Der Bürgermeistermacher aus Bruchsal - Die Fortsetzung der Geschichte

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Was Obamas Strategen sich für die USA ausdenken, das überträgt Ulrich Heckmann auf Wurmberg, Bammental, Ubstadt-Weiher oder gar Bruchsal.
Samstag, 8. Januar 2011 - 0:35
Rainwurf

Vermutlich war wieder einmal Samstag, die Sonne hat geschienen und ein junger Mann schlenderte mit seiner Lebensgefährtin über den Wochenmarkt. Er schlenderte aber nicht, weil er das Wochenendgemüse einkaufen wollte, er schlenderte, weil ihm das Schlendern verordnet wurde: Foto-Shooting. Der junge Mann war Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Villingen-Schwenningen und für den Wahlprospekt mussten noch entsprechende Fotos her. Diese ausführlich beschriebene Szene ist Teil einer Hörfunk-Reportage, die bereits im November vergangenen Jahres im Deutschlandradio gesendet wurde.

Die Szene ist in Bruchsal bestens bekannt, wie gesagt, es war Samstag, die Sonne hat geschienen und es war Wochenmarkt. Bekannt ist in Bruchsal auch die wichtigste Person der Story. Allerdings handelt es sich dabei nicht um den OB-Kandidaten, der in diesem Hörfunk-Feature auftritt, schon gar nicht um den in Bruchsal gescheiterten, sondern um den Hintermann der beiden. Ihm und seinem segensreichen Wirken ist die bemerkenswerte Hörfunk-Reportage von Tina Hüttl gewidmet. Der Mann heißt Ulrich Heckmann und hat beim Bruchsaler OB-Wahlkampf vor zwei Jahren den CDU-Kandidaten Florian Hartmann „gecoacht", wie man heutzutage sagt, später dann auch den Kandidaten für Villingen-Schwenningen. Titel der Reportage: „Der Bürgermeistermacher."

Erinnern wir uns: Die glorreiche Kandidatenfindungskommission der Bruchsaler CDU - Günther Brüstle und Werner Stark standen ihr vor - hatte selbst keinen eigenen Kandidaten auf die Reihe gebracht und sich deshalb der Dienste des professionellen, im ganzen Land bekannten Bürgermeister-Impressarios Heckmann versichert, der nicht gerade zufällig in Bruchsal wohnhaft ist. Die Kandidatin der SPD-FDP-Grünen-Koalition, zu der dann später auch noch die FWV stoßen sollte, war bereits seit Wochen unterwegs, um sich vorzustellen. Und die CDU stocherte noch immer im Kandidatennebel. Der Unmut der Parteibasis war allenthalben spürbar.

Die Ideal-Situation für den Bürgermeistermacher. Denn er ist der Mann, der helfen kann. Er hat jederzeit eine Liste von Kandidaten zur Verfügung, die gerne Bürgermeister werden wollen. Und damit hat er für jede Stadt und für jede Partei den richtigen Mann. Er muss nur darauf achten, dass sie zusammenpassen, sein Kandidat, die Stadt und die Partei, für die er ihn ins Rennen schickt. O-Ton Heckmann in dem Rundfunk-Feature:

Ich glaube auch, dass es in der Politik weniger um Inhalte geht, sondern immer nur darum, wem möchte ich mein Land anvertrauen."

Und die Autorin fügt dem beinahe ungläubig hinzu:

„Politische Überzeugungen, Motive, Ideen sind Heckmann egal. Im Wahlkampf sind Inhalte ohnehin Gift: Die Menschen stimmen nur für die Person. Und die muss am Ende oben auf der Welle schwimmen - so wie Schröder 1998, so wie Obama 2009, sagt Heckmann ernsthaft."

Grenzenloses Vertrauen fand der Impressario bei den ratlosen Granden der Bruchsaler CDU, die trotz erfolgloser Kandidatensuche vollmundig verkündeten, die Kandidatin der anderen laufe sich tot, denn professionelle Agenturen versprächen, mit einem guten Kandidaten in einem 6-wöchigen knackigen Wahlkampf jede Wahl zu gewinnen.

Heckmann selbst erklärt das in einem O-Ton der Hörfunk-Reportage:

Es gibt Leute, die zu mir sagen, sie möchten Bürgermeister werden, das ist ihr Berufsziel, hast du mir einen Tipp, wo ich hin passe? Und da ist es so, dass ich sicherlich ein gutes Gefühl dafür habe, weil die Gemeinde muss zum Kandidaten passen und der Kandidat zur Gemeinde. Das ist korrespondierend."

Beinahe, das soll nicht verschwiegen werden, wäre das in Bruchsal auch gelungen.

Heckmann XING

Erinnern wir uns aber weiter: Schon während des Wahlkampfs wurde auf verschiedenen Blogs die zweifelhafte Verbindung Heckmann - Hartmann thematisiert, zweifelhaft, weil sich der Impressario über ein „social network" - XING - als erfolgreicher Bürgermeistermacher anpries und auf diesem Wege anscheinend Kandidaten suchte, die er Parteien anzudienen versprach, die bei der Suche nach eigenen Kandidaten ähnlich erfolgreich waren wie die Bruchsaler CDU, nämlich gar nicht. Das Wort von den „XING-Brothers" machte damals im Internet die Runde, denn es war wohl offensichtlich, dass Heckmann seinen Hartmann übers Internet rekrutiert hatte, bevor dieser Bruchsal zu seiner Herzenssache hat erklären dürfen: Was hat XING mit der Oberbürgermeisterwahl zu tun? Vordergründig nichts.

Dass er, Heckmann, überlegt hatte, Hartmann eventuell in das Rennen um eine andere Stadt zu schicken, ist eine Vermutung, die in einigen widersprüchlichen Aussagen begründet ist, die Heckmann selbst damals mir gegenüber gemacht hatte. Und wir hatten einige lange Gespräche unter vier Augen, Heckmann und ich, Hartmann und ich. Übrigens auch Petzold-Schick und ich.

Und erinnern wir uns ein drittes Mal, bevor wir auszugsweise in die Hörfunk-Reportage einsteigen: Nach der für die CDU verlorenen Wahl - von der Bruchsaler Rundschau am Wahlabend in einer Sonderausgabe noch als „Machtwechsel" betitelt – outete sich Olaf Bühler, damals noch ein CDU-Vorstandsmitglied, auf seinem Blog als innerparteilicher Störenfried, weil er die Machenschaften im Zusammenhang mit der Kandidatur Hartmanns mitzumachen nicht verantworten konnte: Oklablog: Auflösung.

Joggen

Es lohnt sich wirklich, all diese Dokumente, die Hörfunk-Reportage und die verschiedenen Blogs aus dem Bruchsaler Wahlkampf in einem Zusammenhang zu betrachten. Denn mit diesen - und einigen anderen - Erinnerungen liest oder hört sich diese Reportage fast so spannend wie ein Krimi, da uns der Protagonist, der Macher, die unendliche Freude macht, seine damalige Bruchsaler Wahlkampagne als Methode zu entlarven, als Methode, die er auch andernorts und mit anderen Kandidaten angewendet hat und weiterhin anwendet. Genau das zeigt das Hörfunkstück von Tina Hüttl und ist damit politische Aufklärung im allerbesten Sinne. Ein paar Zitate aus der Sendung, jeweils vor den Hintergrund der damaligen Kampagne in Bruchsal gestellt, werden das beweisen.

Zum Beispiel der Gang über den Markt. Heckmann führt da in Villingen-Schwenningen Regie: Der Kandidat muss ein hellblau kariertes Hemd anziehen und Jeans und erhält eine Liste der Dinge, die er beachten muss, um beim Wahlvolk anzukommen:

Schuhe putzen, eventuell neue kaufen, keine Rolex, möglichst Naturfasern tragen, aber keine Birkenstock."

Der Kandidat: ein Klon. Natürlich auch: Keine Plastiktüte, ein Weidenkorb muss es sein auf dem Wochenmarkt. Und: Immer etwas mitbringen, nie „nur so" kommen, nie ohne „Give away". In Bruchsal waren es zum Beispiel Brezeln am Bahnhof. Oder ein weiterer Tipp für jeden Kandidaten: Joggen als Wahlkampfhit.

Hartmann mit Frau

Weitere Hinweise vom Bürgermeister-Macher an seine Bürgermeister-Woller: Keine Kandidatur ohne eine attraktive Frau (Martina, die Richterin vom Niederrhein, und die großen Plakate mit ihr in Bruchsal lassen grüßen). Ist eine solche nicht vorhanden, greift der Macher schon einmal zu außergewöhnlichen Methoden und beschafft dem Kandidaten eine passende Partnerin, denn ohne Partnerin bekommt ein Kandidat, so lernen wir in der Reportage, nach Heckmanns Erfahrung 15 % weniger Stimmen. O-Ton Heckmann:

Das war halt so, dass wir gesagt haben: Sag mal, du bist Anfang 40, du bist nicht verheiratet, wir müssen aufpassen, die Leute sagen: Du bist schwul. Da hat er gesagt: Nee das bin ich nicht. Da habe ich gesagt: Das weiß ich, sag ich zu dem: Wenn du keine Partnerin hast, dann sagen die Leute, pass auf, das ist ein Dauerbesucher im Bordell."

Die Autorin kommentiert diese Äußerung ihres Protagonisten lakonisch:

„Lange musste er den Mann nicht bearbeiten, am Ende wurde er Bürgermeister, und die Frau hat er wenig darauf geheiratet. Heckmann hat einen Blick für so etwas. Nur er selbst lebt allein."

Weitere Einblicke in seine Macher-Methodik erlaubt Heckmann zum Beispiel, wenn er zugibt, schon einmal das eine oder andere Gerücht gestreut zu haben, um seinem Kandidaten zu helfen. Man wagt es gar nicht, bei dieser Stelle der Reportage an all die Gerüchte zu denken, die dem OB-Wahlkampf in Bruchsal eine bittere Würze gegeben haben, die Gerüchte um die Gegen-Kandidatin, aber auch die Gerüchte um Jens Skibbe, den Obergrombacher CDU-Rebellen. War das nicht einer der Gründe für Olaf Bühler, dem Kandidaten die Unterstützung zu entziehen, weil er ihm auf der einen Seite fleißig applaudieren sollte, auf der anderen Seite sich aber auch für die Verbreitung von Gerüchten zur Verfügung zu stellen hatte? Des Machers Methode, ist sie im Hörfunk jetzt auch öffentlich bestätigt?

Es lohnt sich wirklich, diese Reportage vor dem Hintergrund des Bruchsaler OB-Wahlkampfes noch einmal genau abzuhören und - sozusagen - gourmethaft auf der Zunge zergehen zu lassen. Das Schmunzeln, das einen bei der einen oder anderen Passage unweigerlich vereinnahmen möchte, könnte leicht zu einer Schockstarre führen, denkt man alle Erinnerungen an die Xing-Brothers einmal mit den O-Tönen dieser Reportage kombiniert konsequent zu Ende.

Brezelverkäufer

Über 60 Wahlkämpfe hat Heckmann mitgemacht, in vielen Orten Baden-Württembergs sitzen heute von ihm gecoachte Bürgermeister, erzählt uns die Reportage. Denn in acht von zehn Fällen gewinnt sein Mann, resümiert die Autorin, der Heckmann allerdings auch sein größtes Trauma erzählt: die verlorene Wahl in seiner Heimatstadt Bruchsal. Die in Villingen-Schwenningen ging übrigens ebenfalls verloren. Wohl auch ein Trauma, ein kleines.

Zwischen 8.000 und 12 000 €, heißt es in der Reportage, müssten die potentiellen Bürgermeister für Heckmanns Beratung hinlegen. Was in der Reportage allerdings nicht erwähnt wird, ist zweierlei: Erstens: Was haben die Parteien beizusteuern, denen Heckmann aus der Kandidaten-Patsche hilft? Und: Müssen die Kandidaten im Erfolgsfalle noch einige Zeit monatliche Erfolgsprämien an ihren Bürgermeistermacher zahlen? Oder wie ist denn sonst der folgende O-Ton Heckmanns zu verstehen?

Wenn er´s wird? Freue ich mich, freue mich über den Boni, das ist auch so."

Bleiben wir nüchtern, rechnen wir einmal nach: Zwei bis dreimal in der Woche ist Heckmann angeblich von Bruchsal nach Villingen-Schwenningen gefahren, um seinen Kandidaten zu unterstützen. 190 km eine Strecke. Und das rund drei Monate lang. Das sind, zwei Tage pro Woche angenommen, alles in allem rund 9.000 Kilometer. Bei einer Kilometerpauschale von 30 Cent pro Kilometer wären das alleine € 2.700 an Fahrtkosten. Verblieben dem Berater in diesem Falle ein Honorar von circa 9.000 €. Zieht man alle anderen Aufwendungen ab, kommt man auf ein Honorar von nicht einmal 3.000 € im Monat. Lukrativ wird dieses Geschäft doch nur dann, wenn viele Kandidaten gewinnen und über eine längere Frist eine Erfolgsprämie abliefern, „den Boni". Es sei denn, die 8.000 bis 12.000 € pro Beratung sind hemmungslos tief gestapelt.

Übrigens: Der Bruchsaler Kandidat aus dem Stall des Bürgermeistermachers hat anscheinend seine Lehren aus dem Polit-Ausflug ins Badische gezogen. Entgegen einer früheren Zusage an mich hat er bis heute jede Kontaktaufnahme für eine Wahlkampfbetrachtung aus der zeitlichen Distanz abgelehnt. Und: Er hat anscheinend das politische Terrain verlassen und ist vom Gemeindebund NRW, einem traditionellen Talentschuppen für politische Karrieren, in eine Rechtsanwaltskanzlei gewechselt: Dr. Florian Hartmann.

Nadolleons Erbe

Noch etwas sei gestattet, eine Gewissensfrage an die Bruchsaler CDU-Führung: Hätte sie sich einem Bürgermeistermacher Heckmann bedingungslos anvertraut, wenn sie vorher Kenntnis von dieser Hörfunk-Reportage gehabt hätte? Hand aufs Herz!

So hat DeutschlandRadio seine Sendung angekündigt: "Was Obamas Strategen sich für die USA ausdenken, das überträgt Ulrich Heckmann auf Wurmberg, Bammental oder Ubstadt-Weiher. Heckmann ist selbstständiger Politikberater und betreut Kandidaten für Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg. Im Wahlkampf schickt er seine Kandidaten nicht nur gerne mal von Haustür zu Haustür, sondern auch zweimal die Woche zum Joggen. Denn Heckmann weiß: Wichtiger als das politische Programm ist die Inszenierung der Person, die Frisur und der Anzug. Daher ist die Frage, ob die Krawatte zum Hemd passt, für ihn auch keine des Geschmacks, sondern eine des Respekts gegenüber dem Wähler. Bisher hat Heckmann fast jeden seiner Kandidaten durchgebracht."

Hand aufs Herz!

© Rainer Kaufmann

 

Die Links in diesem Artikel:

„Der Bürgermeistermacher."

Was hat XING mit der Oberbürgermeisterwahl zu tun? Vordergründig nichts.

Oklablog: Auflösung.

Dr. Florian Hartmann.

(Dokumentation: Rolf Schmitt)

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Kommentare

Schreianfall im Schlachthof

Jetzt ist mir auch klar warum Frau Hartmann damals im Schlachthof so sauer reagierte und fast einen Schreianfall bekam. Nicht, das ihr Mann die OB-Wahl knapp verloren hatte, nein, im nach hinein und Dank Ihrem Reinwurf,  glaube ich, hätte sie am liebsten an diesem Abend, Herrn Dr. Wolf auf Schadensersatz verklagt. Man hatte doch einiges an Investitionen in den Saalbach gekippt.

Und hätte die CDU Bruchsal ihren eigenen Leuten vertraut, und hätten Jens Skibbe unterstützt,  würden wir heute einen singenden Oberbürgermeister haben. Was nicht heißt, dass die derzeitige Lage dann besser wäre.

Was wäre, wenn...

... Herr Hartmann damals gewählt worden und Stark, Brüstle, Kistenberger & Co. heute in der von Doll angerührten Patsche säßen...?
Das frage ich mich immer wieder.

Gott sei dank...

nein Bruchsal sei Dank dass dieser Kandidat nicht gewonnen hat. Toller Artikel von R. Kaufmann.
Hätte man die Bruchsaler Bürger während der Wahlkampfphase über den "Bürgermeister-Macher" rechtzeitig darüber aufgeklärt, hätte man sich höchst wahrscheinlich eine Stichwahl ersparen können.
Ich persönlich finde diesen Artikel wichtig für kommende Bürgermeisterwahlen wie z.B. in naher Zukunft in Oberderdingen-Flehingen.

Noch ein bisschen Geschichte...

...und wir wollen dieses Dokument nicht vergessen, das im Bruchsaler OB-Wahlkampf eine gewisse Rolle spielte, indem es u.a. die hier beschriebene Arbeitsweise des OB-Machers darlegte und letztlich der Archetyp von BRUCHSAL.ORG war:

weblog der Interessengruppe für eine transparente Politik in Bruchsal: OB-Wahl Bruchsal

Entlarvend!

Entlarvend diese "Reportage" über den Bruchsaler "Bürgermeistermacher".

Verwunderlich wie Rainer Kaufmann solche Dinge aufdeckt und

Genugtuend für die "Helden", auch aus den CDU-Reihen, die diese Schmierenkomödie aufgedeckt und angeprangert haben!

Da lacht das Herz...

Das ist Literur! Das übertrifft Dürrenmatt! Die Protagonisten laufen frei herum. Was für ein großes Kino!

Dies hier nicht vergessen:

Bruchsal.org in der Anfangsphase

Bruchsal.org hat im letzten Jahr ein Blättchen verteilt, um auf die Bruchsaler Onlinezeitung aufmerksam machen mit folgendem Bildchen:

 

Der mit dem Knüppel

Wie entlarvend, wenn man heute im O-Ton Heckmann hört, dass dieser seine Kandidaten ganz offen dazu ermuntert, schmutzige Wäsche zu waschen. Mir klingt noch die  gestreute Aussage im Ohr: Frau Petzold-Schick sei bei einer Veranstaltung der katholischen Kirche gewesen, wo sie den von ihr gegessen Kuchen nicht bezahlt habe, da sie als Kandidatin das ja nicht müsse.

Congratulations, jetzt haben

Congratulations, jetzt haben alle Tratschmänner von Bruchsal.org mal wieder ein Thema. Wenn Mann nichts mehr weiß, dann gräbt Mann in der Vergangenheit und meint auch noch, dass dies von Interesse ist! Haben Sie sonst nichts zu tun?? Keine Hohlwege mehr, die noch nicht entdeckt sind, keine Bachläufe, keine Steinbrüche mehr, die Bruchsalern vorgestellt werden sollten?? Schauen Sie doch mal bei den Organisationen vorbei, die Ehrenamtliche brauchen und bringen Sie Ihre überschüssige Energie ein...............

Ehrenamt - Gemeinderat?

Keine Bange - wir schauen schon bei den "richtigen" Organisationen vorbei, wo Ehrenamtliche gebraucht werden - aber nicht mehr nur bei denen, welche in den "kommunalen Niederungen" schuften dürfen.

Und im Übrigen fällt mir hier das Sprichwort von dem armen Hund ein, der da bellt, weil er getroffen wurde. An der richtigen Stelle.

An den Verfasser von "Congratulations"

Hallo leo,
warum sollte der Artikel von Rainer Kaufmann jetzt nicht mehr von Interesse sein? Ich z.B. wußte zur damaligen Zeit gar nicht, daß es diese Internet-
plattformen gibt. Auch ich hätte damals gerne mehr über die Hintergründe dieses Wahlkampfes gewußt, und das, was nun hier auf Bruchsal.org steht, liest sich für mich spannend wie ein Krimi - auch im Nachhinein kann es nicht schaden, die Wahrheit zu erfahren. Warum sind Sie so erbost? Offensichtlich wollen sie nicht, daß an dieser Sache noch einmal gerührt wird. Warum, darf man wohl fragen, und wie damals, beim "Heiteren Beruferaten" würde ich sagen: "Gehe ich recht in der Annahme, Sie kommen aus dem Dunst- und Anhängerkreis der damaligen CDU-Protagonisten?" Mir scheint auch, wie meinem Vor-Kommentator, daß Sie bellen, weil Sie an der entsprechenden Stelle getroffen wurden.

alles ganz normal

Es war doch längst bekannt, daß Herr Dr. Hartmann sich professioneller Hilfe für den Wahlkamp bediente, nicht anders als Frau Petzold-Schick, die eine ebenfalls in Bruchsal ansässige Werbeagentur beauftragt hatte. Das Pikante an dieser Agentur ist, daß sie vormals für die CDU tätig war, mithin für die "Gegenseite". Herr Heckmann arbeitet im Grunde genau wie eine Werbeagentur, nur eben spezialisiert auf das Thema Bürgermeister. Es wird doch sicher nicht ernsthaft noch jemand annehmen, eine Person bewerbe sich als Bürgemeister in einer Großen Kreisstadt wie Bruchsal ohne daß ihm jemand seine Fotoshootings etc., eben seine gesamte Werbekampagne organisiert. Da es jeder tut, ist es nicht weiter verwerflich, und daß es mehr Geld gibt im Erfolgsfall dürfte auch nicht anstößig sein. Natürlich, wenn die Themen zum Lästern ausgehen, dann kann man sich auch auf so eine Lappalie stürzen - warum aber nicht objektiv? Dann müßte man dieses Thema anders angehen, man könnte durchaus thematisieren und sich von mir aus darüber aufregen, daß sich heute kein Bürgermeisterkandidat mit selbstgeschossenen Fotos und sonstigem bewirbt und daß es (oh schreckliche amerikanische Verhältnisse) heute auch in der Politik im Persönlichkeit geht und daß Kandidaten ihr Äußeres möglichst vorteilhaft in Szene setzen wollen. Das liegt aber inzwischen auch am Wahlvolk, egal ob auf bundes- oder kommunalpolitischer Ebene, das eben den gepflegteren Bewerber dem Mülleimer vorzieht. Wir könnten uns ja auch mal fragen, warum unsere OB nicht mehr ganz so ausieht wie auf ihren Wahlplakaten.
Apropos Gerüchte streuen: vielleicht wurde Herr Dr. Wolf ja auch von jemandem dafür bezahlt, sich zum Affen zu machen...

Ross und Reiter nennen

Vielleicht sollte man mal bei der Diskussion über Inhalt und Verwerflichkeit des Getanen die verschiedensten Teilnehmer einfach mal anschauen und deren Tun versuchen zu bewerten.

Hartmann: Eigentlich die kleinste Nummer in dem Spiel. Ein kleiner Rechtsanwalt, der die Chance sah, einen tollen, gutbezahlten Job zu kriegen. Dafür bezahlt man doch gerne einen Headhunter. Es hat natürlich ein Gschmäckle, wenn er so sklavisch die Forderungen des Herrn Heckmann erfüllt - bis hin zur wohl zu diesem Zeitpunkt nicht geplanten Hochzeit. Aber was soll's. Jeder, der mal ein Bewerbungsgespräch geführt hat weiß, dass man sich richtig aufhübschen muss, um den angestrebten Job zu bekommen.

Die Rolle von Heckmann könnte man vielleicht so sehen. Heckmann, nach seinem Xingeintrag zu urteilen allgemein in Vermittlungsgeschäften tätig (z.b. Grundstücke), vermittelt jetzt halt Bürgermeister. Eine Geschäftsidee - ohne Frage. Und sicher eine gute Geschäftsidee, wenn er wirklich so viel verdienen kann, wie er in dem Radiobeitrag schildert. Der eine will einen Job, der andere macht seinen Job - wenn auch mit unfairen, unappetitlichen Mitteln - was soll's.

Pikanter wird es nach meiner Meinung jedoch, wenn man die restlichen Mitwirkenden bei diesem Spiel sieht. Die Vorstände und Mitglieder der Bruchsaler CDU. Die Bruchsaler CDU sieht sich nicht im Stande einen Bewerber aus ihren Reihen zu präsentieren und ist daher auf die Namen auf Karteikärtchen eines Headhunters angewiesen. Nach meiner Meinung liegt hier der Skandal der Angelegenheit. Die Bruchsaler CDU hatte zwar einen Kandidaten aus den eigenen Reihen, der Obergrombacher Skibbe. Doch die Bruchsaler CDU vertraut ihm nicht. Daher wird er kalt abserviert - Jens Skibbe kandidiert jedoch, ohne Unterstützung der CDU. Im späteren Wahlkampf wird dann sogar noch, wie von Heckmann empfohlen, die Schwulenkarte gezogen. Dies hier als kleine Nebenbemerkung. Das wirklich perfide an dieser Angelegenheit ist, dass Hartmann kein Kandidat der Bruchsaler CDU war sondern ein Kandidat, der aus einem Karteikästchen herausgezogen wurde und dann einen Sticker mit der Aufschrift CDU auf die Stirn geklebt bekam. Ebenso perfide ist, dass die Bruchsaler CDU nicht nach der Qualifikation für das Amt geschaut hat sondern nur darauf geschielt hat: Wie können wir unsere Macht in Bruchsal erhalten - und somit all die unsauberen Geschichten des Herrn Heckmann mit gemacht hat. Nicht umsonst haben sich die CDU-Mitglieder mit ein wenig Anstand und Grips von diesem Kandidaten distanziert; vorne weg O. Bühler und M. Holoch. Und das Wahlvolk? Nun, Heckmann äußert sich in dem Radiobeitrag dahin gehend, dass er die Wähler mit einfachsten Mitteln (Hemd, keine Birkenstocks, Wiedergabe von Plattheiten) für manipulierbar hält. Und die Bruchsaler CDU scheint ebenfalls das Bruchsaler Wahlvolk für blöde zu halten. Nicht umsonst kursierte während des Wahlkampfes der Spruch, die CDU könne einen Besenstiel ins Rennen schicken und die Bruchsaler würden diesen Besenstiel wählen.

Zumindest unangenehm ist auch die Tatsache, dass die CDU-Leitung bis heute leugnet, dass Hartmann ein Kandidat aus der Retorte war. Bis heute beharrt sie auf ihrer Mär, Hartmann sei ein quasi handverlesener Kandidat (bis heute gibt es noch keine Auskunft dazu, WANN Hartmann in die CDU eintrat), der von dem CDU-Vorstand im Vorfeld der Wahl auf Herz und Nieren geprüft wurde. Dass die Bruchsaler CDU mit dieser Mär bei ihrem Wählerklientel gut ankamen zeigten die skandalösen Geschehnisse auf dem Wochenmarkt. Ein Dr. Wolf, der auch hier schreibt, vermochte die Machenschaften und Unehrlichkeiten der Bruchsaler CDU aufdecken und verteilte dazu Flugblätter und stellte den Kandidaten in Frage. Gewaltbereite Frauen aus dem nationalkonservativ kirchlich geprägten Lager, teilweise auch Frauen mit CDU-Mitgliedschaft, umstellten Dr. Wolf, teilweise bewaffnet mit Regenschirmen, und drohten ihm Hiebe dafür an, dass er sich, als wohl früheres CDU-Mitglied, erfreche, die Machenschaften der Bruchsaler CDU so öffentlich zu machen. Heute nennt man solche Menschen, gewaltbereit oder nicht,  "Wutbürger".

Resümee: Die Bruchsaler CDU hat in ihrer Mehrheit versucht, den Bürger für dumm zu verkaufen und hat sich dazu der Herren Hartmann und Heckmann und deren unsauberen Machenschaften bedient. Das ist der ganze "Skandal". Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Sorry Frau Rumpumpel.... es

Sorry Frau Rumpumpel....

es ist, zumindest für mich, ein gewaltiger unterschied, ob sich Jemand als OB bewirbt und DANN eine Werbeagentur einschaltet oder sich eine Werbeagentur meldet/gefragt wird und anbietet einen "passenden" Kandidaten zu suchen/an zu bieten...

Ob, wie, wo und von wem, wer seine Fotos machen lässt, ist nun wirklich nebensächlich, ich behaupte jetzt mal, das darüber nun wirklich Niemand ein Wort verloren hätte....

Gut, die Ansichten darüber mögen geteilt sein. Vielleicht ist es ja "normal", dass man sich Kandidaten suchen lässt.

Das komplette Verhalten dieser "Werbeagentur" lassen wir dabei mal vollkommen außen vor.

Aber stimmt... man sollte das alles möglichst schnell unter irgendeinen Teppich kehren, damit es in Vergessenheit gerät und man beim nächsten mal wieder genau so vorgehen kann.

Lasset das Volke im Dunkeln. Denn im Dunkeln ist gut Munkeln. Wer oder was dabei daran glauben muss ist komplett nebensächlich. Vertuschen, vernebeln, verschweigen... oder wie sage ich immer: Kein Argument ist so schäbig, dass man es in der Politik nicht verwenden könnte.

@Frau Rumpumpel: Ich kann

@Frau Rumpumpel: Ich kann Ihre Einlassungen nicht nachvollziehen. Wo geht es denn bei solchen Kandidaturen noch um die Persönlichkeit? Das Gegenteil ist doch der Fall... Gerade Kandidaten wie Herr Hartmann (und nicht nur er) haben doch etwas marionettenhaftes, wer so beraten wird, der gibt doch gerade nichts von sich preis, der folgt eben dem Schema seines Beraters (und sei es als joggender Brezelverkäufer mit Hang zu Ökogemüse aus dem Weidenkörbchen). Sie hatten doch wohl im vergangenen Wahlkampf nicht den Eindruck, Herr Hartmann wäre eine markante Persönlichkeit? Ich gebe Ihnen dahingehend Recht, daß der Trend zu "amerikanischen Verhältnissen" nicht nur diesen Kandidaten geprägt hat, der gesamte Wahlkampf war erschreckend substanzlos. Mag jeder seine äußerlichen Vorteile zur Schau stellen, mich interessieren sie bei einem Politiker nicht, insofern würde ich lieber den "Mülleimer" wählen; ich glaube im Übrigen auch, daß sich weit weniger Bürger durch das Äußere beeinflussen lassen, als dies oftmals angenommen wird. Weshalb sich Herr Wolf zum Affen gemacht haben sollte ( gegen Bezahlung ) erschließt sich mir ebenfalls nicht, oder wollten sie nur demonstrieren, wie man ein möglichst hirnrissiges Gerücht in Umlauf bringt? Nunja, Letzteres scheint ein Leichtes zu sein...

Hanne als Sumpfliesel

Ja Hanne, wenn Du Dich so proper im Bruchsaler Sumpf auskennst, warum hast Du das nicht schon früher weitergetratscht?
http://www.bruchsal.org/story/b%C3%BCrgermeistermacher-aus-bruchsal-fort...
Jetzt fängst Du hier mit dem Nebelwerfen an und und verhältst Dich so, als ob Du selbst Dreck am Steckelche hättest. Geh schämen, pfui!

@Gast

Leider haben sie vermutlich recht.

Vieles ist ohnehin nachgewiesen, aber auch, was die Gerüchte um Skibbe betrifft (die ich auch zur Kenntnis genommen habe, von wem auch immer sie stammten). schließe ich mittlerweile nichtsmehr aus (und das hätte, wenn es stimmt, tatsächlich fast schon "Barschelqualität").

Ganz davon abgesehen aber ist ihm jedenfalls von Teilen seiner Partei übelst mitgespielt worden, vor allem vor dem Hintergrund, er wäre zu jung und unerfahren, nur um dann Hartmann zu präsentieren, der beides war und dazu Bruchsal nur vom Hörensagen kannte.

Aber gut, ich gönne den Verantwortlichen den Misserfolg von ganzem Herzen, so ein Wahlkampf mit einem solchen Kandidaten, soetwas darf einfach nicht funktionieren, beschämend nur, daß das Ergebnis trotzdem so knapp ausfiel...

 

 

 

Rumpumpel

Ein Gedicht von der Märchendichterin Paula Dehmel, geborene Oppenheimer:

Rumpumpel tanzt

Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt,
Es blitzen seine Schuh;
Der Kreisel und der Hampelmann
Sehn verwundert zu.
Der Kreisel pufft den Hampelmann:
Guck, Hans, was sagst du nur?
Der Junge tanzt, der Junge tanzt,
Und sitzt an keiner Schnur!
Der Hampelmann zieht ein Gesicht
Und schlenkert und sagt: puh!
Auch eine Peitsche braucht er nicht,
Tanzt doch so schön wie du!
Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt,
Die liebe Sonne scheint;
Der Kreisel und der Hampelmann
sind sich spinnefeind!

Was will uns Hannelore Rumpumpel nur mit ihrem Pseudonym und der damit einhergehenden Verbindung zum Gedicht von Paula Dehmel sagen? Der Kreisel = Heckmann und der Hampelmann = Hartmann? Und wer tanzt dann, ganz ohne Gängelung? Welche Fährte will Hannelore hier nur legen? ...

zu spät, zu spät

Ross und Reiter nennen

Unter dieser Überschrift beschreibt "Gast" einen Teil der Hauptfiguren einer Komödie, die den Arbeitstitel: Oberbürgermeisterwahl 2009 Bruchsal tragen sollte.
"Gast" kommt nach vielen Zeilen Fleißarbeit zu dem Schluss:
"Resümee: Die Bruchsaler CDU hat in ihrer Mehrheit versucht, den Bürger für dumm zu verkaufen und hat sich dazu der Herren Hartmann und Heckmann und deren unsauberen Machenschaften bedient. Das ist der ganze "Skandal". Nicht mehr aber auch nicht weniger." (Verfasst von Gast am 9. Januar 2011 - 17:02.)

Ist das nicht zu kurz gegriffen?

Der Zustand der Bruchsaler "CDU" zum Zeitpunkt der Vorbereitungen für die OB-Wahl 2009 ist das Ende einer Entwicklung, deren Beginn mindestens ein Vierteljahrhundert zurückliegt. Wäre es da nicht sinnvoll, die Konstellation unter die Lupe zu nehmen, die mehrfach und mit Erfolg einen Menschen
ins oberste Amt der Stadtverwaltung befördert hat, dem man nachsagt, als eine seiner letzten Handlungen als Oberbürgermeister die Verleihung seine Ehrenbürgerwürde betrieben zu haben?

Selbst bei Wikipedia (siehe dort"Stadtoberhäupter") spielt diese Person derzeit noch eine herausragende Rolle.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bruchsal

Auch wenn sich die Kandidatur "Dr. Florian Hartmann" in der Rückschau als Schmierenkomödie präsentiert und keiner der Darsteller Aussicht auf ein "Bambi" hat, ist es gut zu wissen,
dass Filz doch nicht ganz blickdicht ist.

Wahkampfgetöse

Dass ich mit meinen gar am Automaten hergestellten Passfotos nicht erwarten darf, zum Schulzen gewählt zu werden - geschenkt.

Dass auch die besten inhaltlichen Köpfe - eben weil sie dies sind - keinen Schaden nehmen an professioneller Beratung - wer sollte solches bestreiten wollen?

Was jedoch hier - offenbar in Ausnutzung schierer Verzweiflung gewesener Parteihegemonen, jedenfalls was Bruchsal angeht, geschieht, ist etwas völlig Anderes:

Kann es wirklich in Ersatz von Politik in unserem - des Wählers oder der Wählerin - wohlverstandenem Interesse sein, wenn hier in mit zur Schau getragenem Sprachunverständnis, gepaart mit als Qualifikationsmerkmal verstandener Inhaltlosigkeit paternale Minderwertigkeitskomplexe abgearbeitet werden?

Es mag ja sein, dass es solcher Verarbeitung bedarf. Nicht sein kann, dass solches der Wähler oder die Bürgerin in Wurmberg, Bammental oder Ubstadt-Weiher zu leisten haben sollte.

Olaf Bühler

Legitimer Service

Mal abgesehen von der insgesamt unrühmlichen Rolle der CDU im OB-Wahlkampf, die ja auch schon ausführlich diskuttiert wurde, bietet Heckmann einen legitimen Service an.

Er schaut über den "Großen Teich", sieht sich an, wie dort wahlkampftechnisch gearbeitet wird und kopiert das ganze nahezu 1:1 auf kommunale Ebene in Deutschland. Und seit dem ersten "Rededuell" von Stoiber und Schröder dürfte auch klar sein, daß der Wahlkampf in Deutschland zum Teil bereits "amerikanisiert" ist. Ob man das gut oder schlecht findet ist eine andere Sache.

Die Geschäftsidee, sich als Spezialist für Bürgermeisterwahlen in Dörfern und kleineren Städten zu positionieren ist insofern naheliegend, als das es zum einen wenig Konkurrenz gibt und zum anderen das Konzept bereits existiert.

Was machen die Amis im Wahlkampf?

Eine Show präsentieren, Bürgernähe demonstrieren, Bodenständigkeit zeigen - einfach der Mann oder die Frau sein, mit der auch "Joe Sixpack" bzw. hier "Otto Normalverbraucher" gern ein Bier oder einen Kaffee trinken würde.

Bedenklicher als die Dienste eines "Bürgermeistermachers" Heckmann halte ich eine Wählerschaft, die sich bereitwillig durch eine oberflächliche Show blenden lässt. Wähler, die die Qualifikation einen Kandidaten nicht oder kaum krtitisch hinterfragen (der Beruf eines Anwalts ist nicht automatisch als Gütesiegel für zukünftige Bürgermeister zu sehen).

Ich kenne nicht wenige, die Hartmann gewählt haben, weil der "so sympathisch ist und auch eine nette Frau hat" oder einfach weil CDU auf der Packung stand.

Vielleicht ist es in unserer TV-dominierten Gesellschaft frei nach Hape Kerkeling so, daß das ganze Leben eine Show ist und wir alle sind Kandidaten.

Solange die Leute, die später ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen, sich nur von Äusserlichkeiten, nicht aber von Qualitäten, beeinflussen lassen, haben Heckmann und Co. weiterhin gut zu tun.

Sagen Sie bloß: die Wähler

Sagen Sie bloß:
die Wähler von Frau OB'in haben sich nicht durch eine "oberflächliche Show blenden" lassen, sie nicht gewählt, weil sie so "sympathisch ist und auch eine nette Frau"?

Die Leser und insbesondere die Autoren von bruchsal.org sind sicherlich kritischer, kompetenter, insgesamt einfach viel schlauer als der Durchschnittswähler. Und natürlich noch viel schlauer als die blöden CDU-Wähler.

Blöde CDU-Wähler?

Lieber Gast (ich liebe es, wenn Kommentartoren so "offen" auftreten),

ich bezog mich in meinem Kommentar auf den Artikel von Rainer Kaufmann. Und der Kunde von Heckmann war nun mal Hartmann und nicht Petzold-Schick, wobei natürlich auch die OB sicherlich eine "Wahlkampfshow" geboten hat.

Der Unterschied für mich stellt sich jedoch so dar:
Petzold-Schick: Bewerbung ->Werbeagentur->Unterstützung durch Parteien
Hartmann: Wahlkampfmanager Heckmann -> Angebot OB-Job -> Unterstützung durch Partei -> Bewerbung

Insofern darf man sich fragen, ob das Herz des Herrn Hartmann nicht wahlweise auch für Villingen-Schwenningen oder Rottweil geschlagen hätte. Aber was, soll's. Die Sache ist gelaufen.

Ob die Leser und die Autoren oder Kommentatoren auf bruchsal.org insgesamt viel schlauer sind als der Durchschnittswähler weiß ich nicht und deshalb lasse ich das mal im Raum stehen.
Aber ich habe den Eindruck als würde der ein oder andere bzw. die ein oder andere, die zu genannten Personenkreis gehören, auch mal über den Tellerand blicken.

Oder wollen Sie die These aufstellen, das Gros der Wähler sei politisch informiert oder gar interessiert? Das gilt im übrigen nicht nur für CDU-Wähler.

Hier urteilen die meisten

Hier urteilen die meisten über einen Bürgermeisterkandidaten Hartmann, wie schlimm es doch für Bruchsal unter seiner Regie geworden wäre. Ausdrücklich : wäre !!
Er war keine Sekunde im Amt. Woher haben Sie ihre Urteilskraft. Da haben wir ja einige Hellseher in Bruchsal.
Zu dem Verfahren, wie es zu seiner Kandidatur kam und den Seilschaften ( nicht nur auf CDU Seite) in Bruchsal muss man wirklich nicht viel sagen, aber daraus so auf die Arbeit in einer Amtsperiode zu schließen ist doch wirklich etwas gewagt.
Unsere jetzige OB hat mich bis jetzt auch noch nicht besonders vom Hocker gerissen. Ja jetzt kommen wieder die Altlasten Rufe. Zumindest kann man sie im wöchentlichen Amtsblatt mindestens Zehn mal bei irgendwelchen Gelegenheiten ( Vorlesen in der Bücherei, Urkundenübergabe ... ) auf Bildern wieder finden. Provokativ : Wer macht denn da die Arbeit im Rathaus wenn sie so oft unterwegs ist ?
Die Vorlage für den Haushalt in Bruchsal war ja auch nicht so der Bringer, wie man auch hier lesen konnte.

Seit Mai 2010 wartet Büchenau ( mitlerweile auch Untergrombach und Obergrombach ) auf die Bearbeitung der Angelegenheit DSL Verbindung !!!
Das ist OB Sache !! ( Wenn ich jetzt böse wäre könnte ich es ja mit dem Wahlergebniss unserer OB in Büchenau in Verbindung bringen )

Jetzt muss mal jemand beweisen, dass er wirklich so gut ist, wie es dem Wähler vermittelt wurde.

Ich will aber nicht weiter meckern. Es ist gut, dass die ganz oben dargestellten Tatsachen ans Licht kommen und die Bevölkerung auch weiterhin die Möglichkeiten hat sich neben der BNN, aus anderem Blickwinkel zu informieren. Nicht gut finde ich hier die zum Teil doch einseitigen Kommentare, aber es darf ja jeder seine Meinung äußern.

Rumpumpel - steht hier Otfried Preußlers Muhme Pate?

"Alles ganz normal" schreibt Frau Rumpumpel über ihren Kommentar zum aktuellen "Rainwurf". Und lässt uns dann unter dieser Überschrift neben weiteren Perlen den Satz finden:

"Da es jeder tut, ist es nicht weiter verwerflich, ..."

Nur für den Fall, dass Sie noch nicht selbst darüber gestolpert sein sollten, sag' ich's hier nochmal.

Damit Sie stolpern.

Olaf Bühler

Vielleicht...

meint Rumpumpel wertneutral ja nur das übliche "Coaching", was ich persönlich ebenfalls nicht verwerflich finde. Verwerflich finde ich allerdings die "Bruchsaler Begleitumstände", darüber gibt es für mich nach Lesen des "RainWurfs" kein Zweifel mehr.

Hellsehen für Bruchsal

@Michael:

Ich gebe Ihnen recht. Frau Petzold-Schick hat mich bisher auch nicht gerade überzeugt. Und diese zum Teil penetrante Medienpräsenz bei der die OB auf fast jedem Bild, angefangen von der Feier zu Firmenjubiläen bis hin zu Seniorennachmittagen zu sehen ist, lässt bei mir auch die Frage aufkommen, ob und wie oft die gute Frau in ihrem Amtszimmer weilt.
Nun gut, ein/e Bürgermeister/in muß präsent sein, er/sie sollte auch im öffentlichen Leben wahrgenommen werden, aber dieses Ausmaß toppt sogar noch die einstige Präsenz des früheren OB von Bretten, Paul Metzger. Auch er war im "Metzgerblatt" (auch bekannt als "Brettener Woche" nicht nur im Teil der Gemeindenachrichten omnipräsent.

Wir wäre Florian Hartmann als OB gewesen? Natürlich könnte man über die Frage lange orakeln, aber zumindestens was mich angeht und im Hinblick auf die Informationen aus verschiedensten Quellen, die ich zu diesem Kandidaten hatte, war er für mich keine Wahloption.

Das bedeutet aber auch nicht zwangsläufig, daß die die Gewinnerin und jetzige OB aus meiner Sicht das Nonplusultra für Bruchsal ist. Allerdings hat sie auch noch nicht völlig verloren. Noch nicht. Aber dies spiegelt nur meine eigene Meinung wieder.

Was die DSL-Misere angeht: ich habe hier in Obergrombach zwar DSL 2000, was mir als Privatperson möglicherweise reichen würde, aber aus beruflicher Sicht ist diese "lahmarschige" Verbindung nicht nur nervig und ärgerlich, sondern in vielen Dingen auch kontraproduktiv.
Und auch ich habe das Gefühl hier bewegt sich gar nichts. So macht man sich natürlich keine Freunde, liebe Frau Petzold-Schick und liebe Stadtverwaltung.

@ Detlef Antemann Ich habe in

@ Detlef Antemann

Ich habe in Büchenau mit ISDN und DSL gerade mal 380 KB Download und 60 KB Upload. Nicht nur als Privatmann.

Ich wünsche der OB bei ihrer Tätigkeit in der Verwaltung in Bruchsal mal diese rasante Leitungsgeschwindigkeit für vier Wochen. Vielleicht kann sie sich dann mal ein Bild machen mit welchen Hindernissen auch die Büchenauer Geschäftsleute zu tun haben. Zumal ja die Glasfaserzuleitung nach Büchenau schon ein Jahr liegt.

digitale Schneckenpost

"Ich wünsche der OB bei ihrer Tätigkeit in der Verwaltung in Bruchsal mal diese rasante Leitungsgeschwindigkeit für vier Wochen." ( Verfasst von Michael (Kontakt der Redaktion bekannt) am 12. Januar 2011 - 20:17.)

Vielleicht hat sie diese ja, empfindet das als Steigerung der Lebensqualität und will Euch einfach glücklich machen....

Das Trommeln mit holzigen Spargeln auf alten Mostfässern hat was echt Authentisches. Das kommt noch vorm Alphorntuten....
Wenn in Bruchsal der Strom ausfällt und die Stadt im finsteren Chaos versinkt, sitzen die Büchenauer in hellen Stuben, weil sie noch wissen, wie man eine Kerze anzündet. Nur um sich dieses Knowhow für die Zukunft zu erhalten, bewahrt die große Kreisstadt ihre Satelliten vor dem üblen Fortschritt.

Cornelia Petzold-Schick im www

Ja, unsere Oberbürgermeisterin scheint eine Verfechterin der bewussten (?) Verlangsamung aller Abläufe zu sein - beispielhaft dafür ihr brandneuer Internetauftritt:

http://www.petzold-schick.de/

Nach wie vor unverändert.

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