Direkte Hilfe für Kinder in Nepal

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Das Engagement einer meiner Kolleginnen zeigt Wirkung
Samstag, 14. November 2009 - 14:32
Schule Nepal 1

Ein Sabbatical - ja, das wäre was. So denken viele von uns vielleicht, jeder auf seine Weise. Eine Kollegin von mir, Alexandra Seele, entschied sich eine Auszeit zu nehmen, um sich für Kinder in der 3. Welt zu engagieren. Sie hatte das schon zuvor getan und diesesmal reiste sie nach Nepal und arbeitete dort an einer Schule. Nach ein paar Wochen meldete sie sich aus Nepal und berichtete von ihrer Arbeit und all den Schwierigkeiten an der Schule. Hauptproblem war tatsächlich der Geldmangel vor Ort für auch nur die einfachsten Dinge des täglichen Lebens und so startete eine "kleine" Spendenaktion innerhalb der Abteilung. Es kamen über 1.000 EUR zusammen, die Alexandra direkt vor Ort einsetzte, um die gröbste Not zu lindern.

Sollten Sie Interesse haben, dieses Projekt zu unterstützen, lassen Sie es mich bitte wissen, ich kann Ihnen weitere Informationen zukommen lassen.

Hier ist ihr Bericht:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vielen herzlichen Dank fuer Eure Beteiligung an dieser Spendenaktion, denn gemeinsam konnten wir eine Summe von 139.187 NRS (1260 Euro) sammeln! Die Schule kann das Geld wirklich sehr gut gebrauchen. Der Schulleiter und alle Lehrer haben sich an einem Nachmittag mal zusammengesetzt und eine Liste erstellt, welche Dinge wichtig sind und von dem Geld umgesetzt bzw. gekauft werden sollten (s.u. Details). Alle Gebuehren, die durch das Abheben der diversen Betraege zum Bezahlen der Rechnungen entstanden sind, wurden komplett von mir bezahlt, d.h. Euer Geld ist definitiv zu 100% bei der Schule angekommen.

Kurz zum Hintergrund: Alle Kinder sind an dieser Schule, weil sich die Eltern die Schulgebuehren der staatlichen oder privaten Schulen nicht leisten koennen und ansonsten keinerlei Schulausbildung bekommen wuerden. In vielen Faellen liegt das Monatseinkommen einer Familie bei nur ca. 5 Euro im Monat! Es ist leider auch nicht unueblich, dass die Kinder tragische Familiengeschichten (Tod der Eltern, Missbrauch, Alkohol in der Familie, fast ins Ausland verkauft etc.) zu bewaeltigen haben. Der Unterricht ist daher für viele Kinder ein grosser Halt im Alltag und oftmals auch ihr Lebensmittelpunkt.

Die Schule wird komplett durch Spenden finanziert und gehört zur Hilfsorganisation HOPE Worldwide. (www.hopeww.org). Ich möchte Euch allen noch einmal ganz herzlich fuer Eure Mithilfe danken! Ich denke, dass wir viel erreichen konnten. Bei Fragen bitte melden!

Viele Gruesse aus Kathmandu,

Alex

Details: Was haben wir mit dem Geld gemacht?

1) Toilettenhäuschen: Juhu - der Bau von zwei Toilettenhäuschen wird kommende Woche beginnen! Die Schule hat mit knapp 156 Schülern ihre Kapazitaetsgrenze erreicht und die neuen Toiletten werden ganz dringend benötigt. Bisher konnte sich die Schule diese hohe Zusatzausgabe innerhalb ihres fixen Budgets einfach nicht leisten. Nun werden den Kindern bald drei Toiletten zur Verfügung stehen, wodurch der Stau sicherlich/ hoffentlich wesentlich reduziert wird. :-)

2) Medizinische Versorgung: Bisher gab es nur einen sehr rudimentaeren Erste Hilfe Kasten an der Schule (von einem Kasten konnte man eigentlich gar nicht sprechen). Dies war mir vor allem aufgefallen, nachdem das erste Kind vor ein paar Wochen mit dem Kinn auf einen Backstein gefallen war und wir Pflaster und Desinfektionsmittel benoetigten. Ich habe daraufhin (sterile) Verbandsmaterialien, Pflaster in verschiedenen Groessen, Desinfektionsmittel (und -creme) fuer Wunden aber auch Haende, (sterile) Handschuhe und ein Fieberthermometer gekauft sowie Medikamente gegen Schmerzen, Fieber, Husten etc.. Es gibt mittlerweile eine Lehrerin, die für den Erste Hilfe Kasten verantwortlich ist und wir haben auch die Anwendung der verschiedenen Materialien durchgesprochen. (Bitte bedenkt, die meisten Eltern haben weder das Geld noch das Wissen, ihre Kinder bei kleineren Krankheiten zu versorgen. Oftmals scheitert es schon an den grundlegenden Regeln der Hygiene.) Es ist daher sinnvoll, dass die Schule diesbzgl. ausgerüstet ist, die Lehrer informiert sind und dieses Wissen an die Familien weitergegeben werden kann. Es gab zum Beispiel vor ca. zwei Wochen einen Brandunfall an unsere Schule (Spiel mit dem Lagerfeuer und Terpentin reingeworfen), bei dem zwei unserer Schüler (6 und 7 Jahre) Verletzungen im Gesicht erlitten hatten. Auch diese Nachsorgekosten konnten wir von Eurem Geld finanzieren. Und was soll ich sagen, mittlerweile können die beiden Zwerge wieder lachen, nehmen am Unterricht teil und haben im Gesicht keinen offenen Wunden mehr. Es ist alles sehr schoen verheilt! Des weiteren hatten wir in der letzten Zeit zwei Gäste: Zum einen einen Schweizer Kinderarzt (eigentlich im Urlaub), der alle Kinder einmal grundlegend untersucht hat. Daraufhin benötigten einige Kids spezielle Medikamente z.B. gg Migraene, Parasiten, Multivitaminpraeparate etc.., welche ich von Eurem Geld gekauft habe. Zum anderen besuchte uns ein deutscher Zahnarzt, der fuer ein paar Wochen an einer Klinik bei Kathmandu (www.nepalhospital.de) seinen Freiwilligendienst machte. Aufgrund Eurer Spenden war es uns moeglich, einen Kleinbus zu mieten und die 40 Kinder die Füllungen etc. benötigten in zwei Gruppen zum Zahnarzt in die Klinik zu fahren. (Die Ärzte behandeln kostenlos, aber trotz allem muss man -je nach Eingriff, Materialeinsatz und Aufwand- ein Mindestbetrag zahlen.)

3) Spiele (siehe Foto)/ Stationary: Wir haben (Fuss)bälle, Badmington Sets, Huepfseile, Hula Hupp Reifen, Gesellschaftsspiele und einiges mehr gekauft. Viele der juengeren Kinder warten am Nachmittag noch auf ihre älteren Geschwister und da hilft es sehr, wenn man ein paar Spiele zur Unterhaltung zur Verfuegung hat. Des weiteren haben wir mehrere hundert Schulhefte, Stifte und Radiergummis zum Grosshandelspreis kaufen koennen. Ausserdem Plakate (Weltkarte, Karte von Nepal, Pflanzen und Tier aus Nepal, das Einmaleins, Körperteile etc.) sowie einen Globus fuer die Klassenzimmer, mit denen das Lernen und die englische Sprache hoffentlich leichter fallen werden.

4) Laptop und Lautsprecher (siehe Foto): Der Schulleiter wünschte sich fuer die Schule einen neuen Laptop. Die beiden die es hier gibt sind recht alt und vor allem auch langsam. Die älteren Schueler haben Computerunterricht und neben der Theorie sind die Praxisstunden mit drei Computern (anstatt einem oder zwei) einfach viel besser für die Kids. Ich gebe derzeit den Unterricht fuer die Klassen vier und fünf (siehe Foto) und bin selbst hocherfreut, dass ich in den verschiedenen Gruppen der Klassen nun 2 Kinder pro Laptop habe und nicht 4-7 Kinder, denn verständlicherweise kommt da einfach mehr bei raus.. ;-) Die Lautsprecher werden bei den ganz Kleinen benötigt, denn sie lernen mit Hilfe von Comics die englische Sprache. Allerdings reicht das Volumen eines Laptops fuer 26 Kinder im Alter von 4-6 Jahren nun mal einfach nicht aus und deshalb ist die Lehrerin über die externen Lautsprecher sehr dankbar.

5) Trotz aller beschriebenen Ausgaben hatten wir noch einen Restbetrag von 57.233 NRS (518 Euro) zur freien Verfügung. Ich habe mich mit dem Schulleiter besprochen und wir haben uns entschieden, das Geld fuer zukünftige Ausgaben zu sparen und auf das Konto der Schule von HOPE Worldwide Nepal einzuzahlen. Der Schulleiter wird sich auch in Zukunft über die Nutzung dieses Geldes mit mir abstimmen.

Spielzeug etc. Schule in Nepal

Angeschafftes Spielzeug etc. für Schule in Nepal

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