Foodwatch: Das müssen Sie gesehen haben!

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Dienstag, 7. Juni 2011 - 17:41

Um kreative Ausreden für ihre Mogelprodukte sind Lebensmittelhersteller selten verlegen. Storck hat es in dieser Disziplin nun zur Meisterschaft gebracht: Die Werbung für nimm2-Bonbons richte sich gar nicht an Kinder, sondern „fast durchweg an Erwachsene", entgegnete das Unternehmen, wenn Journalisten es auf die Nominierung zum „Goldenen Windbeutel 2011" ansprachen, den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Zielgruppe der Storck-Werbung sind also gar nicht Kinder? Das haben wir uns noch einmal genau angeschaut! Heraus gekommen ist dieses kleine Video, und das sollten Sie gesehen haben:

Wenn Ihnen der Kurzfilm gefällt, leiten Sie den Link bitte auch an Ihre Freunde und Bekannten weiter. Möglichst viele Verbraucher sollen sehen, wie es die Lebensmittelindustrie mit der Wahrheit hält.

Gegen solche Praktiken können Sie ein Zeichen setzen: Mit Ihrer Stimme bei der Wahl zum Goldenen Windbeutel - noch bis zum 16. Juni unter

www.abgespeist.de

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Kommentare

Wann gibt es den "Goldenen Windbeutel" für die Politik?

Also ich finde den Bericht zur Firma Storck herrlich. Habe richtig gelacht, wenn der Hintergrund eher peinlich und traurig ist. Aber liebe Foodwatcher macht bitte weiter so, denn irgendjemand muss ja die Augen aufmachen, wenn es die Politik und unserer Rechtssystem schon nicht machen. Ein entsprechender Preis für unsere "Heißluftproduzenten" im Bundestag wäre nicht unangebracht.

Zielgruppendefinition

Bei aller Sympathie für die Arbeit von Foodwatch und so wenig ich für Storck Partei ergreifen will, so muss doch gesagt werden, dass man hier tatsächlich einem Missverständnis unterlegen ist: Zielgruppe sind bei den genannten Süßigkeiten in der Tat die Erwachsenen, die dieses Produkt wohl mehrheitlich kaufen, auch wenn sie dies in der Regel natürlich für ihre Kinder, Enkel etc. tun. Speziell das fragliche Produkt steht eben typischerweise nicht offen als Einzelartikel bei der Bäckerei zum Verkauf wie die berüchtigten Brausestäbchen oder Lollies, die dort centweise von den kleinen Kunden erstanden werden, sondern es wird meines Wissens ausschließlich packungsweise im Supermarkt angeboten und ist damit eher ein Gegenstand des Familieneinkaufs. Die Tatsache, dass die Zielgruppenansprache von der gesamten Formensprache und Gestaltung ostentativ kindlich ist, steht zu dieser Beobachtung nur scheinbar im Widerspruch: Erstens haben Kinder bekanntlich durchweg beachtlichen Einfluss auf Kaufentscheidungen, zweitens erreicht man uns Erwachsene auf keinem Weg besser als über unsere Kinder. Insofern treffen die bunten Bilder zwar scheinbar indirekt, aber umso treffsicherer, weil subtiler, mitten ins Herz der Zielgruppe, also derjenigen Marktteilnehmer, die den Kauf tätigen. Ich habe dies zwar nicht verifiziert, vermute aber, dass entsprechend meiner Theorie die Werbung für die Gutsel ungeachtet ihrer kindlichen Machart mindestens ebenso oft in Elternzeitschriften und den TV-Abendprogrammen zu finden sein dürfte wie bei Micky Maus und dem Nachmittagsprogramm für Kids.

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