Emma-Lazarus-Preis 2012 an die Monuments Men vergeben

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Samstag, 12. Januar 2013 - 1:18

Die American Jewish Historical Society (AJHS) bietet Zugriff auf mehr als 25 Millionen Dokumente, 5.000 Bücher, Fotografien, Kunstwerke und andere Gegenstände, die die Geschichte der Juden in den Vereinigten Staaten von 1654 bis zur Gegenwart widerspiegeln. Die AJHS wurde 1892 gegründet und ist somit die älteste ethnisch-historische Organisation der Vereinigten Staaten. Sie ist eine von fünf Partnerorganisationen im Center for Jewish History in Manhattan und unterhält eine Außenstelle bei der New England Historic Genealogical Society (NEHGS) in Boston.

Unter den vielen wertvollen Stücken der Sammlung befindet sich als Originaldokument das Notizbuch von Emma Lazarus mit Gedichten, darunter der handschriftliche Entwurf des Gedichtes The New Colossus, das sie für eine Auktion im Jahre 1883 fertigte. Anlass dieser Auktion war das Sammeln von Fördermitteln zum Bau des Sockels für die New Yorker Freiheitsstatue. Emma Lazarus war eine bedeutende Verfechterin der Rechte jüdischer Immigranten in den USA.

Die Emma-Lazarus-Sammlung bei der American Jewish Historical Society umfasst umfangreiche Briefwechsel, Aufsätze, das oben erwähnte Notizbuch mit Gedichten sowie eine Sammlung der veröffentlichten Gedichte. Das Gedicht „The New Colossus“ wurde anlässlich der Einweihung der Freiheitsstatue am 28. Oktober 1886 verlesen und der Text des Gedichtes 1903 in den Sockel der Freiheitsstatue eingraviert.

Freiheitsstatue

Jedes Jahr vergibt die American Jewish Historical Society den Emma Lazarus Statue of Liberty Award (Emma-Lazarus-Freiheitsstatuen-Preis) an eine Persönlichkeit, die außergewöhnliches Engagement zeigt, um die amerikanische jüdische Gemeinschaft zu stärken.

Am 10. Dezember 2012 wurden die Monuments Men von der AJHS geehrt. Die Frauen und Männer der Monuments Men dienten bei der amerikanischen Truppenabteilung MFA&A (Monuments, Fine Arts, and Archives Program), die einerseits Kunstwerke, Kulturschätze und Archive in Europa während des II. Weltkrieges beschützen und andererseits nach Kriegsende von den Nazis geraubte Kunst- und Kulturgüter den ursprünglichen Eigentümern zurückgeben sollte.

Monuments Men

Stellvertretend für die anderen Angehörigen dieser Kunstschutztruppe wurde am 10. Dezember 2012 der Emma-Lazarus-Preis an Harry L. Ettlinger, Enkel des Bruchsalers Otto Oppenheimer, überreicht.

Aus Anlass dieser Veranstaltung wurde ein (englischsprachiger) Kurzfilm erstellt, der das Wirken der Monuments Men schildert und in dem Harry L. Ettlinger zu seiner Tätigkeit in Deutschland kurz nach dem Krieg interviewt wird:

 

Literatur zum Thema:

„The Monuments Men – Allied Heroes, Nazi Thieves, and the Greatest Treasure Hunt in Hostory“ von Robert M. Edsel (englisch).

Eine deutsche Ausgabe dieses Werkes, „Monuments Men: Auf der Jagd nach Hitlers Raubkunst“ ist für den 29. Januar 2013 angekündigt.

„Oppenheimer – Eine jüdische Familie aus Bruchsal“, erschienen im Verlag Regionalkultur. Ein Kapitel des Buches befasst sich mit der Tätigkeit von Harry L. Ettlinger im Salzbergwerk Heilbronn-Kochendorf 1945 und wie er im selben Jahr die Grafiksammlung seines in die USA geflohenen Großvaters Otto Oppenheimer wieder fand.

Filmbericht zum Thema:

Bei bruchsal.org: Harry L. Ettlinger: Nach 65 Jahren wieder zurück im Salzbergwerk Heilbronn-Kochendorf

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