Es wird schon nicht so schlimm!

DruckversionPer e-Mail versenden
Lesung und Buchpräsentation (28.9.)
Montag, 22. September 2014 - 11:21

Im Rahmen der Recherchen für die Inszenierung Mephisto ist die Badische Landesbühne auf einen bisher nicht veröffentlichten Text gestoßen, der das Schicksal des Schauspielers Joachim Gottschalk thematisiert. Gottschalk ging 1941 zusammen mit seiner Familie in den Freitod, weil die Nationalsozialisten ihn zur Scheidung von seiner jüdischen Ehefrau zwingen wollten.

Bei dem jetzt entdeckten Text handelt es sich um die Novelle „Es wird schon nicht so schlimm!“ von Hans Schweikart, die 1947 Grundlage für den Film Ehe im Schatten war. Auf Initiative von BLB-Intendant Carsten Ramm bringt der Verbrecher Verlag Berlin im September 2014 die Novelle in einer Buchausgabe heraus. Ein Teil der Auflage erscheint als Programmbuch zum Stück Mephisto (von Ariane Mnouchkine nach dem Roman von Klaus Mann), das in Bruchsal am 25. September 2014 Premiere hat.

Am Sonntag, 28. September 2014, stellt die Badische Landesbühne die Novelle Es wird schon nicht so schlimm! in einer Lesung der Öffentlichkeit vor. Die Veranstaltung beginnt um 11.00 Uhr im Hexagon des Stadttheaters.

Joachim Gottschalk, 1904 in Calau geboren, lernte Meta Wolf, seine spätere jüdische Ehefrau, bei seinem Erstengagement an der Württembergischen Volksbühne kennen und 1933 kam ihr gemeinsamer Sohn Michael zur Welt. Aufgrund der sich zuspitzenden Lage für Juden erhielt Wolf nach der Machtergreifung 1933 Berufsverbot, für Gottschalk aber begann die große Karriere. Er wurde nicht nur ein umjubelter Star an der Berliner Volksbühne, auch Millionen Kinobesucher erklärten den „deutschen Clark Gable“ zu ihrem unumstrittenen Liebling. Obwohl Gottschalk mit seiner Familie äußerst zurückgezogen lebte, wurde der „jüdisch Versippte“ den Nationalsozialisten mehr und mehr ein Dorn im Auge. Sie stellten Gottschalk vor die Wahl: Entweder er ließe sich von seiner Frau scheiden oder Meta und Michael würden nach Theresienstadt deportiert und er zur Wehrmacht eingezogen. Gottschalk weigerte sich, in die Scheidung einzuwilligen. Am 6. November 1941 vergasten sich Joachim und Meta Gottschalk zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn Michael in ihrer Wohnung in Berlin-Grunewald.

Die BLB vertieft mit „Es wird schon nicht so schlimm!“ einen Teilaspekt des Stückes Mephisto. Ariane Mnouchkine setzte in ihrer Bühnenfassung von Klaus Manns Roman dem Schauspieler Joachim Gottschalk mit der Figur des „Magnus Gottschalk“ ein Denkmal.

Die Badische Landesbühne dankt der Sparkasse Kraichgau für die Unterstützung der Publikation.

Premiere: So. 28. September 2014, 11.00 Uhr, Hexagon

Weitere Termine:
Do. 11.12.2014, 20.00 Uhr, Volksbühne Berlin, Roter Salon

Künstlerische Leitung: Carsten Ramm
Mit: Evelyn Nagel; Philipp Dürschmied, René Laier

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen