Blumenwiesen am Golfplatz

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Ein Lob dem Greenkeeper
Sonntag, 22. August 2010 - 18:36

Wiesenblumen

Blumenwiese auf dem Golfplatz


Nachdem ich vor zwei Wochen der Stadtgärtnerei Bruchsal ein dickes Lob für die Bepflanzung in der Innenstadt aussprechen mußte, siehe:

http://www.bruchsal.org/story/weitere-bruchsaler-perspektiven

muß man auch den Greenkeeper des Bruchsaler Golfclubs belobigen. Es wurden dort sehenswerte Blumenwiesen angelegt, deren Vielfalt und Farbenpracht einmalig ist. Die Blumen sind in immer neuen Gruppierungen angeordnet, so daß kein Fleck dem anderen gleicht. Ich habe mir das Beet oben am Kreuz einmal näher angeschaut (wenn Sie rechts unten am Video die Maus über die dort angegebene Zahl, meistens 360p, führen, erscheint ein Pop-up-Fenster. Ein Klick auf 1080p HD stellt die höchste Wiedergabequalität ein, falls Ihr Computer und Ihre Downloadgeschwindigkeit dies zuläßt - jedoch zuerst auf den Wiedergabepfeil klicken):

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Kommentare

Ein dickes Lob an den Autor

Dieser Blumenfilm hat mir viel Freude gemacht. Ein ganz dickes Lob an den Autor. Zur "Entschleunigung" in unserer heutigen Zeit sehr wertvoll.

Solche "Wildblumen" haben draußen nichts zu suchen

Ohne die Euphorie der Verfasser und Kommentatoren über "schöne bunte Blumen" bremsen zu wollen, gibt es hier zwei leider ziemlich negative Dinge aus Sicht des Naturschutzes zu sagen.
- Die abgebildeten "Blumen" sind ein völlig naturfremder Mix aus Garten-Zuchtformen und gebietsfremden Neophyten, die durchweg bei uns in der freien Natur nichts zu suchen haben. Im günstigsten Fall werden sie sofort wieder verschwinden (z. B. der kalifornische Mohn oder der rote Lein), im schlechtesten Fall verwildern sie und tragen zur Faunenverfälschung bei. Wenn ein Gartenbesitzer solche "Wildblumenmischungen" für billig Geld beim Versandhandel kauft, kann er nicht davon abgehalten werden. In freier Natur haben sie nichts zu suchen. Es gäbe genügend dekorative heimische Wildblumen, mit denen man unserer Natur wirklich was Gutes tun könnte. (Übrigens sieht man solche Absurditäten auch regelmäßig bei der Bepflanzung von Verkehrskreiseln!). Die AGNUS berät gerne dabei.
- Der Golfclub hatte zum Zeitpunkt seiner Gründung (wieviel Jahrzehnte ist das schon wieder her...) eigentlich mit der AGNUS einen Vertrag abgeschlossen, in dem festgelegt wird, dass rund 30% des Wiesengeländes als extensive Wiese gepflegt werden. Leider ist dieses Know-how im Laufe der Jahre beim Golfclub völlig verloren gegangen - am Anfang hatte es noch ganz gut geklappt. Dass mittlerweile nicht nur die Wiesen fast alle als Intensivgrün gepflegt werden, sondern auch noch solche idiotischen Blumenmischungen hineinkommen, stört schon sehr.
Der Vertrag war übrigens abgeschlossen worden, damit die AGNUS als Vertreter der Naturschutzverbände keine Einwände gegen die Planung des Golfplatzes erhebt. Er hat keine zeitliche Geltungsbegrenzung! Lustigerweise steht in diesem Vertrag (den die AGNUS noch hat!), dass bei Zuwiderhandlungen von Seiten des Golfclubs die AGNUS das Recht hat, die versprochenen Maßnahmen auf Kosten des Golfclubs selber durchführen zu lassen. Es wird offensichtlich mal wieder Zeit, dass die Einhaltung des Vertrags kontrolliert wird. Auch der Umfang der extensiven Wiesen war damals minutiös auf einer Karte festgehalten worden.

Hmmm, Agnus,

die gibt's noch?

Kann ich nicht nachvollziehen

Diesen Ausführungen des AGNUS-Vertreters zu der schönen bunten Blumenwiese am Golfplatz kann ich so nicht nachvollziehen. Was heisst hier naturfremder Mix - der in der freien Natur nichts zu suchen hat, wer bestimmt denn das? Da müsste man doch wirklich ganz andere Sachen anprangern, die unsere Natur wirklich nachhaltig verändern oder schon total verändert haben. Dann stimmt doch unser ganzes "System" nicht mehr. Und wenn dem tatsächlich so ist, daß da mit der AGNUS als Vertreter der Naturschutzverbände der geschilderte Vertrag besteht, frage ich mich wirklich warum dieser Verein dann nicht schon längst seine Rechte durchgesetzt hat und damit auch mal an die Öffentlichkeit gegangen ist. Widerrufen Sie doch endlich Ihre Zustimmung zu diesen jetzt von Ihnen so deutlich beschriebenen Entwicklungen gegen die Naturschutzbestimmungen. Uns "Normalbürgern" unsere Freude an schönen bunten Blumenwiesen mit diesen Argumenten zu begegnen, finde ich nicht zielführend.

Naturschutz

Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß dem Naturschutz eine gewisse ideologische Verbohrtheit anhaftet. Egal ob billige Mischung oder der heimischen Natur fremd - diese Blumenwiesen bieten trotzdem einen in Form und Farbe harmonischen Anblick. Soll man sich nur in dem Land, in dem die Blumen heimisch sind, an diesen erfreuen dürfen und hier nicht? Ich darf nur an die unzähligen Ziersträucher, Stauden und Blütengewächse erinnern, die ursprünglich aus Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika stammen und aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken sind. Wollte man puristisch sein, dürften hierzulande nur noch Bauerngärten mit alteingesssenen Pflanzen kultiviert werden. Ich nehme nicht an, daß verwilderte Blumen aus den angeführten Mischungen unsere heimische Fauna verdrängen und das Landschaftsbild derart verändern wie die Goldrute, ursprünglich in den kanadischen Prärien heimisch, hierzulande zunächst als Gartenpflanze gehalten und dann verwildert. Man sollte also den "Garten im Dorf" lassen und sich einfach an der Formen- und Farbenpracht erfreuen.

Reihenfolge einhalten?

Na ja, meine Herren H. und Z. - bitte etwas mehr Verständnis für Herrn Dr. H. Der hat sicherlich nichts dagegen, wenn bestimmten "auswärtigen" Pflanzen Lebensraum gewährt wird.
Aber alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort.
Ich meine auch, dass es richtiger wäre, auf einem Wiesengelände wie im Langental zunächst mal einheimischen Pflanzen, die es hier immer schwerer haben, Lebensraum zu bieten. Auch wenn das vielleicht etwas kostspieliger sein sollte als die Kleingärtners Wundermischung aus dem Versandhandel.
Wenn der Golfclub dann meint, seine unmittelbares Vereinsgelände auch noch mit botanischen Exoten veredeln zu müssen - na, gut, soll er.
Auf einen Exoten mehr oder weniger kommt es da auch nicht mehr an...

Augur

Erfreuen Sie Ihr Gemüt doch einmal, jenseits aller Ideologie, an der Schönheit und Farbenpracht dieser "Wundermischung aus dem Versandhandel". Täte Ihnen bestimmt gut.

Aber sicher...

Das täte nicht nur Ihnen, sondern auch vielen anderen "Auguren"  gut.

Wildblumen

1. Ja, die AGNUS gibt es noch, und wir erfreuen uns durchaus einer mittlerweile 30jährigen, sehr erfolgreichen Naturschutzgeschichte. Ich würde mal behaupten, daß der nördliche Landkreis Karlsruhe ohne uns deutlich trister aussehen würde. Daß wir mehr machen könnten, wenn ein paar mehr Mitbürger ihren Hintern hochbekommen würden und bei uns mithelfen würden, statt immer nur zu nörgeln, ist unbestritten. Also schaut mal wieder rein, an Aufgaben mangelt es wahrlich nicht.

2. Wir gönnen jedem Gartenbesitzer seine Hortensien aus China (wenn er aber heimische Wildblumen verwenden will, geben wir auch gerne Tipps ab.) Es ist aber ein Unterschied, ob man über den Garten redet oder über die Pflege und Ausgestaltung von Lebensräumen "in freier Wildbahn". Dazu gehört nun mal der Golfplatz, auch nach eigenem Anspruch. Das hat mit Verbohrtheit nichts zu tun, sondern mit Prinzipien, sorry.

Verträge mit dem Bruchsaler Golfclub...

... scheinen gerne in Vergessenheit zu geraten.
Da will ich nun keinesfalls der AGNUS mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern einen Vorwurf machen - ich denke da eher an den einen oder anderen nicht ganz ehrenamtlichen Golfclub-Präsidenten - mir fällt da der Name Willi Mangei ein - und auch auf Seiten der Stadtverwaltung Bruchsal könnte der eine oder andere leitende Mitarbeiter aus dem Bereich des Bauamtes seinem Erinnerungsvermögen anhand kurzen Aktenstudiums etwas nachhelfen.
Vielleicht findet sich sogar der eine oder andere Aktenvermerk in dieser Angelegenheit, die am Golfclub offensichtlich so "schonend" vorüber ging wie der Fußwegebau durch das Langental...?
Ach ja - und auch hier nicht vergessen: Ex-Ob Bernd Doll war (oder ist noch?) Mitglied. Samt Gattin.
Hört man.

Bitte Klartext

Jetzt bitte mal Klartext und nicht nur "augurenmäßige" Andeutungen, damit der interessierte Bruchaler Normalbürger der sich auch auf bruchsal.org  tummelt,  sich ein Bild von diesen offensichtlichen "Machenschaften" machen kann.

Antwort und Info zu Kommentag von "Augur".

Schön, dass der Golfplatz so positiv im Gespräch ist. Auch gut, dass sich die Agnus/H. Dr. Hassler noch um die Einhaltung der Verträge mit dem Golfclub kümmert. Gut so! Schön wäre es natürlich, wenn man sich vor öffentlichen Diskussionen auch mal mit den Verantwortlichen unterhalten würde. Manche Kuh wäre dann schneller vom Eis. Und kleine Farbtupfer im 90 Hektar Gelände würden nicht über bewertet. Nebenbei, die Farbtupfer ist unsere Managerin, Frau Mössiinger, verantwortlich. Ich finde das hat sie gut gemacht. 90 Hektar Umweltbesusstsein des Golfclubs - finden Sie gut erklärt von unserem Umwelt-
beauftragten H. Männel. Kennt die Agnus die Umweltbemühungen des Deutschen Golfverbandes? Beispielhaft umgesetzt in Bruchsal!! Zu der Bemerkung, dass der Präsident Willi Mangei "nicht so ehrenamtlich" dem Club vorgestanden hat" meine Antwort: Ich habe in den Club neben meiner Aktivität auch so manche Mark investiert, bekommen habe ich viel Anerkennung und Freude an der Arbeit. Das war´s . Weitere Info jederzeit über eine Mail. H. Gruss Willi Mangei

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