Für Rauchwarnmelder-Nachrüstung tickt die Uhr

DruckversionPer e-Mail versenden
Staatssekretärin Gisela Splett hat nochmals darauf hingewiesen, dass bis Ende des Jahres 2014 alle zum Schlafen bestimmten Räume mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden müssen. „Rauchwarnmelder sind wichtig und sinnvoll, denn schlafende Personen sind nicht in der Lage, Brandrauch rechtzeitig wahrzunehmen“, so Splett.
Donnerstag, 21. August 2014 - 17:09

Die Landesbauordnung für Baden-Württemberg fordert Rauchwarnmelder für Räume, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, sowie in den Rettungswegen zu diesen Räumen innerhalb der Wohneinheit, in der Regel der Flur. Die Frist zur Nachrüstung endet am 31.12.2014.

Rauchwarnmelder

Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Angaben zur Standortwahl, Montage und Wartung sind in den Herstellerhinweisen enthalten, die zusammen mit den Rauchwarnmeldern geliefert werden bzw. diesen beiliegen. Die Rauchwarnmelder entweder selbst zu installieren oder der baurechtlich nicht verbindlichen Empfehlung der technischen Regel DIN 14676 zu folgen, und eine/n qualifizierte/n FachdienstleisterIn mit der Montage und Wartung der Melder zu beauftragen, liegt in der freien Entscheidung der EigentümerIn. „Die Landesbauordnung macht hierzu keine Vorgaben“, so Splett weiter.

Auch bei Eigentumswohnungen treffe die baurechtliche Nachrüstverpflichtung allein die einzelne WohnungseigentümerIn. Die Landesbauordnung verlange für die Umsetzung keinen Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Die Verpflichtung zur Ausstattung von Räumen mit Rauchwarnmeldern trifft nach § 15 Abs. 7 der Landesbauordnung die EigentümerInnen, bei Wohnungen nach Wohnungseigentumsgesetz die einzelnen WohnungseigentümerInnen und nicht etwa die Eigentümergemeinschaft. Schutzziel dieser Vorschrift ist ausschließlich, dass im jeweiligen Raum schlafende Personen geweckt werden und sich selbst retten können. Die Brandverhinderung oder -bekämpfung und damit auch der Schutz des Gebäudes oder anderer MitbewohnerInnen wird mit dieser Vorschrift vom Landesgesetzgeber nicht bezweckt, auch wenn dies in Einzelfällen ein willkommener Nebeneffekt sein mag.

Für alle betroffenen Nutzungseinheiten gilt, dass es primär den unmittelbaren BesitzerInnen bzw. MieterInnen, obliegt, die Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder sicherzustellen, es sei denn, die EigentümerInnen übernehmen diese Verpflichtung ausnahmsweise selbst. Dazu sind sie nach der Landesbauordnung berechtigt. Ob die dadurch anfallenden Kosten dann auf die MieterIn abgewälzt werden könnten, ist eine zivilrechtliche Frage und wird nicht über die Landesbauordnung geregelt.

Zu zivilrechtlichen Fragen, etwa im Zusammenhang mit Versicherungen, Haftungsfragen, Mietverhältnissen oder Eigentümergemeinschaften, können Rechtsanwälte oder Rechtsberatungsstellen, wie etwa der Mieterbund, Auskunft geben.

Fragen und Antworten zur Rauchwarnmelderpflicht

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (5 Bewertungen)

Kommentare

Bisher habe ich

keinen Hinweis darauf gefunden, was Rauchwarnmelder können (müssen). Kohlenmonoxid kann auch rauchlos sein, s. entsprechende Todesfälle mit glühender Grillkohle, oder Abgas aus Gasöfen oder Gasthermen.

Wird Kohlenmonoxiid mit jedem der erwerbbaren Rauchmelder detektiert? Nein!
Oder ist Rauch erforderlich (Abdunklung der Messzelle)? Ja!
Die Landesbauordnung sagt dazu nicht allzuviel, oder doch?

http://www.rauchmelderpflicht.eu/rauchmelderpflicht/deutschland/rauchmel...

Die Kohlenmonoxid-Vergiftung ist leider relativ häufig. Sie stellt in Europa die häufigste tödliche endende Vergiftung dar. Alleine für die Bundesrepublik Deutschland werden jährlich 1500 bis 2000 Todesfälle angenommen!

Sogenannte Kombi- oder Hybridmelder sind in der Lage, sowohl Rauch als auch Kohlenmonoxid zu erkennen. Rüsten wir ein Jahr später mit Kombimeldern nach?

Besser als nix!

"Welche Eigenschaften müssen die zu installierenden Rauchwarnmelder haben?

Rauchwarnmelder werden nach der Norm DIN EN 14604 in Verkehr gebracht und tragen ein entsprechendes CE-Zeichen."

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid...

Alles klar?

Und die Kombi- oder Hybridmelder sind so teuer...
Aber niemand ist gehindert, die Dinger jetzt schon einzubauen.
Auch Filou nicht...

Danke

für die Belehrung, werter Augur. Meine Fragen sind damit nicht beantwortet. Die DIN EN 14604 ist eine Herstellernorm (für Rauchwarnmelder, die nach dem Streulicht-, Durchlicht- oder Ionisationsprinzip arbeiten). Wie soll man erkennen, welches Wirkprinzip das bessere ist? Gäbe es keine Unterschiede, könnten ja alle nach demselben Prinzip arbeiten. Wie kann ich erkennen, ob das Gerät funktioniert? Jedesmal mit einem Rauchstab testen? Der Testknopf sagt nur etwas über den Alarmton aus. Er simuliert nicht das Aktivierungssignal Rauch.

Das CE-Zeichen ist bedeutungslos, das darf jeder Hersteller auf sein Produkt machen, es wird nicht kontrolliert.

Ebensowenig gibt es eine Kontrolle, ob Rauchwarnmelder installiert sind. Das hat erst später möglicherweise rechtliche Folgen.

Jährlich sterben rund 400 Menschen in Deutschland bei Bränden, steht in dem Link zum Artikel. Dagegen stehen viel mehr Todesfälle durch Kohlenmonoxidvergiftung. Bereits eine Konzentration von 1% Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft bewirkt den Todeseintritt binnen weniger Minuten. Zudem ist es völlig geruchlos.

Diese Vorschrift ist wie der Sicherheitsgurt nur auf dem Fahrersitz. Fährt einer allein, genügt das auch. Aber, es ist wenigstens etwas getan. Halt nur halbherzig.

Rauchwarnmelder

Wieder eine dieser vielleicht sogar gut gemeinten, aber nicht zu Ende gedachten Regelungen eines überbesetzten Beamtenapparates. Ich kaufe mir die Dinger im Internet für knapp 8 Euro je Stück, klebe sie an die Decke und fertig ist. Ob die Mieter die Betriebsbereitschaft sicher stellen ist mir worscht - ist deren Aufgabe.

Kohlenmonoxid-Melder

...wie man sie z.B. für Flugzeug-Cockpits kaufen kann, wären meines Erachtens vernünftiger oder zumindest genau so notwendig...

Hoffnungslos...

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen