Bildungsmisere - welche Bildungsmisere?

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Von Landeselternbeirat bis Oettingerspeak
Dienstag, 26. Januar 2010 - 0:23

Da ist sie nun zurückgetreten, Christiane Staab, Vorsitzende des Landeselternbeirats und selbst CDU-Mitglied. Es fehle seitens der Landesregierung völlig der Wille zu erkennen, dass so vieles schiefläuft in diesem Schulsystem. Alles werde schöngeredet und überhaupt sei G8, das achtjährige Gymnasium, eine Einsparmaßnahme für das Land, die die Eltern durch die Hintertür mit Nachhilfe bezahlen müssten. Laut SWR-Nachrichten habe Kultusminister Rau überrascht über den Schritt reagiert. Schließlich stecke die Koalition mit der Bildungsoffensive über 500 Millionen Euro in die Schulen, so Bildungssprecher Volker Schebesta.

Alles in Ordnung also im Südwesten? Der Rücktritt von Frau Staab ein Affront ohne jede Grundlage? Der vielbeschworene Bildungsnotstand üble Nachrede? Der Unterrichtsausfall eine Lüge? Die Aufforderung von Lehrkräften jüngst, beim ersten G8-Abitursjahrgang 2013 bewusst für gute Zensuren zu sorgen (warum?) frei erfunden? Die Demonstration gegen die Kürzung der Mittel für private Schulen eine optische Täuschung? Das eindrucksvolle Video über die Effektivität von Schulenglisch ein Fake? Schön wär´s! Trotzdem wohl eher ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass Veränderungen in der Bildungspolitik nicht im Landeselternbeirat sondern an der Wahlurne entschieden werden.

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Kommentare

Was tun an den Schulen?

Es ist ein Jammer, dass das Thema Bildung und die Unzufriedenheit der Schüler und deren Eltern unerschöpflich ist und dennoch die politischen Entscheidungsträger so hochzufrieden mit ihrer Arbeit scheinen. Hier sehen wir natürlich ein klassisches Problem in der Politik: Jede sinnvolle
Maßnahme kostet aktuell Geld aber zeigt erst in diversen Jahren Wirkung. Bis dahin sind die Legislaturperioden abgelaufen und das Vorhaben
läßt sich im Wahlkampf nicht optimal vermarkten - im Gegensatz zu einer neuen Ortsumgehung beispielsweise. So ist es dann zweitrangig, dass
jeder Euro, der in Bildung investiert wurde, später echten Reingewinn bringt in Form von Steuergelder, nicht-benötigten Fördermaßnahmen und
ähnlichen. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Hier hilft nicht mal konsequentes Abwählen der CDU. Die Eltern in SPD-regierten Bundesländern sind
nämlich auch nicht glücklicher.
Was hilft dann? Die Arbeit im Kleinen: Engagement im Elternbeirat, unmissverständliche Forderungen an die "eigene" Schule, Mutmachen
und Unterstützung der Lehrer und Schulleitung wo immer möglich. Und - ganz banal - die eigenen Kinder dazu erziehen, sich nicht als Nabel
der Welt sondern Teil eines Ganzen zu verstehen, damit nicht die wenigen Ressourcen der Schule für das In-Schach-halten der renitenten Brut
benötigt werden.

Entsetzen

Ich bin wirklich entsetzt über das was ich da lese und von Herrn Öttinger zu hören bekomme. Da dachte man, Herr Westerwelle hat schon alles gezeigt, oder besser nicht gezeigt, und dann das hier.
Ich arbeite bei einem global agierenden Unternehmen und maße mir jetzt einfach mal an, hier urteilen zu dürfen. Was der scheidende Ministerpräsident bei seiner "Ansprache" bietet ist beschämend und schmerzt wirklich beim Zuhören. Zu Beginn hoffte ich noch, dass es sich hierbei um ein schlecht gemachtes, manipuliertes Satirevideo handelt. Aber weit gefehlt... Der Mann kann hat tatsächlich keine Ahnung! In jedem internationalen Unternehmen -und ein solches ist die EU letztlich auch- würde er nicht einmal eine Büroassistentenstelle bekommen, denn dort sind englische Sprachkenntnisse unbedingte Voraussetzung. Wie kann es denn sein, dass Herr Öttinger überhaupt solch eine Stelle im internationalen Umfeld angeboten bekommt? (Ja, das war eine rhetorische Frage, denn ich weiß, hier geht es um Politik) Jetzt mag der ein oder die andere sagen, ist doch nicht so wichtig, ob sein Englisch gut ist oder nicht, die haben ja Simultanübersetzer. Stimmt, die gibt es bei der EU. Aber haben sie Öttinger schon mal deutsch sprechen hören? Das kann er nämlich auch nicht, sondern eben nur schwäbisch und das auch nur gehuddelt... Es bleibt also am Ende zu hoffen, dass er seine Übersetzer aus Stuttgart nach Brüssel mitnimmt, ansonsten sehe ich schwarz für die innereuropäische Verständigung in Energiefragen.

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