"Bruchsaler des Jahres 2011"

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Wäre er doch nur zur Gemeinderatssitzung gegangen...
Donnerstag, 5. Januar 2012 - 13:26

 

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Jürgen Schmitt (Bildquelle: SPD Website)

 

Der Titel geht aus meiner Sicht  an: Jürgen Schmitt

Warum Jürgen Schmitt? Nun, erinnern wir uns …
Jahrzehntelang hatte er immer und immer wieder am damaligen OB herumzugritteln, ihn zu kritisieren, für unfähig zu erklären etc. – öffentlich wie auch nicht öffentlich. Und nach sogar verlorener Gegenkandidatur ließ er nicht locker und war erst zu beruhigen, nachdem Doll -aus freien Stücken- in den Ruhestand ging und Platz machte für die Schmittsche Wunschkandidatin. Aufgehört, Doll und seine Ägide nebst Helfershelfern zu kritisieren, hatte er jedoch nie und dann kommt sie tatsächlich, die große Chance endlich ein Zeichen zu setzen… Herr Doll will -gegen alle Widerstände- Ehrenbürger der Stadt Bruchsal werden und es zeichnet sich ab, dass die Abstimmung knapp werden könnte. Außer der OB war das auch allen bewusst, so dass man auf die Sternstunde im politischen Leben des Jürgen Schmitt hoffen konnte: ER würde möglicherweise dazu beitragen, dass der Herzenswunsch des Herrn Doll nicht in Erfüllung geht.
Wie wir alle wissen, ging die Abstimmung 17:16 FÜR die Ehrenbürgerschaft Dolls aus – knapp wie es knapper nicht sein könnte! Auf dieses Ergebnis möchte ich etwas näher eingehen:
 
Lassen Sie es mich vorwegnehmen, der Gemeinderat der Stadt Bruchsal hat Größe gezeigt - das erste Mal seit langer, langer Zeit. In den vergangenen Jahrzehnten wurde dem Bruchsaler Rat zu Recht immer wieder vorgeworfen, nur ein verlängerter Abstimmungsarm der CDU Fraktion zu sein, nicht mehr und nicht weniger.
Selbst in den letzten beiden Jahren nach dem „Machtverlust“ schien die CDU noch immer die Richtung vorzugeben, eine Entwicklung, die letztlich begünstigt war durch eine Oberbürgermeisterin, die -statt Positionen zu beziehen- immer wieder auf  künstlichen Ausgleich bedacht war, immer treu dem Motto „allen wohl und keinem weh“.
So tat sie das auch, als es im zweiten Anlauf um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den ehemaligen OB Bernd Doll ging. Aber siehe da, im Gegensatz zur OB positionierten sich zahlreiche Gemeinderatsmitglieder -quer durch alle Fraktionen- mit ihrer eigenen Meinung zur Causa Doll und formulierten diese sogar zum Teil öffentlich auf Abgeordnetenwatch.de .
Es war also -wie bereits ausgeführt- schon vor der Abstimmung in geheimer Sitzung absehbar, dass die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Doll kein Spaziergang werden würde.
In Anbetracht dessen mehrten sich denn auch die Stimmen kritischer Bürger, man möge einfach noch zuwarten und mit dem sich gebietenden zeitlichen Abstand in ein paar Jahren das politische Lebenswerk des Bernd Doll betrachten und dann entscheiden.
Dies wurde zwar im Rathaus vernommen, aber die OB wollte den Tagesordnungspunkt Ehrenbürgerwürde nicht mehr von der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung am 13.12.2011 herunternehmen und statt dessen die Sache durchpauken.
Mit viel Glück ging dieser Schuss für Frau Petzold-Schick nicht nach hinten los – jedenfalls nicht unmittelbar.
Das Pikante an der Angelegenheit ist nämlich, dass Ex-OB Doll am Ende nur durch die Stimme der Oberbürgermeisterin selbst die Ehrenbürgerschaft angetragen bekam. Erinnern wir uns: Während des OB Wahlkampfes wurde bekannt, wie wenig der scheidende OB von der weiblichen Kandidatin hielt und fehlte dann folgerichtig auch bei der Amtseinführung von Bruchsals neuer Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. Bernd Doll ließ verkünden, er entschuldige sich, da er im wohlverdienten Urlaub sei.
Als Initiatorin des erneuten Antrages auf Verleihung der Ehrung von Bernd Doll zum Ehrenbürger und als „Stimmlein an der Waage“ bei der Abstimmung – ihre Stimme gab den Ausschlag für ein JA oder NEIN – hat sie sich nichts Gutes getan.
Die OB hat letztlich verhindert, dass der Bruchsaler Gemeinderat erstmals in seiner Geschichte eine wirklich große Stunde hätte haben können.
Noch vor wenigen Wochen wäre es undenkbar gewesen, dass der Bruchsaler Gemeinderat einmal wirklich selbständig und nicht ausschließlich den Mehrheitsverhältnissen folgend eine Entscheidung trifft.
Eine  Gewissensentscheidung war es für zahlreiche Gemeinderäte, nicht mehr und nicht weniger. Das hat Frau Petzold-Schick nicht erkannt und landet aus  diesem Grunde auf Platz 2 meiner Rangliste der wichtigsten Bruchsaler 2011.
 
Jürgen Schmitt war einfach nicht von Platz 1 zu verdrängen, denn durch seine Nichtteilnahme an der fraglichen Sitzung, die er im Nachhinein mit mehr als abstrusen Argumenten begründete, versagte er selbst seinem politischen Lebenswerk das i - Tüpfelchen, nämlich der gewesen zu sein, der die Ehrenbürgerschaft des Bernd Doll hätte womöglich verhindern können… 17 dafür und 17 dagegen… Was für ein Showdown im Gemeinderat!
Was Jürgen Schmitt geritten haben mag, weiß wohl niemand so genau, er selbst angeblich auch nicht, aber sein unsägliches Verhalten verdient jedenfalls für mich die Auszeichnung mit dem Prädikat
 
„Bruchsaler des Jahres 2011"

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Kommentare

Was Jürgen Schmitt geritten haben mag...

...die Antwort ist im obigen Beitrag eigentlich schon gegeben, wenn man von der "Schmittschen Wunschkandidatin" liest. Es war ja abzusehen, daß diese, da von ihr selbst der Antrag eingebracht, für Herrn Doll stimmen würde (oder war sogar, man kann nur vermuten, in gemeinhin "gutunterrichteten Kreisen" bekannt). Könnte es vielleicht sein, daß Herr Schmitt seiner "Wunschkandidatin" nicht in den Rücken fallen oder sie nicht bloßstellen wollte? Darüber kann man doch mal nachdenken!

Zustimmung

Dem kann ich persönlich nur zustimmen.

Der Titel ist wahrlich verdient ! Und auch der zweite Rang für die OB hat seine Berechtigung. Die "Ehrenbürgergeschichte" war der kommunalpolitische Supergau...

Oder hätte man die beiden als "Tandem" auf den ersten Platz wählen sollen? Man weiss es nicht...

Mich wundert jedenfalls die wachsende Politikverdrossenheit längst nicht mehr und es sind nicht nur die zu Guttenbergs und Konsorten, die dafür verantwortlich sind. Wer jahre- bzw jahrzehntelang in solcher Weise gegen den "Führungsstil" einer bestimmten Person eintritt (durchaus zurecht) und dann einer so wichtigen Sitzung einfach fernbleibt (unter, sorry, fadenscheinigsten Begründungen), der sollte sich mal überlegen, wer ihn denn gewählt hat und vor allem warum und ob er noch eine begründbare Berechtigung hat, sein Amt auszuüben.

Von einer OB, die die betreffenden Jahre garnicht in Bruchsal verbracht hat, sich aber dennoch nicht genötigt sieht, sich der Stimme zu enthalten, ganz zu schweigen...

 

Den Begriff....

"Tandem" für Schmitt/Petzold-Schick finde finde ich treffend. Frage ist, wer sitzt vorne und lenkt?

Die Ehren-Abwracker

Jürgen Schmitt hat richtig gehandelt.
Er hat seine Ohren und seine Gesundheit geschont indem er sich nicht der Kakophonie des geschrumpften CDU- Blockflöten-Ensembles im Gemeinderatsorchester unter der Frau Oberin ausgesetzt hat .

Es waren doch die Block-Flötisten, die ihrem Dirigenten Doll jahrelang Telefonbücher unter die Sohlen geschoben haben, damit er Größe hinterm Dirigentenpult ausstrahlen konnte.
Jetzt sollten sie ihn von dem Meter hohen Stapel schubsen, auf dem man ihn immer noch gerne sähe, selbst wenn das Dirigentenpult längst vor einer anderen steht?
Ein derartig geistig-moralischer Lernprozess ist nur sehr wenigen Menschen vergönnt.

Jürgen Schmitt hat richtig gehandelt.
Er hat zugelassen, dass in dieser Stadt ein Denkmal gesetzt wird.

Ein Denkmal für Kulturlosigkeit, Großmannssucht und Unverschämtheit.
Ein Denkmal für den Niedergang eines Begriffes: "Ehre"
Ich schlage vor: Den goldenen Fettnapf

Brusl lernt einfach nicht dazu

Ein sehr treffender Artikel über den Brusler des Jahres. Es wäre wirklich eine Sternstunde des Gemeinderats gewesen, hier einmal diesem abgekarteten und hinter den Kulissen ausgemachten Strategien einen Strich durch die Rechnung zu machen. Warum haben wir eigentlich vor 2 Jahren die neue Oberbürgermeisterin gewählt? Die damalige Freude, war wirklich sehr sehr kurz. Der ehrliche Bürger, der denken kann und nicht schon völlig verblödet ist hätte einmal erwartet, das diesem unseligen Treiben einmal ein Ende gesetzt wird. Aber es ist wirklich hoffnungslos, siehe auch das fürchterliche Bundespräsidentengehabe - es ist ja kaum mehr aushaltbar in unserem immer mehr zu einer "Bananenrepublik" verkommenden Staat. Und unser Brusl spielt einfach wieder toll mit in dieser Tragikkomödie. Herr Schmitt, es wäre jetzt wirklich Zeit, sich ganz aus Bruchsal zurückzuziehen. Sie haben nun wirklich alles vermasselt.

Rückzug

Ach nein,

von rechts habe ich diese Bitte schon länger vernommen - jetzt auch von links?

Wobei ich die vereinfachte Betrachtung zu entschuldigen bitte. Ich vermute, daß sich jetzt "Gast" an meiner Stelle um die richtigen kommunalpolitischen Entscheidungen bemüht.

 

 

Ein Krittler ???

Jochen Wolf erklärt – sicher ungewollt – meine Haltung: Meine Berufung war nicht,  „Großkritiker“ von Bernd Doll zu sein, auch weil mich diese Figur nicht wirklich  interessiert hat – sie war nur unvermeidlich.  Mich haben nur kommunalpolitische Entscheidungen interessiert. Das habe ich mit meiner Nicht-Teilnahme an der Entscheidung über die Denkmals-Errichtung kundgetan.

Dessen Errichtung war und ist Sache aller Bruchsaler und spiegelt 30 Jahre Bruchsal mitsamt der Rolle seiner Honoratioren.

Ich werde mich deshalb  nun doch zu einer rückblickenden Betrachtung der Bruchsaler Geschehnisse aufraffen müssen, auch wenn ich mehr der Bruchsaler (und globalen) Gegenwart zuneige.

Die Rechnung nicht ohne den Schmitt gemacht

Die Rechnung nicht ohne den Schmitt gemacht

Meiner Meinung nach hat sich die Oberbürgermeisterin ins eigene Fleisch geschnitten. Und Herr Schmitt hat das Messer geführt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Frau OB diese Ehrenbürgerwahl so vorgestellt hat. Bestimmt dachte sie sich, wenn ich den EX OB Doll zur Wahl des Ehrenbürgers vorschlage; diese Wahl aber verloren geht, also Herr Doll nicht gewählt wird, dann bin ich fein aus dem Schneider.

  1. Die CDU hat bekommen was sie wollte, nämlich das die Wahl auf die Agenda kommt.
  2. Die anderen und sie selbst könnten endlich diesem Geschachere um die Ehrenwürgerwahl ein Ende setzen.

Leider hat man sich verkalkuliert und nicht damit gerechnet, dass sich ein Herr Schmitt wegen gekränkter Eitelkeiten der Wahl entzieht.

Aber wen interessiert schon meine Meinung.  

Verwirrend

Hm, irgendwie machen es diese Erklärungen nicht besser oder verständlicher...

Nach "nicht interessiert" klang es in der Vergangenheit nicht gerade...

Und war diese Ehrenbürgerwürde nicht auch eine "kommunalpolitische Entscheidung"??? Und da nunmal nicht "alle Bruchsaler" in dieser Sache abstimmen durften ist es doch Sache derer, die sie gewählt haben, um das an ihrer Stelle zu tun, oder nicht? Es war doch vorher eine klare Ansage vorhanden...Und da geht man einfach nicht hin?

Bin hier gerade in meinem Verständnis unserer Demokratie und ihrer Funktionsweise ein wenig erschüttert, ich scheine da einiges falsch verstanden zu haben. Sicherlich mein Fehler...

Was das Aufraffen betrifft: Also, wegen mir muss es nicht sein. Die Geschichten sind allgemein bekannt und für irgendwelche  zu erwartenden Selbstbeweihräucherungen fehlt mir zumindest die Geduld. Stattdessen wäre, wenn wir schon über die Gegenwart reden, etwas Selbstkritik angenehm gewesen, zumindest das...

 

Ehrenbürgerwürde ist ein Erdnüssle

Ich verstehe das Gezicke um das Abstimmungsverhalten von Herrn Schmitt leider nicht.
Irgend jemand muss doch das Fingerle gehoben haben, damit der Ex-OB sein Wünschle erfüllt bekommt.
Dieser "Jemand" mal 17 hatte seine Gründe, weshalb er/sie dem Herrn Doll die Ehrenbürgerwürde um den Hals hängt. Und genau diese Gründe zu erfahren, fände ich interessant.

Deshalb sehe ich mit großer Neugier dem entgegen, was J. Schmitt hier ankündigt:
"Ich werde mich deshalb nun doch zu einer rückblickenden Betrachtung der Bruchsaler Geschehnisse aufraffen müssen, auch wenn ich mehr der Bruchsaler (und globalen) Gegenwart zuneige."
(Verfasst von Jürgen Schmitt am 3. Januar 2012 - 20:40.)

Carusinos Resignation ("Aber wen interessiert schon meine Meinung. ") ist hier völlig fehl am Platz. Vielmehr interessiert,
wer mit wem in dieser Stadt die Strippen zieht und wer daran aus welchen Gründen herumhampelt. Erst die Offenlage der realen Verhältnisse lässt eine weitere Bewertung zu. Das Geschehen um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde scheint mir geradezu ein
Erdnüsslein zu sein gegenüber den vergangenen und gegenwärtigen Machenschaften.

Wie man sich "ehren"haftes Verhalten von Bürger Doll vorstellen darf, möchte ich an dieser Stelle zitieren:
"Wie jetzt zu erfahren war, ist der Fraktionsvorsitzende als Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien GmbH damals zwar wegen der Schmiergeld-Entgegennahme entlassen worden, durfte aber weiter mit der Sparkasse Immobiliengeschäfte machen – auch und gerade in Marbella (Spanien). Dort logierte Doll im Urlaub. Ein Dankesschreiben aus Spanien, das Dolls Bemühungen im spanischen Immobiliengeschäft zeigt, liegt vor."
http://www.bruchsal.org/story/der-kommunalpolitische-intimfeindvon-bernd...

Noch Fragen, Kienzle?

Ach Jürgen...

...ich erinnere mich an Zeiten, da hättest Du solch einen Verweigerer in Grund und Boden verdammt.

Zu diesem elenden Schlammassel fällt mir mehr nicht ein.

Es ist nur unsagbar traurig.

Politclown

Die unlogischen und unschlüssigen Erklärungsversuche des Betroffenen, der das Ganze offensichtlich als seine Privatangelegenheit und nicht als politisches Mandat zu begreifen scheint, können nicht ernst gemeint sein.

Sache aller Bruchsaler...

"Dessen Errichtung war und ist Sache aller Bruchsaler und spiegelt 30 Jahre Bruchsal mitsamt der Rolle seiner Honoratioren."

Seltsam. Plötzlich will Jürgen Schmitt "kein Bruchsaler" mehr sein (?), wo er sich doch 30 Jahre lang gekümmert hat und als Gemeinderat auch sicherlich zum Kreis der "Honoratioren" gezählt werden kann.

Und wenn die Ernennung zum Ehrenbürger keine "kommunalpolitische Entscheidung" ist, was dann? So etwas ist doch die "kommunalpolitischste" Entscheidung, die es geben kann.

Fühlt sich Jürgen Schmitt nach nahezu 50 Jahren Anwesenheit in Bruchsal immer noch nicht als Bruchsaler? Haben ihn die Bruchsaler nicht aufgenommen oder gar ausgegrenzt? Das glaube ich nicht.

Insofern kann sich Jürgen Schmitt nicht abseits stellen und nun, mit sozusagen reichlich vorgeschobener Argumentation vortragen, ihn als "Quasi-Nicht-Bruchsaler" ginge die ganze Sache um die Ehrenbürgerwahl Dolls "nichts an".

Das geht doch nicht. Diese Entscheidung war eine kommunalpolitische, zu der alle Mandatsträger aufgerufen waren. Man stelle sich vor, so etwas würde im Gemeinderat "einreißen". Das ist keine Auffassung von "Pflichterfüllung", wie ich sie mir vorstelle. Wieder ein schlechtes Beispiel für den Wähler, der nur noch den Kopf schütteln kann.

Ob ihn "seine" Bruchsaler noch haben wollen, jetzt, da er sie so schmählich im Stich gelassen hat? Viele, sehr viele sind empört, und seine Glaubwürdigkeit dürfte sehr gelitten haben. Diese muß erstmal wieder zurückgewonnen werden, das wird schwierig werden.

@Waldemar Z.

Ich glaube nicht, daß Herr Schmitt meinte, er wäre kein Bruchsaler.

Ich hab es so verstanden, daß alle Bruchsaler in der Verantwortung stehen. Oder so ähnlich, mir erschliesst sich das auch nicht wirklich. Zumal es nunmal nur diese Abstimmung gab und keinen Bürgerentscheid... Da war er nunmal in seiner Funktion gefragt, hat das aber vergeigt.

Wie dem auch sei, die Art und Weise, wie sich hier "verteidigt" wird, die ist für mich hart an der Schmerzgrenze. Es kann doch nicht sein, daß man einfach mal fernbleibt, weil das eben so "die Fügung" ist, oder wie soll man das verstehen? Verdammt nochmal, warum wähle ich denn dann?

Warum stellen sich Menschen zur Wahl und bedienen sich einer bestimmten Klientel, wenn sie diese dann nicht vertreten? Ist es echt so schwer, an so einer Sitzung zumindest teilzunehmen ? Eine Meinung zu vertreten, die man vorher jahrelang kundgetan hat ( und dafür gewählt wurde) ?

Es kann irgendwie nichtmehr wahr sein,. Und dann kommen Rechtfertigungsversuche, die meines Erachtens an Arroganz nicht zu überbieten sind, das ist dann auch nicht anders als in "alten Zeiten" bei Doll, der sich ja auch immer ach so sehr engagiert hat, zum Wohle Bruchsals. Schon klar... Welcher Kritiker kann da schon mithalten?

Zumal ich Herrn Schmitt gerne mal gehört hätte, wenn sowas auf der Gegenseite vorgekommen wäre, da hätte man sich hier vor seinen "Kommentaren" nichtmehr retten können...

Egal, es ist, wie es ist, man kann nur Konsequenzen draus ziehen...

 

 

 

Man kann den Satz...

..."dessen Errichtung (gemeint die Verleihung der Ehrenbürgerwürde) war und ist Sache aller Bruchsaler..." in Kombination mit dem Fernbleiben Schmitts durchaus so interpretieren, als daß sich Schmitt in dieser Sache eben nicht als Bruchsaler sieht. Wie dem auch sei, die Folgen dieses Verhaltens werden nicht gerade förderlich für ihn sein.

Man kann

Man kann ihn so interpretieren, muss es aber nicht.

Macht für mich auch keinerlei Sinn und sicherlich auch für Herrn Schmitt nicht, so fair sollte man sein.

Dem letzten Satz stimme ich zu!

Am besten....

Herr Schmitt äußert sich selbst dazu, um alle Klarheiten zu beseitigen.. ;-)

Ich verstehe...

.. dass viele Leute enttäuscht sind, dass ich bei der Abstimmung über die Ehrenbürgerschaft die Fahne nicht hochgehalten habe und es damit womöglich zu dem bekannten Ergebnis kam.

Das tut mir aufrichtig leid, auch wenn ich meine Entscheidung vertreten kann.

Schwach

Tschuldigung...eine sehr schwache Argumentation Herr Schmitt, fast so wie bei BP Wulf, der wird auch zukünftig nicht mehr ernst genommen und hat inzwischen sämtliche Würde des Amtes verspielt, ganz egal wie er jetzt noch argumentieren wird. Also es bleibt für beide nur eines, Aufgabe - zig-Jahre im GR sind doch wahrlich genug. Und der Neuanfang mit der OBin ist ja auch ziemlich in die Hose gegangen. Aber zum Trost wären Sie für mich der nächste „Ehrenbürger“ unserer kleinen (Schilda)Stadt nach dem neu verliehenen Titel „Bruchsaler des Jahres 2011.“ Dies vom jetzigen GR unverzüglich einzufordern, wäre sinnvoll. Die Abstimmung würde zwar äußerst knapp ausgehen, wenn aber einige CDU-GRe der Sitzung fernblieben, kann es sicher gelingen. Und verdient haben Sie diese „Bürde“ doch wirklich auch allemal. Helau.

Der Meinungsvertreter...

... soll doch endlich bitte mal seine Meinung nachvollziehbar vertreten und nicht ständig nur behaupten, seine Meinung sei vertretbar.

Ein guter Kommentar, Herr

Ein guter Kommentar, Herr Schmitt :-)

J'accuse!

Sorry, Leute, aber wenn ich diese Kommentare lese, packt mich die kalte Wut (schlecht für den Stil und den Blutdruck, aber unvermeidlich).

Warum greift Ihr statt Schmitt nicht die unseligen 17 an, die Doll zum Ehrenbürger gemacht haben, und nennt sie namentlich? Das sind nämlich diejenigen, die über all die Jahre seine verfehlte Politik mitgetragen haben.

Wenn ich mich an meine 10 Jahre im Gemeinderat und 30 Jahre in der Stadtpolitik erinnere, dann waren außer ein paar unbeugsamen Aufrechten (Jürgen Schmitt, Rainer Kaufmann, Stefan Schuhmacher, Gert Meisel, Ruth Birkle, um nur ein paar Aufrechte zu nennen) fast niemand da, der offen seine Meinung gesagt hat. Alle anderen haben versucht, durch devote Haltung ein paar Bröckchen vom Tisch des Herrn abzubekommen. Wer, außer Jürgen Schmitt, hat den Korruptionssumpf der CDU, auch wenn er vorher schon jedem bekannt war, aufgedeckt? Wer wurde jahrelang in der Presse und durch Doll diffamiert, sogar durch den Versuch, ihn per falscher Anschuldigungen der Bruchsaler Kripo mundtot zu machen (welcher CDU-Funktionär und höriges Doll-Seilschaftsmitglied war eigentlich Leiter derselben?).

Erstaunlich ist immerhin, dass erst zwei Jahre nach dem Machtwechsel sich schon ein paar Leute mehr als üblich getraut haben, gegen das alte System zu stimmen. Vielleicht hat der Rest immer noch Angst, dass die Stimmung mal wieder kippt und man in Zukunft wieder im schwarzen Sumpf mitmischen können muss? Die 17 Ja-Stimmen können nicht allein von der CDU gekommen sein. Frau Oberbürgermeisterin, legen Sie das Abstimmungsverhalten offen!

Insofern ist diese Diskussion unwürdig und beschämend. Geht hin und klagt die wirklich Schuldigen an!

@MHASSLER

Herr Hassler,

Sie haben den unbeugsamen und querdenkenden Hugo Modery vergessen.

Mit ihm könn(t)en sich heute noch nicht viele messen.

- Bei allem Respekt vor Herrn Schmitt, aber sein Verhalten ist schlecht nachvollziehbar - vielleicht gelingt es uns ja ein es Tages ?

reinhard spiegler

Hugo M...

... hat den Rücktritt Bernd Dolls verhindert. Leider - aber, da war er schon nicht mehr unbeugsam.

Öhm

Öhm, vielleicht weil man aus besagter Ecke eh nichts anderes erwarten konnte?

Ihre Analyse ist ja sehr richtig, umso mehr hätte man sich gefreut, wenn der Antrag gescheitert wäre, die Chance war da. Und umso größer ist eben die Enttäuschung, zumal es sehr knapp war und jede Stimme wichtig .

Weiß jetzt nicht, was daran unverständlich ist. Es gibt und gab ja nichtnur die Jasager in Bruchsal, das gilt aber für die Wähler genauso wie für die politisch Aktiven, die sich ja dieser Aufgabe freiwillig stellen...

 

 

@MHASSLER

Lassen Sie uns doch gemeinsam den Blutdruck senken:

Es geht doch nicht darum, die 17 Ja-Sager zu geiseln, die als Doll-Fans in seinem Wirken über die doch recht stolz vergütete Tätigkeit hinaus ein mit der Ehrenbürgerwürde zu honorierendes überobligationsmäßiges Wirken sehen.
Bei diesen ist doch offensichtlich Hopfen und Malz verloren.
Mit Ausnahme der 17. Ja-Sagerin, die wohl Opfer ihrer eigenen Diplomatie geworden ist.

Vielmehr geht es darum, dass Herr Schmitt als bis dato streitbarer und aufrechter Demokrat nicht in der Reihe der 16- Nein-Sager einzureihen ist, unter denen im übrigen auch die von Ihnen genannten unbeugsamen Aufrichtigen zu finden sind.
Letztlich sich sogar sein unerklärliches Fernbleiben faktisch als Ja-Stimme erwiesen hat.

Wohl und Wehe

Das Prozedere und der Ausgang der Wahl waren so bizarr, dass auch ich mich in Beiträgen hier teilweise nur noch in den Zynismus flüchten konnte.
Man vergegenwärtige sich einfach mal, was Herr Doll wohl empfand, als er erkannte, dass er durch die Abwesenheit Herrn Schmitts einer ultimativen, nicht umkehrbaren, aber überregionalen, wenn nicht gar landesweiten Blamage entgangen war!
Süßer können Siege kaum sein!
Dies wiegt bei weitem das knappe Abstimmungsergebnis auf!
Wenigstens einige der 16 Nein-Stimmer unter den GRs sind wohl am 13.12.2011 mit der geballten Faust in der Hosentasche nach Hause gegangen, denn wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!
Gestern Nachmittag hat sich Herr Schmitt hier nun doch aufrichtig für seine Abwesenheit entschuldigt. Es tue ihm aufrichtig leid.
Das ist zu akzeptieren, wenngleich man mit dem letzten Halbsatz noch immer wenig anzufangen weiß.
Das Wohl Bruchsals hängt sicherlich nicht von der Ehrenbürgerwahl Herrn Dolls ab.
Es wird wichtigeres in den nächsten Jahren geben.
Glücklicherweise!
Ob Jürgen Schmitt wieder mit Elan dabei sein will?
Manche Haushaltsdebatten wären ohne ihn ärmer!

@MHassler - Nein

"Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird." Dieses Zitat von Immanuel Kant passt doch genau auf die jetzige völlig vermasselte Situation.
Ist doch unbestritten Herr Hassler, daß es früher nur ein paar wenige unbeugsame Aufrechte gegen das System gab und J.S. unbestritten seine Verdienste hat. Aber das ist doch jetzt überhaupt nicht das Thema. Es geht doch einzig und allein um die vermasselte Abstimmung, in der zum ersten Mal die Möglichkeit bestand, dieses System nachhaltig zu verändern. Aber dann kneift der von Ihnen Gepriesene - einfach nicht zu verstehen und auch nicht zu erklären. Entschuldigen geht da nicht. Deshalb bleibt nur eine Möglichkeit, die unser BP aber leider auch nicht in seinem Repertoire hat, denn da geht das "Treten" jetzt auch weiter. Aber diese Diskussionen sind nur durch das sich windende, wurmige Verhalten der Akteure unwürdig und beschämend im Bund und unserer kleinen Stadt. Leider.

Ich wäre vermutlich auch nicht hingegangen

Das Verrückte bei dieser Abstimmung ist ja eigentlich was ganz Anderes, was bisher noch nicht erwähnt wurde.

Niemand (auch Jürgen Schmitt offensichtlich nicht) konnte damit rechnen, dass die Abstimmung so knapp werden würde. Nach allem, was man vorher hörte, war eine solide Mehrheit für den Ehrenwürger zu erwarten. Und diese unwürdige Show wollte sich JS dann doch nicht antun.

Wenn ich noch Stadtrat gewesen wäre,  hätte ich vermutlich genauso reagiert und gesagt: nicht mit mir. Zumal im nichtöffentlichen Teil, wo alles Aufregen wenig bringt. Ich glaube, JS hat sich anschließend selbst vor Wut im Keller die Geißel gegeben. Hätte ich auch. Shit happens.

Dann lassen wir also das Ganze als merkwürdigen Event stehen. Auf jeden Fall ist die Ehrenwürgerbürde in Bruchsal künftig auf lange Zeit so befleckt, dass sie nur noch für den Fasching taugt.

Mit Verlaub...

Herr Hassler, das ist doch auch nur eine Theorie. Wer glaubt denn, daß niemand vorher mit einer solch knappen Entscheidung rechnen konnte? Ich bin überzeugt, daß vorher im "Untergrund" viel los war, daß man geredet hat, "signalisiert", Herr Doll soll sogar mitgemischt haben und man wußte, daß die OB dafür war. Meiner Meinung nach war also bekannt, daß es sehr eng werden würde.

Daß sich Herr Schmitt für die Zukunft, also die Weiterentwicklung der Stadt, einsetzen will, ist ebenfalls bekannt, wobei er, nach eigenem Bekunden, nicht zu sehr zurück, sondern nach vorne blicken möchte. Seine Gedanken und Vorstellungen kann er aber nur mit einem starken Partner durchsetzen, und das ist für ihn die OB. Nicht ohne Grund macht die Rede vom "Tandem" Schmitt/Petzold-Schick die Runde.

Wäre Herr Schmitt erschienen und hätte so abgestimmt, wie er eigentlich hätte abstimmen müssen, gäbe es keinen Ehrenbürger Doll. Er wäre automatisch in die Gruppe eingeordnet worden, die gegen Doll gestimmt hat, was das Verhältnis zur OB, die damit auf den Bauch gefallen wäre, sicherlich eingetrübt hätte.

Herr Schmitt ist Pragmatiker, er sieht jetzt eine Chance für sich, und die möchte er sich nicht kaputt machen, Doll hin oder Doll her. Das ist eben Politk, und seit Adenauer ist bekannt, daß das Geschwätz von gestern nicht interessiert.

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