Deutschland endlich in Europa angekommen

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Die Verbesserung im Zahlungsverkehr durch SEPA
Mittwoch, 16. Oktober 2013 - 17:20

War SEPA im Wesentlichen in Bruchsal bislang nur durch Bauprojekte bekannt, kommt es uns jetzt im Zahlungsverkehr entgegen.

So mancher wird sich wundern, wieviel Post er in den nächsten Tagen bekommen wird. Jeder, der eine Einzugsermächtigung bislang hatte, schreibt uns an und erklärt uns, dass er uns jetzt auf ein SEPA-Lastschriftmandat umstellt (Single Euro Payments Area).

Wo ist das Problem, wird so mancher sagen? Ob Lastschrift oder Sepamandat, egal.

Sicherer soll die Überweisung oder die Lastschrift werden. Europäisch halt.
Und wir Bürger bekommen statt beispielsweise der "Spk Bruchsal" jetzt die BIC (Business Identifier code) namens BRUSDE66XXX.

Und aus Kontonummer und Bankleitzahl wird jetzt die IBAN (International bank account number) mit Ländercode und Prüfziffer.

Beispielsweise wird aus der BLZ 66350036 angehängt mit 10stelliger Kontonummer 1234567 (wird vorn aufgefüllt mit Nullen) einer Prüfziffer und der Länderkennung die IBAN  DE18663500360001234567.

Das allein wäre nun zu einfach. Dazu muss der Abbuchende noch eine Mandatsreferenz und eine Gläubigeridentifikationsnummer von der Bundesrepublik Deutschland sich besorgen. In BW genügt bis 30.6.2014 ggf auch die Gläubigeridentifikationsnummerdes Landes Baden-Würtemberg.

Na toll, statt Müller nennen wir die Bank jetzt Meier, aus BLZ und Kontonummer machen wir einen Rattenschwanz namens IBAN und freuen uns, in Europa angekommen zu sein. Auch die Vereine werden sich freuen. So manche Karteileiche wird seinen Austritt erklären, wenn sie angeschrieben wird. Man hat ja sonst nie daran gedacht, auszutreten.

Mag ja sein, dass dies bei internationalen Überweisungen und Lastschriften hilft, aber hier sind im wesentlichen Firmen betroffen. Für den Normalbürger mit Zahlungsverkehr im Inland ist dies ein Ungetüm. Für die Banken wäre es Null Problem, die bisherigen BLZ und Kto.-Nr. in BIC und IBAN umzuwandeln, das macht der Rechner mit links.

Aber dieser Rattenzahlenschwanz ohne Punkt und Komma wird noch zu manchem Problem führen. Aber, ich muss zugeben: vermutlich haben sich die Macher etwas dabei gedacht  -  ich weiß nur noch nicht was.

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Kommentare

Weiß auch nicht

wer sich so einen Schwachsinn ausdenkt, anstatt bisher vielleicht 15-20 Stellen mit Bankleitzahl und Kontonummer nun 22 Stellen zusammen geschrieben. Dabei sind oft so viele Nullen drin, dass es einem schwindelig wird und man auch mal eine vergißt.

Die BIC benötigt man dann nur im Auslandszahlungsverkehr, dafür hatte man ja bisher die IBAN. Also eine 22stellige Nummer zu schaffen, mit der noch nicht mal klar ist, in welches Land das Geld geht, obwohl vor jeder deutschen IBAN "DE" steht ist schon eine reife Leistung.

Da schimpfe man nicht so sehr mit katholischen Bischöfen, weil wie man sieht, können andere auch das Geld schön aus dem Fenster werfen. Dies war mit Sicherheit noch nicht die letzte Reform in Sachen Banküberweisung, den das System ist eindeutig zu kompliziert!

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