Auf geht's Richtung Osten!

DruckversionPer e-Mail versenden
- Wildkatzen in Baden-Württemberg
Donnerstag, 23. Oktober 2014 - 18:53

Wildkatze

„Dank der Unterstützung von Förstern, Wildtierbeauftrag- ten, Jägern und vielen ehren- amtlichen Helferinnen und Helfern aus dem BUND haben wir in den vergange- nen Jahren zahlreiche neue Wildkatzenvorkommen nachweisen können“, sagten BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender und Dr. Rudi Suchant von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA),  „von besonderer Bedeutung ist der Einzelnachweis im Landkreis Tuttlingen. Hier konnte zum ersten Mal ein genetischer Wildkatzennachweis auf der Schwäbischen Alb erbracht werden.“ Im mittleren und nördlichen Schwarzwald komme die Wildkatze ebenfalls vor, was durch den Fund eines toten Tiers bei Loffenau und mehrere Lockstocknachweise im Bühlertal bestätigt werden konnte. Weitere vereinzelte Wildkatzennachweise gebe es im Ostalbkreis, im Landkreis Esslingen sowie im Kraichgau.

„Auf der neuen Verbreitungskarte kann man sehr schön sehen, dass die Wildkatze in der Rheinebene in fast allen Waldgebieten vorkommt, während sie in anderen Landesteilen nur vereinzelt nachgewiesen ist“, erläutert Rudi Suchant, „dies zeigt deutlich, dass sich die Wildkatzen sehr schwer vom Rhein Richtung Osten ausbreiten können. Ein Grund dafür sind Hindernisse wie etwa Straßen und strukturarme Ackerlandschaften.“ Weitere Erkenntnisse hierzu wird das Forschungsprojekt der FVA erbringen, in dem durch die Besenderung von 21 Tieren das Raum-Zeit-Verhalten der Wildkatze untersucht wird.

BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender betont: „Die Ergebnisse der Lockstockuntersuchungen belegen, dass wir die Vernetzung der einzelnen Lebensräume weiter voranbringen müssen. Ein wichtiges Element ist dabei der Wildkatzenkorridor, den der BUND und seine Partner derzeit bei Herrenberg und Nufringen anlegen.“ Dahlbender weist zugleich darauf hin, dass dies nur ein erster Schritt sei, auf den weitere folgen müssen.  „Auch Landesregierung und Behörden müssen aktiv werden, indem sie Ressourcen für Grünbrücken und andere, für Wildtierkorridore wichtige Elemente  bereitstellen. Ohne einen funktionierenden Biotopverbund hat die Wildkatze keine Chance, in ihre angestammten Lebensräume zurückzukehren“, so die BUND-Landesvorsitzende.

Hier die Wildkatzenverbreitungskarte

Hintergrund

Die Wildkatzennachweise basieren zum Großteil auf Haarfunden, die seit 2007 hauptsächlich von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), dem BUND und der Wildforschungsstelle Aulendorf gesammelt und genetisch als Wildkatze identifiziert wurden. Um Haare von Wildkatzen zu bekommen, werden mit Baldrian präparierte Lockstöcke aus rauem Holz an geeigneten Waldstandorten aufgestellt. Die durch den Baldrian angelockten Katzen reiben sich an den Stäben. Die dabei hinterlassenen Haare können im Labor genetisch untersucht werden. Darüber hinaus stammen die Nachweise von tot aufgefundenen Wildkatzen sowie lebend gefangenen Wildkatzen, die im Rahmen des Wildtiermonitorings und des Wildkatzenforschungsprojektes der FVA erfasst wurden.

Wer eine Wildkatze beobachtet, sollte sich an den Wildtierbeauftragten des Landkreises (www.wildtiermonitoring.de) oder direkt an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (Wildtiermonitoring [dot] FVA-BW [at] Forst [dot] bwl [dot] de) wenden.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen