BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA fordern: KIT muss endlich auf Recyclingpapier umsteigen

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5 Jahre nach Gründung der Initiative zur Verwendung von Recyclingpapier noch immer keine Ergebnisse – KIT-Präsidium ignoriert Verbesserungsvorschläge
Montag, 15. Oktober 2012 - 16:02

Karlsruhe. Anlässlich des Vorlesungsbeginns im Wintersemester 2012/13 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) fordern der Regionalverband Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ROBIN WOOD, urgewald und ARA (Arbeitsgemeinschaft Regenwald) das KIT-Präsidium auf, den standardmäßigen Einsatz von Recyclingpapier zu beschließen und umzusetzen. Am KIT werde bislang nur ein ganz geringer Anteil an Recyclingpapier verwendet, so die Umweltverbände. Die Angaben hierzu schwankten zwischen 5% und 15%. Damit liege das KIT im Vergleich zu anderen Einrichtungen nicht im Bereich der Exzellenz sondern auf einem Abstiegsplatz, so die Einschätzung der Umweltinitiativen.

Eine Initiative am KIT, der neben vielen anderen auch externe Unterstützer wie die Umweltschutzorganisationen BUND, Greenpeace, ROBIN WOOD, urgewald und ARA angehören, setzt sich seit nunmehr fünf Jahren dafür ein, dass am KIT überwiegend Recyclingpapier verwendet wird – bisher ohne jeglichen Erfolg. Da das KIT mit seinen rund 9000 Mitarbeitenden und mehr als 20000 Studierenden als gewichtiger Papiergroßverbraucher anzusehen ist, wandten sich die genannten Organisationen im Frühjahr dieses Jahres in einem weiteren schriftlichen Appell mit der Bitte um Stellungnahme an das Präsidium des KIT. Doch das Präsidium schweigt. Bis heute liegen keine Antworten vor.

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BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA weisen darauf hin, dass zahlreiche Firmen und Institutionen, darunter beispielsweise Universitäten wie Konstanz und Münster, schon seit vielen Jahren nahezu vollständig auf die Verwendung von Frischfaserpapier verzichten. Gleichzeitig sei es eine in der Wissenschaft völlig unumstrittene Tatsache, dass durch die Verwendung von Recyclingpapier massiv Ressourcen wie Energie, Wasser und vor allem Holzfrischfaser eingespart werden könnten. „Es ist höchste Zeit, dass am KIT der konsequente Einstieg in das Zeitalter der Ressourceneffizienz vollzogen wird“, so Hartmut Weinrebe, BUND-Regionalgeschäftsführer und selbst Alumnus des KIT. Schließlich beherberge Karlsruhe mit dem KIT die nach eigenen Angaben größte Forschungs- und Lehreinrichtung Europas, an der einer der sechs Kompetenzbereiche den Titel „Erde und Umwelt“ trägt.

„Durch den Einsatz von Recyclingpapier kann ganz einfach ein Beitrag zur Verminderung des Frischfaserverbrauchs geleistet werden und hilft damit dem weltweiten Raubbau an den Wäldern einzudämmen“, erläutert Angelika Krumm Projektkoordinatorin Papier bei ROBIN WOOD.

Die Umweltverbände fordern das Präsidium des KIT auf, aus umweltpolitischen, ökologischen und volkswirtschaftlichen Gründen endlich eine verbindliche Regelung zu finden, die den standardmäßigen Einsatz von mit dem Blauen Engel gekennzeichnetem Recyclingpapier gewährleistet. Es bestehe kein Grund, am derzeit praktizierten standardmäßigen Einsatz von Frischfaserpapier festzuhalten. Recyclingpapier sein in sehr guter Qualität verfügbar. Es werde nach der gleichen DIN geprüft wie Papier aus Primärfasern und stehe für besondere Zwecke mit einem genauso hohen Weißegrad wie Papier aus Primärfasern zur Verfügung.

„Es passt nicht zusammen, wenn das KIT Ingenieure und Wissenschaftler in der Umwelt- und Klimaforschung ausbildet, dazu auf seinen Internetseiten mit einer großformatigen Abbildung eines Urwaldes wirbt und gleichzeitig leicht umzusetzende Vorschläge zur Verringerung der negativen Umweltauswirkungen, völlig ignoriert“, so Dr. Matthias Hettel von der Initiative zur Verwendung von Recyclingpapier am KIT. Man werbe mit Projekten im Umweltsektor in aller Welt und vermag es nicht, einen Zusammenhang zwischen lokalem Handeln und globalen Auswirkungen zu begreifen. Weiterhin würde durch die Umstellung endlich den vom Gesetzgeber im Bundes- und Landesabfallgesetz geforderten Maßnahmen zum Beschaffungswesen entsprochen.

BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA sehen es mit einem konsistenten Leitbild innerhalb des KIT als unvereinbar an, auf die Anwendung einfacher Erkenntnisse aus dem vom KIT als Kompetenzbereich klassifizierten Umweltsektor zu verzichten. Das KIT zeige damit, dass es trotz dieses Forschungsschwerpunktes bislang nicht in der Lage ist, die Auswirkungen lokalen Handels im globalen Kontext zu erkennen und zu bewerten. Damit fehle auch der im Kontext einer multidisziplinären Denkweise dringend zu fordernde Transport dieser Erkenntnisse in den Alltag von Mitarbeitern und Studierenden sowie in die Lehre.

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