Aspirin fördert Augenschäden?

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Begünstigt Acetylsalicylsäure feuchte AMD?
Dienstag, 10. Januar 2012 - 12:57

Eine amerikanische Studie, die an 4651 Europäern in Europa durchgeführt wurde, wirft den Verdacht auf, dass die regelmäßige Einnahme von Aspirin gerade bei älteren Personen die feuchte Variante der Alterbedingten Makuladegeneration (AMD) begünstigt.

Degenerationserscheinungen der Makula (Sehzentrum im Auge) führen zu massiven Schäden und Sehverlusten.

Da selbst Augenärzte diese Studie noch nicht zu kennen scheinen, Aspirin aber ein sehr verbreitetes Medikament ist, bringe ich das hiermit zur Kenntnis.

Wer die Studie nachlesen möchte, kann es hier tun (pdf, englisch)

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Kommentare

Nötige Information?

Aus der Studie geht hervor, dass es letztlich nicht erwiesen ist, dass ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Aspirin und AMD besteht.

Was bezwecken sie damit, eine solche Studie anzuführen und Menschen zu verunsichern?

In der Studie wird durchaus auch darauf hingewiesen, dass in der untersuchten Patientengruppe Menschen sind, welche einen Grund haben, Aspirin einzunehmen. Doch findet sich kein signifikanter Hinweis darauf, dass die Einnahme von Aspirin AMD begünstigt.

Auch läßt sich aus der Zusammenfassung herauslesen, dass es mehrere Studien gibt, welche keinen Zusammenhang zwischen Aspirin und AMD erkennen lassen, während die Vorliegende einen vorsichtigen Hinweis gibt, dass es doch so sein könnte.

Weshalb sollte ein Augenarzt also diese Studie berücksichtigen, die keine signifikante Aussage zulässt?

Ich versuche verzweifelt

den o. g. Sachverhalt aus Tabelle 2 der Untersuchung herauszufinden, weil

56,8%  der  Erkrankungsschwere 1
55,3%  der  Erkrankungsschwere 2
61,2%  der  Erkrankungsschwere 3
50,3%  der  Erkrankungsschwere 4

kein ASS eingenommen haben. Das heißt doch der Anteil der Erkrankten, die kein ASS nehmen ist größer, oder nicht? Also wäre die gegenteilige Aussage richtig gewesen.

Im Übrigen halte ich die Untersuchung nicht für ausreichend um fundierte Aussagen zu treffen, zumal, wie Tabelle 1 zeigt, die Menge der Einflußparameter erheblich ist. Weiterhin ist die Zahl der Fettleibigen (BMI >30) mit 1609 Personen von 4691 sehr hoch.

Pure Information! Verunsicherung?

@MaBö

Ich bezwecke, die Leute von einer Studie zu informieren, die so brandneu ist, dass sie noch nicht einmal Ärzten im Medizin-Forum bekannt ist.

Sie wurde in unserer Fachpresse veröffentlicht und ich halte die Info für zumindest beachtenswert, auch wenn sich (hoffentlich) herausstellt, dass an der Geschichte nichts dran ist.

Selbstverständlich ist es ein Abwägen von Risiken, wenn der Aspirin-Wirkstoff tatsächlich AMD begünstigen sollte und man Aspirin einnehmen MUSS (wie ich übrigens selbst auch).

Nur geht es hier nicht um ein paar belanglose Nebenwirkungen, sondern um irreversible Schäden am Fundus, dem Augenhintergrund.

@Filou

Sie haben die Tabelle vermutlich falsch interpretiert. Diejenigen, die Aspirin mehr oder weniger regelmäßig einnehmen, sind bei den Probanden zwar in der Unterzahl, aber es lässt sich bei diesen eben feststellen, dass die AMD in fortgeschrittenen Stadien bei denjenigen überproportional gehäuft vorkommt, die Aspirin täglich einnehmen. Das sind dann auch gerade die Adipösen, die nach Kardiopathien ASS als Medikament bekommen.

Übrigens habe ich inzwischen das Feedback einer HNO zu diesem Thema, die auch zum ach so harmlosen Aspirin Stellung nahm: Sie meinte, bevor man bei exzessiver Einnahme von Aspirin Netzhautschäden bekäme, hätte man längst "ototoxische" Schäden davongetragen. Das sind "Ohrgifte".

Nochmals: Es ist meinerseits eine reine Info über die Studie! Sollte etwas an der Sache dran sein, so ist es Aufgabe der Pharmaforschung, Alternativen zu entwickeln.

trotzdem....

bleibt bei dieser Studie zu vieles im Unklaren. Es werden KHK und Apoplex-Patienten erwähnt. Es wird nicht erwähnt, ob diese in der ersten Zeit mit anderen Antikoagulantien behandelt waren und dann irgendwann auf Aspirin umgestellt wurden.

Ich fand beim Lesen der Studie keine Hinweise darauf, über welchen Zeitraum die Patienten Aspirin in hohen Dosen eingenommen haben, es wurde nur unterschieden in solche, die sehr selten, selten, oft und täglich Aspirin einnehmen.

Ihr Hinweis auf 'excessive' Einnahme unterstellt, dass Aspirin in unkontollierter Weise und am Rande der Überdosierung eingenommen wird.

Das sollte für jene, die es in Thrapeutischen Dosen nehmen nicht gelten.

Zufällige Auswahl

Da die Probanden zufällig ausgewählt worden sein sollen, nehme ich an, dass diese Dinge nicht erhoben wurden.

Ich kannte dieses amerikanische Institut bislang nicht und weiß nicht, wie seriös man dort arbeitet.

Lassen wir mal beiseite, ob die Studie nun seriös durchgeführt wurde oder nicht. Für mich als Nichtmediziner ist schon erstaunlich, welche Dinge ans Tageslicht kommen.

Abgesehen von der Studie, die m.E. zumindest geeignet ist, gewarnt zu sein und vom Statement der HNO war neulich zufällig ein Bericht im Fernsehen, der die suggerierte Harmlosigkeit gewisser frei erhältlicher Wirkstoffe, u.a. Paracetamol und Acetylsalicylsäure, thematisierte.

Da hieß es, um die Harmlosigkeit zu unterstreichen, werde von den Vertreibern die Wirkstoffe noch mit Vitamin C versetzt angeboten, um dem Ganzen einen verkaufsfördernden, besonders "gesunden" Anstrich zu geben.

Wenn wir den Zahlen der Studie für einen Moment glauben, dann werden jährlich bis zu 120 Milliarden Tabletten produziert (nur von Aspirin!) und bestimmt auch konsumiert, die meisten frei erhältlich. Wirkstoffgehalt im Durchschnitt: 300mg!

Sollte die Studie also tatsächlich Substanz besitzen, muss sie ins Bewusstsein der Leute gerückt werden.

Ich denke, weitergehende Studien werden den Verdacht entweder bestätigen oder widerlegen können. Ich werde aber zu diesem Thema auch das IQWIG anrufen und um eine Stellungnahme bitten.

Nachtrag: das IQWIG nimmt dazu leider nicht Stellung.

Woher diese Aussage?

@ Morgan le Fay

Betrachtet man nur die "schwere" AMD (Grade 4) in diese Studie, so ergibt sich folgendes Bild:

-- Nie oder monatlich (und seltener) Ass eingenommen: 100 Erkrankte
-- wöchentlich oder täglich eingenommen:                       57 Erkrankte.

Ich verstehe Ihr Beharren auf der Aussage, ASS würde zur AMD führen in keinem Punkt. So viel Mist, wie in sog. Studien (meist amerikanischen) oft verbreitet wird, ist unerträglich. Schauen Sie sich doch mal die Vertaruensgrenzen (95%) dieser Studie an.

Personen, die ASS zur "Blutgerinnungshemmung" täglich einnehmen, benutzen die Dosierung 100, d.h. 100 mg Wirkstoff pro Tablette. Als Schmerzmittel gebraucht liegt die Dosis im allgemeinen bei 500 mg.

Und der Nutzen bei der Verhinderung von Blutgerinnseln ist so hoch, dass andere Nachteile für die meisten Patienten keine Rolle spielen.

Immer noch falsch

Zitat Filou:

Und der Nutzen bei der Verhinderung von Blutgerinnseln ist so hoch, dass andere Nachteile für die meisten Patienten keine Rolle spielen. :Zitat Ende

Wollen Sie das nicht diejenigen beurteilen lassen, die das Medikament regelmäßig einnehmen?? Und womöglich ihr Augenlicht riskieren?? Spielt die Sehfähigkeit keine Rolle für Sie??

Außerdem haben Sie die Studie immer noch nicht richtig gelesen, Filou. Es geht um die FEUCHTE (engl. "wet") Variante der AMD.

Exakt jeder dritte Proband (36 von 108) mit FEUCHTER AMD nimmt täglich Aspirin ein. Zufall? Vielleicht. Wer weiß?

Aber vielleicht stimmt die Geschichte und man ist froh über die Warnmeldung.

Auf jeden Fall ist die Studie Anreiz für weitere Erhebungen und für Forschung nach alternativen Koagulationshemmern.

Geforscht

>Auf jeden Fall ist die Studie Anreiz für weitere Erhebungen und für Forschung >nach alternativen Koagulationshemmern.

Vielleicht hat man auch schon "geforscht" und möchte jetzt die "Entdeckung" endlich an den Patienten bringen, die sich bisher mit billigem Aspirin helfen konnten?

Auffällig ist jedenfalls, dass dies innerhalb von 2 Tagen bereits der zweite Artikel ist, in dem das Aspirin, welche seit fast 100 Jahren verwendet wird, plötzlich zu "Problemen" führt...

http://lifestyle.t-online.de/lifestyle-mode-beauty-fitness-rezepte-und-h...

jetzt käme es langsam...

auf den Punkt. Aspirin ist der Kern ihres Artikels, Morgan le Fay. Weshalb sie in diesem Zusammenhang auf eine Augenerkrankung hinweisen, welche in Deutschland 2 Millionen von 80 Millionen Einwohnern betrifft, welche zu 80% in der 'trockenen' Verlaufsform diagnostiziert wird, das kann ich nicht nachvollziehen.

Dass man mit allen Medikamenten verantwortungsvoll umgehen soll, darin kann ich mich ihnen anschließen.

Aber irgendetwas aufzurühren nur um Aufmerksamkeit zu erhalten ist eine Methode, welche bei der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung regelmäßig praktiziert wird.

@ Michael: Es war schon den Steinzeitmenschen bekannt, dass ein Sud aus der Weidenrinde schmerzlindernde Wirkung hat.  :-)

Kein Verständnis

Für Uneinsichtigkeit habe ich kein Verständnis. Verkürzt man die Tabelle 2, so wird noch deutlicher, dass die Gefahr der Erkrankung unabhängig von der Einnahme von ASS ist. Das selbe gilt für jeden Einzelfall in der Tabelle, ob trockene oder nasse AMD. Die verkürzte Tabelle habe ich angefügt. Wer häufiger ASS nimmt erkrankt seltener an AMD (664) als diejenigen, die kein oder selten ASS einnehmen (1830). Er bleibt aber auch häufiger gesund 1732 zu 501. Bereits dies zeigt den Unsinn in der Aussage der Studie.

Die von mir angesprochenen Nachteile von ASS sind nicht AMD zu bekommen, sondern andere Unverträglichkeiten wie Allergien oder Magenprobleme, wie bei Medikamenten eben immer möglich. Hier wird der Arzt dann andere Mittel wählen.

Der ungünstigste Fall wäre, es setzt jemand wegen eines solchen Artikels das notwendige ASS ab und erleidet eine Gefäßverstopfung.

Daher meine Bitte, lasst die Finger von solchen unreflektierten Warnungen umd überlasst dies den Fachleuten.

AMD versus ASS

Aspirin-Konsumenten

@MaBö

T-Online hat gestern, wie bereits berichtet, auch vor Aspirin gewarnt, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Es fand dazu eine Umfrage statt, die ich als Screenshot hier beifüge (Stand 13.1.12 um 10.25 Uhr)

Fast 40% der Umfrageteilnehmer nimmt Aspirin täglich ein, aus welchen Gründen auch immer. Man hat anscheinend Risiken festgestellt und ich habe über einen Verdacht berichtet.

Und nun können Sie und Filou mit der Info machen was Sie wollen.

@Michael Nichtern

Natürlich könnte es interessierte Kreise geben, die neue (und teurere) Medikamente am Markt platzieren wollen, aber viel eher würde ich den Verdacht hegen, dass Aktienbesitzer eine solche Meldung in Verruf zu bringen versuchen.Tatsächlich aber glaube ich beides nicht.

 

Aspirin-Konsumenten

Ohne Quelle

Erstens, Tabelle nicht lesbar,
zweitens, Quelle nicht erkennbar.

Repräsentanz der Umfrage nicht erkennbar. Und Warnung von T-Online? Ist das der neue Sprecher des Gesundheitsministeriums?

Abschließend...

Abschließender Beitrag meinerseits

Wenn man auf das Bild klickt, erhalten Sie eine vergrößerte Variante. Falls Sie dazu eine Brille brauchen....., ich kenne einen hervorragenden Optiker.

Die Umfrage ist NICHT repräsentativ und bei T-Online zu finden.

Nein, T-Online spricht nicht für das Gesundheitsministerium. Das sollten Sie eigentlich wissen und das hat auch niemand behauptet.

Und wieder

haben sie soeben mit irgendwas etwas behauptet. Die Ersteller der Statistik weisen am Ende deutlich darauf hin, dass es sich um eine Onlinebefragung mit zigfachen Manipulationsmöglichleiten handelt.

Der Artikel von T-online befasst sich sachlich damit, dass bei Herzkranken der Wirkstoff durchaus segensreich sei, jedoch zur Vorbeugung nicht eingenommen werden solle, weil hier auf Dauer die Nebenwirkungen den Nutzen nicht rechtfertigen....

Zudem gibt es neuartige Antikoagulantien die, ebenfalls in Tablettenform, schon gang und gäbe sind bei der postoperativen Vorbeugung von Thrombosen.

Aber daher eine Theorie zu generieren man wolle Aspirin nun negativ belasten, um deren breitere Anwendung zu forcieren, das wäre wirklich weit hergeholt.

Glaube nur selbstgefälschten Studien

Zu Aspirin, genauer gesagt dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, gibt es massenhaft Studien. Mal wird davor gewarnt, weil es bei regelmässigen Gebrauch und vor allen Dingen höherer Dosierung zu inneren Blutungen führen können soll, in einer anderen Studien will man herausgefunden haben, daß ASS eine hervorragende Prophylaxe gegen Darmkrebs darstellen soll. Über die blutverdünnenden bzw. gerinnungshemmenden Eigenschaften ist auch schon mehr als genug geforscht und geschrieben worden.

Im übrigen sind es nicht nur Adipöse, die z.B. nach einem Herzinfarkt, ASS zur Vorbeugung bekommen.

Paracelsus sagte einst: "Allein die Dosis macht das Gift."

So ist auch ASS keine harmlose Substanz, je nachdem welche Menge genommen wird. Der Sinn  und Zweck dieses Artikels erschliesst sich mir jedoch nicht, denn die Studie kann keinesfalls als abschließend und somit als letzte Wahrheit gesehen werden. Vielmehr ergibt sich auch ihr lediglich ein vager Verdacht, der je nach Sichtweise zutreffend ist oder nicht. Und wie die Autorin des Artikels schreibt, handele es sich um einen Verdacht.

Insofern handelt es sich nicht um seriöse Informationen. Das auch engagierte Augenärzte (wie einer meiner Bekannten) nicht über entsprechende Fachmagazine von einer solchen Studie gehört haben, spricht weniger gegen die entsprechenden Fachpublikationen als vielmehr dafür, daß diese Studie wohl eher kritisch zu betrachten ist.

"Mythos Aspirin?"

Heute im Fernsehen:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/hintergrund/mythosaspirin10...

Vielleicht hilft's ja weiter.

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