Bruchsal tut sich schwer mit Stolpersteinen

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"Dieses Gefühl ist wieder präsent und das ist unangenehm"
Sonntag, 2. November 2014 - 13:54

Sie tut sich schwer, die Stadt Bruchsal, den Gemeinderatsbeschluss vom 18. März 2014 umzusetzen: „ Der Gemeinderat trägt mit 26 zu 1 Stimme bei zwei Enthaltungen die privaten Initiativen zur Verlegung von „Stolpersteinen“ im öffentlichen Verkehrsraum und damit einer dezentralen Gedenkstätte mit.“ Für die Fraktion der CDU begrüße Stadtrat Raimund Glastetter die Vorlage der Stadtverwaltung mit diesen Worten: „ [...] Das Projekt Stolpersteine hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass es über viele Jahren entwickelt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Bürgerschaft einbringen kann und mit der Historie auseinandersetzt. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, sich finanziell und bei der Planung zu beteiligen. Es ist großartig, dass sich die Bürgerstiftung an diesem Projekt beteiligt.“

Bereits wenig später, im Mai 2014, setzte sich die Koordinationsgruppe Stolpersteine erstmals zusammen. Anwesend war je ein Vertreter der Stadt Bruchsal (Hauptamt), der Bürgerstiftung Bruchsal sowie der Bruchsaler Friedensinitiative. Bei diesem Treffen wurden die Aktivitäten untereinander abgestimmt. Danach vereinnahmt die Bürgerstiftung Bruchsal die Gelder aus Patenschaften und Spenden und stellt entsprechende Spendenbescheinigungen aus, die Friedensinitiative Bruchsal prüft Vorschläge zur Verlegung von Stolpersteinen und koordiniert das Setzen der Stolpersteine mit dem Künstler Gunter Demnig. Die Stadt Bruchsal wiederum spricht die Hausbesitzer an, vor deren Gebäude Stolpersteine auf öffentlichem Grund verlegt werden sollen und informiert über die Stolperstein-Initiative. Darüber hinaus werden von der Stadt Bruchsal die Verlegestellen vor- und nachbereitet.

Mehr Informationen hierzu auf der Internetseite der Koordinationsgruppe Stolpersteine www.stolpersteine-bruchsal.de.

Ein erster Termin zur Verlegung von Stolpersteinen war bereits kurz nach dem Treffen der Koordinationsgruppe gefunden, mit dem Künstler Gunter Demnig war eine Verlegung der ersten Stolpersteine in Bruchsal für Anfang November 2014 vereinbart. Leider wurde dieser Termin jedoch von Seiten der Stadt abgesagt, da für den anvisierten Tag eine Klausursitzung des Gemeinderates geplant war, zu der auch unsere Oberbürgermeisterin anwesend sein musste.

Lange Zeit tat sich nichts. Gesprächsweise wurde zunächst von der Stadtverwaltung ein unverbindlicher neuer Termin für die Verlegung von Stolpersteine für Ende 2015 in Aussicht gestellt, doch die Ansprechpartner der Stadt steuerten wohl um. Zumindest ist auf der Homepage von Gunter Demnig ein Verlegetermin in Bruchsal für April 2015 eingeplant. Es ist zu hoffen, dass dieser Termin eingehalten wird, eine erneute Verschiebung wäre schrecklich.

Sterbeurkunde Julius Dreifuß

Sterbeurkunde Julius Dreifuß, ausgestellt im Ghetto Theresienstadt.

Warten doch die Nachfahren derer, für die Stolpersteine verlegt werden sollen, teilweise bereits mehrere Jahre darauf, dass sich Bruchsal in dieser Frage bewegt. Benno Aulkemeyer aus Osnabrück, der für die Familie Sicher Stolpersteine in Bruchsal finanzieren und verlegen lassen möchte, sagte kürzlich, dass er wieder ein flaues Gefühl habe, wenn er an den in Israel lebenden Nachfahren der Familie Sicher, Ephraim Sicher, denke, der und dessen Freunde und Bekannte schon über zwei Jahre das Gezerre um Stolpersteine in Bruchsal mitbekomme. „Dieses Gefühl ist wieder präsent und das ist unangenehm“. schreibt Benno Aulkemeyer. Ephraim Sicher hat bereits zugesagt, zur Stolpersteinverlegung nach Bruchsal zu kommen, zu Ehren seiner Vorfahren. Er wartet, mittlerweile recht ernüchtert von der Stadt, aus der seine Vorfahren nach Gurs und dann in den Tod deportiert wurden.

Ähnliche Gefühle hat auch der Autor dieses Beitrages, der bei einem Telefonat zugegen war, das mit einer Verwandten der Familie Dreifuß, Yehudith, vor nunmehr über einem halben Jahr geführt wurde. Yehudith, mittlerweile 94 Jahre alt, eine gebürtige Rastatterin, die vor dem Holocaust nach Israel geflohen ist, freute sich davon zu hören, dass in Bruchsal, an das sie sich noch gut erinnerte, war sie doch als Kind bei der Familie Dreifuß zu Besuch, durch Stolpersteine an ihre Verwandten erinnert werden soll. Allerdings, so schloss sie das Telefonat, glaube sie nicht, dass „ihr in Deutschland“ zu solch einer Geste ihrer ermordeten Familienmitglieder gegenüber fähig seid. Es wäre zu hoffen, dass noch ein Telefonat mit Yehudith statt finden und ihr gesagt werden könnte, dass ihre (Vor)urteile über "die Deutschen" unbegründet sind.

Jetzt ist nur zu wünschen, dass die Stadtverwaltung nicht erneut einen Rückzieher macht und das Angebot von Herrn Demnig, im April Stolpersteine in Bruchsal zu verlegen, ausschlägt.

Sie tut sich schwer die Stadt Bruchsal mit dem Gedenken an den Holocaust und ihre früheren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch um das Gezerre um die Benennung eines Platzes nach dem jüdischen Bruchsaler Mitbürger Otto Oppenheimer, der die heute noch gesungene Bruchsaler Lokalhymne schrieb. Das insensible Lavieren in Bruchsal schlug auch außerhalb unseres Städtchens große Wellen.

In der heutigen Welt am Sonntag erschien ein guter Beitrag zu den Themen Gedenkkultur und Stolpersteine unter dem Titel „Die Nachbarn aus der Thomasiusstraße“:

Eine Frau in Hawaii will wissen, was mit ihrer Familie passierte. Ein Mann in Berlin will herausfinden, was den früheren Bewohnern seines Hauses 1942 geschah. Am Ende treffen sich Menschen aus der ganzen Welt in einer Straße in Berlin und finden eine Antwort auf die Frage: Wie gedenkt man der Opfer des Holocaust?

Zum Weiterlesen: Die Nachbarn aus der Thomasiusstraße


Nachtrag 03.11.2014 - 08:53 Uhr

Wenig nach Veröffentlichung dieses Beitrages am gestrigen Sonntag erhielt bruchsal.org die Nachricht, dass sich die Bruchsaler Stadtverwaltung kürzlich mit dem Sekretariat von Gunter Demnig in Verbindung setzte. Es ist also zu hoffen, dass ein Stolperstein-Verlegetermin in Bruchsal für den April 2015 zustande kommt. 

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Kommentare

Erinnern

Sich an Unrecht zu erinnern ist wichtig. Ob Stolpersteine dazu der richtige Weg sind, scheint manchem Zeitgenossen fragwürdig. Aber wenn es Menschen gibt, die so der Opfer gedenken wollen und Angehörige, die so ihren geliebten Menschen ein Gedenken gesetzt haben wollen, warum nicht. Das Verhalten mancher Stadt(Oberen) aber ist nicht dazu angetan, dass sie dann moralisch berechtigt sind, irgendwann bei einer Stolpersteinverlegung sogenannte "Gedenkreden" zu halten. Es wäre einfach verlogen.

Aber wenn man schon Stolpersteine verlegt, welche die Namen und die Orte anzeigen, in denen die Ermordeten gelebt haben, warum nicht auch Stolpersteine mit Namen und Ort für die damals dafür Verantwortlichen in Bruchsal? Und als Kontrast in blutrotem Email? 

Oder wollen wir uns nur an die Opfer erinnern, nicht aber an die Täter?

@Filou ; Erinnern

Ein Stolperstein fuer die Taeter waere aus meiner Sicht eine Verhoehnung der Opfer aber das ist ,wie alles, Ansichtsache bzw. nur meine Meinung. Ich wuerde solch eine Aktion nicht unterstuetzen wollen.Meine Frau ind ich haben die Patenschaft fuer einen Stolperstein uebernommen und die 120 Euro bereits ueberwiesen und hoffe das wird nun was in Bruchsal.Ich habe in der Vergangeheit schon Stolpersteine in Mannheim gesehen und finde die Aktion gut.

Wegducken

Wegducken, ja, das scheint der richtige Weg zu sein.

Opfer betrauern, Täter vergessen. Genau das geschieht seit fast 70Jahren. Die Täter aus dem 1000jährigen Reich haben die Bundesrepublik aufgebaut! Wir haben sie gewählt und bejubelt.

Jetzt werden allenthalben Gedenken ausgerufen. Viel zu spät! Die Eilfertigkeit, mit der heute Plätze benannt, Stolpersteine verlegt, Lippenbekenntnisse abgelegt werden - es kotzt mich an.

Die Täter, es waren unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Die nachfolgenden Generationen können sich die Situation gar nicht vorstellen. Nicht mit Stolpersteinen, nicht mit Büchern, nicht mit Filmen. Die Zeit des 1000jährigen Reichs ist unvorstellbar.

Und das Schlimmste ist, ich befürchte, dass viele, die heute so heuchlerisch Mitleid und Trauer spielen, auch damals mit an vorderster Front gewesen wären.

Alles, was so öffentlich vor sich her getragen wird, ist nichts anderes als Heuchelei. Joachim Gauck spricht der Linken nach 25 Jahren das Recht ab, einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland zu stellen.

Wen bitte, hätten wir beispielsweise 25 Jahre nach Hitler wählen sollen? Kaum einer in Politik, Verwaltung oder Justiz war unbelastet .-
Nur zwei Beispiele:
Alfons Goppel, November 1933 wurde er Mitglied der SA sowie 1937 der NSDAP, ab 1962 bayerischer Ministerpräsident.
Hans Filbinger, nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten forderte Filbinger in einem „Gaubrief“ im April 1933 seine Bundesbrüder auf, weiterhin Charakterfestigkeit gegenüber „widerchristlichen und volksfremden Kräften zu zeigen“, war ab 1966 Ministerpräsident von BW ) nur um einige Beispiele zu nennen.

Es mag hart klingen, aber wer gibt Gauck das Recht nach 25 Jahren in der BRD zu derartigen Äußerungen? Gauck, der im letzten Moment auf den "Widerstand" (als Forumssprecher) aufgesprungen ist, bevor die DDR  auseinander gebrochen ist? Muss er sich damit in die aktuelle Politik einmischen?

Egal, ob man Anhänger der SPD, der CDU , der Grünen oder der Linken ist. Es ist nicht Sache des Bundespräsidenten, sich in die aktuelle Politik einzumischen. Er, der in der gesamten Zeit der DDR (bis auf die letzten Monate als Sprecher des Forums) nie als Gegner des "Unrechtsstaates" aufgefallen ist, woher nimmt er eine solche Legitimation?

Schon die Diskussion, ob dies ein Unrechtsstaat war, ist fragwürdig und eine Unverschämtheit gegenüber der Lebenläufen der DDR-Bürger. Zu welcher Zeit vor der BRD gab es in Deutschland einen Rechtsstaat? Ja, mit Abstrichen in der Weimarer Republik, vielleicht.

Was Recht ist, bestimmt das Gesetz. Wenn die Scharia  Gesetz ist, weshalb sollen dann Enthauptung und Steinigung Unrecht sein?

Wir in Deutschland haben eine andere Auffassung von Menschenrechten und Gesetzen, als sie zum Beispiel in manchen islamischen Staaten gelten. Weshalb dulden wir dann in unserem Staatsgebilde Menschen, die die Scharia über unsere Rechtsauffassung stellen?

Weshalb beliefern wir Staaten, wie die Arabischen Emirate mit Waffen? Dort gelten genau die Gesetze der Scharia. Dort werden Ehebrecherinnen noch gesteinigt („BRD First Lady“?).

Machen wir uns also wieder schuldig? Die Arabischen Emirate sind ein strategischer Stützpunkt, deshalb akzeptieren wir deren Gesetze. Die USA führen nur Angriffskriege, deshalb akzeptieren wir sie auch als Weltpolizei.

Ob diese Einstellung uns unsere Enkel eines Tages abnehmen werden, wird erst die Zukunft zeigen. Bis dahin verlegen wir Stolpersteine. Denn sie wissen nicht, was sie tun.

@ Filou ,Wegducken

Filou ,Sie haben irgendwie recht: "Fett schwimmt immer oben " Leider .Das war nach 45 ,das war nach dem Mauerfall so und wird wahrscheinlich auch weiterhin so bleiben, obwohl es nicht so sein sollte.By the way die Politiker der BRD haben die DDR lange mit Zahlungen am Leben gehalten ( z.B Strassennutzung nach Berlin usw.) Nichts desto trotz waeren meiner Meinung nach Stolpersteine fuer Taeter nicht angebracht und ja Scheinheiligkeit bei vielen unserer gewaehlten "Bestimmer " ist Trumpf .Bald sind diese Mitverantwortlichen ja nicht mehr und hoffentlich machen wir ,als nachfolgende Generationen ,es besser .Obwohl ,die Alt 68 'er sind auch nicht mehr das was Sie mal waren.

Filou hat Recht

Filou kann nur Recht gegeben werden. Bald wieder nach dem 2. Weltkrieg besetzte das Berufsbeamtentum ihre Sessel, die sie bereits vor dem Krieg in Beschlag belegt hatten. Die Berufsbeamten formulierten Gesetzte die dazu beitrugen, dass Nazis nicht von der Justiz belangt werden konnten. Man kannte sich ja noch. Man hatte zusammen studiert, hatte dem gleichen Unrechtsstaat gedient - eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. In einem SPIEGEL-Bericht aus dem Jahre 1963 wird diese Situation bereits beklagt. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174372.html. Als härteste Strafe für vielfache KZ-Mörder winkte eine Frühpensionierung - bezahlt durch unsere Steuergelder. http://www.deutschlandradiokultur.de/harte-strafen-und-schnelle-begnadig....
Bei wikipedia ist dieser Passus zu finden: >>Im Mai 1968 wurde in den § 50 des Strafgesetzbuchs im Rahmen der Strafrechtsreform der Großen Koalition ein Absatz 2 eingefügt, der eine obligatorische Strafminderung für Beihilfe vorsah, falls die „Gehilfen“ die niedrigen Motive der Haupttäter nicht teilten. Dieser unscheinbare Wandel hatte große Auswirkungen: Da die Justiz in den meisten Fällen von NS-Verbrechen Schuldsprüche nur wegen „Beihilfe zum Mord“ fällte und die Angeklagten eigene „niedrige Motive“ gewöhnlich abstritten, galt nun für sie nur noch der Strafrahmen für Totschlag – was zur Folge hatte, dass die Taten verjährt waren, wie der Bundesgerichtshof in einem aufsehenerregenden und umstrittenen Urteil am 20. Mai 1969 entschied. Bereits weit fortgeschrittene Ermittlungsverfahren gegen 730 „Schreibtisch-Täter“ des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) wurden nun wegen Verjährung eingestellt. Diese Wendung, in zeitgenössischen Debatten häufig als „Panne“ bezeichnet, wird heute in der rechtshistorischen und zeitgeschichtlichen Debatte sehr kontrovers diskutiert: Handelte es sich wirklich um eine Panne oder ging das Malheur auf vorsätzliche Manipulationen früherer Nazis, vor allem Eduard Dreher, im Bundesjustizministerium zurück – oder war diese Verjährungsfolge hauptsächlich auf den politischen Willen und die Positionierung der Rechtsprechung selbst zurückzuführen?<< Link zum Beitrag: http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Prozesse. Mittlerweile ist wohl weitgehend geklärt, dass Eduard Dreher diese Gesetzesänderung veranlasste, damit seine Freunde aus Zeiten des Nationalsozialismus der Strafverfolgung entgehen. Denken wir an das Wirken der Bruchsaler Historischen Kommission, die ebenfalls vor so manchem Nazi-Unrecht in Bruchsal die Augen mehr als nur verschloss.

Gauck

Man wird den Verdacht nicht los, Gauck habe sich in die Dienste jener Kräfte in der BRD gestellt, die die Linken in keiner Regierung, erst recht nicht an der Regierung sehen wollen.....Das Lob der CDU-Oberen spricht für sich.

Täter benennen

Der Opfer sollte man gedenken, die Täter aber sollte man benennen. Es gibt ein Band zwischen den Opfern und den Tätern und beide dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Es ist wichtig zu zeigen, daß die Opfer und die Täter aus der Mitte der damaligen Gesellschaft kamen und Tür an Tür wohnten. Insofern gebe ich Filou absolut recht. Nur sind Stolpersteine aus meiner Sicht nicht für die Täter geeignet - egal in welcher Farbe. Ich zumindest möchte mich nicht vor einem Täterstein verneigen wollen. Für Angehörige sind diese Stolpersteine auch oft Ersatz für einen Grabstein, der den Verwandten so lang verwehrt geblieben ist. Die Grabsteine der Täter kann man auf jedem Friedhof finden.

Stolperseine

Wir nehmen die Stolpersteine zum Anlass an unseren "Alternativen Stadtrundgang " zu erinnern. Thema: Bruchsal unterm Hakenkreuz, auf den Wegen jüdischen Lebens.

9. November 2014, im Anschluss an die Lesung der BLB in der Probefabrik, Das Tagebuch der Anne Frank. Beginn 11.00 Uhr, Ende ca 12.30 Uhr, anschließend "Alternativer Stadtrundgang".

Aus organisatorischen Gründen findet am gleichen Tag ein zweiter Stadtrundgang um 16.30 Uhr statt. Er beginnt beim Hauptfriedhof Bruchsal. und endet mit einer Ansprache am Feuerwehrgerätehaus.

Stolpersteine

 

Für die Opfer natürlich angemessen , keine Frage.

Wobei ich mich, mit Verlaub, frage, wie das in der Realität aussieht. Wird da nicht, sind wir mal ehrlich, eher drüber geschlappt? Hält da jemand inne und denkt an diese Menschen? Hm, ich glaube nicht...

Tätersteine, wie von Filou angeregt, halte ich für deplatziert.

Täter zu benennen ist eine Sache, wäre vollkommen richtig, aber in Form von "Gedenksteinen" in einer Fußgängerzone? Nicht wirklich...

Zum Einen sollten sie nicht den Stellenwert von Opfern erhalten und dann gibt es da noch eine Sache: die Angehörigen und Nachfahren!

Niemand kann etwas dafür, wenn Opa ein Nazi war , mit solchen "Tätersteinen" wäre aber schnell eine ganze Familie verunglimpft. In Form eines solchen "Prangers" kann Gerechtigkeit nicht vollzogen werden. Das ist viel zu kurz gedacht!

 Anstatt Alibiaktionen wie Stolpersteine oder das Holocaustmahnmal zu unterstützen würde ich jedem raten, nahe Gedenkstätten wie zB Struthof zu besuchen, solange es sie noch gibt!

Nur ned Huddle oder Brusl tut sich wieder mal schwer

Wir haben die Patenschaft fuer einen Stolperstein uebernommen und die im Bericht bzw. im Link angegebene Mailadresse des Hauptamtes Bruchsal mehrfach angeschrieben um zum Einen den Eingang der Spende bestaetigt ( wir leben in England ) und zum Anderen einen Namen genannt zu bekommen fuer wenn der Stolperstein gesetzt werden soll.Leider habe ich bis dato keinerlei Antwort vom Hauptamt Bruchsal bekommen.Fuer mich sieht so aus als ob Bruchsal nicht wirklich ein Interesse an Spenden und damit verbunden der Setzung von Stolpersteinen hat.Schade drum .Bin gespannt wie die ganze Sache ausgeht denn wie alles dauert es in Brusl etwas laenger ; nur ned huddle scheint wiedermal die Devise zu sein denn eigentlich sollte eine Stadt wie Brusl die jeweils 120 Euro pro Stolperstein , aus dem Stadtsaeckel, selbst uebernehmen um Zeichen zu setzen .Ich hoffe es uebernehmen noch mehr Leute eine Patenschaft (einmalig 120 Euro) fuer einen Stoplerstein damit die Aktion auf jeden Fall durchfgefuehrt werden wird .

München soll stolpern

Über das richtige Gedenken an die Holocaust-Opfer

Schöner Kommentar von Solomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er nimmt Stellung zu einem Text von Jens Jessen über den Münchner Stolperstein-Streit: http://www.zeit.de/2014/47/stolpersteine-holocaust-gedenken-muenchen
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