Café Europa: Rosa Luxemburg ZUSATZTERMIN!

DruckversionPer e-Mail versenden
Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden
Freitag, 21. März 2014 - 10:55
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg war eine große Kämpferin für Freiheit und Gerechtigkeit, die ihr politisches Engagement mit dem Leben bezahlen musste. Die Autorin zahlreicher gesellschaftskritischer Schriften gründete zu Beginn des ersten Weltkriegs mit Karl Liebknecht gegen die Kriegsunterstützung der SPD den Spartakusbund. Später gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der KPD. Nach der Niederschlagung des Spartakusaufstandes wurde Rosa Luxemburg, ebenso wie Liebknecht, von Freikorps-Soldaten ermordet. Ihre praktische und theoretische Arbeit für die Befreiung der Arbeiterklasse wirkt jedoch weit über ihre Zeit und die Grenzen Deutschlands hinaus. „Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden“, lautet ihr sicherlich berühmtester Satz.

Künstlerische Leitung: Charlotte Saphire Alten
Mit: Kathrin Berg, Ole Xylander

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es diesen Sonntag, 23. März, um 11.00 Uhr einen ZUSATZTERMIN in der Probenfabrik, Wilderichstr. 31 (Bruchsal)


www.dieblb.de


Noch keine Bewertungen vorhanden

Kommentare

Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden...

... den berühmten Satz hat sie niemals veröffentlicht, denn er ist erst 1922, drei Jahre nach ihrem Tod, zum ersten Mal erschienen. Der Satz war auch gänzlich anders gemeint, als er zumeist verstanden wird. Der Ausspruch bedeutete also nicht, dass allen Menschen dieselben Freiheits- und Menschenrechte zustehen, sondern dass man die Diktatur des Proletariats nicht nur mit einer kleinen Gruppe von Berufsrevolutionären ausüben dürfe.

Quelle: Hubertus Knabe

Nicht schon wieder dies mit

Nicht schon wieder dies mit kuhäugiger Verzückung vorgetragenen "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden". Es war dies eine Forderung an Lenin zugunsten der Menschewiki und der Frage, ob diese bei der revolutionären Umgestaltung mitreden dürften. Selbst der völlig unverdächtige Heinrich August Winkler betont, daß Luxemburg bei der Freiheit des Andersdenkenden nicht an „Klassenfeinde“ oder „Klassenverräter“ dachte und ihr keineswegs eine liberale Demokratie vorschwebte. Luxemburg bekannte sich dagegen immer zur aus ihrer Sicht unvermeidlichen "Diktatur des Proletariats". Sie kritisierte lediglich die Ausübung der Diktatur durch die sich allein im Besitz der Wahrheit wähnende bolschewistische Partei unter Lenin. Einen Eigenwert der Demokratie an sich lehnte sie ab. Was wenige Seiten nach dem kanonisierten Zitat im Text dann eben genau zu finden ist: „Sofort sozialistische Maßnahmen in energischster, unnachgiebigster, rücksichtslosester Weise in Angriff nehmen“ rät sie. Auf die „Sicherung der bürgerlichen Demokratie“ solle man pfeifen. Wahrlich, eine here Vorstellung, die Bewunderung und weitestgehende Verbreitung zwingend verlangt. Aber Hauptsache, es klingt gut und edel und ich brauche mich nicht um den Verfasser und dessen politischen Standort zu scheren. „Menschenrecht bricht Staatsrecht“ – das wäre doch ein eingängiger Slogan für eine Pro-Asyl-Kundgebung … den Verfasser möge man selbst herausfinden.

Warum nicht?

Selbst ein in anderem Zusammenhang getaner Ausspruch kann doch richtig sein, oder nicht? Das Zitat: "Freiheit ist ......" hat bei Wikipedia "Geflügelte Worte" unter dem Buchstaben F Platz 37 belegt (ohne Herkunftsangabe). Aus welchem Grund Rosa Luxemburg dies gesagt hat, ist für mich für die Qualität des Ausspruchs ohne Belang, während der Vater der alldeutschen Bewegung mit seinem Ausspruch aus meiner Sicht im Unrecht ist.

Dass Personen der Geschichte mit der Zeit eine übertriebene Bedeutung zugemessen wird, ist bekannt. Stauffenberg hat die deutsche Geschichte in keiner Weise verändert, ebensowenig wie die Weiße Rose.

Für Theater und Film jedoch sind es dankbare Geschichten, die man auch als solche annehmen sollte. Ob Sisi zum 20ten Mal wiederholt oder aufgeführt wird, oder der 20. Juli, oder die Weiße Rose, so what?

Rosa Luxemburg

Zu "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden". Es war dies eine Forderung an Lenin zugunsten der Menschewiki und der Frage, ob diese bei der revolutionären Umgestaltung mitreden dürften. Selbst der völlig unverdächtige Heinrich August Winkler betont, dass Luxemburg bei der Freiheit des Andersdenkenden nicht an „Klassenfeinde“ oder „Klassenverräter“ dachte und ihr keineswegs eine liberale Demokratie vorschwebte.

Natürlich war das an den Klassenfeind gerichtet und das war die zuvor herrschende Minderheit (Menschewiki), die Bourgeoisie. Sie "... ist aus dem Dritten Stand der Feudalgesellschaft entstanden, den vor allem Handwerker, Händler, freie und landbesitzende Großbauern ausmachten. Im Zuge der industriellen Revolution, aber auch schon im Zuge der so genannten ursprünglichen Akkumulation, entwickelten sich diese Schichten zu Fabrikbesitzern und Großunternehmern". Das waren grösstenteils die Ausbeuter von damals und die hat Rosa Luxemburg gemeint.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen