Ehrenbürgerwürde der Stadt Bruchsal an Bernd Doll verliehen

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Oberbürgermeister a. D. nach drei Amtszeiten für Lebenswerk ausgezeichnet
Dienstag, 28. Februar 2012 - 17:13

Bruchsal (pa.). Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bruchsal ist gestern, am 27. Februar 2012 im Ehrenbergsaal des Bruchsaler Bürgerzentrums an Oberbürgermeister a. D. Bernd Doll im Rahmen eines Festaktes verliehen worden. Der Ehrenbürgerbrief wurde von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick überreicht. Grußworte überbrachten Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg Oberbürgermeister a. D. Stefan Gläser.

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die die Verleihung der Ehrenbürgerwürde bereits im Vorfeld unterstützt hatte, würdigte ihren Amtsvorgänger als „Gestalter, der die Stadt in drei Amtszeiten verändert hat, um Werte, an die er glaubte, dauerhaft zu erhalten.“ Der gebürtige Untergrombacher war fast 40 Jahre im Dienst der Stadt Bruchsal. Davon 6 Jahre als Erster Beigeordneter und fast 24 Jahre als Oberbürgermeister, bevor Petzold-Schick am 1. Oktober 2009 als Amtsnachfolgerin bestellt wurde.

Das Bruchsaler Stadtoberhaupt würdigte ihren Amtsvorgänger für die Entwicklung Bruchsals zu einem „modernen Mittelzentrum“ und erinnerte dabei an die erfolgreiche Gewerbeansiedlungspolitik. Zu den namhaften Großansiedlungen gehören die John-Deere Werke, Coca-Cola, Mölnlycke, Zabler, Toyota, das Postfrachtzentrum, das Innovations- und Gewerbezentrum b.i.g. und Vichy.

Petzold-Schick erinnerte auch an die sechsjährige Amtszeit von Bernd Doll als Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, in der er, im Dienste aller Kommunen, das Ansehen Bruchsals überregional gemehrt hat. In die Kategorie Strukturen erhalten, um sie zu bewahren, falle auch die erfolgreiche Gemeindereform, die Bernd Doll umgesetzt habe.

Auch das Gesicht der Stadt hat sich in den Amtszeiten von Bernd Doll grundsätzlich verändert. Das amtierende Stadtoberhaupt blickt in diesem Zusammenhang zurück auf den Bau des Bürgerzentrums, die Fußgängerzone und die Rathausgalerie. Nicht ausgespart wurden auch die Visionen Bernd Dolls, die bisher nicht die gewünschten Erfolge zeitigten. „Sie sind dennoch Teil Ihrer Geschichte und Ihres Denkens“, so Petzold-Schick und verwies damit auf die International University und das Geothermieprojekt.

In einem persönlichen Rückblick erinnerte die Oberbürgermeisterin daran, dass Bernd Doll in seinen drei Amtszeiten als Oberbürgermeister aufgrund seiner Gestaltungskraft viele Erfolge feiern durfte, aber auch viel Kritik aushalten musste. Die politische Auseinandersetzung sei Teil seines politischen Selbstverständnisses gewesen. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde werde nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Im Unterschied zum Amtsträger, der zum Entscheiden gezwungen ist und damit zwangsweise nicht alle Zielgruppen befriedigen kann, kann und muss der Ehrenbürger, frei von allen Amtsverpflichtungen, die gesamte Bürgerschaft in den Blick nehmen“, so Petzold-Schick. Sowohl die Stadt, als auch der Träger der Ehrenbürgerwürde seien nun gegenseitig füreinander verpflichtet. Mit einem Hinweis auf den 1. Petrusbrief: „Unser Lebenswerk ist nie Selbstweck, es geht darum, ‚mit unserem Leben Gott die Ehre zu geben’“, überreichte die Oberbürgermeisterin Bernd Doll den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bruchsal.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel würdigte Bernd Doll nicht nur für seine Verdienste in Bruchsal, sondern vor allem für sein Engagement über die Stadtgrenzen hinaus. Von 1979 bis 2009 war Bernd Doll Kreistagsmitglied. Als 2007 im Landratsamt die Vertretungssituation eintrat, habe Doll als 1. Stellvertreter des Landrats „das Schiff Landratsamt auf Kurs gehalten“.

Bernd Doll nahm die Ehrenbürgerschaft „mit Freude, aber auch mit Demut entgegen“. In seiner Ansprache bezeichnete er die höchste Auszeichnung der Stadt Bruchsal als „Würde“ und „Bürde“ zugleich. Der neuen Verantwortung und Aufgabe, so Doll, „möchte ich gerecht werden und bleiben“ und stellte sie unter das Motto „Versöhnen statt spalten“.

Allgemeine Information:

Die Ansprache von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick kann unter

www.bruchsal.de nachgelesen werden.

 

Wortlaut Ehrenbürgerbrief

Bernd Doll war von 1979 bis 1985 Bürgermeister und von 1986 bis 2009 Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal. Er war von 1999 bis 2005 Präsident des Städtetags Baden-Württemberg und Mitbegründer der Bürgerstiftung Bruchsal. In einer Vielzahl weiterer Funktionen hat er sich um das Gemeinwohl und die Stadt Bruchsal verdient gemacht.

Bernd Doll hat in seiner Amtszeit die Große Kreisstadt Bruchsal vor allem auf wirtschaftlichem, aber auch auf sozialem, kulturellem und sportlichem Gebiet in ihrer Entwicklung entscheidend geprägt, gestaltet und vorangebracht. Er hat durch sein vielfältiges kommunales, regionales und überregionales Wirken auch über die Gemeindegrenzen zu großem Ansehen der Stadt Bruchsal maßgebende beigetragen.

Die Stadt Bruchsal dankt Herrn Bernd Doll für seine besonderen Leistungen für die Entwicklung der Stadt und zum Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Sie dankt ihrem Ehrenbürger für seine Tatkraft und Weitsicht in dreißig Dienstjahren als ihrem Bürgermeister und Oberbürgermeister sowie für seinen unermüdlichen und großen persönlichen Einsatz auf allen Ebenen seines Wirkens.

Die höchste Auszeichnung, die eine Stadt zu vergeben hat, ist die Verleihung des Ehrenbürgerrechts.

Mit diesem Ehrenbürgerbrief ehren Gemeinderat und Bürgerschaft den erfolgreichen Bürger und Menschen Bernd Doll, den unermüdlichen Streiter für die Interessen der Stadt und deren Einwohner und den großzügigen Förderer der Freundschaft und Versöhnung zwischen den Völkern.

 

ehrenbürgerbrief

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick überreicht Oberbürgermeister a. D. Bernd Doll den Ehrenbürgerbrief. Bildquelle: Martin Heintzen

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Kommentare

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In der Zeugnissprache auf den Nenner gebracht:

"Er hat sich bemüht.
Sein Verhältnis zu Freunden war stets einwandfrei"

Der Vollständigkeit halber:

Der Ehrenbürger war nicht ehrenamtlich unterwegs.
Die Jahresbezüge lagen bei über 100.000 EURO
Die aktuelle Pension beträgt ca. 70 Prozent hieraus.
Für seine altruistischen Wohltaten erhielt bzw. erhält er zukünftig zumindest ein Taschengeld.

Demut

Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass Bernd Doll in jeder seiner letzten Reden ständig den Begriff "Demut" verwendet hat?

Und hier ein altes Sprichwort zum darüber nachdenken, wie dies im Falle Doll zu bedenken sei:

Hochmut liebt Demut

(Sinn: Ein hochmütiger Mensch umgibt sich gerne mit unterwürfigen Menschen, da sie ihn seine Macht am besten auskosten lassen.)

Ja, die ...

... Demut blitzt aus jedem Knopfloch.

Bemerkenswert auch, dass der "so reich Beschenkte" in der neuentdeckten Philantropie zuallerst an fremdes Geld denkt, das zu sammeln und segensreich einzusetzen er sich anschickt.... Erinnerungen an die Amtszeit sind da allerdings wohl nur zufälliger Natur.

Wie weise doch mal wieder damals schon der olle Goethe, dem aufgefallen ist:

Wenn ein paar Menschen recht zufrieden miteinander sind, kann man meistens versichert sein, dass sie sich irren.

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