Auf der Suche nach den geraubten Schätzen

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George Clooney und seine Beziehung zu Bruchsal
Donnerstag, 12. Januar 2012 - 1:44

Die Handlanger Adolf Hitlers waren in den Wirren des Zweiten Weltkriegs skrupellos und effizient. Systematisch plünderten die Nationalsozialisten die eroberten Gebiete aus, sie nahmen sich was nicht niet- und nagelfest war. Skrupellos und effizient waren die Handlanger Adolf Hitlers. Sie verbrachten die Raubkunst nach Deutschland, wo sie vielfach auch in Bergwerken versteckt wurde, auch hier in der Nähe, in den Salzbergwerken Heilbronn und Kochendorf.

The Monuments Men

So entstand 1942 in den USA die Idee eine Organisation zu schaffen, die einerseits Kunstwerke, Kulturschätze und Archive in Europa erhalten und andererseits von den Nationalsozialisten geraubtes Kunstgut den ursprünglichen Eigentümern zurückgeben sollte. Bis zu 400 Männer und Frauen waren Mitglieder dieser Organisation. Diese sind in den USA auch bekannt als „Monuments Men“. Der Autor Robert M. Edsel setzte den Monuments Men ein Denkmal mit seinem Buch „The Monuments Men – Allied Heroes, Nazi Thieves, and the Greatest Treasure Hunt in History“.

Heute lief über die Nachrichten-Ticker, dass der bekannte amerikanische Schauspieler George Clooney, Oscar-Preisträger und vielfach für den Oscar nominiert, dieses Thema für sich entdeckt hat und plant, daraus einen Thriller zu machen. George Clooney will bei dieser Produktion selbst Regie führen und auch als Hauptdarsteller zu sehen sein.

Clooney

In einem Interview mit „TheWrap.com" auf dem Palm Springs Film Festival sprach der  Schauspieler begeistert über sein Vorhaben: „Ich bin total fasziniert von dem Thema. Dieser Film könnte großes Entertainment werden. Es wird ein großes Budget geben, denn wenn man so etwas macht, dann richtig. Ich habe nichts dagegen, kommerzielle Filme zu drehen, solange sie sich für mich echt anfühlen. Wenn wir schon einen kommerziellen Film drehen, dachten wir uns: Lasst uns etwas machen, das Spaß macht und tatsächlich eine Aussage hat."

Sony Pictures wird die Geschichte in die Kinos bringen. Über Kandidaten für weitere Hauptrollen verriet Clooney nichts.

Soweit eine Nachricht wie viele. Wenn da nicht eine Besonderheit wäre.

Zum Kunstschutzstab für die Bergwerke Heilbronn und Kochendorf gehörte auch der damals 19-Jährige Gefreite Harry L. Ettlinger, ein Enkel des Bruchsaler Tuchhändlers und Heimatdichters Otto Oppenheimer. Im Mai des vergangenen Jahres war Harry L. Ettlinger in Bruchsal zur Einweihung des Otto-Oppenheimer-Platzes anwesend. In langen Interviews mit dem mittlerweile 85-Jährigen Harry L. Ettlinger, einem der letzten Überlebenden der Monuments Men, erarbeitete der Autor Robert M. Edsel die Geschichte der Monuments Men; oftmals kommt Harry L. Ettlinger in diesem Buch auch selbst zu Wort.

Über den Besuch von Harry L. Ettlinger im Salzbergwerk Kochendorf hat bruchsal.org vor bereits einigen Monaten hier berichtet: Harry L. Ettlinger - Nach 65 jahren wieder zurück im Salzbergwerk heilbronn-Kochendorf

Bruchsal.org bleibt am Thema dran.

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Kommentare

Alliierte Kunsträuber nicht vergessen!

Es wäre schön, wenn in diesem Film auch auf das Verhalten der alliierten Soldaten nach Kriegsende 1945 in Bezug auf öffentliche und insbesondere private (Kunst-)schätze eingegangen würde - nicht, um die Verbrechen der Nazis zu relativieren, sondern um zu zeigen, wie leicht es in bestimmten Zeiten ist, fremdes Eigentum nur noch als Kriegsbeute zu betrachten.

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