Der Platz hinter der Stadtkirche

DruckversionPer e-Mail versenden
Oder wie mal wieder versucht wird, die Bürger dieser Stadt hinters Licht zu führen…
Freitag, 19. März 2010 - 13:56
platz

Als ob das alles längst entscheiden wäre, haben verschiedene Lokal-Journalisten und Gemeinderäte den Vorschlag „Marienplatz" längst in ihren Wortschatz übernommen.

Irgendwie ist das schon verwunderlich, steht doch die Entscheidung über Gestaltung und Benennung des kleinen Platzes zwischen Sparkasse und SEPA noch aus.
Wenn das die Bürgerbeteiligung ist, die uns in Bruchsal versprochen wurde, dann wirft dies doch einen bedenklichen Schatten auf das ganze Verfahren und gibt wenig Motivation, sich künftig für weitere Projekten der Bürgerbeteiligung zu interessieren. War das alles nur ein Sandkastenspiel? Aber ach ja, versprochen hat dies die Oberbürgermeisterin und nicht der Gemeinderat bzw. dessen Fraktionsvorsitzenden. Insofern besteht ja noch Hoffnung.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass es sich bei den Aussagen von Herrn Holoch (Marienplatz) , Herrn Schäfer (Kirchplatz) und auch von Herrn Foos (Marienplatz) um deren eigene Vorschläge handelt, nicht mehr und nicht weniger.
Diese Vorschläge allerdings in der lokalen Ortspresse -u.a. unter völliger Ausblendung der intensiven Diskussionen auf der Internetplattform Bruchsal.org- so darzustellen, als ob die Namensfindung bereits abgeschlossen sei, kann ich nur als schlechten Politikstil bezeichnen. Da lobt man sich Frau Birkle, die -wie in Anredefragen- auch hier politisch korrekt, eine allgemeine und unverbindliche Stellungnahme abgibt.
Sollte es allerdings nicht nur die persönliche Meinung dieser Herren sein, so müßten diese sich fragen lassen, worauf sie ihren Anspruch auf den richtigen Platznamen gründen. Demokratische Meinungsbildung dürfte allerdings in diesem Zusammenhang nicht auf ihrer Liste stehen.
Nochmals der Vollständigkeit halber die Vorschläge, welche u.a. auf Bruchsals Internetplattform bruchsal.org bisher gemacht wurden:

Zeppelin Platz
Adolf Böser Platz
Alter Kirchplatz
Kleiner Marktplatz

Ich jedenfalls bin wirklich gespannt, ob die Bürger Bruchsals das erste Mal mitbestimmen können, wenn es um die Namensvergabe eines öffentlichen Platzes geht.

SEPA

Kartenausschnitt SEPA Baustelle

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kommentare

Drei Bemerkungen

1. Die vorfindbaren Kommunalpolitiker dieser Stadt hatten in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht die Chance, etwas anderes zu lernen als die Idee, dass "Eingeführtes" selten wieder abgeschafft wird. Daher der Reflex, im Vorgriff auf Entscheidungen diese im Sinne der Idee von der "normativen Kraft des Faktischen" einfach vorwegzunehmen, darauf vertrauend, dass von der dumpfen Masse eh' keiner mehr den Elan aufbringt, sich der vermeintlich bereits getroffenen Entscheidung entgegenzustellen. Geben wir Ihnen diese Chance jetzt.

2. Ich kann mich nicht erinnern, meinen Vorschlag "Beim Marktchef" zurückgezogen zu haben.

3. Der wesentliche Nachteil - abgesehen von der Abgegriffenheit durch die Altgedienten - des "Marienplatzes" ist ja, dass ihm die Qualität der Singularität fehlt. Greifen wir das doch auf - und nennen ihn der Bedeutung der Entscheidung gemäß danach, was die Seelen in Bruchsal bewegt. Warum also nennen wir ihn nicht einfach

Kurzzeitpark-Platz?

Nachdem uns zwischenzeitlich vom Chef der Werbegemeinschaft die Bedeutung dieser Einrichtung erklärt wurde, ist die Örtlichkeit ja für das Abholen von Kontoauszügen prädestiniert. Zugegeben schauen Volksbankkunden in die Röhre, aber hier rächt sich halt einfach kurzsichtige Standortpolitik.

Wer bitte holt mal "kurz"

Wer bitte holt mal "kurz" seine Kontoauszüge und kauf dann mal noch schnell eine Matratze oder Handtücher... oder was auch immer und das alles in 15 Min.? Vor allem, wer fährt nur dafür mal "schnell" in die Innenstadt?

Wie gesagt: Kein Argument ist so schlecht, dass man es nicht verwenden könnte... und wenn man die Kunden befragt, sollte man die Fragestellung erweitern: "Würden sie gerne mit dem Auto durch die Geschäfte fahren, damit sie nicht extra aussteigen müssen?"

Wäre interessant zu erfahren, wann die "Inhaber" ihre Geschäfte zu "DriveIn's" umbauen...

Was für eine Maria?

Man wird ja noch mal fragen dürfen: Gab es da mal eine Maria, die in der Gegend ihre Dienstleistungen angeboten hat? Muss ja wohl die besten Eindrücke bei den Herrschaften hinterlassen haben....

Namensgebung für den neuen Platz

Anlässlich des gerade vergangenen Gedenkens an den 1.März 1945 wurde allenthalben wieder die Frage laut wie man das Gedenken in Zukunft gestalten soll. Wäre es nicht eine Überlegung wert den neuen Platz als "Platz des 1.März" zu benennen?? Damit hätte man ein Gedenken für alle Zukunft und auch die junge Generation wäre fortwährend mit diesem Namen an das schreckliche Ereignis konfrontiert.

Sehr gut!

Der Name passt ideal zu Sepas Bunkerarchitektur.
Das muss man sich mal vorstellen: Sepa versenkt Betonbunker in die Bombenlücke! Mit uns kann man's ja machen!
Ich warte jetzt auf das Eigenlob der Meisterarchitekten, die nach eigener Aussage nicht fähig sind, einen schlichten Eingang statisch zu lösen.
Auf eine Stellungnahme der Denkmalpflege zur jetzigen Endlösung wäre ich gespannt.
Man kann nur noch in wildesten Sarkasmus verfallen.

Eduard Holoch

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen