Bis 17. Dezember 2011 in der Stadtbibliothek Bruchsal: Vertraute Orte, rätselhafte Seh-Erlebnisse

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Ungewöhnliche Bruchsaler Impressionen / Verkaufserlös der Bilder kommt Stadtbibliothek zugute
Mittwoch, 30. November 2011 - 10:06

Bruchsal (tam). Den Ort selbst kennt man in Bruchsal: Oben auf der Andreasstaffel, neben dem kleinen steinernen Weinberghäuschen, das sich der Wirt Andreas Rößler vor bald anderthalb Jahrhunderten dort hingebaut hat. Die Perspektive indes ist außergewöhnlich, scheint verzerrt und rätselhaft: ein Bild, das dem Begriff des Panoramas noch einmal eine größere und umfassendere Bedeutung gibt. Denn es zeigt nicht nur, was vor dem Betrachter liegt, sondern es offenbart einen 360-Grad-Rundumblick, es gibt vom Stadtgarten im Norden bis über das Paulusheim im Osten hinaus weit mehr zu erkennen, als das menschliche Auge selbst je auf einen Schlag wahrzunehmen in der Lage wäre.

 

Andreasstaffel

Foto: Henrik Fessler

 

Bruchsal – ein Lichtwerk“, so hat Henrik Fessler seine Ausstellung mit rund 30 überwiegend Bruchsaler Motiven benannt, die noch bis einschließlich Samstag, 17. Dezember in der Stadtbibliothek zu sehen ist. Ob ein alter Betonunterstand aus der Zeit um 1930 oder die mit Graffiti übersäte Bahnunterführung am Schlossgarten, ob Belvedere oder Peterskirche, stets brechen die Aufnahmen von Henrik Fessler in der oder anderen Weise mit hergebrachten und eingefahrenen Sehgewohnheiten. Gleichzeitig lenken sie damit aber auch ein ganz neues Interesse des Betrachters auf all jene Bauwerke und Orte in der Stadt, die zwar jedem Bruchsaler vertraut – aber vielleicht auch gerade deshalb in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht mehr besonders präsent sind. Die Bilder konfrontieren den Ausstellungsbesucher mit einer ganz anderen Perspektive, einem völligen veränderten Blick, einer gewissen Verfremdung dieses vertrauten Ortes – und regen durch manchmal geradezu verwirrende Seh-Erlebnisse die Neugierde an.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Henrik Fessler ist jeweils zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek im 1. Obergeschoss zu besichten. Alle Arbeiten können erworben werden, es gilt ein Mindestgebot von 25 Euro, zuletzt erhält der oder die Meistbietende den Zuschlag. Das Personal der Stadtbibliothek steht vor Ort für Auskünfte gerne zur Verfügung.

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