Der Fistula e.V. in Bruchsal-Untergrombach

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Hilfe für geburtsverletzte Frauen in Äthiopien
Montag, 12. April 2010 - 17:16

bruchsal.org stellt vor:

Fistula e.V. in Untergrombach.

Der gemeinnützige Verein Fistula e. V. in Untergrombach unterstützt das Fistula-Hospital in Äthiopien. In dieser Klinik werden Frauen behandelt, die bei der Geburt innere Verletzungen, so genannte Fisteln erlitten haben. Nur eine Operation ermöglicht es, dass sie wieder ein menschenwürdiges Leben führen können. Jedes Jahr erleiden 50.000 bis 100.000 Frauen in Entwicklungsländern solche Verletzungen. Ohne Hilfe wären die Frauen für den Rest ihres Lebens stigmatisiert. Das Hospital wird zu 100% durch Spenden finanziert.

bruchsal.org sprach mit Frau Jutta Ritz, der ersten Vorsitzenden dieses Vereines.

bruchsal.org: Liebe Jutta, unseren ersten erneuten Kontakt nach vielen Jahren hatten wir über Deine „Reisetätigkeit" (PHIL INTERVIEWT SEINE TANTE JUTTA AUS BRUCHSAL-UNTERGROMBACH). Inwieweit hängt Deine Reiselust mit Deinem Verein zusammen?

Fistula01

Jutta Ritz: Meine Vereinstätigkeit hängt nur indirekt mit meiner Reiselust zusammen. Anfang der 80er Jahre bin ich mehrmals länger mit dem Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln durch Afrika gereist und habe dort sehr viel Gastfreundschaft erfahren. Davon wollte ich etwas zurückgeben. In der Folge fing ich an, ein Mädchen in Äthiopien zu unterstützen, das dann heiratete und mittlerweile auch erwachsene Kinder hat. Der älteste Sohn, Bekalu, ist mit Azeb verheiratet, die als Krankengymnastin im Fistula-Hospital in Addis Abeba, Äthiopien, arbeitet. So hörte auch ich zum ersten Mal davon. Als ich auf einer meiner Reisen das Krankenhaus besuchte war ich so erschüttert, dass ich beschloss, irgendwie zu helfen. Als Folge davon wurde dann einige Monate später der Verein gegründet.

bruchsal.org: Ich persönlich hatte bisher noch nichts von dem Verein gehört, trotzdem er gerade um die Ecke liegt. Liegt das an mir oder an dem Verein?

Jutta Ritz: Das kann mehrere Gründe haben: Frauen sind für dieses Thema etwas sensibilisierter. Wir haben nur unseren Standort in Bruchsal, agieren aber bundesweit und darüber hinaus. Und unsere Aktionen laufen meistens per Post und Internet. Wir haben keine Straßenstände, das ist aber hauptsächlich ein Personalproblem und liegt nicht daran, dass wir dies nicht wollen.

bruchsal.org: Gibt es Institutionen, die euch mit größeren Spenden unterstützen oder seid ihr im Wesentlichen auf Kleinspenden angewiesen?

Jutta Ritz: Erfreulicherweise erhalten wir manchmal größere Spenden, aber im Wesentlichen kommt das Geld von Kleinspendern. Dieses Wort mag ich jedoch nicht besonders. Jeder, der uns im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt, ist uns willkommen.

bruchsal.org: Gibt es noch andere Vereine, die speziell bei dieser Art von Krankheit Hilfestellung leisten?

Jutta Ritz: Das Fistula-Hospital wurde von Frau Dr. Catherine Hamlin, einer Australierin, gegründet. Es wird von Partnern aus der ganzen Welt unterstützt, hauptsächlich aus dem englischsprachigen Raum. Aber wir stehen auch mit anderen Vereinen in Kontakt, die ähnliche Projekte in anderen Ländern unterstützen. Da wäre an erster Stelle der Verein „Menschen für Frauen e.V." zu nennen, der auf Initiative von Prof. Wacker, Chefarzt der Gynäkologie im Bruchsaler Krankenhaus, gegründet wurde. Oder der Verein „Woman's Hope International" in der Schweiz, der Fistula-Projekte in Afghanistan und im Tschad unterstützt.

bruchsal.org: In Bruchsal gibt es eine äthiopische Gemeinde. Hast Du Kontakt zu deren Mitgliedern?

Jutta Ritz: Selbstverständlich kenne ich die in Bruchsal lebenden Äthiopierinnen und Äthiopier sehr gut.

bruchsal.org: Wie lange besteht der Fistula e.V. schon und wer sind die Vorstandsmitglieder?

Jutta Ritz: Unser Verein wurde im Mai 2003 gegründet. Ich bin die erste Vorsitzende, Markus Ritz ist der zweite Vorsitzende, Eva Speck ist unsere Schatzmeisterin und Elke Heneka unsere Schriftführerin.

bruchsal.org: Man liest immer wieder, dass Vereine für die Verwaltungskosten immens hohe Beträge abgreifen. Wie ist das beim Fistula e.V.?

Jutta Ritz: Wir haben uns darauf verständigt, dass unsere Verwaltungskosten nicht mehr als 5 % des Spendenaufkommens betragen dürfen. Das konnten wir - bis auf eine Ausnahme - auch immer einhalten, meistens lagen wir sogar weit darunter.

Fistula Spenden

bruchsal.org: Wie viele Mitglieder hat der Verein und wie kann man Mitglied werden?

Jutta Ritz: Unser Verein hat derzeit etwa 50 Mitglieder. Mitglied werden kann man einfach per Brief, Telefon, E-Mail oder über unsere Internetseite www.fistula.de. Man muss aber nicht unbedingt Mitglied werden, sondern kann uns auch ganz einfach eine Spende geben. Spender haben wir mehrere Hundert Leute aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Selbstverständlich erhalten Spender von uns eine Spendenbescheinigung fürs Finanzamt.

bruchsal.org: Vielen Dank, Jutta, für das Gespräch. Und hier geht's zur Internetseite vom FISTULA E.V.

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