Ausbildungs- und Studienbeginn in der Metallindustrie

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Donnerstag, 4. September 2014 - 17:48

Seit dem ersten September beginnt für viele Berufsanfänger ein neuer Lebensabschnitt. Als Auszubildende und dual Studierende in der Metall- und Elektroindustrie legen sie den Grundstein für ihr weiteres Berufsleben. In den ersten Tagen heißt es oftmals den neuen Betrieb und die Kollegen kennen zu lernen. Dazu gehört auch die Vorstellung der betrieblichen Interessensvertreter, Betriebsrat und Jugend- und Auszubildendenvertretung.

„Die Pflichten die man als Azubi oder Studierender hat, bekommt man vom Unternehmen gleich zu Anfang mitgeteilt“, sagt Sasa Todorovic, Betriebsrat bei E.G.O.: „ Für uns ist es wichtig, die neuen Mitarbeiter auch über ihre Rechte zu informieren und den Betriebsrat und die Jugend- und Auszubildendenvertretung als kompetente Ansprechpartner bei allen Fragen rund um ihre Berufsausbildung vorzustellen.“

Über einen Bewerbermangel wie im Handwerk kann sich die Branche noch nicht beschweren. Aber einige Betriebe bemerken schon den Rückgang an Bewerbungen, schreibt die IG Metall Bruchsal/Bretten in einer Pressemitteilung. Man bemerkt dies auch an den verstärkten Aktivitäten auf den Berufsbildungsmessen. Aber nicht nur das Marketing ist wichtig, sondern die Arbeitsbedingungen, die ein Betrieb bietet, geben den Ausschlag, welchen Ausbildungsvertrag man unterschreibt. Jan Spengler, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Bruchsal: „Die Jugendlichen reden natürlich miteinander. Wir haben ein begrenztes Einzugsgebiet und es spricht sich schon herum, welcher Betrieb nach der Ausbildung einen unbefristeten Arbeitsplatz anbietet und welcher nicht. 30 Tage Urlaub und Urlaubs- sowie Weihnachtsgeld sind ebenso ausschlaggebend.“

„Für die IG Metall ist es ganz klar, dass die Attraktivität eines Arbeitgebers mit der Tarifbindung steigt, das zeigen die Statistiken eindeutig. In tarifgebundenen Unternehmen sind die Arbeitsbedingungen besser und die Verdienstmöglichkeiten größer als in ungebundenen Unternehmen. Und trotzdem müssen wir auf die Einhaltung der abgeschlossenen Tarifverträge achten und manchmal mit den Betriebsräten darauf drängen“, so Eberhard Schneider, Geschäftsführer der IG Metall Bruchsal/Bretten. Deshalb sei es wichtig in der Gewerkschaft zu sein, sagt der Gewerkschafter. „Je mehr Mitglieder im Betrieb sind, desto besser sind die geschlossenen Vereinbarungen.“

Seit 2012 gibt es in der Branche einen Tarifvertrag, der einen unbefristeten Arbeitsplatz nach der Ausbildung garantiert. Allerdings gilt dieser nicht für DHBW-Studenten. Sasa Todorovic: „Wir haben bei E.G.O. allerdings eine Vereinbarung treffen können, dass dies auch für unsere Studierenden gilt. Durch Überzeugungsarbeit beim Arbeitgeber und Aktionen der Auszubildenden konnten wir das erreichen.“

Insgesamt sinken aber die Ausbildungsplatzzahlen in der Branche im Bereich der Verwaltungsstelle Bruchsal/Bretten. Die Schließung von NSN und deren fehlende Ausbildung konnte nicht durch andere Betriebe kompensiert werden.

Für rechtliche Fragen zur Ausbildung oder dem dualen Studium steht, neben den betrieblichen Interessenvertretern, Jan Spengler bei der IG Metall Bruchsal/Bretten zur Verfügung. Infos per Mail an: jan [dot] spengler [at] igmetall [dot] de

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