das Generationen-Manifest 2013

Was haben Marius Müller-Westernhagen, Franz Alt, Richard von Weizsäcker, Gesine Schwan, Hannes Jaenicke und Sarah Wiener gemeinsam? Richtig, sie alle sind Promis. Darüber hinaus und weit wichtiger zählen sie zu den Erstunterzeichnern des sogenannten Generationen-Manifests 2013 und warnen im Interesse zukünftiger Generationen und des sozialen und ökologischen Gleichgewichts. Ihr Ansatz ist die Welt von morgen radikal aus der Sicht unserer Kinder zu sehen und die Politiker in die Pflicht zu nehmen, unser aller Zukunft zu sichern.


Wir sind die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.
Wir sind die Politik. Wir sind die Wirtschaft.
Wir sind jung und alt, arm und reich, mächtig und ohnmächtig,
Väter, Mütter, Söhne, Töchter, Enkel und Großeltern.

In ihrem Generationenmanifest formulieren die Autoren zehn Warnungen und zehn konkrete Forderungen an die deutsche Politik.

Auf der Website www.dasgenerationenmanifest.de gibt es ab sofort die Möglichkeit, das Manifest online zu unterschreiben, alle Erstunterzeichner kennen zu lernen und sich die Warnungen und Forderungen detailliert durchzulesen.

Deutschlandweit sollen bis zur Bundestagswahl am 22. September 2013 mindestens 100.000 Bürgerinnen und Bürger das Manifest unterzeichnet haben. Dann soll das Manifest mit seinen Forderungen an die neue Regierung und alle im Bundestag vertretenen Parteien übergeben und die Aufnahme der Forderungen in das Regierungsprogramm gefordert werden.

„Der Generationenvertrag ist tot“, so Martin Speer, Vertreter der jungen Generation, „jetzt setzen wir alles daran, dass das Generationen-Manifest bis zur Bundestagswahl in ein großes Generationenversprechen der Politik an die Jungen mündet.“

Der vorläufige Fahrplan des „heißen“ Sommers:

  1. 06. Juni 2013 Unterzeichnung des Manifestes durch die Initiatoren mit Pressekonferenz in Berlin, danach Start der Website und der sozialen Medien.
  2. Beginn der Unterschriftenaktion in den sozialen Medien und Aufruf der Künstler, Initiatoren und Unterzeichner an die Öffentlichkeit.
  3. Ab 10. Juni jeden Montag generationenübergreifende „Montagsdemo“ von Kindern, Eltern und Großeltern vor dem Bundeskanzleramt, die erste „Montagsdemo“ wird von Margret Rasfeld und der evang. Schule organisiert und ist bereits genehmigt.
  4. Einladung der Spitzenkandidaten der Parteien zu „Gipfeltreffen“, in denen Kinder, Jugendliche und Unterzeichner, den Politikern das Generationenversprechen abnehmen (wollen).
  5. Den ganzen Sommer: Unterschriftensammlung.
  6. Nach der Wahl: Übergabe des Manifestes und aller Unterschriften an alle Parteien des Bundestages.

Download: Das Generationen-Manifest 2013 (PDF)

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Kommentare

Haben wir wirklich eine Wahl?

"Wir haben eine Wahl. Und wir wollen diese Wahl treffen. Am 22. September 2013 und jedem anderen Tag davor und danach" steht in dem Manifest.

Schön, dass es noch Idealisten und Traumtänzer gibt die glauben, WIR könnten in dieser "globalisierten" Welt noch etwas allein ändern. Ja, ich wünsche mir auch eine "bessere" Welt, ohne Waffen, ohne Ausbeutung, ohne Unterdrückung etc.

Ja, ich bin auch dafür, dass man Mißstände anprangert und Verbesserungen anstrebt. Ob alle Forderungen in diesem Manifest richtig sind, darf man allerdings bezweifeln. Sie sind, wie jede politische Manifestation aus Kompromissen entstanden.

Zum Beispiel: "Die Generation der Eltern und Großeltern betreibt fahrlässige Besitzstandswahrung auf Kosten ihrer Kinder und Enkel", das halte ich für ein starkes Stück. Diese Generation hat den Wohlstand aus dem Chaos nach dem Weltkrieg geschaffen, mit ihrer Hände Arbeit und nicht mit Manifesten.

"Die Regierenden regieren an uns Bürgern vorbei", aus der Sicht des Einzelnen mag das immer stimmen. Die Frage ist doch, stimmt es generell? Es sind doch die demokratisch gewählten Menschen, denen wir die Entscheidungsmacht mit unserer der Wahl überlassen. Politik ist Kompromiss, das ist nicht das Optimale, aber das Machbare.

Alle diese Weltverbesserer sollen doch eine Partei gründen, in der sie genau diese Ziele in ihr Programm schreiben. Wie die Grünen, die im Grundsatz gegen Krieg waren und bei Bedarf als erste zugestimmt haben. Trau, schau, wem. Die Wahlprogramme der Etablierten sind längst verfasst. Und man darf sicher sein, sie legen sie so aus: "Das steht alles schon drin!, genau das wollen wir auch".

Außer Politikern, Anwälten und Wirtschaftsbossen kann niemand so gut Sätze interpretieren und Antworten geben auf Fragen, die nicht gestellt wurden. Befriedigende Antworten zu Kernfragen habe ich bislang nie gehört.

Und ich bin sicher, Kritik an diesem Manifest wird einen Sturm der Entrüstung auslösen, aber das Manifest bitte vorher Satz für Satz lesen und überlegen: Ist das wünschenswert oder ist das machbar.

 

So einen Schwachsinn...

...können nur die abliefern, die fern der Realität leben. Die sollten die wirklichen Ursachen nennen...

Plakativ

@Filou

Mit manchen Sprüchen habe sogar ich meine Probleme, aber sie sind sicher plakativ gemeint.

Niemand wird ernsthaft bestreiten wollen, dass sich die Großeltern nicht um den Neuaufbau Deutschlands verdient gemacht und der heutigen Jugend den Weg zu relativen Wohlstand geebnet hat.

Man möchte - so denke ich wenigstens - halt diejenigen, die es noch allzu sehr mit Brechts heutzutage überkommenen Spruch halten: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral" mal daran erinnern, dass ohne Moral und Verantwortung für eine Nachwelt es auch nichts nützt, jeden Tag etwas auf dem Teller und warme Kleidung zu haben.

Natürlich ist das alles wichtig, aber vielen Älteren ist eben nicht bewusst (was ich nicht kritisiere, denn man hat das ja früher nicht gesagt bekommen), dass man mit einem allzu sehr auf sich fixierten, "rücksichtslosen" Leben die Nachwelt gefährdet.

Kinder lernen das heute in der Schule und mit dem Führerscheinkurs, wie man sich möglichst umweltgerecht verhält. Ob sie das dann tun, steht auf einem anderen Blatt.

Ehrlich gesagt,

das hat mich am meisten gestört und kommt in Ihnem Kommentar auch vor: "dass man mit einem allzu sehr auf sich fixierten, "rücksichtslosen" Leben die Nachwelt gefährdet".

Was bitte ist die Nachwelt? Die Umwelt? Die Nachkommen? Oder was?

Was schädigt die Umwelt? Unnötige Flugreisen? Große schwere Autos? Oder was? Resourcenverbrauch? Bitte nicht allgemein antworten, auch die Kinder und die Jugend gehen mit der Umwelt nicht besser um, als die Alten.

Oder sind die Schulden gemeint? Ich kenne bisher keine Jugendgeneration, die auf etwas, das möglich ist, verzichtet hätte. Und für die Staatsschulden sind doch nicht die Älteren verantwortlich!

Was bitte genau ist rücksichtslos? Dass wir für unsere Kinder Werte geschaffen haben? Das sich die Eltern krumm gelegt haben, damit es ihren Kindern besser geht? Ist das die rücksichtslose Generation? Nein, so einfach lasse ich Sie da nicht heraus :-)

Nein, nennen Sie bitte, was genau Sie meinen. Kein allgemeines Geplänkel.

Nachwelt, Umwelt, Natur, alles so leicht dahin gesagte Schlagworte. Der Natur ist der Mensch egal. Sie ist noch da, wenn es längst keinen Menschen mehr gibt. Sie existierte schon zu Zeiten, als der Planet noch nicht von homo sapiens befallen war.

Umgekehrt wird ein Schuh draus, der Mensch ist auf eine einigermaßen intakte Natur angewiesen. Was er der Natur antut, das tut er sich selber an. Fragen wir, wenn die Menschen dies begreifen werden.

Philosophische Frage

Bitte lassen Sie uns das hier nicht vertiefen, denn das entfernt uns total vom eigentlichen Thema. Vielleicht lernen wir uns doch mal persönlich kennen, dann kann ich auch viel besser erklären, was ich meine.

Ich wollte niemanden als egoistisch oder rücksichtslos abstempeln. Deshalb steht das auch in Anführungszeichen. Ich meinte nur, dass es nach Kriegsende sicher wichtiger war, was auf dem Teller zu haben, statt darüber nachzudenken, woher das kommt, was man auf dem Teller hat.

Heutzutage ist das anders.... Sicher gibt es noch viel zu viele Leute, die nicht wissen, was sie morgen zu essen haben werden, aber es ist nicht mehr ein ganzes Volk.

Und von allen wird erwartet, dass sie sich Gedanken darüber machen, ob das Huhn auf dem Teller auch ein würdevolles Leben und einen gnadenvollen Tod hinter sich hat und dass man ggf. sein Kaufverhalten danach ausrichtet. Es wird erwartet, dass man da überlegt, woher das Kleidungsstück kommt, ob es mit giftigen Chemikalien behandelt oder von Kindern in Baracken hergestellt worden ist.., und ggf. sein Kaufverhalten entsprechend anpasst.

Es wird verlangt, dass man kleinere Wegstrecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt, weil die Benützung des Autos die Umwelt versaut. Hat da früher jemand danach gefragt, als es eines der wichtigsten Ziele eines arbeitenden Menschen war, einen fahrbaren Untersatz anschaffen zu können? Und zu buckeln und zu schaffen, dass dies auch den Kindern möglich ist?

Zu einer Zeit, als in schier jeder Fernsehsendung geraucht wurde.., hat da jemand nach der Schädlichkeit - auch für andere - gefragt?

Was ich sagen will, ist, dass Wissen auch Verantwortung mit sich bringt.

Nun sind wir wieder bei diesem Satz:

"Die Generation der Eltern und Großeltern betreibt fahrlässige Besitzstandswahrung auf Kosten ihrer Kinder und Enkel"

Ich bin mit dem Satz in dieser Form auch nicht einverstanden, aber er soll sicher nur provozieren und dafür stehen, dass von den Eltern und Großeltern erwartet werden muss, die Problem der Jugend zu erkennen, die ANDERE sind, als zu überlegen, wie man etwas auf den Teller bekommt.

Er soll dafür stehen, dass der Jugend überhaupt Probleme zugestanden werden. Hier kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern, dass vielen Älteren der Sinn abhanden gekommen ist, überhaupt zu akzeptieren, dass Jugend auch Sorgen haben kann, OBWOHL sie was auf dem Teller hat.

Provozieren

ist nicht schwierig. Wenn der Satz "Die Generation der Eltern und Großeltern betreibt fahrlässige Besitzstandswahrung auf Kosten ihrer Kinder und Enkel" nur provozieren soll, dann setze ich dagegen: "Die Generationen der Kinder und Enkel lassen ihre Eltern in Verwahranstalten allein".

Im Bett, fixiert mit Windeln, die zwei kg aufnehmen können, damit man sie nicht täglich zur Toilette gehen lassen muss. Eingesperrt, ohne Hofgang, weil dies einen größeren Aufwand bedeuten würde. In Haftanstalten würde sich bei solcher Behandlung Amnestie International wegen Folter einschalten.
Wen es interessiert, zum Pflegenotstand gibt es genügend Aufsätze und Bücher.

"Und von allen wird erwartet, dass sie sich Gedanken darüber machen, ob das Huhn auf dem Teller auch ein würdevolles Leben und einen gnadenvollen Tod hinter sich hat ". Meinten Sie wirklich Huhn? Oder sollte es heißen: ........ ob der alte Mensch noch ein würdevolles Leben und einen gnadenvollen Tod hat?

Nein der Satz: "Die Generation der Eltern ....." erschließt sich mir nicht, so wie einiges andere auch nicht in diesem Manifest.

 

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