Darf man so einen zu Wort kommen lassen? Einen Verbrecher?

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Mittwoch, 25. August 2010 - 14:13

Diese und ähnliche Fragen wurden bereits mehrfach im persönlichen Gespräch oder per E-Mail an info [at] bruchsal [dot] org gestellt, nach dem bei bruchsal.org Berichte von dem Bruchsaler Gefängnisinsassen Thomas Meyer-Falk veröffentlicht wurden. Der letzte Bericht erschien heute, zum Thema Sicherungsverwahrung.

Meyer-Falk

Derzeit klagt Thomas Meyer-Falk auf Einsicht in die Originalrechnungen für den Polizei-Großeinsatz anlässlich des Besuchs von US-Präsident George W. Bush im Juni 2006. Thomas Meyer-Falk ist der Meinung, dass die bisher veröffentlichten Kosten nicht der Wahrheit entsprechen und klagt unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz von Mecklenburg-Vorpommern. Danach sind Behörden verpflichtet, jedem Bürger Daten zugänglich zu machen. Sowohl der Schweriner Landesdatenschutzbeauftragte als auch der Rechtsanwalt von Meyer-Falk sehen gute Erfolgsaussichten für den Prozess. Thomas Meyer-Falk soll bei dem Prozess nicht persönlich anwesend sein.

Wer mehr über diesen Prozess wissen will, sollte den Artikel "Die Rechnung bitte!" bei der taz lesen. Die taz-Redakteurin Astrid Geisler hat Thomas Meyer-Falk in der JVA Bruchsal besucht und ihn nicht nur zu dem Bush-Prozess interviewt sondern den Häftling Thomas Meyer-Falk auch zu seiner "Karriere" und seiner Person sprechen lassen: Die Rechnung bitte!

Die Antwort zu der eingangs gestellten Frage: "Darf man so einen zu Wort kommen lassen? Einen Verbrecher?" möge sich bitte jeder selbst geben.

Für den, der Lust und Muße hat, an dem Gerichtstermin teilzunehmen:

Freitag, den 27.08.2010 um 8:30 Uhr, Saal IV
im Verwaltungsgericht Schwerin, Wismarsche Straße 323 a, 2. OG in Schwerin

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Kommentare

Nein, man darf nicht!

Uneinsichtigkeit, absolte Herunterspielung von Tatsachen, übelste Beleidungen und Drohungen gegen Gerichte: Nicht weil er ein (mehrfach) verurteilter Verbrecher ist, sondern weil diese Art des "Journalismus" in keinem halbwegs seriösem Medium etwas zu suchen hat!

Zitat als Rechtvertigung für einen FLUCHTVERSUCH: "Vor 5 Jahren, 2005, wollte er nur noch raus, frei sein, sah aber keine Perspektive in der JVA Freiburg." Mir fehlen die Worte!

Man darf. Und man muss - manchmal.

Und dazu bedarf es nicht einmal eines Blickes in das Grundgesetz (das ja auch ein gewisser Bundesinnenminister nicht unter dem Arm mit sich herumgetragen hat, lieber Thomas. Das entschuldigt Sie etwas).
Diese Demokratie muss das ertragen.
Sie hat z. B. auch einen gewissen Grafen Lambsdorff lange Zeit ertragen. Und sein Strafverfahren finanziert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Graf_Lambsdorff

(Vorsicht - schwer erträglich!)

nicht bei Populismus

Diese Demokratie muss und kann viel ertragen und Meinungsfreiheit ist das gute Recht eines jeden (auch von Verurteilten).

Eine Platform wie bruchsal.org verliert allerdings massiv an Niveau wenn Sie einem plumpen Populismus wie dem des Herrn Meyer-Falk eine Plattform bietet. (Wiederrum: Ein Fluchtversuch eines rechtskräftig Verurteilten ist in keiner Weisse damit zu rechtfertigen dass dieser "in der JVA Freiburg keine Perspektive mehr sah"....)

Mit was "rechtfertigt" man

Mit was "rechtfertigt" man den einen Ausbruch?

Mit der Tatsache, das man Eingesperrt ist? Wenn man diese Argumentation heranzieht, gibt es für einen Ausbruchsversuch nie eine "Rechtfertigung".

Nach dieser Argumentation von ihrer Seite, dürfte ein Strafgefangener wohl nirgendwo seine Meinung oder Ansicht äußern, außer vielleicht in irgend einem geschlossenen Forum. Was ich von seinen Aussagen halte oder nicht, können sie getrost mir und auch den anderen Lesern hier überlassen. Wir werden deswegen wohl kaum das Gefängnis stürmen um den Märtyrer zu befreien oder huldvoll seinen Aussagen zu lauschen.

Die Aussagen mögen Populistisch sein, aber das sind andere Aussagen hier ebenso, mit dem Unterschied, das diese nicht von einem Strafgefangenen stammen.

Ich sehe beim besten Willen keinen Grund, solche Artikel zu "unterdrücken", nur weil sie nicht dem entsprechen, was in die eigenen Vorstellungen passt.

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