Apropos Drohnen...

DruckversionPer e-Mail versenden
Die ersten "echten" Kampfdrohnen bald im Einsatz
Dienstag, 16. Juli 2013 - 23:49

Kampfdrohne

Neue Navy-Kampfdrohne


Die USA erproben ihre neue, flugzeugträgertaugliche Kampfdrohne X-47B. Im Mai diesen Jahres wurde der erste Katapultstart durchgeführt (Video 1) und nun, am 10. Juli folgte auch die erste gestoppte Landung auf einem Flugzeugträger (Video 2). Im Video 1 sind die beiden Piloten zu sehen, welche die Bewegungen des Vehikels auf dem Schiff fernsteuern. Die Crews an Deck behandeln die Drohne wie ein bemanntes Flugzeug. Diese Drohne ist weit effektiver als die bisher eingesetzte "Predator", mit der die USA die umstrittene "Bekämpfung von Terroristen" außerhalb von Kampfhandlungen durchführen.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.1 (17 Bewertungen)

Kommentare

Die erste Stufe,

die totale Überwachung, ist fast erreicht. Jetzt muss die zweite Stufe ausgebaut werden, die Exekution mittels Drohnen. Erst die großen, dann immer kleiner und effektiver. Und dann wollen wir doch mal sehen, welcher Bürger noch aufbegehrt.

PRISM und Drohnen kosten Geld

Haben Sie sich schon mal gefragt, was allein die über 800.000 Leute jährlich kosten, die für PRISM arbeiten? Und die Drohnen gibt es auch nicht umsonst, wie wir seit de Maiziere´s "Irrtum" wissen.

Dass längst schon via Satellit Details auf der Erde erkennbar sind, die niemand für möglich gehalten hätte, ist eher bekannt, aber die Kosten hierfür kennt wohl kaum einer.

Truppeneinsätze hier und dort, mal nachvollziehbar eingesetzt, mal provozierend, verschlingen ebenfalls gigantische Summen.

Ich frage mich, ob wir wirklich etwas aktiv tun müssen gegen den einzigen Staat, für den jeder Mensch -auch ohne einen Anlass gegeben zu haben- erst einmal ein Verbrecher ist. Evtl. müssen wir nur abwarten, bis er an seinem eigenen Sicherheitswahn pleite geht.

Das Problem ist nur, dass solche Entwicklungen oft Reaktionen wie bei Katzen hervorruft, die sich im Fensterspalt verfangen haben: sie beißen in panischer Angst! Auch die, die ihnen helfen wollen.

Tolle Dinger ...

Tolle Dinger, diese ferngesteuerten Drohnen ...

Zu welchen Zwecken und von wo überall aus (NATO-Gebiet ?) dürfen sie starten und/oder gelenkt werden?

Ramstein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ramstein_Air_Base

Wann ist jemand/eine Personengruppe "terrorverdächtig" und darf mittels Drohne gezielt getötet werden?

Wissen Sie, Herr Zimmermann, auch, was so ein "tolles Ding" kostet und welche Unternehmen/Konzerne die Hersteller sind, wer die Entwicklungskosten trägt? Wer wie viele in Auftrag gegeben und bestellt hat?

Kriege werden heutzutage von den Verantwortlichen bequem vom Monitor aus geplant, gesteuert und geführt - eine "saubere Sache" für die Entscheidungsträger. Und es macht sich in der TV-Berichterstattung (in der freigegebenen) für`s Volk so gut wie ein gewohntes Video-Spiel am häuslichen PC.

Und die betroffene (Zivil-)Bevölkerung ...?! Die kommt gar nicht mehr vor.

WELCH EIN FORTSCHRITT ...!

Wie gut, dass wir "die Bundeswehr und ihre Verbündeten haben und deshalb kein russisches Protektorat sind" ...

Killermaschinen

Hallo Herr Zimmermann,

ich kann Ihre Faszination für diese Flugobjekte ja in gewisser Weise nachvollziehen, schließlich waren Sie ja einmal ein Kampfjetpilot, aber diese Drohnen sind reine Killermaschinen, bei der der "Pilot" am Joystick jede Hemmung zum Abfeuern seiner tödlichen Projektile verlieren wird. Eine menschliche Katastrophe, die da auf uns alle zukommt. 

Faszination

Ich wollte mit dem Drohnenbericht nur aufzeigen, was in Zukunft auch auf die Deutsche Luftwaffe zukommen wird, fasziniert bin ich als ehemaliger Luftfahrzeugführer von den Dingern nicht, sieht man an dieser Entwicklung doch beispielhaft, wie der Mensch auf allen Gebieten immer mehr durch Technik ersetzt wird.

Nur: Hier muß ich das ausnahmsweise für gut befinden, denn es werden in zukünftigen Kriegseinsätzen keine Menschen mehr Gefahren ausgesetzt. Solch ein unbemanntes Flugzeug ist keine größere “Killermaschine” als ein bemanntes Kampfflugzeug auch, es “kann nicht mehr” als ein solches, eher weniger.

Hinzu kommt, dass ein bemanntes Kampfflugzeug teuer und komplex ist. Eine Kriegsführung mit Drohnen zu Wasser, zu Lande und in der Luft ist weniger riskant für Menschen, auch wenn das geringere Risiko vor allem die Nutzer der Drohne betreffen dürfte.

Die heute geltenden Einsatzrichtlinien (Rules of Engagement) werden davon nicht betroffen sein, auch für Drohnen soll gelten, was für bemannte Systeme gilt.

Die Zukunft der Luftkriegsführung liegt also bei den UCAV’s (Unmanned Combat Aerial Vehicles), zumal die Kosten für neue Kampfflugzeuge ins Astronomische steigen. Die Beschaffung weiterer Kampflugzeuge vom Typ F-22 wurde deshalb eingestellt (Kosten pto Stück einschl. Entwicklungskosten 350 Mio US-Dollar),

und die F-35 sorgt ebenfalls für gigantische Kosten. Die geplante Anschaffung von 2400 Maschinen soll 1.5 Billionen Dollar kosten, womit dieses Flugzeug wohl der letzte bemannte Kampfjet sein wird, den die USA bauen.

Die Fähigkeiten dieser Jets sind der jeder Drohne weit überlegen - (s. folgendes Video)

jedoch, für das gleiche Geld bekommt man ein Vielfaches an unbemannten Fluggeräten. Die USA bilden schon jetzt mehr Drohnenpiloten aus als “richtige” Piloten.

Zur X-47B der Firma Northrop Grumman selbst: Der Einsatz auf Flugzeugträgern gilt als Schlüsselfähigkeit. So kann die US-Navy praktisch überall in der Welt in relativ kurzer Zeit mit bewaffneten Drohnen zuschlagen. Mit den derzeit im Einsatz befindlichen Drohnen “Predator” (welche auch die Bundeswehr beschaffen will) ist das nur begrenzt möglich. Sie sind propellergetrieben und damit relativ langsam, für Kampfflugzeuge eine leichte Beute. Auch müssen sie aufgrund ihrer geringen Reichweite im jeweiligen Konfliktgebiet stationiert werden, was nur mit Erlaubnis der betreffenden Länder möglich ist.

Die trägergestützte X-47B hat diese Nachteile nicht, auch ist ihre Zuladung mit über zwei Tonnen mehr als viermal so groß wie die der “Predator”. Während diese von einem Piloten aus der Ferne gesteuert werden muß, kann die X-47B ihre Missionen vollautomatisch erfüllen. Zudem ist ihre Reichweite mit rund 4000 Kilometern ca. Doppelt so groß wie die eines Kampfjets, was sie strategisch bedeutend macht, vor allem im pazifischen Raum, wo die Marine immer größere Reichweite benötigt. Die X-47B kann diese Lücke füllen.

Vgl. auch: http://www.aviationweek.com/Blogs.aspx?plckController=Blog&plckScript=bl...

"Töten per Joystick"

Passend zum Thema:

TV: Mo., 22.07.13, ARD,  22.50 Uhr, Doku D 2013

(Zitiert aus der TV-Beilage des aktuellen STERN)

"Töten per Joystick

Drohnen töten kostengünstig. Eigentlich. Doch das Verteidigungsministerium verbrannte bereits Steuermillionen bei einem gescheiterten Anschaffungsprojekt. Diese Doku liefert Hintergründe dazu, sie zeigt Opfer von Drohnenangriffen und "User" der umstrittenen Waffe."


Gegen Drohnen

im Kriegseinsatz ist nichts einzuwenden, sofern sich die Angriffe nicht gegen unbeteiligte Zivilisten richten, auch und gerade außerhalb von kriegerischen Einsätzen.
Ob ein Soldat durch eine Drohne umkommt oder durch Fingerabzug eines Piloten am "Trigger" der Bordkanone oder am "Bomb-Release-Knob" eines echten Kampfflugzeuges, ist in einem Krieg doch völlig egal, das Ergebnis ist das gleiche, so hart es klingen mag.

Man sollte sich nicht darüber mokieren, wie jemand umgebracht wird, sondern darüber, daß überhaupt jemand umgebracht wird. Dagegen vorzugehen ist meines Erachtens weitaus wichtiger....

Denn am allerbesten wäre, es gäbe keine bewaffneten Konflikte mehr, aber dafür ist das politische Führungspersonal dieser Welt zuständig.

Ich "mokiere" mich hier über ...

das Töten in staatlichem Auftrag; im Krieg (was immer man darunter versteht!) und in der "Terrorbekämpfung" (was immer man darunter versteht!) - beides sind mittlerweile sehr dehnbare Begriffe ...

Das Töten per Joystick/Drohne (also das "Wie") macht es den "Usern" einfacher, ist kostengünstiger, für sie selbst sicherer und enthebt sie der unmittelbaren persönlichen Verantwortung - die z. B. ein Kampfjet-Pilot vielleicht und eventuell ab und zu noch verspürt haben mag. Denn in Kriegen kommen nicht nur die Soldaten um, sondern überwiegend die Zivilbevölkerung.

Es wird alles gemacht, was technisch machbar ist - und je leichter handhabbar, effizienter und kostengünstiger etwas ist, desto öfter wird es gemacht und kommt auch zum Einsatz. Militärische Aktionen werden für die "User" (auf allen Entscheidungsebenen!) quasi zum Videospiel - nur die Opfer sind nicht virtuell!

Außerdem hinken politische Entscheidungen/Verantwortlichkeiten/Fragen der Ethik und Moral (darf man diese Begriffe heutzutage überhaupt noch in den Mund nehmen?) den technischen Entwicklungen/Machbarkeiten gravierend hinterher - wie man, besonders aktuell, auch in anderen Bereichen sieht (z. B. NSA).

Nachträgliche Rechtfertigungversuche, Vorspiegelung von Unwissenheit, Zuständigkeitsquerelen, Delegieren/Abschieben von Verantwortlichkeiten etc. usw. - soviel zum Verhalten unseres "politischen Führungspersonals" ...

Ich beziehe mich nicht

auf "dehnbare" Begriffe, sondern auf die klare, völkerrechtliche Definition von "Krieg". Alles andere ist verwerflich, verwerflicher noch als Kriege im klassischen Sinn. Ich bin ein absoluter Kriegsgegner und ich würde unter den heutigen Bedingungen, wo die Grenzen zwischen Krieg, Terrorbekämpfung und was sonst noch zu verschwimmen scheinen, den Kriegsdienst verweigern und nie mehr den Streitkräften beitreten, werden diese doch zu oft für politische Ziele mißbraucht.

Und doch: Drohnen im Kampfeinsatz gegen gegnerische Truppen sind nicht anders zu bewerten als andere Waffensysteme auch. Es gibt wohl keinen Kompaniechef, der vor angetretener Truppe sagt: "Diejenigen, die von einer Granate zerrissen werden wollen, rechts raustreten, die, die durch eine Drohne umkommen wollen, nach hinten und die, die von einer Bombe zerfetzt werden wollen, nach links." Das ist für die Betroffenen ziemlich gleichgültig.

Nur in Deutschland ist wieder eine Diskussion entbrannt, daß Drohnen den Krieg quasi zum "Videospiel" machten, das die Hemmschwelle auf allen Ebenen senken würde. Ich frage mich nur, welche "Hemmschwelle" in einem echten Kampfeinsatz gesenkt werden soll. Im Einsatz gegen angreifende Truppen darf es keine "Hemmschwellen" geben. Ein Pilot, der seine Truppen aus der Luft unterstützen soll, wenn diese angegriffen werden, kennt auch keine "Hemmschwelle". Auch der Begriff "Joystick" ist so eine Erfindung, um zu suggerieren, daß Töten den "Usern" Spaß mache.

Fernsteuerungen für Drohnen haben keinen "Joystick", sondern ganz einfach einen "Stick", einen Steuerknüppel, genau den gleichen, wie er übrigens im echten Flugzeug auch Verwendung findet - und dort heißt er ebenfalls nicht "Joystick", sondern schlicht und einfach "Stick" = Knüppel.

Daß Kriege und "Töten in staatlichem Auftrag" verwerflich sind, darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Zu allen Zeiten wurde aber eingesetzt, was technisch machbar ist und - in heutigen Zeiten - natürlich auch kostengünstiger. Darüber muß man sich nicht verwundern. Daß Kriege vom Zaun gebrochen werden, nur weil es "kostengünstiger" ist, wäre mir neu. Und - militärische Aktionen werden eben nicht zum "Videospiel", sie werden immer noch von Menschen durchgeführt, die Drohnenfrage ist nur ein ganz kleiner Teilaspekt.

Und nochmals, man darf das nicht verniedlichen: Die Politik ist verantwortlich für diese Dinge, und sonst niemand. Wenn jemand sagt, nein, die Politik ist es nicht, es sind die großen Konzerne, die Multis, das Militär, dann wäre das ein trauriger Fakt und höchste Zeit für unsere Politiker, dagegen etwas zu unternehmen...

Die Politik ist verantwortlich

Das ist wohl etwas zu einfach, denn: die Politik gibt es gar nicht. Wurden früher Kriege überwiegend von machtgierigen Monarchen oder verblendeten fanatischen "Gläubigen" angezettelt, so ist dies heute nicht mehr so offensichtlich. Die Sandkastenspielchen der Militärs sind dieselben geblieben. Es genügte ihnen nie, Kriege theoretisch ab zu arbeiten. Und gibt es keinen vermeintlich echten Kriegsgrund, so wird gelogen, dass sich die Balken biegen (Massenvernichtungswaffen im Irak).

"....um zu suggerieren, daß Töten den "Usern" Spaß mache". Ja. Solche, denen Krieg und Vernichtung Spass machen, ja, die gibt es. Oder glaubt jemand, den Hollocaust hatte es gegeben, wenn nicht ausgewählte Sadisten mit "Freude" am Werk gewesen wären?

Selbst bei Bürgerkriegen (Aufbegehren des Volkes gegen seine Unterdrücker), findet man Gründe, sich ein zu mischen. Und es ist ja sehr leicht, sein Verhalten humanitär zu begründen, egal, wie viele trotzdem oder gerade deshalb getötet werden.

Die Politik ist nichts Abgehobenes. Sie setzt sich zusammen aus den Bestrebungen der Wirtschaft, der Konzerne, des Militärs, aus machtgierigen Einzelpersonen und sonstigen Interessenlagen. Gegen diese geballte Macht kommt kein Politiker an.

".... militärische Aktionen werden eben nicht zum "Videospiel ", sie werden immer noch von Menschen durchgeführt". Wohl wahr. Von Menschen, die aufgrund eines zweifelhaften Eides andere massakrieren, ohne dies selbst zu wollen und ohne dagegen etwas unternehmen zu können. Nur, weil eine "Elite" dies für richtig hält. Erwischt man Widerständler, werden sie hingerichtet um später, wenn die Lage sich geändert hat, als Helden gefeiert zu werden.

Die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki werden heute noch als "gerechtfertigt" bezeichnet. Man muss es nur so begründen, dass die Menschen dies glauben.

Wußte ich's doch

werter Filou, daß der "militärisch-industrielle Komplex" (siehe "Verschwörungstheorien") und vor allen Dingen das blutgierige und kriegsgeile Militär verantwortlich für Kriege sind und die Politiker in ihrem Sinn "vor sich hertreiben", weil die einen Geld verdienen und die andern keine "Sandkastenspielchen" machen wollen und es keine oder "die" Politik nicht gibt. Nur seltsam, daß ich davon während meiner gesamten Dienstzeit nichts bemerkt habe und die Nachrichten voller "Politik" und ihrer Akteure sind. Aber jetzt wissen wir es: Alles nur Marionetten - auch "Mutti", die die Bundeswehr in alle Welt schickt - ferngesteuert von eben dieser Bundeswehr, deren Generäle endlich mal beweisen wollen, was sie alles können - das geht halt nicht im "Sandkasten"!

Politische Bündnisse auf Zeit statt politische Überzeugungen

Die Politik gibt es in der Tat nicht mehr - sondern nur noch politische Bündnisse auf Zeit: zur Durchsetzung bestimmter politischer/wirtschaftlicher Entscheidungen, zur Wahrung bestehender Machtverhältnisse, zur Erreichung von Mehrheiten in gewissen Gremien, aus persönlichem Machtstreben, u. ä.

Keiner der großen maßgebenden Parteien (die kleinen haben keine Chance) lässt sich mehr eine politische Grundüberzeugung zuordnen; man taktiert, paktiert und koaliert, wie`s gerade passt. Die Grenzen zwischen Schwarz/Rot/Grün bzw. "links/rechts" verschwimmen. Das Blockdenken von früher (die Guten im Westen, die Bösen im Osten) ist längst überholt - man macht Geschäfte mit jedem Staat bzw. mit jeder gerade amtierenden Regierung.

Joschka Fischer ist vom Steine werfenden Sponti über den grünen hessischen "Turnschuhminister" über den deutschen Außenminister und Vizekanzler zum Maßanzug tragenden Manager/Unternehmensberater/Lobbyist/hochbezahlten Gastredner etc. mutiert.

Der "rote Gerd" (Herr Schröder), der "da unbedingt reinwollte" (wie kolportiert wird), nämlich ins Kanzleramt, kam auch da rein und hat eine ähnliche Karriere wie sein Kollege Fischer in Wirtschaft und Industrie (u. a. Gazprom) gemacht - wobei beide ihre politischen Kontakte hocheffizient nutzen.

Und gerade unter "Rot/Grün" gab es eine Menge umstrittener politischer Entscheidungen, was Kriegseinsätze, Beteiligungen der Bundeswehr etc. betraf (Kosovo-Krieg, Afghanistan).

F. J. Strauß, zumindest noch einordenbarer "Schwarzer" der ersten Stunde im Nachkriegsdeutschland, pflegte schon während seiner politischen Tätigkeit (Bundesminister für Atomfragen, Verteidigung, Finanzen) gute Kontakte zu Wirtschaft und Industrie ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Joschka_Fischer

http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schr%C3%B6der

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F

Soviel zur "Wandelbarkeit" bzw. Interessenlage unserer hochrangigen politischen Entscheidungsträger bzw. "politischen Elite" ...

Übrigens: Wie man den Steuerknüppel zur Fernbedienung einer Drohne in korrektem Technokratendeutsch nennt, ist m. E. völlig wurscht. Das ändert nichts am Sachverhalt. Und Videospiele ebenso wie militärische Aktionen laufen nicht von selbst ab, sondern müssen von Menschen geplant, ausgewählt und gestartet und dann durchgeführt werden.

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen

denn das ist gerade "die Politik" heutzutage, die für alles verantwortlich zu machen ist. Und es macht einen Unterschied, ob man die korrekte technische Bezeichnung für das Steuerorgan einer Drohne wählt oder dieses als "Joystick" bezeichnet. Das Ergebnis ist zwar dasselbe, aber ob das den "Bedienern" solchen Spaß bereitet wie etwa ein Videospiel, was durch die Wortwahl impliziert wird, mag stark bezweifelt werden.

Im Übrigen teile ich Ihre offensichtliche Abneigung zum Einsatz von Waffen jeglicher Art - auch Drohnen, gegen Unbeteiligte. Ich spreche hier lediglich vom Waffeneinsatz zwischen Kombattanten. Hier geht es darum, so hart das klingen mag, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen mit möglichst geringen eigenen Verlusten. Da ist der Einsatz automatisierter Waffensysteme nur folgerichtig. Am liebsten wäre mir selbstverständlich auch, genau so wie Ihnen, daß jegliche Waffen von dieser Erde verschwänden und damit sämtliches Militär dieser Welt. Wenn ich noch dabei wäre, würde ich mich gerne selbst abschaffen wollen...

Alles nur Marionetten

In der Tat. Die Bundeswehr steht im Krieg in Afghanistan, die Politiker glaubten (zumindest erzählten sie das 10 Jahre lang), es sei ein Friedenseinsatz. Die Geheimdienste spionieren die Bürger aus, die Politik ist ahnungslos (oder stellt sich nur so). Geheimdienste und Militärs haben Amerika in den Irakkrieg manövriert (die Militärs haben nachträglich ihre bewußten Lügen zugegeben). Die Sicherung von Rohstoffquellen, ein weiterer Kriegs- bzw. Besetzungsgrund. Das Testen der Waffen und Waffensysteme, dafür braucht man Krieg. Alte überholte Waffen loswerden: am besten einen Konflikt anzetteln.

"das blutgierige und kriegsgeile Militär", diese Formulierung entstammt nicht meiner Fantasie. Der Einsatz von Agent Orange in Vietnam war keine chemische Kriegsführung und deshalb kein Verstoß gegen internationales Recht (lt. US-Recht). Dass auch noch im 3. Jahrtausend eine Millon Vietnamesen an den Spätfolgen leiden - Pech gehabt, wie? Ein Krieg, bei dem die Sinnlosigkeit von Anfang an bekannt war?

Die Politik (Europa) kann die Geheimdienste nicht kontrollieren (GB, F, Israel, USA usw.). Nein, die Politik ist nur Marionette.

"daß ich davon während meiner gesamten Dienstzeit nichts bemerkt habe und die Nachrichten voller "Politik" und ihrer Akteure sind"
Das ist doch normal. Als Bundeswehrangehöriger werden sie genau mit den Argumenten versorgt, die scheinbar schlüssig sind. In den Nachrichten stellt sich die Politik dar, logisch. Im Zweifelsfall erklären sie dem Zuhörer, dass sie von Prism oder anderen Programmen noch nie etwas gehört haben. Und ich bin sicher, es gibt viele Bundesbürger, die das auch glauben. Man stelle sich nur die Lage vor und ohne "Snowden" vor.

So gesehen, ja dann

Sie sprechen hier nur "......... vom Waffeneinsatz zwischen Kombattanten"

Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind, so beginnt Wikipedia mit der Worterklärung.

Und in diesem Satz sei der Teil "unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts" der besonderen Aufmerksamkeit empfohlen. Na dann, auf ein Neues

Auf ein neues, werter Filou

Sie zitieren besonders gerne Wikipedia, aber wenn man zitiert, so sollte man wenigsten richtig zitieren und nicht aus dem Zusammenhang reißen. Ich zitiere hier richtig und erläutere noch:

"Hinsichtlich der Frage nach der Berechtigung zur Teilnahme an Feindseligkeiten einschließlich Schädigungshandlungen unterscheidet das Humanitäre Völkerrecht im internationalen bewaffneten Konflikt zwischen Kombattanten, also Personen, die unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen und bewaffnete Schädigungshandlungen gegen militärische Ziele vorzunehmen dürfen, und Nichtkombattanten, also allen Personen, denen diese Berechtigung fehlt. Die Angehörigen der Streitkräfte einer am Konflikt beteiligten Partei mit Ausnahme des Sanitäts- und Seelsorgepersonals sind Kombattanten. Die Nichtkombattanten sind in der Regel völkerrechtlich besonders geschützt. Zu den geschützten Personen zählen neben Angehörigen des Sanitäts- und Seelsorgepersonals der Streitkräfte vor allem Zivilpersonen. Darüber hinaus ist jede Konfliktpartei verpflichtet, bei ihren Handlungen die Unterscheidung zwischen militärischen Zielen einerseits und Zivilisten und zivilen Objekten andererseits sicherzustellen. Der Einsatz von unterschiedslos wirkenden Waffen ist demzufolge ebenso verboten wie Kampfmethoden, die nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen unterscheiden." Diese Definition haben Sie, werter Filou, doch glatt "vergessen". Ich hoffe, Sie wissen nun, was ich mit "Kombattanten" gemeint habe.

Und nun zu Ihrem "teil-zitierten" Text: "Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind. Dies erlaubt dem Kriegsgegner die gezielte Bekämpfung und Tötung der uniformierten Kombattanten, ermöglicht ihnen jedoch auch eine Behandlung nach den Regeln der Genfer Konventionen, beispielsweise den Status als Kriegsgefangener im Fall einer Gefangennahme. Sie verlieren den geschützten Kombattantenstatus, wenn sie nicht unterscheidbar von Zivilpersonen kämpfen, ihre Waffen nicht offen tragen oder die Uniform des Kriegsgegners tragen. In diesem Fall steht ihnen aber dennoch ein humanitärer Schutz zu, unter anderem ein faires Gerichtsverfahren und menschliche Behandlung, so, wie es für Strafgefangene in einer zivilisierten Rechtsordnung auch gilt.[1] Was Kombattanten bekämpfen dürfen, und wie sie selbst bekämpft werden dürfen, unterliegt Beschränkungen." (Rules of Engeagement, der Verf.).

Hier geht es ebenfalls um den vökerrechtlich geschützten "Kombattantenstatus" (uniformierte Kombattanten), welcher eine Behandlung nach den Genfer Konventionen nach sich zieht. Nichtkombattanten sind, siehe oben, Zivilpersonen und völkerrechtlich besonders geschützte Personen. Nicht besonders geschützte Zivilpersonen sind solche Personen, die nicht unterscheidbar von Zivilpersonen kämpfen, ihre Waffen nicht offen tragen oder in der Uniform des Gegners kämpfen. Trotzdem steht ihnen ein humanitärer Schutz zu. 

Wenn ich von "Kombattanten" gesprochen habe, dann von uniformierten, also Soldaten. Gegen diese  ist der Einsatz  jeglicher Waffen, auch Drohnen, erlaubt, ebenfalls gegen "Zivilisten", die verdeckt kämpfen und ihren völkerrechtlich geschützten Status demnach verloren haben, jedoch keine "Kombattanten" im obigen Sinn darstellen. Ist ja nur logisch, ansonsten man "Terroristen" und Partisanen nicht bekämpfen dürfte.

Allerdings steht diesem Personenkreis auch eine gewisse humanitäre Hilfe zu, unter anderem menschliche Behandlung und ein faires Gerichtsverfahren, wie einem Mörder eben auch. Ich erinnere daran, daß es im 2. Weltkrieg völkerrechtlich noch erlaubt war, Partisanen zu erschießen.

Was die Amerikaner heute mit ihren Drohnen außerhalb von Kampfhandlungen treiben, geht in eine ähnliche Richtung, nur eben völkerrechtlich nicht gedeckt. Gerade Heilsbringer Obama täte gut daran, hier eine Änderung herbeizuführen und auch den Guantanamo-Häftlingen endlich ihnen ihr  völkerrechtlich zustehendes Gerichtsverfahren zukommen zu lassen oder sie auf freien Fuß zu setzen. 

Auch ging es mir nicht um den Rechtsstatus eines Krieges, sondern nur um den Begriff "Kombattant", der unabhängig vom Rechtsstatus, immer anzuwenden  ist. Zum Verständnis: Als Hitler den Zweiten Weltkrieg angezettelt hatte, war dieses unrechtmäßig, was aber nicht dazu führte, daß "Nichtkombattanten" in den Krieg hätten eingreifen dürfen. Zivilisten war es demnach verboten, so berechtigt ihr Anliegen auch gewesen sein mag, verdeckt zu kämpfen, es waren eben "Nichtkombattanten".

Im Übrigen gilt: Wikipedia gilt unter Wissenschaftlern als "nicht zitierfähig". Als ich meiner Tochter bei ihrer Diplomarbeit einmal empfohlen habe, aus Wikipedia zu zitieren, meinte sie: "Um Gotteswillen, das geht gar nicht, das wird nicht akzeptiert". Aber da Sie schon mal zitiert haben...

Schreibtischtäter bzw. Monitortäter

Herr Zimmermann,

ich unterstelle niemandem, der den (Joy-) Stick der Fernsteuerung einer Drohne bedient, vorn vornherein Spaß am Töten (wen auch immer). Diese Fernsteuerung, die keine persönliche Beteiligung an Kampfhandlungen erfordert, setzt aber m. E. eine eventuell vorhandene Hemmschwelle herab, weil derjenige die direkten Folgen vor Ort nicht mitbekommt - die Opfer nicht sieht. Der persönliche Bezug geht verloren und macht es leichter, "am Drücker zu sitzen" und den dann auch zu betätigen.

Auch Sie reden nie von den Opfern (sondern von "Verlusten"), ob eigene oder gegnerische Soldaten, "Terroristen" oder Zivilbevölkerung - Menschen sind sie alle. Kriegsmaterial wie Bomben und Minen etc. bezeichnen Sie als "Zuladung".

Ich denke auch nicht, dass alle Soldaten dieser Welt potentielle Sadisten und hirnlose Kampfmaschinen sind - sie sind alle hauptsächlich Befehlsempfänger, die Aufträge "von oben" ausführen. Und die, die hinterfragen, tragen oft schwerwiegende psychische Schäden davon - vorausgesetzt, sie überleben ihren "Einsatz"  ...

Selbst Adolf Eichmann (Organisator des Holocaust) war kein ausgesprochener Sadist, sondern ein "Schreibtischtäter" (heutzutage wäre er ein "Monitortäter"), der nur rechtsgültige Befehle ausgeführt hat und ansonsten ein umtriebiger, sachlicher, durchschnittlicher Mensch war. Also nicht die "Inkarnation des Bösen" sondern eher die "Banalität des Bösen" (Hannah Arendt).

http://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann-Prozess

An jeglicher Auf-/Hochrüstung und Produktion von Kriegsmaterial verdienen nur die großen Konzerne; deshalb sind dort Kriege immer höchst willkommen, denn es wird einiges an Material verbraucht, und das steigert die Nachfrage und somit den Profit. 

Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur weltweit (nach den USA und Russland):

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_R%C3%BCstungsexport

Man beachte die Art und Vielzahl der Empfängerländer!

Deutsche Rüstungsfirmen verdoppeln Kleinwaffenexporte:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/deutsche-ruestungsfirmen-verdoppeln-kleinwaffen-exporte-a-902023.html

Deutsche Rüstungskonzerne wie Krupp oder Thyssen haben eine lange Tradition und schon in den vergangenen beiden Weltkriegen satte Gewinne erzielt - auch durch den Einsatz von Zwangsarbeitern.

Heutzutage versteckt man sich eher in Mischkonzernen ... das macht sich besser ...

 

Marionetten

Bitte doch bei den Tatsachen bleiben, werter Filou. Nicht die Militärs haben im Falle Irak ihre "bewußten Lügen" zugegeben, sondern der Geheimdienst. Das Militär hat sich auf dessen Aussagen verlassen.

Sie schreiben "Die Bundeswehr" steht im Krieg in Afghanistan, die Politiker glaubten....es sei ein Friedenseinsatz".

Mir ist neu, daß die Bundeswehr diesen Krieg in Afghanistan angezettelt hat und die Politiker über den Einsatz im Unklaren ließ. Aber man lernt ja nie aus.

"Die Sicherung von Rohstoffquellen, ein weiterer Kriegs- bzw. Besetzungsgrund. Das Testen der Waffen und Waffensysteme, dafür braucht man Krieg. Alte überholte Waffen loswerden: am besten einen Konflikt anzetteln." Ach so, das Militär sichert von sich aus Rohstoffquellen, besetzt deswegen fremde Länder und zettelt Kriege an, ohne die Politiker zu informieren, die stehen dann  hilflos vor vollendeten Tatsachen, welche das Militär geschaffen hat. Das Militär, also ein Staat im Staate, nicht mehr zu kontrollieren. Interessant. Betrachte jetzt die Bundeswehr mit ganz anderen Augen. Der Generalinpekteuer ist der heimliche Strippenzieher Deutschlands.

Über den Vietnamkrieg kann man streiten, aber wurde er auch, ohne Wissen der Politiker, vom Militär angezettelt und durchgeführt? Offensichtlich! Die Geschichte muß ganz neu geschrieben werden. Nicht Nixon war der Schurke, sondern sein Militär!

Die Politiker nur Marionetten, stellen Sie fest Ich warte jetzt nur noch darauf, daß das Militär nun auch offiziell die Macht übernimmt, zusammen mit den Geheimdiensten und dem Industiellen Komplex, wäre doch nur logisch, oder?Dann bräuchten sie "Mutti" nicht mehr als Marionette tanzen zu lassen - obwohl sie gut "tanzt", besser als alle anderen vor ihr.

Ich finde es auch toll, daß Sie besser wissen als ich, was ich während meiner Dienstzeit hätte wissen dürfen, sollen, müssen, merken müssen oder auch nicht. Ach ja, es befaßt sich offensichtlich nur die oberste Führung der Bundeswehr mit "Marionettenspielchen", subalterne Dienstgrade wie ich es im Verlgleich zu einem General war, merken davon natürlich nichts....

Sprache

Fast jede Institution hat ihre "Fachsprache". so auch das Militär. Ich sehe darin nichts Schlimmes, man muß sich schließlich ja international verständigen können. Dieses geht nüchtern und emotionslos vonstatten. Ich verstehe, daß man sich darüber aufregen kann, geht es, nicht nur, aber auch, um Menschen. Vielleicht auch deshalb die emotionslose, technokratische Fachsprache. 

Ich unterstelle Ihnen nicht, daß Sie persönlich glauben, daß irgendjemand, der eine Drohne bedient, Spaß am Töten haben könnte. Der Begriff "Joystick" legt jedoch, für unbedarfte Leser, nahe, daß der Bediener Spaß am Töten haben könnte, was ich eher für unwahrscheinlich halte.

Auch wird immer wieder vorgetragen, daß die persönliche Hemmschwelle des Bedieners durch die Fernsteuerung herabgesetzt wird, weil dieser die Folgen vor Ort, die Opfer, nicht persönlich sieht.

Ein Einsatzpilot vor Ort sieht die Opfer ebenfalls nicht. Er sieht allenfalls, ob unbeteiligte Ziele betroffen sein können und er kann deswegen einen Waffeneinsatz verweigern, was immer wieder vorkommt, zum Beispiel wenn sich Taliban in Wohnhäusern versteckt halten und von dort heraus das Feuer eröffnen. Da man nicht weiß, ob sich in den Häusern auch Zivilpersonen befinden, wird ein Angriff aus der Luft häufig abgebrochen. 

Das kann aber auch von einer Drohne festgestellt werden. Der Operator hat gestochen scharfe Aufnahmen vom Zielgebiet und er muß sich an die gleichen Richtlinien (Rules of Engagement) halten wie der Pilot. Es darf also nicht darum gehen, daß schneller geschossen wird, nur weil man nicht vor Ort ist. Der Operator ist Soldat, und Soldaten halten sich in den allermeisten Fällen an Richtlinien, ansonsten das Konsequenzen hätte.

Eine Hemmschwelle für Piloten gibt es gar nicht, wenn eigene Truppen von fremden Truppen (also Kombattanten) angegriffen werden. Hier geht es darum, eigene Verluste an Menschenleben so gering wie möglich zu halten, auf gegnerische Menschen darf und kann also keine Rücksicht genommen werden. Das sind die Regeln eines Krieges. 

Ansonsten gebe ich Ihnen völlig recht

 

 

Fachsprachen

Die Fachsprache des Militärs finde ich im Grunde entlarvend, weil sie der eigenen zerstörerischen Tätigkeit entfremdet und Grausamkeit, Menschenverachtung und Elend verschleiert - und nichts anderes ist Krieg.

Und Außenstehende bzw. die "unteren Ränge" sollen sie auch gar nicht verstehen; das ist vergleichbar mit dem "Medizinerdeutsch" - da wollen sich die Herren Doktoren auch nicht gern in die Karten schauen lassen. Man will unter sich bleiben, verschanzt sich hinter Fachvokabular und wird somit unangreifbarer (zumindest für`s gemeine Volk).

Im ersten Fall dient das gemeine Volk als Kanonenfutter, wird verheizt und muss seinen Kopf hinhalten für Interessen, die NICHT die eigenen sind; im zweiten Fall dient es als "Patientengut", an dem es möglichst viel zu verdienen gilt.

Um die "Regeln eines Krieges" zu akzeptieren (wer macht die?, werden sie je eingehalten?, wer prüft es nach?), muss man den Krieg akzeptieren. Ich kann beides nicht.

Statt Regeln für Kriege aufzustellen, sollte man die Kriege selbst vermeiden, statt sie immer weiter zu perfektionieren und zu pervertieren - denn sie sind immer vermeidbar und stellen keine unabwendbaren "Naturgewalten" dar, die über einen hereinbrechen ...


Ich muß Ihnen da

fast überall recht geben, und ich verstehe Sie auch, daß sie als überzeugter Pazifist sogar die militärische Fachsprache "entlarvend" finden, da sie teilweise, das räume ich ein, die brutale Wirklichkeit ausklammert. Ich muß Sie aber darauf hinweisen, daß sich auch die "unteren Ränge" dieser Fachsprache bedienen, ansonsten es "Verständigungsschwierigkeiten" gäbe, was beim Militär fatal wäre.

In der Vergangenheit diente das "gemeine Volk" tatsächlich als "Kanonenfutter" und mußte den Kopf für Dinge hinhalten, die es nicht wollte. Bei Freiwilligenarmeen sieht dies anders aus. Diese Menschen dienen, weil sie eben eine andere Überzeugung haben als Sie.

Kriegsregeln sind international und Teil des Kriegsvölkerrechts. Hinzu kommen noch Einsatzregeln, um speziell Nichtbeteiligte zu schützen. Ob diese immer eingehalten werden, sei dahingestellt, doch überwiegend wird die Nichteinhaltung dieser "Rules of Engagement" geahndet.

Wer kann schon Kriege akzeptieren? Nicht nur Sie, ich auch nicht. Eigentlich jeder vernünftig denkende Mensch. Und man sollte sie tatsächlich vermeiden, da gehe ich mit Ihnen konform. Ob sie vermeidbar sind, ist eine andere Frage, da sehe ich doch eher die Tatsachen.

Und schon sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt: Wer kann Kriege vermeiden, wenn überhaupt? Das ist doch eindeutig das politische Führungspersonal dieser Welt. Die Politiker sind es doch immer, die Kriege vom Zaun brechen. Die Bundeswehr hat noch keinen Krieg erklärt. Den Menschen in der Bundeswehr wäre es am allerliebsten, sie könnten Kriege verhindern - ich habe noch keinen "Krieghetzer" in der Bundeswehr angetroffen, diese steht voll und ganz auf dem Boden des Grundgesetzes. 

Eine Bundeswehr als eigenständige Macht im Staate ...

Eine Bundeswehr als eigenständige Macht im Staate, die vielleicht noch putscht, dem eigenen Volk oder einem anderen "den Krieg erklärt", kann ich mir auch nicht vorstellen ...   ;-)

In anderen Teilen der Welt war/ist das durchaus üblich ...

Wer heute freiwillig zur Bundeswehr als Berufsarmee geht, weiß, was ihn dort - auch im Ernstfall - erwartet. Es wird Gott sei Dank niemand mehr zum Wehrdienst gezwungen.

Wer aber geht heute freiwillig mit welcher Motivation und welcher Überzeugung zur Bundeswehr?

Dazu ein interessanter Artikel:

http://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-in-der-bundeswehr-verfuehrbare-soldaten-1.1563756

Stehen alle "voll und ganz auf dem Boden des Grundgesetzes"?

Aber das ist ein anderes Thema und berührt die zunehmende Perfektion des Tötens (hier: per Drohne) nur am Rande.

Im Grunde bin ich genauso ratlos wie Sie, was die grundlegende Frage betrifft, wie sich Kriege/militärische Einsätze vermeiden lassen - solange unsere Politiker/Entscheidungsträger so sind wie sie sind ...

Schön, ich zitiere jetzt nicht

aus Wikipedia. Ich traue das Nachlesen eines angegebenen Textes jedem zu. Ich gehe bei der Urteilsfähigkeit der Leser davon aus, dass sie ein Zitat nicht für den gesamten Artikel halten.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass keine Regierung militärische Entscheidungen trifft, die nicht von militärischen Beratern empfohlen wurden. Insofern bleibt für mich die Verantwortung beim Militär.

Nun muss ich zugeben, dass ich nicht eindeutig unterscheiden kann zwischen Militär und Geheimdienst. Für mich gibt es dazu zu viele Überschneidungen. Benutzt das Militär und/oder hat das Militär Geheimdienste, ich weiß es nicht, ist ja geheim.

Wenn das Militär am Afghanistankrieg, am Irakkrieg (2003) und am  Vietnamkrieg völlig schuldlos war, nehme ich alles zurück.
Man überfällt eine Nation, indem man ihr den Krieg erklärt, und fortan sind alle uniformierten Menschen "Kombattanten", die man massakrieren kann und die Zivilbevölkerung werden die Notleidenden. So einfach ist das?

Da ich Verteidigungsminister zum Militär zähle (schließlich ist dies der oberste Dienstherr der Truppe) schaue ich mir als Beispiele von den amerikanischen Ministern nur Powell und Rumsfeld an.

Was ich natürlich völlig verstehen kann ist Ihre Argumentation, werter Herr Zimmermann. Wenn ich einen großen Teil meines Lebens mit einer bestimmten Aufgabe in einem großen Verbund verbracht hätte, würde ich mir das auch nicht zerreden lassen.

"Als Hitler den Zweiten Weltkrieg angezettelt hatte, war dieses unrechtmäßig", schreiben sie für mein besseres Verständnis. Frage dazu: Welcher Krieg war denn rechtmäßig?.

 

Seufz

Es hat keinen Zweck, Sie finden für jeden Ihrer Fehler immer die passende Ausrede - aber wenn jemand in einer wissenschaftlichen Arbeit so zitieren würde wie Sie, muß er sich Rügen gefallen lassen. Nicht jeder, der des Lesens mächtig ist, macht sich die Mühe, das gesamte Zitat nachzuschlagen. Und so ist das Ihre eben völlig unzureichend und für jemand, der nicht nachschlägt,  vollständig irreführend, denn letztendlich kommt etwas anderes heraus, als Sie in ihrem "Kurzzitat" suggerieren wollten. So etwas ist unseriös. Das zum einen.

Zum andern machen Sie es sich leicht, wenn sie die Verantwortung für Konflikte dem Militär anlasten, weil dieses - oh wie böse -die Politiker absichtlich falsch berät. Diese haben jedoch nicht nur das Militär als Berater, sondern noch ganze Beraterstäbe und ihren eigenen, gesunden Menschenverstand (hoffentlich). Niemand kann also die Politiker von ihrer Verantwortung für das Geschehen entheben - das wäre zu einfach. 

Vielleicht darf ich Ihnen auch ein Geheimnis verraten: die Bundeswehr hat schon des öfteren von bestimmten Auslandseinsätzen abgeraten, was von "Mutti" einfach ignoriert wurde. Solche Dinge werden kritisch vom Deutschen Bundeswehrverband (der Gewerkschaft der Soldaten, ja, so etwas gibt es!) unter die Lupe genommen und in der Verbandszeitung offen diskutiert.

Daß ich "gedient" habe, spielt bei mir, wie man unschwer feststellen kann, keine Rolle. Lesen sie meine Beiträge nochmals gut durch. 

Last but not least stellen Sie die Frage in den Raum, welcher Krieg denn rechtmäßig war. Vielleicht der der Alliierten gegen das Dritte Reich? Ich frage ja nur. Oder die Verteidigung gegen Angriffskriege? Könnt ja sein...

 

Rechtsextremismus in der Bundeswehr

ist natürlich für bestimmt Medien ein beliebtes Thema. Aber was soll das? Die Bundeswehr ist ein Teil unserer Gesellschaft und es finden sich dort prozentual eben so viele Rechte wie in anderen Teilen auch, das bestreitet niemand. Vielleicht ist die Ausbildung an Waffen bei der Bundeswehr für Rechtsextremisten verlockend.  Wenn sie entdeckt werden, fliegen sie raus. Die Bundeswehr kann diese Minderheit gut verkraften, ohne dem Rechtsextremismus anheim zu fallen.

Anmerkung

Anmerkung:

Der Autor dieses Gastbeitrages in der Süddeutschen.de (mein angegebener Link oben) ist Historiker und Publizist - und lehrte Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München.

Noch mal:

http://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-in-der-bundeswehr-verfuehrbare-soldaten-1.1563756

Weder die Süddeutsche als "bürgerliches Blatt" noch der Autor als Lehrender an einer Bundeswehruni machen sich also der "Linkslastigkeit" bzw. einer besonderen Kritisiererei/Krittelei verdächtig. Der Artikel selbst ist insgesamt recht moderat gehalten.

Erster Abschnitt (Antext):

"Strukturell übt die Bundeswehr vor allem auf Rechtsextreme eine stärkere Anziehungskraft aus als auf linke oder liberale Bürger. Durch den Übergang zur Berufsarmee wird sich dieses Phänomen noch verschärfen. Denn nun werden diejenigen angezogen, die auf dem zivilen Arbeitsmarkt weniger oder keine Möglichkeiten finden. ..."

Weiteres Zitat:

" ...Aus der Geschichte wissen wir: Freiwillig kommen Menschen "zu den Waffen" nur dann, wenn sie diese drei Belohnungen, und zwar alle drei zusammen, bekommen: Macht oder Machtbeteiligung; Geld, daher Sold-aten; Ansehen beziehungsweise Wertschätzung, Achtung oder Ruhm...."

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen.

Des Weiteren lohnt es sich - abgeleitet von "Sold" - , mal unter "Söldner", Söldner heute", "Söldnerarmee" u.ä. zu googeln - es ist interessant und erschreckend, was man da so alles findet ...

Man braucht mich nicht auf den Unterschied zwischen "Soldaten" und "Söldnern" hinzuweisen; der ist nur ein gradueller, und beide werden (fürs Töten) bezahlt.

Na und?

Ist doch klar, daß die Bundeswehr strukturell auf Rechtsextreme eine stärkere Anziehungskraft ausübt, die Gründe dafür habe ich schon genannt. Damit wird die Bundeswehr fertig. Ich freue mich übrigens, daß bei der Bundeswehr solche Professoren lehren.

Aber in einem irrt er, das kann ich ihm aus eigener Erfahrung bestätigen: Wo wird der normale Soldat an "Macht" beteiligt, welche Macht? Wertschätzung? Fragen Sie sich doch mal selbst, welche "Wertschätzung" Bundeswehrsoldaten in der Vergangenheit hatten und jetzt noch haben (manche leiden tatsächlich darunter, daß ihnen keine Wertschätzung entgegengebracht wird - na ja, ist ja auch frustrierend, keine Anerkennung zu bekommen für das, was man tut. Ich persönlich wurde noch als "Mörder" beschimpft). Überprüfen Sie doch nur mal Ihre eigene "Wertschätzung" der Bundeswehr. Diese haben Sie hier lang und breit ausgebreitet, Hunderttausende denken so, das dürfen sie und können sie - vielleicht auch und gerade wegen der Bewahrung der Freiheit durch das westliche Bündnis?

Und Geld? Darüber rede ich nun schon mal gar nicht. Jeder zivile Flugkapitän hat dreimal so viel bekommen als ich, bei zehnmal geringerer Belastung... Und auch heute sind Soldatengehälter nicht mit Beamtengehältern vergleichbar - Soldaten erhalten einfach weniger. Der Bundeswehrverband kämpft schon seit Jahrzehnten für gerechte Angleichungen. Und die Wirtschaft zahlt auch besser.

Und was Söldner betrifft: In der Vergangenheit war man nicht so "zimperlich" wie heute - ganz allgemein. Und ja- ein Soldat muß im Ernstfall töten, wenn es sein muß - was denn sonst? Man kann sich darüber aufregen, wie man will, das ist eben Fakt. Leider. Wie gesagt, es wäre am besten, Soldaten weltweit abzuschaffen - keine Frage.

In den 70er Jahren hielten es

In den 70er Jahren hielten es extreme Linke geradezu für eine Verpflichtung den Wehrdienst bei der Bundeswehr abzuleisten, um "das Waffenhandwerk" zu erlernen. Mit diesem erlernten "Waffenhandwerk" sollten der Staat und seine Repräsentanten bekämpft werden.

Lieber Himmel...

... gibt es eigentlich in Bruchsal keine anderen Themen mehr?
Mal die Gemeinderatsvorlagen gelesen? Oder ist das zu gewöhnlich?

Über so ein Thema lässt sich

Über so ein Thema lässt sich halt wunderbar philosophieren. Man hat schon viel zum Thema gehört und fühlt sich fit genug, mitreden zu können. Beim Thema Bruchsaler Gemeinderatsvorlagen wirds schon kniffeliger. Da müsste man sich einlesen, kundig machen. Da ist nicht ganz so schnell ein Kommentar rausgehauen. Schade eigentlich. Auch diesesmal sind wieder ein paar tricky Themen auf der Agenda.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen