Erzbischof Conrad Gröber unterstützte Hitlers Ausrottungskrieg von Anfang an

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Mittwoch, 8. Februar 2012 - 14:23

Erzbischof Conrad Gröber

Erzbischof Conrad Gröber

1939 oder 1940 war Erzbischof Conrad Gröber zu einem Visitationsbesuch in unsere Stadt gekommen. In jener Zeit war ein solcher kirchlicher Würdenträger beinahe wie ein Fürst angesehen. Daher wurde der Erzbischof von der Bruchsaler Bevölkerung mit Freude begrüßt. Man sah ihn sogar als ein Bollwerk gegen das NS-Regime an. Umso enttäuschter waren wir Katholiken, als wir später von seiner Liaison mit dem Hitler-Staat erfuhren.

Nach der katholischen Naturrechtslehre von Thomas von Aquin war nur eine reine Verteidigung als gerechter Krieg erlaubt. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Katholiken und der Priesterschaft lehnten daher entschieden die verbrecherischen Angriffspläne Hitlers gegen die friedlichen europäischen Nachbarstaaten ab, zumal ganz Deutschland ab 1933 zu einem riesigen Zuchthaus umverwandelt worden war. Die brutalen Verfolgungs-maßnahmen gegen die jüdischen Mitbürger öffneten im übrigen die Augen für jedermann, besonders für die gut christlich eingestellten und moralisch denkenden Menschen. Bis 1939 waren bereits über 300.000 Menschen in KZ eingesperrt und über 100.000 waren schon gleich nach 1933 emigriert.

Der aus der Erzdöse Freiburg stammende Priester Dr. Man Joseph Metzger wurde am 17. April 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet, weil seine Friedensabsichten dem Hitler-Regime diametral entgegenstanden. Richard Reitsamer, ebenfalls aus Freiburg stammend, zog ebenfalls die Hinrichtung dem Kriegsdienst vor.

Trotz dieser Ausgangslage schreibt Erzbischof Conrad Gröber in seinem Hirtenbrief 1939 an seine "lieben Soldaten einen Gruß aus dem Schwarzwald": 

"Zum großen deutschen Volk gehört ihr als seine Wache und seine Wehr. Blut, Sprache, Kultur, naturhafte Liebe verbinden euch mit ihm. Ihr seid der machtvollste Schutzwall, der in schwerster Bedrängnis unser Volk und Vaterland umschirmt. Alle anderen Wälle sind tot. Sie leben und kämpfen, sie donnern und sprühen erst durch euch. Ihr schenkt mit eurem Soldatentum dem Volk das Wertvollste, das ihr besitzt: Zeit, Schweiß, Willenskraft, Gehorsam, Liebe und Geist. Und wenn es das Schicksal will: Eure Gesundheit, euer Blut und euer Leben. Mehr könnt ihr dem Volk und Vaterland kaum geben.

Und ihr leistet diesen alles umfassenden Dienst aus Pflicht, vor Gott übernommen durch einen Eid! Aus Pflicht, die aber keine leidige erzwungene Haltung sein soll, sondern soldatischer Charakter, d.h. ein überlegtes und mannhaftes: Ich will! Fällt der eine oder andere von euch, so ist das weit mehr als nur die Entrichtung der menschlichen Schuld an den Allesbezwinger Tod. Es ist die letzte Hingabe an das Vaterland und Volk. Soldatentod ist damit ein Opfertod. Opfertod ist Heldentod. Heldentod ist ehrenvollster Tod, ein Ruhmeskranz, der auch das Grab des unbekannten Soldaten und der Dankbarkeit des Volksgenossen schmückt. Der Nörgler ist oft ein größerer Feind als der Franzmann oder Engländer, der drüben auf euch zielt oder schießt. Krieg ist eben Krieg, der den Soldaten nun einmal auf Dornen und nicht auf Daunen und Rosen bettet.

Nehmt Rücksicht aufeinander! Das ist eine der überzeugendsten Proben der Kameradschaft im Heer. Wer Rücksicht nimmt, beherrscht sich damit selbst und bekundet Verständnis, Einfühlung und Takt. Nur die Feiglinge, der Miesmacher und die faulen Drückeberger haben die Rücksicht verwirkt. Der Tod im Feld ist freilich auch ein sühnendes Opfer und damit ein Weg zum barmherzigen Gott".

Man sieht also, Erzbischof Gröber hat für die späteren Widerstandkämpfer der "Weißen Rose" von vornherein keine Sympathie. Völlig gleichgültig sind dem Erzbischof die Millionen Opfer in den europäischen Ländern, die der Kriegsmaschinerie Hitlers anheim fallen. Hitlers Krieg war aber ein Angriff auf die Kultur der Menschheit und auf die Lehre von Jesu Christi.

In seinem Hirtenbrief vom 8. Mai 1945 schreibt Erzbischof Gröber ungeachtet der Geschehnisse von Auschwitz und anderen Vernichtungslagern: "wo doch jeder wissen konnte, wie sich die Juden zu Christus und seiner Lehre und zu den urchristlichen Gemeinden in Feindseligkeit stellten. ... das Judentum wurde uns in seiner ihm aufgezwungenen Abwehr noch gefährlicher als die größte feindliche Armee"

In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass Erzbischof Conrad Gröber, welcher nicht ohne Grund in der Erzdiözese Freiburg der "braune Conrad" genannt wurde, bereits vor 1933 "förderndes Mitglied der SS" gewesen war und bis zum Schluss 1945 offiziell nicht ausgetreten ist.

Nach Kriegsende wollten die Prister der Erzdiözse Freiburg, welche eine furchtbare Leidenszeit im KZ-Dachau verbringen mussten ein Treffen mit ihrem Erzbischof durchführen. Lange Zeit streubte sich ihr Oberhirte und gab seine zusage für ein kommen in Offenburg. Die Prister wurden eine art Rechenschaftsbericht vor dem obersten Bischof hören. Aber er kam dann doch nicht, sondern sandte seinen Genarlvikar Dr. Gruber. Der "braune Conrad" traute sich nicht, seinen von Leid geprüften Priestern in die Augen zu schauen.

Erzbischof Gröber sah im übrigen das "Alte Testament" nicht als Vermächtnis von Moses an das Jüdische Volk an. Es sollte von den Juden nur treuhänderisch zur Weitergabe an die späteren Christen verwaltet werden. Mit dieser Fiktion sollte gleichsam das (jüdische) Testament für die Christen arisiert werden.

 

© Dr. Edmund Geckler

http://de.wikipedia.org/wiki/Conrad_Gr%C3%B6ber

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