Brandbeschleuniger in Grundschulen und Bruchsaler Rathaus?

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Samstag, 11. Februar 2012 - 18:51

Ich muss es hier mal gestehen. Ich kenne nicht nur Manfred. Und nicht nur Manfred begegne ich hin und wieder auf dem Bruchsaler Wochenmarkt.

Gertraude

Gertraude, gemalt von Ayshe

Heute beispielsweise traf ich Gertraude, wie ich stand sie beim Marktwagen von meinem, wie ich mittlerweile weiß unserem, Lieblings-Wochenmarktmetzger. Ich stand für Maultaschen an, sie wollte ihren Gatten zum morgigen Sonntag mit lecker Rinderrouladen überraschen.

Wie's halt so ist, wenn man wartend (und heute noch dazu frierend) steht, man kommt ins Gespräch, man kennt sich ja und erzählt ein wenig, um die Wartezeit zu verkürzen.

Für das Folgende muss man wissen, dass Gertraude Grundschullehrerin ist und, obwohl sie Handarbeiten nicht als Fach lehrt, gerne aus dem Nähkästchen plaudert.

„Rolf, hab ich Dir eigentlich schon erzählt, dass wir in der Schule alle Bilder-rähmchen mit den selbstgezeichneten Kunstwerken unserer Schüler abhängen mussten?“ „Häähh?“ war meine verblüffte Reaktion. „Doch, wirklich. Bisher haben wir an der Schule die von den Schülern der ersten Klassen im Unterricht gemalten Bilder immer in Holzrähmchen an die Wand gehängt. Kürzlich ging ein Brand-schutzbeauftragter der Stadt durch die Schule, sah die Holzrähmchen und hat uns angewiesen, diese sofort aus brandschutzrechtlichen Gründen abzuhängen. Im Brandfalle würden die Holzrahmen wie Brandbeschleuniger wirken, die Schule würde dann in Null-Komma-Nix abbrennen – halt wegen der Holzrahmen. Na ja, mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben wir jetzt alle Holzrahmen eingesammelt weggeworfen und hängen die Bilder unserer Schüler nur noch in Metall-Bilderrahmen auf.“

„Wer kummt als negschda?“ rief die freundliche Fleischereifachverkäuferin in die Reihe der Wartenden und Gertraude gab, froh endlich dran zu sein, ihre Rinderrouladenbestellung auf.

Gertraude war schon weg, so konnte ich, nach dem auch ich dran gekommen war (die Maultaschen waren heute übrigens im Sonderangebot, 100 Gramm für 59 Cent), das Thema Brandschutz in der Schule leider nicht mehr vertiefend mit ihr diskutieren.

Allerdings fiel mir in diesem Zusammenhang ein, dass ich kürzlich im Bruchsaler Rathaus war und dort eine verbeamtete Mitarbeiterin recht naiv fragte, warum denn der neue Fernsehapparat im Eingangsbereich nie in Betrieb sei. „Brandschutz-vorschriften“ raunte mir die Dame zu. „Das Gerät wird heiß und könnte das Rathaus abfackeln. Wir sind vom Brandschutzbeauftragten angewiesen, alles Brennbare wegzuschaffen. Seh'n Sie die Flyer hier?“ sie streckte mir ihre Hand mit einem Bündel Werbeprospekte für eine städtische Ausstellung entgegen, „die räume ich gerade weg. Die kommen in die Grüne Tonne. Wegen der Brandgefahr.“

Die Sache ließ mir keine Ruhe, ich recherchierte im Internet. Und siehe da. Gertraude hatte keinen Faschingsscherz gemacht, wie ich zunächst vermutete. Die von ihr angesprochenen Brandschutzvorschriften scheinen bundesweit zu gelten. Dies lässt zumindest dieser Fernsehbeitrag des WDR vermuten:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/02/03/lokalzeit-bergisches-land-brandschutz.xml

Noch nicht ganz ausgeschlossen ist jedoch, dass mich die Rathausbedienstete auf den Arm nahm.

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Kommentare

Warum....

es mag sein, dass Brandschutzmaßnahmen getroffen werden müssen, die verhindern, dass die Gebäude in welchen öffentliches Leben stattfindet oder die Schulen möglichst sicher vor schnell um sich greifenden Bränden sind,

Ob diese aber in Bilderahmen stecken, oder Holzvertäfelungen die seinerzeit, als sie eingebaut wurden auch schon Brandschutzvorschriften erfüllen mussten, das wage ich zu bezweifeln.

Die Bruchsaler Schulen sind meines Wissens alle schon sehr lange in Betrieb und bisher haben es unachtsame Schüler nicht hinbekommen, auch nur eine abzubrennen.

Kein Chemielehrer hat das hinbekommen, wohl aber diverse Gasalarme durch zerbrochene Bromflaschen oder ähnliches.

Auch Physik konnte bislang nicht derart eindrucksvoll demonstriert werden, dass es zu mehr als lokalen Schäden im jeweiligen Zimmer kam.

Die Büchereien und (ich weiß nicht, ob es die heute noch gibt) die Kartenzimmer, die sicher nicht unbedenklich sind, was passiert mit denen? Werden die nun auf den Pausenhof verlegt und so angelegt wie das offene Bücherregal am Babette- Ihle-Platz? Müssen die Kleidungsstücke der Schüler nun im Freien gelagert werden, da sie auch aus Kunstfasern gefertigt sind, die bestimmt gut brennen? Müssen Computerräume wieder weichen, weil die Geräte und Bildschirme Gefahrenquellen darstellen?

Und wen muss ich verkagen dafür, dass er mit Overheadprojektoren, an denen man sich Brandblasen holte, unsere jungen und hoffnungsvollen Karrieren bedenkenlos aufs Spiel setze?

Da fällt mir ein...Schüler sind auch Kohlenstoffverbindungen...hat schon jemand deren Brandverhalten untersucht?

Auch in der Realschule

in Untergrombach wurde dem Brandschutz nur halbherzig Rechnung getragen. Zwar ist das gesamte Gebäude aus nacktem Beton, aber die Einrichtung! Tische und Stühle haben brennbare Teile. Hier wäre doch auch die Betonlösung vorzuziehen gewesen! Unbrennbar, unverrückbar! Statt Heften nur Schiefertafeln ohne Holzrahmen. Als Schreibzeug nur Schiefergriffel. Literuatur wird nur noch mündlich überliefert, denn Bücher sind brennbar! Türen alle als Brandschutztüren nach DIN 4102-5 T 180 ausgeführt. Elekrtische Greäte und Leitungen als mögliche Brandauslöser vollständig entfernen. Ja, das macht alles Sinn.

Köpfe rasieren!

Wer mal gesehen hat, wie gut Haare brennen, weiss warum es die Skinheads gibt!

Auch ich bin für den Schutz unsere Kinder. Verbiete Bauklötze, Lego, Mensch ärgere dich nicht... und am wichtigsten!!!!

Verbietet das Papier auf dem solchen Vorschriften veröffentlicht und ausgehängt werden! Oder stellt wenigstens die Leute, die sich so etwas ausdenken mit einem Eimer Wasser neben die "Vorschriften".

Arroganz und Dummheit?

Wenn irgendwo im Ausland mal wieder eine Disco abbrennt und einige Dutzend Touristen ums Leben kommen ist das Geschrei unter den teutonischen Zeitungslesern groß - dann ist von Schlamperei und Korruption die Rede.
Wenn hier in Bruchsal nach offensichtlich jahre- oder gar jahrzehntelanger Schlamperei und nachdem es z. B. in einem hiesigen Altenheim wegen möglicherweise "großzügiger" Handhabung der Brandschutzvorschriften Tote gegeben hat endlich ein paar couragierte Männer (sind eigentlich auch Frauen darunter?) versuchen, sich für unsere Sicherheit einzusetzen, wird darüber auf eine derart primitive Art geblödelt, dass es nicht mal mehr in der Faschingszeit auszuhalten ist.
Haben Sie sich eigentlich auch mal darüber Gedanken gemacht, wie Sie damit den Verantwortlichen ihre Arbeit erschweren? Schlimm genug, dass es hierzulande Stadträte gibt, die glauben, sich auch über dieses Thema sachkundigst äußern zu müssen, anstatt dafür zu sorgen, dass die für die Misere verantwortlichen Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung wenigstens benannt werden - nicht um sie zu diffamieren, sondern um ähnliche Entwicklungen in Zukunft zu verhindern und anständig arbeitende Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen - nein, man macht ihre Arbeit indirekt noch schlecht und zieht sie - she. oben - ins Lächerliche.
Und das, es muss jetzt auch einmal gesagt werden, während gewisse Kritiker ihre eigenen Kinder in nagelneue Privatschulen schicken, bei deren Errichtung die Brandschutzvorschriften sehr wahrscheinlich peinlich beachtet und unter Inanspruchnahme öffentlicher Mittel umgesetzt wurden.

Es gibt Brandvorschriften und

Es gibt Brandvorschriften und Korrintenkackerei.

Gegen Brandvorschriften hat Niemand was ein zu wenden.

Und Torschlagargumente sind nicht geeignet um zu Diskutieren.

Wie stark muss ein Feuer schon am lodern sein um Bilder in Holzrahmen an der Wand zu entzünden? Wenn das Feuer aber schon so stark lodert, dürften die Bilderrahmen wohl das Kleinste der Problem sein.

Danke Gast für diesen hier

Danke Gast für diesen hier endlich einmal gescheiden Beitrag.
Wenn ich das übrige (Endschuldigung) sau dumme Geschwätz hier lese wird mir sehr Übel.
Liebe Kommentatoren habt ihr denn eigentlich einen an der Klatsche????
Bei der Umsetzung von fälligen Brandschutzmaßnahmen von Korrintenkackerei zu reden? Das setzt dem Ganzen hier wirklich die Krone auf.
Jetzt tun die vom Rathaus endlich mal etwas für unsere Kinder, nun lästert ihr schon wieder ab.
Kennt ihr eigentlich den Unterschied zwischen einem Klassenzimmer und einem Fluchtweg? Wo hingen denn diese "Holzrähmelchen" wirklich?
Vielleicht kann sich diese Gertraude oder jemand von der Stadtverwaltung mal dazu äussern.
Liebe Leute von der Stadtverwaltung, bitte lasst Euch von diesen kranken Kommentaren hier nicht entmutigen.
@Michael Nichtern:
Bestimmt haben Sie keine Kinder und leben einsam und zurückgezogen in einem Steinbruch im Brusler Gebirge. Passen Sie auf, dass ihnen nicht der Himmel auf den Kopf fällt...

Ein Gruß von den...

... "Korrintenkackern" und viel Vergnügen beim Lesen:

http://www.feuerwehr-bw.de/uploads/media/BVS_Schulen_AVBG.pdf

Beton für alle

Fluchtwegprofis stillgestanden!
Die Augen zum....Himmel!
Nachdenken!

Nun ja, ich hab durchaus Verständnis für Euere voreilende Sorge.
Nun müsst Ihr Euch jedoch mal erinnern, wo Eure Einsprüche bei der
Bauplanung waren: Warum habt Ihr nicht dafür gesorgt, dass Schaukästen mit feuerfester Verglasung für die Kunstwerke der kleinen und größeren Künstler in die Bauplanung mit aufgenommen wurden? Ah, ich ahne es - das hätte die Ästhetik der feuerfesten Schamottsteine in den Gängen ruiniert.

Bei Eurer Sicherheitskorinthenkackerei habt Ihr jedoch noch eines nicht geblickt:
Das größte Sicherheitsrisiko in Schulen sind die Menschen.
Im Ernstfall gibt es spätestens auf den Treppen Stau und Massenpanik.
Wie oft wird heute trainiert, ein Schulhaus zu räumen?
Einmal im Jahr?
Zweimal?
Dreimal?
So lange es in Schulen keine Verhaltensroutinen für Krisenfälle gibt, die von allen Betroffenen anerkannt und verinnerlicht werden ( - dafür braucht es sehr viele Übungseinheiten !!!) , kann man nur gelegentlich ein Stoßgebet zu St. Florian senden.

@weiterer Gast

bei allem Verständnis für andere Meinungen, aber in diesem Stil sollte man nicht miteinander kommunizieren :-(

Ich hoffe nur....

Ich hoffe nur das "Gast und weitere Gäste" auch zu Hause alle Brandschutzvorschriften zum Wohle Ihrer Kinder beherzigen.

Zudem wurden hier nicht die Mitarbeiter der Stadverwaltung oder der Brandschutzbeauftragte angegriffen, sondern die "Korinthenkackerei" der Vorschriften an sich.

@ Waldemar,

Ich hab ein Dejavu, die Art der Kommentare erinnern mich an Elternabende :-)

Werter "Gast"... im Gegensatz

Werter "Gast"...

im Gegensatz zu Ihnen, kann ich meine Aussagen mit meinem Namen unterschreiben und dazu stehen.

Wenn Sie selbst sich als "Korrintenkacker" sehen möchten, dann bleibt Ihnen dieses selbstverständlich unbenommen. Über meine Wohnverhältnisse steht Ihnen hingegen mit Sicherheit keinerlei Urteil zu.

Meine Ansicht und Meinung mag falsch sein oder auch einfach nur der Ihren widersprechen. Dennoch könnten Sie sich wenigstens in Ansätzen bemüht zeigen sich gesittet zu benehmen.

Danke.

@Menzi58

Nun ja, ich möchte auf einem Elternabend nicht von wildfremden Menschen mit "du" angeredet werden. Weder auf einem Elternabend noch hier möchte ich plump-vertraulich auf mein angeblich "saudummes Geschwätz" hingewiesen noch gefragt werden, ob ich einen an der "Klatsche" habe. Das ist eindeutig kein Stil, egal wie man sich vorher geäußert hat.

Herr, schmeiss' (wieder mal)...

Nachdem sich hier ein wenig und dort etwas mehr Frustration über Ergebnisse und mehr noch Verlauf dieser Diskussion auszubreiten scheint will ich einmal den Versuch unternehmen, die bisher vorgetragenen Fakten und Argumente zu ordnen und, wenn möglich, zu bewerten.
Zunächst mal zu dem Gespräch zwischen Rolf und Gertraude auf dem Wochenmarkt.
Ohne der guten Gertraude zu nahe treten zu wollen – ich bezweifle stark, dass der von ihr zitierte „Brandschutzbeauftragte der Stadt“ tatsächlich behauptet hat, wegen der Holzrähmchen würde die Schule „in Null-Komma-Nix“ abbrennen. Ob Gertraude diese angebliche Äußerung selbst gehört hat oder ob sie zuvor durch einige andere „Nähkästchen“ gewandert ist? Lassen wir's mal offen.
(Dass Rolf seine Maultaschen auf dem Wochenmarkt bzw. überhaupt kauft anstatt sie selbst zuzubereiten – auch darüber will ich hier gnädig wegsehen).
Kommen wir zum nächsten Nähkästchen – der „verbeamteten“ (natürlich!) Mitarbeiterin des Rathauses die angeblich einen Fernsehapparat ebenso wie Papierflyer als gleichermaßen brennbar einstuft und „wegschaffen“ bzw. nie mehr in Betrieb nehmen will – also bitte! Das war wohl als Scherz gedacht, wurde allerdings, wie die folgende Diskussion zeigte, trotz der andauernden fünften Jahreszeit tierisch ernst genommen und fiel auf mehr furcht- als fruchtbaren Boden.
Den von Rolf eventuell noch verspürten Arm der „Rathausbediensteten“ überfühlten in der Folge offensichtlich manche Mitkommentatoren.
(Unsachliche Frage am Rande: Weshalb existieren eigentlich in den Bruchsaler Rathäusern keine MitarbeiterInnen, sondern immer noch „Bedienstete“? Ist das eine Referenz an fürstbischöfliche Zeiten?)
Zurück zum (ernsten) Thema Brandschutz, bei dem es ja darum geht, nicht nur Sachwerte zu schützen, sondern auch und in erster Linie Menschenleben.
Der erste Kommentator - „MaBö“ - gibt ja dann auch großzügig zu, es möge sein(!), dass Brandschutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Er sieht diese Notwendigkeit allerdings nur bei Gebäuden, in welchen öffentliches Leben stattfindet oder in Schulen.
Wohnhäuser, Altenheime, Fabriken „mögen“ also ungeschützt bleiben. Nun ja – ein bemerkenswerter Standpunkt. Vielleicht wird „MaBö“ seine Haltung ja noch näher erläutern.
Vielleicht liegt bei mir ja auch ein Missverständnis vor. Oder MaBö hat sich ein klein wenig ungenau ausgedrückt.
Mag ja sein. Aber bei solch einem Thema, bei dem es nicht nur um Sachwerte, sondern um Leben und Gesundheit unserer Mitbürger geht, sollte man sich schon bemühen – nun ja...
Ähnlich mag es um ein weiteres von diesem Mitkommentator angeführtes Argument bestellt sein, das allerdings, glaube ich gelesen zu haben, schon mehrfach verwendet wurde: Es hat ja noch nie in einer Schule gebrannt. Zumindest in einer Bruchsaler Schule nicht. Also sind Brandschutzmaßnahmen nicht notwendig.
Falls die städtischen Bauunterhalter dies lesen und befolgen (was Gott verhüten möge!) werden also in den nächsten Wochen und Monaten, spätestens aber bei der notwendig werdenden – mit Kosten verbundenen! - nächsten Überprüfung alle Feuerlöscher abgehängt.
Wenn es aber doch schon einmal gebrannt hätte? Dann...?
Geht Ihnen jetzt, lieber - oder liebe - MaBö samt einigen Mitkommentatoren - langsam auf, was für einen Unsinn Sie hier zum Teil weltweit veröffentlicht haben? Denken Sie auch mal daran, dass Sie hier nicht am Stammtisch sitzen?
So könnte ich nahezu jedes von Ihnen und anderen Kommentatoren pauschal gegen Brandschutz vorgetragene Argument entkräften, würde noch stundenlang am PC sitzen – und könnte nicht einmal sicher sein, dass die Betreffenden dies zur Kenntnis nehmen.
Also lasse ich es und hoffe weiter auf den Tag, an welchem der Erwerb eines Rechners den Besitzer... pardon, natürlich auch die Besitzerin...

Alles wahr!

Als Sicherheitsbeauftragter einer Bruchsaler Schule kann ich die Authenzität dieser Maßnahmen bestätigen. Selbst Glasvitrinen mit Werkstücken aus Holz müssen aus den Fluren entfernt werden.

Was habe ich gesagt?

Endlich ein authenischer Kommentar!

(... jetzt bin ich mal gespannt...)

Man darf gespannt sein...

wann die ersten Menschen freiwillig von hinnen scheiden, weil das Lebensrisiko einfach zu groß ist... :-))

Nun gut,

mit "Schulen und öffentlichen Gebäuden" bin ich einfach nur dem gefolgt, was in Rolfs Bericht angesprochen wurde. Mein Kommentar war auch auf diesen Bericht gemünzt, deswegen habe ich auch keine weiteren Gebäude erwähnte.

Offenbar muss man aber als Antwort auf eine konkrete Sachlage grundsätzlich global antworten. Ist es das, was sie bemängeln, werte Gäste? Dass ich nicht global genug denke, wenn es um Brandschutz an Schulen und Rathäusern geht?

Weiterhin war Quelle meiner Ergüsse der Filmbeitrag des WDR, welcher das Ganze noch verdeutlicht.

Wie anders als ironisch soll man denn reagieren, wenn irgendwer etwas erlässt, was -mit verlaub- einen Zustand beseitigen soll, welcher noch nie in katastophalem Ausmaß vorlag.

Wenn ich mir die letzten Jahre ins Gedächtnis rufe, dann ist es wahrscheinlicher, an einer Schule erschossen zu werden, als an einem Brand und dessen Folge zu Tode zu kommen.

Mir sind mehr Amokläufe in Erinnerung als Schulhausbrände.

Ich verstehe einfach nicht, weshalb man plötzlich mit dem Entfernen von Schülerkunst besseren Brandschutz erreichen will.

Wäre sinnvoller Brandschutz nicht auch, eben mehr Feuerlöscher zu installieren, die Fluchtwege deutlich zu machen, einmal im Quartal eine Evakuierungsübung durchzuführen, die Jahrgänge ab der 8. Klasse als "Schulfeuerwehr" zu schulen?

Wäre es so betrachtet nicht bedenkenswert, Schülerkunst zu erhalten, diese weiterhin im Schulhaus auszustellen und so der Schule auch weiterhin die Möglichkeit zu bieten, sich mit den Aktivitäten ihrer Schüler nach aussen hin zu präsentieren?

Ich finde, wenn man in Schulen kommt und an den Wänden sieht, was Schüler an Projekten und Kunstwerken geschaffen haben, dann ist das wie eine Visitenkarte.

Meistens war ich beeindruckt von dem, was ich da zu sehen bekam. Das soll nun wegen Brandschutz vorbei sein?

Wo bitte bleibt hier das Verhältnis zwischen Nutzen und Sinn und Zweck?

"Aufschlagbrand," W. Z.!

Wenn ich freiwillig aus dem Leben scheide, ist das meine Entscheidung - wenn ich in einer Schule verbrenne, weil dort erkannte Brandschutzmassnahmen aus Dummheit, Bequemlichkeit, finanziellen oder sonstigen Gründen nicht umgesetzt wurden, höchst unfreiwillig und Körperverletzung mit Todesfolge (im Amt) und der oder die Verantwortlichen werden - hoffentlich - dafür zur Rechenschaft gezogen.
Das macht mich zwar nicht mehr lebendig, hat aber eine heilsame Wirkung auf die Bewusstseinsbildung der anderenorts dafür Veranwortlichen.
Wenn man dann allerdings derartige Vorgänge ins Lächerliche zieht, sollte man sich des Umstandes bewusst werden, dass man dadurch irgendwann auch einmal ein klein wenig mitschuldig wird.
Es gibt halt Dinge, über die reißt man keine Witze. Nicht nur in der Fliegerei - oder?

Der Filmbeitrag des WDR...

… ist so schlecht nicht, wenn man sich bemüht, ihn objektiv zu betrachten und sich selbst die Gedanken zu machen, die sich der „Regisseur“ nicht machen wollte, weil er ansonsten seinem Beitrag alles Reißerische genommen hätte und er „nur“ als sachliche Information über ein im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuelles Thema gelaufen wäre.
Vielleicht hätte ihn sein Chef auch ganz gestrichen – so was von objektiv, iss' ja ermüdend...
Vielleicht war er aber einfach unfähig, in dieser Richtung nachzudenken.
Wenn man ihn also unvoreingenommen betrachtet und mitdenkt, fällt einem sofort auf, dass einmal in dieser Schule jahrelang jeglicher vorbeugende Brandschutz missachtet wurde – die Bilder hängen doch nicht erst seit einigen Monaten?
Und dieser haarsträubende Selbstbau-Einbau-Kiosk aus Holz – ja, zum Donnerwetter, wusste das Gebäudemanagement nichts davon? Der damalige Herr Direktor auch nicht? Und wann war denn die letzte Brandschau?
DAS sind die Fragen, die beim Dreh dem Herrn von der Stadtverwaltung (armer Kerl) und dem jetzigen Schulleiter hätten gestellt werden müssen.
Vielleicht auch dem zuständigen Stadtdirektor.
Nun wirft man alle kleinen Kunstwerke sofort in einen Abfallcontainer, anstatt sich mal Gedanken über eine verträgliche Präsentation zu machen. Man könnte mit Fachleuten darüber reden, ob diese Papierkunstwerke nicht mit geringem Aufwand zumindest flammhemmend präpariert werden können (eigentlich müsste sich der Herr vom Gebäudemanagement darin auskennen oder zumindest selbst auf diese Idee kommen).
Da gibt es nicht nur teure Glasvitrinen, für die keine Mittel vorhanden sind (natürlich sind Mittel vorhanden, die werden aber für die „richtige“ Kunst ausgegeben – in der Stadtmitte, wo das Theater steht und die städtischen Kunstsammlungen mit Millionenaufwand untergebracht wurden.)
Niemand kommt auf die Idee, beim Dreh zu fragen, weshalb man nicht aus dem Kunstetat einige Zehntausend Euro umlenkt und damit die „Breitenkunst“ fördert.
Und so bleibt also einer der üblichen, reißerischen „Tendenz-Beiträge“ und damit ein weiteres Beispiel für schlechten Journalismus, der eine große Chance vertan hat. Wieder einmal.
Und so wird der Film dann auch „vom breiten Publikum“ aufgenommen – siehe obige Beiträge.
Wir sind hier aber vor einigen Jahren angetreten, es besser zu machen!

Amoklauf - wo?

Jetzt müssen sogar die wenigen fürchterlichen Amokläufe an einigen deutschen Schulen dafür herhalten, an Brandschutzmaßnahmen Kritik zu üben.
Unfassbar. Ein geistiger Amoklauf, sozusagen.
Dennoch - vielleicht denkt der Kommentator mal darüber nach, weshalb es an unseren Schulen in den letzten Jahrzehnten wohl mehr Tote durch sog. Amokläufe als durch Brände gab?
Vielleicht ganz einfach (auch) deshalb, weil man mehr gegen die Gefahren eines Brandes als eines Amoklaufes unternimmt?
Wobei ich mir der dünnen Eises bewusst bin, auf dem ich mich hier bewege – aber gegen solche unterirdischen Argumente gebe ich nicht auf.

Brandschutz und sonst bitte nichts!

Es scheint manchen "Gästen" teilweise zu entgehen, dass einige hier nicht den Brandschutz als solchen, sondern exzessive Maßnahmen, bar jedes Realitätssinnes kritisieren!

Einiges im Brandschutz ist in der Vergangenheit versäumt worden, richtig!

Brandschutz sollte immer wieder hinterfragt und aktualisiert werden, richtig!

Aber blödsinnige Unterstellungen, hier würden Kritiker Schulbrände heraufbeschwören oder in Kauf nehmen, ist völlig daneben!

Ein Tipp für die, deren Brandschutzsvorstellungen erst dann befriedigt sind, wenn sichergestellt ist, dass es niemals und nimmer zu einem Unglück kommen darf:

Alle öffentlichen Ressourcen so lange in den Brandschutz stecken, bis dieses Ziel erreicht ist!

Ob da noch öffentliche Mittel für anderes bleiben?

Eher Nein!

Nun muss Amok herhalten....

Werter Gast,

sie verkennen einfach, ob etwas herbeigezogen wird, um eine Behauptung aufzustellen, oder ob etwas zum Vergleich gegenübergestellt wird.

Aber wie sie selbst beantwortet haben: vermutlich sind in Schulen Brände verhindert worden, weil man eben doch schon Brandschutzmaßnahmen ergriffen und entsprechende Vorschriften beachtet hat.

Und das ganz ohne Abhängen von Schülerkunst. Genau da liegt eben der Hase im Pfeffer.

Prävention ist durchaus wünschenswert und gut. Mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand. Nicht mit dem Brecheisen.

Aufschlagsbrand

Man sollte nicht alles so tierisch ernst nehmen. Mein Kommentar war mehr ironisch gemeint. Ich persönlich habe nichts gegen vernünftigen Brandschutz und gegen ein vernünftiges Sicherheitsdenken. Gerade in der Militärfliegerei gilt Sicherheit als oberstes Gebot. Der Sicherheitsgedanke zieht sich hier durch alle Aspekte, beginnend bei der Gesundheit des Personals bis hin zu zentnerschweren Sicherheitsvorschriften und Checklisten, die penibel abgearbeitet werden müssen, auf daß ja nichts schiefgehe. Insofern bin ich auch im Privatleben ein "Sicherheitsfanatiker", denn diese Einstellung hat sich verinnerlicht. Die Realität aber hat gezeigt und zeigt uns, daß nicht alles regelbar ist, ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Damit muß man leben können. Die Leute, die das nicht einsehen, sind meist denn auch die, die, "bar jedes Realitätssinns" (vgl. huhi oben), überzogene Sicherheitsvorschriften erfinden und sich Ereignisse ausdenken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich ist und die das normale Leben unnötig behindern. Sie argumentieren dabei wie Versicherungsvertreter, die eine Versicherung gegen Vulkanausbrüche im Kraichgau los werden wollen ( an Gast: Achtung, Satire!). Kann vielleicht alle paar hundert Millionen Jahre geschehen, weshalb eine Versicherung dagegen völliger Unsinn wäre. Darüber kann man schon Witze reißen, gerade in der sicherheitsbewußten Fliegerei geschieht das oft, hierzu eine kleine Anekdote:

"Wer einmotorig Jet fliegt, hört zuweilen das Gras wachsen. Zahlreiche Eintragungen von "sicherheitsbewußten" Flugzeugführern nach einem Flug in das Bordbuch zeugen davon, daß einige besonders gut hören können und deshalb Geräusche - auch "beängstigende Geräusche" - während des Fluges wahrnehmen, die weniger zart besaiteten Piloteuren nichts ausmachen. Ein hochsensibler Pilot eines Aufklärungsgeschwaders - weithin wegen seiner Hörfähigkeit bekannt - trug nach einem Flug als Beanstandung in das Bordbuch ein: "Triebwerk rumpelt". Der zuständige Techniker fand - auch nach Befragung anderer Piloten - nichts. Der sensible Ikarus fand als Eintrag unter Behebungsmaßnahmen: "Triebwerk entrumpelt!" Es rumpelte seither seltener!"

Brandbeschleuniger in Grundschulen

Mal wissen wollte:
Werden die Kruzifixe auch entfernt.

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