BR: Das Symbol für die Marke der Stadt Bruchsal

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Interview mit Prof. Dr. Ralf Bochert zur Wiedereinführung nicht mehr vergebener Kfz-Kennzeichen
Freitag, 3. September 2010 - 11:51

Nach Veröffentlichung des Artikels Bruchsaler! Wollt ihr euer BR zurück oder ewig mit KA durch die Gegend düsen? hat sich bruchsal.org mit dem Gründer der "Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung", Prof. Dr. Ralf Bochert, in Verbindung gesetzt und interviewt. Schwerpunkt des Interviews war unter anderem, wie Prof. Bochert die Wiedereinführung des Kennzeichens BR aus Bruchsals Situation heraus beurteilt und welche Vor-, vielleicht aber auch Nachteile er für die Kommune und die Bürgerinnen und Bürger sieht.

 

Prof. Dr. Ralf Bochert

Prof. Dr. Ralf Bochert

Prof. Dr. Ralf Bochert

 

Prof. Dr. Ralf Bochert (geb. 1961 in Bremen) ist Studiendekan für die Bachelorstudiengänge der Fakultät für Wirtschaft 2 mit knapp 1000 Studierenden an der Hochschule Heilbronn. Er lehrt Destinationsmanagement und Volkswirtschaftslehre vor allem in den tourismus-wirtschaftlichen Programmen der Hochschule und berät seit Jahren touristische Zielgebiete in Marketing- und Planungsfragen. Prof. Dr. Bochert ist Verfasser mehrerer tourismuswirtschaftlicher Bücher und Herausgeber der Heilbronner Reihe „Tourismuswirtschaft“. Buchveröffentlichungen Bocherts: „Tourismus in der Marktwirtschaft“, München 2001, „Incomingtourismus“, Wiesbaden 2006, „Tourismuspolitik“, Berlin 2007, „Politik der Destination“, Berlin 2010, "Mein Leben als Fisch", Berlin 2010.

 

Hochschule Heilbronn

Hochschule Heilbronn
Mit nahezu 6000 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte der Region. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 42 Bachelor- und Masterstudiengänge. 

Das Interview

bruchsal.org: Herr Bochert, es ist ein, gestatten sie uns diese Bemerkung, absonderlicher Einfall, ausgemusterte Kfz-Schilder-Kürzel zu re-aktivieren. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Prof. Dr. Bochert: Die Idee mehrerer Kennzeichen innerhalb eines Landkreises, was es ja vereinzelt schon gibt, kommt aus Marketingprojekten mit Städten und Landkreisen. Dabei fällt immer wieder auf, dass das Kfz-Kennzeichen als Symbol für die Marke der Gebietskörperschaft eine Rolle spielt. Hier erweist sich ein eigenes, sinnvolles Kennzeichen mit Wiedererkennungswert als Vorteil. Es ist nämlich gar nicht so einfach ein Symbol für die Marke einer Stadt zu finden, das eine große Verbreitung findet und einfach auf die Stadt schließen lässt. Das BR wäre das Symbol für Bruchsal, das nach innen und außen wirken könnte. Eine Marketingchance für die Stadt Bruchsal.

bruchsal.org: Wo wurden bereits Befragungen der Bevölkerung zur Wiedereinführung der Kennzeichen durchgeführt? Gab es regionale Unterschiede in den Ergebnissen? Sind die Ergebnisse Ihrer Befragungen auch repräsentativ?

Prof. Dr. Bochert: Wir haben im April und Mai dieses Jahres bereits in zehn Bundesländern in 51 deutschen Städten mit „Altkennzeichen" über 11.000 Menschen befragt, ob sie das Kennzeichen für ihre Stadt zurück haben wollen. Es gibt eine deutliche, repräsentativ ermittelte Mehrheit für die Wiedereinführung. In Baden-Württemberg ist die Zustimmung größer als im westdeutschen Durchschnitt. Vor allem wollen in Baden-Württemberg viele junge Menschen sich mit ihrer Stadt über das Kennzeichen identifizieren.

bruchsal.org: Wurde diese Idee bereits umgesetzt oder befindet sich diese Anregung in einigen Orten bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, sodass eine Umsetzung in nicht mehr allzu weiter Ferne erscheint?

Prof. Dr. Bochert: Wir schlagen bewusst ein Modell vor, das es schon gibt, nämlich das Hanauer Modell. Im Main-Kinzig-Kreis - MKK - in Hessen hat die kreisangehörige Stadt Hanau ihr eigenes Kennzeichen, das HU. Das hat sich als durchsetzbar und kostenneutral erwiesen. Im Main-Kinzig-Kreis konnte also eine Einigung der kreisangehörigen Stadt Hanau mit dem Landkreis erzielt werden. Das Modell hat Vorbildcharakter, weil der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau mit der Akzeptanz eines weiteren Kennzeichens im Landkreis zeigen, dass sie Harmoniewillen haben. Und dass dem Landkreis eine starke, aber eben durch die Möglichkeit zum Führen eines eigenen Kennzeichens zufriedene Stadt Hanau wichtig ist. Man hat damit den Hanauern bewusst angeboten, eine eigene Identität im Landkreis zu befördern. Zugleich hat sich dadurch die Akzeptanz für den Landkreis in Hanau ganz stark verbessert.

bruchsal.org: Haben Sie noch mehr Beispiele?

Kennzeichen

Prof. Dr. Bochert: Selbstverständlich. Kürzlich hat der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, für Rügen das Hanauer Modell zu übernehmen, nachdem wir die Rüganer im Februar darauf aufmerksam gemacht haben, dass das RÜG innerhalb des Großkreises Nordvorpommern - NVP - einen großen Werbeeffekt haben könnte. In diesem Bundesland ist eine Umsetzung weiterer Fälle absolut realistisch. Wir haben auch dort bereits Befragungen der Bevölkerung vorgenommen und werden im Herbst im Bezug auf weitere Kennzeichen hin untersuchen, wie die Bevölkerung zu dem Thema steht. Auch in Thüringen und Sachsen gibt es jetzt positive Signale aus der Landespolitik zu dem von uns vorgeschlagenen Modell. Das alles ist schon ziemlich überraschend, denn unsere Initiative ist kaum ein halbes Jahr alt. Viele denken ja tatsächlich zuerst, es handele sich um einen Scherz. Aber es ist keiner.

In einer ganzen Reihe von Städten in verschiedenen Bundesländern, auch in Baden-Württemberg, wird das Thema in diesem Herbst in den Gemeinde- bzw. Stadträten behandelt werden. Man wird dann sehen, wie die Landkreise und Bundesländer, die involviert werden müssen, reagieren. Ich kann Ihnen aber heute nicht sagen, ob es zukünftig nur eine Handvoll weiterer Ausnahmen geben oder ob es breitere Kreise ziehen wird.

bruchsal.org: Welche Vorteile sehen Sie außer dem "Nostalgieeffekt" bei Wiedereinführung von bereits ausgemusterten Kfz-Schilder-Kürzeln?

Prof. Dr. Bochert: Nostalgie ist zwar eine Begründung für den Wunsch zur Wiedereinführung, aber nicht der wichtigste und aus Sicht der Städte auch kein sonderlich interessanter. Der zentrale innere Grund ist die Identifikation von Jung und Alt mit der eigenen Stadt. Das allerdings ist im Innenverhältnis Stadt - Bürger eine ganz bedeutende Chance; dieser kleine, tausendfache Bezug, den man über die „Beschriftung" seines Autos zu seiner eigenen Stadt bekommt. Darüber hinaus gibt es die äußere Wahrnehmung der Stadt. Und zwar dadurch, dass die Kennzeichen auf einem wichtigen Trägermedium, dem Kraftfahrzeug, in einer großen Zahl vorkommen, so dass sie wiedererkannt werden. Man nimmt, wenn man Autos sieht, mehr oder weniger bewusst immerzu diese Symbole wahr. Und man begegnet Autos ja nicht so selten.

bruchsal.org: Wie werten Sie das Kürzel BR für Nummernschilder?

BR-ORG 1
Prof. Dr. Bochert: BR ist ein „gutes Kennzeichen", da es sich nur um zwei Buchstaben handelt. Dies ist aus mehreren Gründen ein Vorteil: Die Akzeptanz ist vermutlich größer, weil mit zwei Buchstaben mehr Wunschkennzeichenkombinationen denkbar sind, da die Zeichenzahl auf einem Nummernschild gesetzlich auf acht begrenzt ist und weil mit kürzeren Kennzeichen Größe identifiziert wird. Stellen Sie sich einmal vor, wie es wäre, wenn plötzlich wieder BRs auf den Straßen präsent wären: Wir wissen doch alle, wie oft man das „KA, der kommt aus Karlsruhe" usw. denkt oder sagt. Plötzlich taucht da mit dem BR etwas Neues auf, das würde auf jeden Fall zu vielen, vielen kleinen Bruchsal-Gedanken führen.

bruchsal.org: Wie ist das eigentlich: Kämpfen Sie selbst für alte Kennzeichen?

Prof. Dr. Bochert: Nein, das ist ein Missverständnis. Wir untersuchen einen zentralen Punkt: Nämlich die Frage, ob die Bevölkerung überhaupt den Kennzeichenwechsel mittragen würde. Dies ist die zentrale Voraussetzung für die Sinnhaftigkeit der Wiedereinführung, weil die Bürger dieses Symbol transportieren würden. Ob der damit verbundene politische Prozess aufgenommen wird, kann und will ich nicht beeinflussen. Zudem haben wir die Städte nur darauf aufmerksam gemacht, wie die Rückkehr zum eigenen Kennzeichen funktionieren kann. Das bedeutet aber nicht, dass man dafür kämpft.

bruchsal.org: Und Ihre persönliche Ansicht?

Prof. Dr. Bochert: Ich bin persönlich davon überzeugt, dass in vielen Fällen - aber nicht immer - eine kleinräumigere Zuordnung besser ist, weil die Menschen nach Verwurzelungen suchen. In Zeiten der Globalisierung braucht man als Gegenpol zu den vielschichtigen, oft entfremdenden Entwicklungen eine stärkere lokale Ortung. Dafür ist das Symbol Kfz-Kennzeichen hilfreich. Insofern bin ich auch davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, den Kommunen, in diesem Fall ja völlig kostenlos, eine Möglichkeit zum verbesserten Außenmarketing, zur verbesserten Identifikation zu geben. Die Frage der inneren Bindung, also ob die Bürger das mittragen, muss jedoch in jedem Einzelfall aufgezeigt werden.

bruchsal.org: Wie schätzen Sie die Situation im Landkreis Karlsruhe ein?

Prof. Dr. Bochert: Der Kreis Karlsruhe ist sicherlich ein Landkreis, der nicht unbedingt gut einheitlich darzustellen ist. Da muss man sich ja nur einmal die Außengrenzen des Landkreises ansehen, dann wird das doch schon klar. Daher ergibt sich aus Sicht des Landkreises kein Marketing-Grund für ein einheitliches Kreiskennzeichen. Außerdem würde durch die Wiedereinführung des BR das Symbol für den Landkreis und die Stadt Karlsruhe nicht geschädigt, weil es weiterhin vergeben würde. Es bliebe also aktuell, es gäbe gar keine Verlierer. Schlussendlich erscheint es mir auch durchaus fragwürdig, dass Bürger aus Bruchsal das Marketing der Stadt Karlsruhe über ihre Autos mitfinanzieren. Man nimmt doch durch das KA nie den Landkreis, sondern immer nur die Stadt Karlsruhe wahr. Das muss so nicht sein. Hier muss ich allerdings betonen, dass damit nichts gegen die Landkreisgröße und die Arbeit der Landkreise gesagt werden soll: Ich halte die Baden-Württembergische Verwaltungsstruktur für gut und auch größenmäßig absolut für sinnig. Nur: die Landkreise erfüllen nun einmal keine emotionalen Funktionen, das können sie normalerweise auch nicht. Da sind den Menschen die Städte, in denen sie leben, in der Regel näher.

bruchsal.org: Könnten Sie sich vorstellen, auch Bruchsal in die "Heilbronner Initiative" mit einzubeziehen?

Prof. Dr. Bochert: Wir werden im Herbst in Absprache mit der Stadtverwaltung unsere externe Befragung auch in Bruchsal durchführen. Dann kann das Ergebnis mit den Befragungen aus dem Frühjahr abgeglichen werden. Diese Befragung bedeutet aber nicht, dass die Stadt sich bisher in irgendeiner Weise positioniert hat; es handelt sich hier um eine Studie der Hochschule Heilbronn.

bruchsal.org: Wie wäre Ihre weitere Vorgehensweise, um für Bruchsal ein repräsentatives Stimmungsbild zu ermitteln?

Prof. Dr. Bochert: Wir wissen repräsentativ, dass in den Städten mit Altkennzeichen die Menschen eindeutig in der ganz überwiegenden Zahl der Städte das eigene Stadtkennzeichen bevorzugen. Unsere Befragungen in den einzelnen Städten sind Stimmungsbilder, die man mit dieser Großbefragung abgleichen kann. Die Interpretation der Daten aus den Befragungen würde ich nicht vorab vornehmen. Es gibt auch spezifische Situationen, in denen das bisherige Kreiskennzeichen, hier wäre das also das KA, bevorzugt wird. Wie es also in Bruchsal aussieht, das weiß man erst nach der Befragung.

bruchsal.org: Herr Prof. Dr. Bochert, vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Rolf Schmitt

 

Fallbeispiel Bocholt 01:

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Fallbeispiel Bocholt 02:

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (9 Bewertungen)

Kommentare

Ich will BR zurück

Italien 1967a

Schade, ich würde heute gerne mit einem Bruchsaler Nummernschild nach Italien fahren. Wie Ende der 60er mit unserem ersten Käfer.

Italien 1967

 

KA oder BR?

Ich wohne zwar erst seit 10 Jahren in Obergrombach, möchte den ort dennoch zwischenzeiltich als meine Wahlheimat bezeichnen. Dennoch erschließt sich mir nicht der Sinn, weshalb beim Autokennzeichen bruchsal touritisch profitieren soll, wenn anstatt KA eben BR am Anfang des Kennzeichen steht.
Ich finde das Jacke wie Hose. Meinetwegen könnte auch XYZ am Anfang stehen.
Auch kann ich folgende Aussage von Prof. Bochert nicht nachvollziehen.

"Schlussendlich erscheint es mir auch durchaus fragwürdig, dass Bürger aus Bruchsal das Marketing der Stadt Karlsruhe über ihre Autos mitfinanzieren. Man nimmt doch durch das KA nie den Landkreis, sondern immer nur die Stadt Karlsruhe wahr."

Bekommt die Stadt Karlsruhe pro Kennzeichen eine Art Prämie für's Stadtmarketing? Inwiefern sieht denn die Mitfinanzierung aus?

Wenn ich innerhalb Deutschlands verreise, dann suche ich mein Ziel z.B. nach der Landschaft oder den Sehenwürdigkeiten etc. aus und nicht nach dem Auto-Kennzeichen. Wenn ich z.B. nach Meersburg am Bodensee fahre, dann ist es mir schnurzegal, ob die dort ein eigenes Kennzeichen haben oder das von Konstanz, Lindau oder Friedrichshafen. Inwieweit so etwas einen touristischen Anreiz bieten soll ist mit schleierhaft. Besser wäre es auf anderen Gebieten für Anreize zu sorgen.

Ich bin Wahlbruchsaler, bevor

Ich bin Wahlbruchsaler, bevor ich hierher zog, kannte ich Bruchsal nur von den Staumeldungen auf der Autobahn.

Also wenn es darum geht.... einfach ein bisschen die Autobahn stauen und schon wird Bruchsal im Radio erwähnt und das ständig ca. alle 30 Min. Dann klappt es auch mit dem Tourismus. Die Streuung dürfte so noch größer sein, als über die Nummernschilder, die man ja BRuchsal erst mal zuordnen muss.

BR als Marke

"Wenn ich innerhalb Deutschlands verreise, dann suche ich mein Ziel z.B. nach der Landschaft oder den Sehenwürdigkeiten etc. aus und nicht nach dem Auto-Kennzeichen."

Markenaufbau im Stadtmarketing

Markenaufbau im Stadtmarketing

Ganz so einfach funktioniert Marketing dann auch auch wieder nicht. Sicherlich wird niemand sein Urlaubsziel nach einem KFZ-Kennzeichen aussuchen - aber das hat ja auch nicht wirklich jemand behauptet. Vielmehr geht es hier zunächst rein darum wahrgenommen zu werden und dann um den Aufbau einer Marke. Führt eine Stadt ihr eigenes Kürzel in den Autonummern, so ist sie im Straßenverkehr hierüber wahrnehmbar: "Wofür steht BR? Wo liegt das? Was gibt es dort?" usw. Auch wenn selbstredend eine Marke oder ein Kürzel auf einem Nummernschild für sich genommen keinen Besucher mehr nach Bruchsal oder sonstwohin locken können, sind sie dennoch von nicht zu unterschätzender Bedeutung für das Stadtmarketing.

Umgekehrt ist eine Gemeinde ohne ihr eigenes KFZ-Kennzeichen zumindest auf diesem Weg nicht wahrnehmbar. Wenn man sich in einem weiteren Schritt überlegt, wieviele Fahrzeuge in Bruchsal zugelassen und theoretisch täglich und europaweit als "Träger" dieser Marke unterwegs sein könnten, wird die Reichweite bzw. umgekehrt der theoretische Verlust an Reichweite zumindest ungefähr vorstellbar. Dazu kommt, dass Autonummernschilder überwiegend nicht als Werbung wahrgenommen werden (was sie ja auch nicht sind) und es damit umso leichter ist, hierüber positive Assoziationen zu schaffen.

Dass KFZ-Kennzeichen auf der Straße tatsächlich beachtet werden, steht indessen völlig außer Frage und lässt sich z.B. durch die effektive Werbeform auf Nummerschildverstärkern empirisch belegen. Diese Werbung beruht auf dem Prinzip, dass Verkehrsteilnehmer auf KFZ-Kennzeichen achten und dabei die Werbebotschaft darunter bzw. darüber zusätzlich wahrnehmen.

Insofern fahren wir - etwas überspitzt formuliert - mit unseren KA-Kennzeichen tatsächlich kostenlos Werbung für unsere Nachbarn.

Daß Kfz-Kennzeichen auch ...

Werbung sein können, zeigt sich ganz deutlich in den USA. Amerikanische Kennzeichen sind sehr bunt, enthalten den Namen des Staates sowie dessen Motto (für Florida z.B. "The Sunshine State" oder für Idaho "The Potato State"), einige Staaten führen noch den Namen des Countys, in dem das Schild vergeben wurde sowie Besonderheiten wie das Logo einer Universität einer bestimmten Stadt. Texas hat die Umrisse des Staates auf dem Nummernschild sowie das Motto "The Lone Star State". Es gibt auch themenbezogene Nummernschilder bezüglich der ausgeübten Hobbies (z.B. "LUVDOGS" = ich liebe Hunde als Form des persönlichen Ausdrucks) oder mit Texten, soweit sie nicht anstößig sind. Das Nummernschild wird also durchaus als Werbemittel gesehen, für den Staat, Countys, Städte und sogar als persönlicher Ausdruck der Individualität. Ich hatte 1974 während eines über einjährigen Aufenthalts in Kalifornien ein schwarz-gelbes Nummernschild mit den Umrissen des Staates Kalifornien, der Autonummer und der Aufschrift "Ghost Town Calico". An meine texanischen und Arizona-Kennzeichen kann ich mich nicht mehr genau erinnern, außer an die Umrisse des Grand Canyons auf dem Kennzeichen von Arizona und einer blutroten Sonne. Es muß noch hinzugefügt werden, daß jeder Staat eine Auswahl von hunderten verschiedener Kfz-Kennzeichen bietet. Glaube aber keiner, dieses erschwere die Arbeit der Polizei! Es kommt nicht auf die Sprüche und Texte an, sondern auf die Buchstaben- und Zahlenkombinationen - und diese sind klar erkenntlich.

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