Begegnung mit den „Wilden Zwanzigern“

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„Wackeltänze“ galten als unmoralisch / Auch das Tanzbein darf geschwungen werden
Sonntag, 19. Oktober 2014 - 10:31

Bruchsal (tam).Komm, mein kleiner Schnackelfranz, tanzen wir mal Wackeltanz“, so lud im frühen 20. Jahrhundert ein Schlager auf die Tanzfläche. Und was dort dann geschah, unterschied sich doch sehr von den bisherigen klassischen Formen: Den Siegeszug von Shimmy, Charleston und später Swing versuchten die Behörden mancherorts sogar durch Verbote wegen offenkundiger Unsittlichkeit aufzuhalten. Denn hatte der Walzer noch zu recht gleichförmigen kreisenden Bewegungen eingeladen, wurden die Schritte nun individueller, improvisierter, vor allem aber ungezügelter – mit einer durchaus nicht zu übersehenden erotischen Komponente.

Schloss

Auf den großen Tanzorchestrien des Deutschen Musikautomaten-Museums erklingen Melodien der „wilden Zwanziger“. Foto: Sonja Ramm

Zu einer Begegnung mit den „Wilden Zwanzigern“ lädt das Deutsche Musikautomaten-Museum (DMM) am Sonntag, 2. November 2014 um 11 Uhr im Rahmen der monatlichen Stammtische seines Fördervereins ein. Elke Jäger-Biber und Sonja Ramm gehen in der Historischen Wirtschaft (3. Obergeschoss) der Herkunft dieser Rhythmen und der Frage nach, wer zu diesen Melodien auf die Tanzflächen strömte. Musikalisch unterstützt werden sie klangvoll von den großen Orchestrien des Museums, und im Tanzsaal des DMM darf dann auch das Tanzbein geschwungen werden. Interessierte Gäste sind hierzu ebenfalls herzlich eingeladen. Es wird lediglich der reguläre Eintritt in Schloss Bruchsal in Höhe von 6 Euro erhoben, der Vortrag selbst ist unentgeltlich.

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