Deka kassiert Kunden ab

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Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, kassiert für ihren Geldmarktfonds Deka-LiquiditätsPlan unfaire Erfolgsgebühren.
Mittwoch, 5. September 2012 - 14:27

Pressemitteilung Stiftung Warentest

Die Fondsgesellschaft Deka kassiert die Kunden ihres milliardenschweren Geldmarktfonds Deka-LiquiditätsPlan mit einem unfairen Gebührenmodell ab. Die Deka setzt an jedem Monatsanfang ein Renditeziel fest, das der Fonds erreichen soll. Wird es mehr, wandert das zusätzliche Geld komplett als sogenannte erfolgsbezogene Vergütung in die Kasse der Deka. Der Fonds fiel den Testern der Stiftung Warentest bei ihrer Untersuchung von Riester-Produkten auf, die in den nächsten Finanztest-Ausgaben ausführlich bewertet werden.

Dass ein Management am Erfolg beteiligt wird, ist akzeptabel. Nicht aber, dass es den Mehrertrag voll und ganz selbst kassiert - vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich das Renditeziel selbst setzt. Wenn die Deka die Gebühr nicht ändert, sollten Anleger die Konsequenzen ziehen und den Fonds verkaufen.

Bislang hat die Fondsgesellschaft der Sparkassen ihre eigene Messlatte stets mindestens erreicht. Immer, wenn sie darüber lag, kassierte sie. Laut Jahresbericht vom 30. Juni 2011 zahlten Anleger der Deka eine erfolgsbezogene Vergütung von 24,4 Millionen Euro, ein Drittel der Gesamterträge des Geschäftsjahres 2010/2011 - für einen Erfolg, von dem sie selbst gar nichts hatten. Auch der Staat zahlt indirekt mit, denn die Deka nutzt den Fonds auch im Rahmen der Riester-Förderung.

Weitere Informationen sind online unter www.test.de/deka-geldmarktfonds veröffentlicht.

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Kommentare

Deka Liquiditätsplan

Ein interessanter Artikel. Interessant deswegen, weil ich vor einigen Jahren zur Altersvorsorge Anteile an diesem Fonds gekauft habe. Die Anteile wurden mir von dem "Berater" bei der Filiale der Sparkasse am Friedrichsplatz als Top-Anlage verkauft, er rief mich an. "Herr Schmitt, das ist unser bestes Produkt bezüglich Sicherheit und Ertrag." Es wurde mir quasi versprochen, keine Verluste zu erleiden bzw. diese seien nach unten weitgehend abgesichert, und eine Rendite könne ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einplanen. Diese sei weit höher als das Zinsniveau.

Leider kam es nicht so wie von der Sparkasse versprochen. Die Anlage verlor sukzessive an Wert, jetzt, nach etwa vier oder fünf Jahren, nähert sie sich langsamst dem vor Jahren angelegten Betrag.

Bereits mehrfach bat ich die Sparkasse um Auskunft, warum dieses Produkt denn so schwächelt. Bisher keine belastbare Rückmeldung sondern nur "Beschwichtigungsversuche".

Ein Bekannter hat übrigens ein ähnliches Problem mit einem Riestervertrag, den er bei der Bruchsaler Geschäftsstelle der SparkassenVersicherung abgeschlossen hat. Wie ich bisher auf die Schnelle gesehen habe, fließt jedes Jahr die staatliche Prämie nicht meinem Bekannten zu, sondern versickert in irgendwelchen Kostenpositionen der SparkassenVersicherung. So wie ich das momentan überblicke, hätte er mehr Geld, wenn er seine monatliche Rate in einen Sparstrumpf gesteckt hätte.

Ja, unsere Großeltern...

... haben sich wa dabei gedacht, ihr sauer Erspartes in den Sparstrumpf zu stecken.
Aber heut zu Tage werden die Leute erst neugierig gemacht und aus der Neugier wird Gier!
Dummheit muss halt bestraft werden!

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