Betrugsversuch ist straflos

DruckversionPer e-Mail versenden
Gesetzeslücken zum Vorteil der Betrüger
Donnerstag, 13. November 2014 - 19:46

Man stutzt. Eine eMail von der Sparkasse. Originallogo der Sparkasse, dann ein höflicher Text. Man sei besorgt um die Sicherheit, weil der Kunde seine PIN schon längere Zeit nicht verändert habe.

Um die Sicherheit wieder herzustellen sollte man den Antrag zum Vergeben einer neuen Telefonbanking-PIN herunterladen. Falls man das nicht innerhalb von 72 Stunden macht, bekommt man automatisch eine neue PIN in den nächsten Tage per Briefpost zugestellt. Allerdings wird dafür eine Gebühr von 29,90 Euro fällig.

Erzählt man so einen Betrugsversuch, der gar nicht so schlecht gemacht ist der Polizei, dann haben die einen guten Rat: "Löschen Sie die Mail". Analog reagiert die Sparkasse. Man sei machtlos, selbst gegen die Verwendung des Sparkassenlogos.

Seltsame Gesetzgebung, bei Verletzung des Urheberrechts, da sind alle schnell dabei, die "Übeltäter" am Schlafitchen zu fassen. Internetbetrug scheint mehr ein Kavaliersdelikt. Also Aufpassen! Im Zweifelsfall lieber einmal eine telefonische Rückfrage mehr starten.

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (9 Bewertungen)

Kommentare

Das ist keine Gesetzeslücke....

..sondern eine reine Verzweifungstat der Exekutive, um die Straftatenstatistik im politisch vorgegebenen Rahmen zu halten! Denn sollte die Politik etwa öffentlich zugeben, dass man da vollkommen machtlos ist, weil einem finanziell, personell und logistisch (nicht ohne Eigenverschulden) die Hände gebunden sind?

Urheberrechtsverletzungen sind ein ganz anderes Thema. Die werden in der Regel nicht von Strafverfolgungsbehörden geahndet, hier treten die vielgerühmten "Abmahnanwälte" auf den Plan, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, gezielt vorgehen und wohl in den meisten Fällen über Scheinfirmen auch als "agent provocateur" auftreten. Man denke an den Fall der bekannten Kanzlei in Regensburg letztes Jahr, die kurz vor Weihnachten Betrachter von Pornoseiten abmahnte und dabei auch sehr unsauber vorging. Strafprozessuale Hemmschuhe gibt es da auch nicht und Geld verdient wird genug....

Selbst wenn

Urheberrechtsverletzungen erst nur von Anwälten "geahndet" werden, schlußendlich gibt ihen der Gesetzgeber Recht, oder nicht? Oder kann man sich der Zahlung entziehen?

Aber selbstverständlich

gibt ihnen der Gesetzgeber Recht - verfolgen Sie in diesem Zusammenhang doch nur einmal die aktuelle Diskussion bezüglich "Störerhaftung offenes WLAN" im Bundestag.

Diese Art der "Ahndung" kostet den Gesetzgeber keinen Cent, spült dank RVG reichlich Geld in die Kassen bestimmter Personengruppen (JA - dort gibt es einen flächendeckenden Mindestlohn) und schließlich werden wir ja überwiegend von Anwälten regiert.
Ob Sie sich in einem solchen Fall einer - gerechtfertigten oder nicht gerechtfertigen - Zahlung entziehen können, hängt dann einzig und allein von der Arbeit IHRES Anwalts ab;)

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen