Alternativlos?

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Muttis rosarote Brille
Freitag, 6. September 2013 - 18:27

Bei Maybritt Illner wurde am Donnerstag, den 05. September, wieder einmal über den Euro diskutiert. Um es vorweg zu sagen: Kein Politiker getraute sich, die Wahrheit zu sagen. Es wurde geschönt bis zum Gehtnichtmehr, um den dummen Michel einzulullen. So soll es zum Beispiel in Griechenland gemäß CDU-Meinungen langsam “aufwärts” gehen, die “Maßnahmen hätten gegriffen”. Unbeantwortet blieb die Frage, warum Schäuble dieser Tage schon wieder ein Hilfspaket für Griechenland in Ausicht gestellt hat. Es kam von verschiedenen Seiten immer wieder das bekannte Totschlagargument, daß die bisherigen Maßnahmen "alternativlos” seien, da ansonsten der Euro und Europa auseinanderbrechen würden.

Lediglich Bernd Lucke von der Partei gegen den Euro kam mit Zahlen und Fakten, die nicht widerlegt werden konnten. Ich überlegte mir schon, dies bei der Wahl zu berücksichtigen, da tat er kund, daß er mit Schwarz/Gelb koalieren würde, falls erforderlich. Da hat er es sich bei mir verscherzt und gezeigt, daß auch er nur an der Macht teilhaben will, denn eines dürfte doch klar sein: Von Mutti würde er völlig untergebuttert werden, von wegen Austritt aus dem Euro.

Diese Sendung hat wieder einmal bewiesen, daß alles in rosiges Licht getaucht wird, wo es in Wahrheit täglich immer schlimmer wird. Recherchiert man im Internet, so kann man folgendes feststellen:

1.84 Billionen Euro - so groß ist das Volumen aller bisherigen Rettungsmaßnahmen zusammen - doch die Berge von Hilfsgeldern und Garantien haben der Wirtschaft bislang nicht geholfen. Im Gegenteil, wo man hinschaut, verschlechtern sich die Kennzahlen! Ganz einfach ist dies für mich erkennbar an den Krediten der Europäischen Banken, die hochgradig in Gefahr sind. Die Zahlen verschlimmern sich von Monat zu Monat.

Eine der größen Wirtschaftsprüfgesellschaften der Welt, die PwC, hat die Zahlen zusammengerechnet. Das Ergebnis:

Statt mit einer Verbesserung haben wir es mit einer immer gefährlicheren Entwicklung zu tun...

Die Europäischen Banken hatten Ende 2011 doppelt so viele faule Kredite von Verbrauchern, Häuslebauern oder Unternehmen in ihren Bilanzen als Ende 2008.

Die Summen sind trotz aller Rettungsaktivitäten von 500 Milliarden Euro auf 1.05 Billionen gestiegen. Und das ist nicht alles: Laut PwC sind weitere Kredite in Höhe von 1.5 Billionen stark gefährdet. PwC zieht einen Schluß aus all diesen Zahlen, der mir zu denken gibt: Die Europäische Schuldenkrise ist doppelt so schlimm wie die Finanzkrise, die vor 5 Jahren mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt fand.

Man darf nicht glauben, daß in Deutschland nichts passieren könnte. Die deutschen Banken und Sparkassen sitzen genauso auf einem Berg fauler Kredite, unter dessen Gewicht sie jederzeit zusammenbrechen können. Außerdem sind sie über so viele Kreditkanäle mit dem Rest Europas verbunden, daß ein Bankenzusammenbruch in Italien, Frankreich oder Spanien binnen Stunden auf Deutschland überspringen würde.

Irgenwoher muß aber echtes Geld kommen, um die Schuldenberge in Griechenland, Spanien, Portugal und so weiter abzutragen. Das kommt vom Ochsen, der geschlachtet werden soll, vom (deutschen) Steuerzahler.

Die SPD und die Grünen planen eine drastische Vermögenssteuer sowie eine Euro-Solidaritätsabgabe, die direkt von den deutschen Unternehmen in die Soziakassen der bankerotten Länder fließt. Die geplante gemeinsame Einlagenhaftung quer durch ganz Europa soll durch die Bankenunion kommen.
Das heißt, meine Bank und auch ich müssen “helfen” wenn irgendwo in Andalusien eine Bank pleite geht.

Wir bekommen einen Moloch von Bankenaufsicht, der seine Aufgaben vermutlich gar nicht erfüllen kann, es wird die Möglichkeit geschaffen, daß sich die Pleitebanken aller Euro-Länder direkt vom ESM-Rettungsfonds Geld geben lassen und die Einlagensicherungen der Banken werden europaweit zusammengeschlossen.

Die Deutschen sollen so für immer mehr haften, für andere Staatshaushalte, die Banken anderer Länder, die Sparer ganz Europas. Und dabei sind wir sowieso schon der größte Nettozahler Europas.

Demnächst können sich Banken aus allen Ländern der EU von Deutschland retten lassen und obendrein sichern deutsche Banken die Einlagen aller anderen Länder mit ab. So wird unser Geld jenseits der Landesgrenzen in schwarze Löcher gekippt, und zu Hause fehlt es an allen Ecken und Enden, vor allen Dingen im sozialen Bereich.

Damit man nicht vergißt, um welche Summen es geht: Beispielsweise sind bei der HypoRealEstate heute noch 145 Milliarden Euro durch Garantien abgesichert, nachdem bisher schon 10 Milliarden Euro direkt zugeschossen worden sind. Allein diese 10 Milliarden Euro entsprechen dem 8.3-Fachen dessen, was künftig für das Betreuungsgeld aufgewendet wird.

Das einzige, was in Europa funktioniert, sind die Abwärtsspiralen aus jahrelanger Rezession, sinkenden Steuereinnahmen, verzweifelten Sparmaßnahmen, Verelendung, populistischen Politikern und unaufhörlich steigender Staatsverschuldung.

Das in der Sendung schön geredete griechische Desaster ist das Modell für den ganzen Kontinent. Ein Trümmerhaufen jahrzehntelanger Miss- und Vetternwirtschaft, der gar nicht mehr aufzuräumen ist, zumal die Clique, die das alles mitverursacht hat, immer noch an der politschen Macht ist!

Nachdem sage und schreibe 380 Milliarden Euro an die Regierung in Athen geflossen waren, steigt das Staatsverschuldungsdefizit weiter - in 2013 auf 180 Prozent!

Das Land bekam Schulden erlassen, die größer waren als die Netto-Fördermittel für sämtliche neuen EU-Länder über den Zeitraum eines halben Jahrzehnts! Und trotzdem ist keine Verbesserung in Sicht, nur Verschlechterung. Griechenland geht jetzt in das 6. Jahr des chronischen Zusammenbruchs! Und die Schulden steigen weiter und weiter und weiter, und unser Schäuble zahlt weiter und weiter...

Es wird geschätzt, daß der Schuldenstand Griechenlands bis 2014 auf rund 190% des BIP klettern wird (nach klassischer Lehre ist ein Land mit über 80% Schuldenstand nicht mehr zu retten). Zum Vergleich: “Nur” 113% waren es 2008, also vor Beginn der Finanzkrise und den “Rettungsaktionen”. Wie ist so etwas möglich? Das dürfte eigentlich gar nicht sein. Aber: Die Griechische Wirtschaft ist seit 2008 um 20% eingebrochen und schrumpft immer noch weiter, weshalb auch die wirtschaftliche Wirkung des Schuldenschnitts gleich Null ist, so Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre.

Das Duo Merkle/Schäuble wird nicht müde, die “Stärken” Deutschlands herauszukehren:
Die Arbeitslosigkeit nimmt ab, die Beschäftigung steigt, damit die Steuereinnahmen, die Sozialsysteme spüren die Entlastung. Diese Stärken sind aber trügerisch!

Deutschland hat Europa bereits eingeladen, mehr als 1 Billion Euro von unseren Konten abzubuchen, wenn die Euro-Rettung scheitert und die Dominosteine einer nach dem andern umfallen. Auf dem Spiel stehen:

Weit über 100 Milliarden Euro Kredite an Griechenland und weitere Länder

60 Milliarden Euro europäische “Finanzstabilisierung

700 Milliarden Euro ESM

250 Milliarden Euro IWF-Programme

220 Milliarden Euro EZB Schuldenkäufe

750 Milliarden Euro Target2-Schulden von Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, rasant steigend...

Außerdem Risiken in der Bilanz der EZB bis in den Billionen-Bereich, auch da wird am Ende Deutschland der letzte Garant sein, wenn wir dann nicht selbst schon pleite sind....(Unsere eigenen Staatsschulden betragen über zwei Billionen Euro und sind rein rechnerisch gar nicht mehr zurückzuzahlen).

Zusammen betragen die Risiken 2.5 bis 3 Billionen Euro, da müßten auf einen Schlag rund 75% der Gelder eingezogen werden, die die Deutschen auf der hohen Kante haben... Denn wo soll das Geld für die Garantien herkommen, wenn nicht von den Konten der Steuerzahler? Als einziger Ausweg wird irgendwann mal eine Totalentschuldung des Staates erforderlich sein, bei der alle alles verlieren werden...

Das alles erklären uns Mutti, Ihr Adlatus Schäuble und die Medien nicht. Man muß sich diese Informationen schon mühsam selbst zusammensuchen, und welcher Michel tut das schon? Darauf setzen Mutti und Co. Und sie werden wiedergewählt werden!

Alternativlos, oder?

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (27 Bewertungen)

Kommentare

Alternativlos? Nein!

Chancenlos!

Die politisch interessierten Bürger Deutschlands sind nicht in der Lage, die Mehrheit der CDU/CSU bei der anstehenden Bundestagswahl zu brechen. Die CDU/CSU nimmt sich also einen Koalitionspartner ihrer Wahl zur Brust. Und jeder dieser möglichen Partner hat bislang derselben Europapolitik zugestimmt, die Mutti vertritt.

Damit wird die bisherige Politik Merkels fortgesetzt. Das ist Demokratie.
Geh' zur Wahl, Deine Stimme wird gebraucht!

Wozu und wofür eigentlich?

34 Parteien zur Wahl, was für ein Blödsinn! Wer etwas verändern will, muss in die großen Parteien gehen und dort für Veränderung sorgen! Sektierertum hat noch nie zum Erfolg geführt.

Typisches Stammtisch-Plädoyer

Lieber Herr Zimmermann,

nicht jeder der mit „Fakten“ argumentiert (Sind Sie wirklich so sicher, dass ihre Fakten alle stimmen?), hat damit schon die die ganze Wahrheit erfasst. Geht damit dann auch noch die Diskriminierung des politischen Gegners in Form von Verächtlichmachung einher, sind vorhandene Scheuklappen offensichtlich.

Muttis rosarote Brille

Wer gibt ihnen das Recht, eine Ihnen nicht vertrauenswürdige Bundeskanzlerin in einem sicher nicht satirisch gemeinten Beitrag verächtlich zu machen? Selbst wenn Sie von den veröffentlichten Beliebtheitswerten (Was Sie ja durchaus erschrecken mag.) sich nur angeekelt abwenden mögen. Ist die damit zum Ausdruck gebrachte mehrheitliche alternative Meinung eines nicht unerheblichen Teils des demokratischen legitimierten Wahlvolks nicht ebenfalls beachtlich?

Bei Maybritt Illner wurde am Donnerstag, den 05. September, wieder einmal über den Euro diskutiert. Um es vorweg zu sagen: Kein Politiker getraute sich, die Wahrheit zu sagen. Es wurde geschönt bis zum Geht nicht mehr, um den dummen Michel einzulullen.

Offensichtlich habe ich eine andere Sendung gesehen. Sie können aber Ihren Eindruck sich noch einmal bestätigen lassen oder vielleicht differenzierter wahrnehmen, wenn Sie sich diese Sendung vielleicht in aller Ruhe noch einmal ansehen würden.

Sendung Illner Der große Euroschwindel

Lediglich Bernd Lucke von der Partei gegen den Euro kam mit Zahlen und Fakten, die nicht widerlegt werden konnten.

Sie sind wirklich einfach durch in den Raum gestellte Zahlen zu beeindrucken. Die Argumente von anderer Seite lassen Sie einfach unter den Tisch fallen, weil das Zahlengebäude ja so beeindruckend ist. „Mutti“ saß nicht mit am Tisch. Dennoch haben mich die Beiträge von Frau Juliane Reding wesentlich mehr beeindruckt als die des Herrn Lucke. Sie hat wenigstens nicht mit einer einseitig deutsch-nationalen, sondern aus europäischer Sicht als Luxemburgerin argumentiert.

Diese Sendung hat wieder einmal bewiesen, daß alles in rosiges Licht getaucht wird, wo es in Wahrheit täglich immer schlimmer wird. Recherchiert man im Internet, so kann man folgendes feststellen:

Ihre Internetrecherchen in allen Ehren. Expertenmeinungen und deren zum Teil weit in ihren Prognosen differierenden Meinungen und Einschätzungen sollten Sie etwas kritischer bewerten und nicht alle gefundenen Beiträge als der Wahrheit letzten Schluss hier verkünden.

Die Zahlenspiele, die sie hier anführen, haben selbstverständlich eine kritische Wertung verdient. Nur die Schlussfolgerungen, die Sie für sich daraus ziehen und als allgemeingültig verkünden wollen, sind wesentlich komplizierter und als solche keine ganz so einfach strukturierte und politisch zu vermittelnden Sachverhalte. Auch eine ständig wiederholte einseitige Darstellung wird nicht aufgrund der beständigen Wiederholung sachlich richtiger.

Irgenwoher muß aber echtes Geld kommen, um die Schuldenberge in Griechenland, Spanien, Portugal und so weiter abzutragen. Das kommt vom Ochsen, der geschlachtet werden soll, vom (deutschen) Steuerzahler.

Diese und die noch folgenden „Schlussfolgerungen sind so sehr deutsch-national geprägt, dass ich mir dazu jede Bemerkung verkneifen möchte.
Aber eines kann ich mir nicht verkneifen. Ihnen den einen ganz kurzen Ausschnitt der Predigt von Pfarrer Dr. Sieger vom letzten Sonntag zu zitieren:

„Drei Millionen syrischer Kinder befinden sich mittlerweile auf der Flucht. 500.000 Menschen sollen allein in die Türkei geflohen sein. In Jordanien gibt es Camps von denen eines allein mehr als 100.000 Flüchtlinge umfasst - viele davon Frauen und Kinder. ...
5000 Flüchtlinge - doch so viele - will unser nicht ganz so armes Land, unsere christliche und von christlichen Werten geführte Gesellschaft jetzt doch aufnehmen.
Millionen Menschen sind mittlerweile schon auf der Flucht. Für 5000 haben wir jetzt doch einen Platz.
Wir können wirklich stolz darauf sein..."

So wird unser Geld jenseits der Landesgrenzen in schwarze Löcher gekippt, und zu Hause fehlt es an allen Ecken und Enden, vor allen Dingen im sozialen Bereich.

Ein völlig unzulässiger Vergleich! Auch Gelder für den sozialen Bereich müssen (vom Steuerzahler?) erwirtschaftet werden. Die Umverteilungsfantasien treiben immer wieder kräftige Blüten, besonders dann, wenn die Rückseite der Medaille stereotyp ausgeblendet wird und die Argumentation nur Teilwahrheiten gelten lässt.

Das einzige, was in Europa funktioniert, sind die Abwärtsspiralen aus jahrelanger Rezession, sinkenden Steuereinnahmen, verzweifelten Sparmaßnahmen, Verelendung, populistischen Politikern und unaufhörlich steigender Staatsverschuldung.

Das kann ich nur noch als typisches deutsches Gejammer auf höchstem Niveau empfinden. Nur alles miteinander schlecht reden! Und an allem sind nur die Politiker schuld. Nur frage ich mich, wenn wir angeblich nur unfähiger Politiker haben: Warum versteckt sich die „Intelligenz“ und stellt sich für dieses verantwortlichen Aufgabe nicht selbst zur Verfügung?

… zumal die Clique, die das alles mitverursacht hat, immer noch an der politischen Macht ist!

Wer ist hier konkret gemeint? Global verunglimpfen lässt sich alles und jedes. Jede Generation macht Fehler, selbst die, die unbarmherzig über andere den Stab brechen und damit von sich selbst abzulenken versucht.

Griechenland geht jetzt in das 6. Jahr des chronischen Zusammenbruchs! Und die Schulden steigen weiter und weiter und weiter, und unser Schäuble zahlt weiter und weiter...

Gut gebrüllt, Löwe! Aber handelt es sich wirklich um einen chronischen Zusammenbruch? Oder aber ist für die Griechen überhaupt keine Hoffnung mehr da? Wenn nicht, lassen wir sie (Griechenland ist kleiner als das Land Hessen) einfach zusammenbrechen? Aber keine Angst: „Unser Schäuble zahlt … (Ob dieser Schlussfolgerung kann ich nur noch den Kopf schütteln.)

Zusammen betragen die Risiken 2.5 bis 3 Billionen Euro, da müßten auf einen Schlag rund 75% der Gelder eingezogen werden, die die Deutschen auf der hohen Kante haben...

Wenn ich mich auf diese Prognose sprich Milchmädchenrechnung einlassen würde, wäre ich versucht zu sagen. Toll, dann bliebe also jedem noch 25 % auf der hohen Kante. Besser als beim Zusammenbruch nach dem 2. Weltkrieg.

Denn wo soll das Geld für die Garantien herkommen, wenn nicht von den Konten der Steuerzahler? Als einziger Ausweg wird irgendwann mal eine Totalentschuldung des Staates erforderlich sein, bei der alle alles verlieren werden...

Wehe , die ihr reich seid! Ihr werdet zu Nettosteuerzahlern. Und Ihr werdet alles verlieren.

Das alles erklären uns Mutti, Ihr Adlatus Schäuble und die Medien nicht. Man muß sich diese Informationen schon mühsam selbst zusammensuchen, und welcher Michel tut das schon? Darauf setzen Mutti und Co. Und sie werden wiedergewählt werden!

Unwürdiger Schluss einer Wahlkampfrede.

Total zerpflückt?

Sich einen Kommentar Abschnitt für Abschnitt vornehmen und als unzutreffend zu bewerten ist immer möglich. Leider fehlt mir von Rockido die Darstellung, wie es denn in Wirklichkeit sei.

Der Abschnitt mit Pfarrer Sieger hatte bei dem Thema gar nichts verloren. Kriegsflüchtlinge gibt es zu Millionen auf der ganzen Welt. Wollen Sie alle aufnehmen? Wo ist hier das Wort eines völligen  Exportstopps von Waffen? Wo sind denn da die friedensreichen Christen?

Dass trotz höchster Steuereinnahmen immer noch Milliarden Schulden aufgenommen werden und Programme für die nächsten 4 Jahre versprochen werden, die nicht gegenfinanziert sind, das stört Sie nicht?

Was höre ich von Ihrem viel gepriesenen Europa, wo diverse Länder noch als Steuerparadiese fungieren? Dieses Europa ist leider nicht das, was erstrebenswert ist.

Sobald jemand mit den momentanen Verhältnissen nicht zufrieden ist, gleich als deutsch-national zu bezeichnen, find' ich unzulässig. Ich weiß aber nun gar nicht, ob dies angesichts der Politik ein Lob oder ein Tadel ist. Es ist jedenfalls genau so unverschämt wie früher, als man bei Kritik gesagt bekam: Wenn's dir nicht passt dann geh doch 'rüber (in die DDR).

Ja, man kann eine Sendung unterschiedlich sehen. Aber erst sollte man sich dann selbst die Frage stellen, ob sein eigener Standpunkt richtig ist.

Man kann auch Nebelkerzen werfen

Sich einen Kommentar Abschnitt für Abschnitt vornehmen und als unzutreffend zu bewerten ist immer möglich. Leider fehlt mir von Rockido (jetzt angemeldet Rocko) die Darstellung, wie es denn in Wirklichkeit sei.

Leider bleibt mir verborgen, was daran verkehrt sein soll, wenn jemand auf Aussagen und Behauptungen unmittelbar eingeht. Halten Sie es, lieber Filou, tatsächlich für einen fruchtbaren Diskussionsstil, ohne auf Argumente direkt einzugehen mit Gegenbehauptungen zu kontern? Oder akzeptieren Sie nur, wenn Sie Ihre Wirklichkeit bestätigt finden? Wenn Sie meinen Beitrag etwas unvoreingenommener gelesen hätten, sollte Ihnen klar geworden sein, dass ich Ihnen „die Wirklichkeit“ auch nicht nennen kann, weil insbesondere die Folgen dieser Wirklichkeit und ihre Bewertung im hohen Grade spekulativ bleibt.

Ein Diskutant, der ernst genommen werden will, sollte zumindest ansatzweise versuchen, einen Beitrag so zu interpretieren, wie er gemeint sein könnte. Das aber ist nur der Fall, wenn auf die Aussage des Gegenüber eingegangen wird und nicht mit Kontra-Argumenten versucht wird, eine alternative Meinung zu manifestieren.

Der Abschnitt mit Pfarrer Sieger hatte bei dem Thema gar nichts verloren. Kriegsflüchtlinge gibt es zu Millionen auf der ganzen Welt. Wollen Sie alle aufnehmen? Wo ist hier das Wort eines völligen Exportstopps von Waffen? Wo sind denn da die friedensreichen Christen?

Ihre Grundeinstellung zum Christentum haben Sie in Ihren vielen Beiträgen bereits signalisiert. Darum geht es in diesem Zitat aber gar nicht. Es geht auch nicht um das Elend der Kriegsflüchtlinge. Ihnen ist in der Tat der offensichtliche Sarkasmus verborgen geblieben, der in der Aussage „Wir können wirklich stolz darauf sein (auf die Zahl 5.000).“ Natürlich ist es wohlfeiler mit der Utopie eines völligen Exportstopps zu kontern und den Sündenbock gleich mitzuliefern.

Sobald jemand mit den momentanen Verhältnissen nicht zufrieden ist, gleich als deutsch-national zu bezeichnen, find' ich unzulässig. Ich weiß aber nun gar nicht, ob dies angesichts der Politik ein Lob oder ein Tadel ist. Es ist jedenfalls genau so unverschämt wie früher, als man bei Kritik gesagt bekam: Wenn's dir nicht passt dann geh doch 'rüber (in die DDR).

Jetzt haben Sie mich aber in die Ecke gestellt! Wenn Sie mal kurzfristig die ideologische Brille abnehmen, könnten Sie den Begriff „deutsch-national“ auch so interpretieren, wie er gemeint sein könnte. Wer die Probleme in unserer inzwischen wie ich meine unumkehrbar gewordenen globalisierten Welt nur aus dem Blickwinkel der nationalen Grenzen beurteilt und zu lösen versucht, läuft Gefahr, einer Schimäre nachzujagen. Deshalb betone ich ausdrücklich, dass dieser Begriff nicht im politisch stereotypen Sinne in Bezug auf eine Partei, sondern dem eigentlichen Wortsinn nach gemeint war.

Die Anspielung im zweiten Teil Ihrer Aussage halte ich für unzulässig und Ihre Schlussfolgerung somit für „unverschämt“. Damit sind wir dann quitt?

Meinen Diskussionsstil kann ich Ihnen auch künftig nicht ersparen. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, durch Zitieren deutlich zu machen, auf welche Inhalte ich eingehe und eingehen möchte. Mir liegt es nicht, einem Diskussionsbeitrag einfach mit einem anderen Weltbild zu kontern und dabei den Eindruck zu erwecken, ich wäre bereits im Besitz der Wahrheit und nichts als der Wahrheit. Der Spruch „Was ist Wahrheit?“ hat auch nach fast 2000 Jahren noch immer keine schlüssige Antwort gefunden.

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