Das Badische Landesmuseum stiftet Stolperstein für Hermine Mansbach

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Dienstag, 16. April 2013 - 13:50

Mansbach

Karlsruhe, 16.4.2013 (BLM)Ende 2012 machte das Badische Landesmuseum in seiner Bibliothek ein in der NS-Zeit erworbenes Buch ausfindig. Im Zuge der Provenienzrecherche entdeckte Dr. Katharina Siefert das einbändige „Philo-Lexikon“, ein „Handbuch des jüdischen Wissens“. Im Eingangsbuch der Bibliothek ist es 1940 als „Geschenk des Bevollmächtigten für das jüdische Vermögen in Baden“ vermerkt – ein eindeutiger Hinweis auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut. Laut Besitzerstempel war es Eigentum von Dr. Moritz Mansbach, der mit seiner Familie in der Ritterstraße 6 in Karlsruhe wohnte und dort eine Zahnarztpraxis betrieb.

Dr. Moritz Mansbach und seine Gattin Hermine Mansbach wurden am 22. Oktober 1940 in das französische Internierungslager nach Gurs deportiert und ihres Eigentums beraubt. Die Wohnungseinrichtung wurde in Karlsruhe öffentlich versteigert. Einige Gegenstände waren zuvor aussortiert worden, darunter das kleine Nachschlagewerk. Während Moritz Mansbach nach der Lagerhaft nach Palästina emigrieren konnte, verstarb Hermine Mansbach am 29. November 1942 in Frankreich. Ihr zum Gedenken stiftet das Badische Landemuseum einen Stolperstein vor dem Haus Ritterstr. 6, der am 16. April 2013 durch den Künstler Gunter Demnig verlegt wird.

 

Demnig

 

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