Fünfzigster Todestag von Nachkriegs-Oberbürgermeister Professor Franz Bläsi

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Donnerstag, 14. November 2013 - 8:10

Bruchsal (pa) |Groß war die Bestürzung in Bruchsal, als sich am 15. November 1963 die Nachricht verbreitete, dass der amtierende Oberbürgermeister Professor Franz Bläsi am Abend des Vortages im pfälzischen Kandel verstorben war. Denn obgleich seine angegriffene Gesundheit in der Bevölkerung kein Geheimnis war, kam sein Tod dennoch plötzlich und unerwartet.

Franz Bläsi

Professor Franz Bläsi als Festredner bei der Wiederverleihung der Stadtrechte in Heidelsheim (1952). Foto: privat

Geboren wurde Franz Bläsi am 29. März 1893 in Schönau/Schwarzwald. Nach dem Abitur widmete er sich an der Universität Freiburg dem Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften und im Februar 1919 absolvierte er die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Die folgenden 22 Jahre wirkte er als Lehrer am Bruchsaler Schloss-Gymnasium (heute Schönborn-Gymnasium) bis er 1941 wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ an die Markgrafenschule Durlach strafversetzt wurde, wo er bis 1945 dem Kollegium angehörte.

Bereits Stadtrat in Bruchsal von 1926 bis 1933, wurde er am 18. Juli 1945 von der amerikanischen Militärregierung zum kommissarischen Bürgermeister ernannt und am 28. Februar 1946 schließlich von der Bevölkerung in dieses Amt gewählt. Sein Sachverstand und seine Popularität sorgten zweimal für seine Wiederwahl, sodass er insgesamt über 18 Jahre lang, seit 1956 als Oberbürgermeister, die Geschicke unserer Stadt lenkte. Diese Aufgabe war nicht leicht. Ihm oblag es doch, nicht nur Infrastruktur und Gebäude, sondern auch die Menschen wieder aufzurichten und ihnen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben. Dass ihm dies gelungen ist, kann man in den zahlreichen Nachrufen und Todesanzeigen lesen, die nach seinem Tod in der Lokalpresse erschienen waren.

Neben seiner Tätigkeit als Oberbürgermeister hat Professor Bläsi auch für viele Jahre den Wahlkreis Bruchsal im Landtag vertreten und, um nur noch ein Beispiel zu nennen, er war als studierter Pädagoge auch im Schulausschuss des Deutschen Städtetages aktiv. Seine letzte Ruhe fand er schließlich in einem Ehrengrab der Stadt Bruchsal. Nicht nur dieses an der Peterskirche gelegene Grab hält die Erinnerung an ihn wach. Ebenso tragen eine nach ihm benannte Straße und ein Schulpreis für besondere naturwissenschaftliche Leistungen seinen Namen in die Zukunft weiter.

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