10 Millionen Kubikmeter Erdaushub für Bruchsal?

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Was plant der Golfclub Bruchsal im Langental?
Dienstag, 26. August 2014 - 21:07

In einer Stellungnahme, die von Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp  nach Informationen einiger Medien heute veröffentlicht wurde, soll der Golfclub Bruchsal mit der Deutschen Bahn eine Vereinbarung abschließen wollen, nach der 10 Millionen Kubikmeter Erdhaushub aus dem Projekt "Stuttgart 21" im Bruchsaler Langental eingebaut werden sollen.

Der Einbau dieser rund 10 Millionen Kubikmeter Erde im Bruchsaler Langental würde, so Bürgermeister Markus Rupp nach diesen Informationen, über Jahre hinweg knapp eine Million LKW-Fahrten bedeuten - voll mit Erdhaushub von den S21-Baugruben. Rund 100 Kilometer von Stuttgart nach Bruchsal und leer wieder zurück würden die LKWs fahren mit der entsprechenden Belastung der Menschen und Umwelt entlang der Fahrtstrecke, speziell an der B 35.

Nicht nur Gondelsheim, so der Bürgermeister, auch Bretten oder die Bruchsaler Stadtteile Helmsheim und Heidelsheim würden unter der knappen Million zusätzlichen LKW-Fahrten leiden – doch gerade die Anwohner dieser Gemeinden seien bereits heute durch Mautausweichler und die Ausweichverkehre durch Autobahnbaustellen über Gebühr belastet: „„Wir können dies den Menschen in der Region nicht zumuten!“, so Gondelsheims Bürgermeister. Er hebt weiterhin darauf ab, dass die B 35 bereits heute in großen Teilen eine Holperstrecke sei, er nennt sie gar „Flickenteppich“. Darum sei es, so wird der Bürgermeister weiter zitiert, nicht zu verantworten, dass der Bruchsaler Golfclub möglicherweise Millionen mit dem Erdaushub aus Stuttgart verdiene, die Bürger aber über Steuern die Sanierung der kaputten Straßendecken zu tragen hätten.

Hart geht der Bürgermeister mit dem Bruchsaler Golfclub ins Gericht: „Ich gönne dem Golfclub Bruchsal natürlich Einnahmequellen. Diese dürfen aber nicht auf dem Rücken der Allgemeinheit ausgetragen werden. Konkret: Eine kleine Personengruppe darf zur Ausübung ihres Hobbys nicht die Lebens- und Wohnqualität zigtausender Menschen in unserer Region belasten“.

Bürgermeister Rupp setzt jedoch auf die Klarsicht der Stadt Bruchsal sowie die Umweltverbände, dieses Vorhaben des Bruchsaler Golfclubs zu unterbinden. So müsse die Stadt Bruchsal wohl zunächst einen Bebauungsplan erlassen, bevor diese ungeheuerlichen Erdmassen eingebaut werden dürften. Der Bürgermeister hofft darüber hinaus, dass die Umweltverbände dem Zuschütten der gewachsenen Kraichgaulandschaft mit Sicherheit negativ gegenüberstehen würden.

Verständlich wird die Angelegenheit wenn man weiß, dass die Bahn derzeit Riesenprobleme hat die Aushubmassen zu entsorgen. Eigentlich wollte die Bahn AG hauptsächlich alte Steinbrüche auffüllen, aber überall laufen die Anwohner, die natürlich vorher nicht gefragt wurden, Sturm dagegen.

Das Mitleid der Stuttgart21-Gegner mit denen, die jetzt in den Gemeinden gegen die Ablagerung der Aushubmassen protestieren, hält sich jedoch in gewissen Grenzen. Handelt es sich doch in fast allen Fällen um Gemeinden, die bei der Volksabstimmung mit um die 70 % FÜR Stuttgart 21 gestimmt haben. So wohl auch in Michelbach:

Michelbach will S-21-Aushub im Steinbruch Wilhelmsglück nicht dulden

 

Lediglich 2,6 Millionen m³ beträgt das Volumen der Cheops-Pyramide.

 

 

 

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Kommentare

Ich kann mir...

beim besten Willen nicht vorstellen, wo das hin soll. Wollen die ihren eigenen Golfplatz zuschütten?

10mio m³.....

......wollen die Golfer den gesammten Golfplatz höher legen ??
....müssen sie sich dann nicht mehr so weit zu den Bällen bücken ?
....oder kommt der Golfplatz gar so hoch, daß er irgendwann zum Höhenluft-Kurgebiet erklärt wird ?
.....oder wird gar ein Schutzwall rund um den Golfplatz aufgeschüttet, so daß normale Leute den elitären Golfern nicht mehr zuschauen können.

Ich frag mich wer dir Straßenschäden zahlt die durch die vielen LKWs entstehen.......die Bahn mit Sicherheit nicht !?

Vorbild St. Andrews

St Andrews

Golf

Immer falsch wird nicht richtig

Herr Schmitt schreibt: "Handelt es sich doch in fast allen Fällen um Gemeinden, die bei der Volksabstimmung mit um die 70 % FÜR Stuttgart 21 gestimmt haben".

Falls Sie es noch nicht wissen sollten: Niemand konnte bei der Volksabstimmung zu S21 für oder gegen den Bau von S21 stimmen. Es gab lediglich die Möglichkeit, für oder gegen die Rücknahme der Landesfinanzierung zu stimmen. "Gegenstand der Volksabstimmung war die Gesetzesvorlage der Landesregierung „S 21-Kündigungsgesetz, die die Rücknahme der Landesbeteiligung an der Projektfinanzierung vorsah"

was machen mit so viel Erde

Auch möglich

Golf mit Berg

Update

70 Jahre

würde die Anfuhr einer Million LKWs zum Golfplatz dauern! Mehr muss man zu diesem polemischen Schwachsinn nicht sagen.

Die Bahn selbst rechnet

Die Bahn selbst rechnet derzeit mit 8 Millionen Tonnen Erdaushub. Bei einem geschätzten Gewicht von 2 Tonnen je Kubikmeter handelt es sich insgesamt um ca. 4 Millionen Kubikmeter Erdaushub, die untergebracht werden müssen. Verteilt werden sollen die 8 Millionen Tonnen Abraum aus der riesigen S21-Baustelle auf über 40 Anlagen. Die meisten Anlagen sind in Baden-Württemberg, einige auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Schon wieder April?

Wer versucht da schon wieder mit erfundenen Behauptungen seine seltsame Weltsicht verbreiten.
Doch nicht etwas ein verwirrter Stuttgart21 Wutbuerger?
Es ist wie bei einem guten Aprilscherz. Damit jemand darauf reinfaellt, muss er glaubwuerdig sein.

Wutbürger

Sie sollten so langsam erkennen, dass es sich bei den STuttgart 21 Gegner nicht um Wutbürger sondern um "Mutbürger" handelt.
Bis dato ist alles eingetreten was diese teilweise hochqualifizierten Fachleute "Mutbürger" vorhergesagt haben.
Es gibt tatsächlich etliche Hinweise, dass große Mengen Abraum in den Bereich Bruchsal/ Bretten transportiert werden sollen. Angaben wie "davon wissen wir nichts" sind in der Regel Bejahungen.
Auch die Bruchsaler sollten endlich mal mit offenem Ohr und Auge sich der Tatsache stellen, Stuttgart 21 ist Murks in allen Belangen und schadet nicht nur der Landeshauptstadt Nein es schadet dem ganzen Land in allen Bereichen. Etliche tausend mehr LKW auf unseren Straßen davon wurde vorab nie gesprochen und das haben auch die "Nein zum Ausstieg Sager" nicht gewählt.

Ist ja nur ein bisschen Aushub

Der letzte Absatz bringt es ziemlich gut auf den Punkt: Ja zum Gesamtprojekt, nein, wenn deswegen ein Lkw vor der eigenen Tür vorbei fahren soll.

Es ist ja jetzt nicht so, dass man seine Meinung geändert hätte. Zumindest ist davon nichts zu erkennen. Man frohlockt offensichtlich weiterhin, dass der Stuttgarter Schlossgarten seit Jahren aussieht wie ein Panzerübungsgelände. Macht sich nichts daraus, dass dort das Mineralwasser mit Rostwasser vollgepumpt wird. Zuckt nur mit den Achseln, wenn die Leute dort nicht nur wegen des Baulärms, sondern auch wegen des drohenden Absackens der Häuser schlaflose Nächte haben.

Etwas mehr Ehrlichkeit wäre angebracht, liebe Bruchsaler. Gemeinsam ist ein Land stark. Also entweder die Lkws akzeptieren oder sich dagegen aussprechen. Dann aber gegen das gesamte Projekt. Man kann die Bauarbeiten einstellen, dann ist das Problem mit dem Aushub weg. Für die Stuttgarter und auch für die Bruchsaler. Stuttgart 21 braucht kein Mensch.

Aushub

Ich muss Sie leider korrigieren. Die Aushubmenge errechnet sich aus der Baugrube und der notwendigen 62 km Tunnelanlage unterhalb von Stuttgarter bebautem Gebiet. Das ergeben mindestens 20 Millionen Tonnen. Die von Ihnen genannten 8 Millionen Tonnen ist der Aushub im Talkessel also der Bautrog.

Noch immer nicht verstanden?

"das haben auch die "Nein zum Ausstieg Sager" nicht gewählt."

Es gab nie ein NEIN zum Ausstieg. Abgestimmt wurde nur über den Ausstieg aus der Landesfinanzierung. So, wie das scheinbar viele immer noch nicht begriffen haben, so wurden auch die Gegner bei der Moderationsveranstaltung, genannt Schlichtung, mit Heiner G. verscheißert, sie haben es scheinbar gar nicht bemerkt.  Was Rockenbauch, Conradi, Palmer und andere gegen S21 vorgebracht haben, war doch alles richtig aber sie hatten gegen die Landesregierung nie eine Chance. Das Team Mappus-Gönner-Kefer, unschlagbar, weil an der Macht! Und es ist gut so, dass die "Grünen" in der Landesregierung für S21 gerade stehen müssen. Sie waren mit +12,5% der Gewinner der Landtagswahl. Von 11,7% auf 24,2% weil eine bestimmte Wählerschicht  irrtümlich glaubte, die Grünen würden S21 verhindern können oder gar wollen. Pustekuchen!

Der Schlichtung hätte es gar nicht bedurft, einschließlich der Volksabstimmung. Schließlich waren 39% (CDU) und 23,1% (SPD) der Wähler (= 62,1%) doch eindeutig für den Kurs von S21.

Undemokratisch verhalten sich bei diesem Protest doch wohl die Gegener von S21, zumal sogar die Grünen in der Regierung S21 jetzt auch befürworten. Der Trick war eine Volksabstimmung , nicht gegen oder für den Bau, sondern es ging nur um die Landesmitfinanzierung!  Im Prinzip wußten alle, dass man den Bau nicht mit 4,5 Milliarden durchführen konnte. Aber es ist scheinbar so, dass so große Bauvorhaben extra niedrig kalkuliert werden, damit sie überhaupt genehmigt werden. Man vergleiche nur die Baukosten vom Flugplatz München-Erding mit den angesetzten Kosten von BER. Oder gäbe es eine Elbphilharmonie ohne die Bürger vorher anzulügen? Also lasst eure Proteste, sie sind nutzlos. Auch die Grün-rote Landesregierung ist gegen Euch!

Wohlgemerkt, ich selbst finde S21 schwachsinnig. Aber ich protestiere doch nicht gegen etwas, das unabänderlich ist. Ich renne doch nicht mit dem Kopf gegen die Wand, wenn Dinge Fakt sind. Und die Fakten haben die Wähler in Baden-Würtemberg geschaffen, die der CDU von 1953 bis 2011 die Regierungsverantwortung übertrugen und sie 2011 immer noch als stärkste Oppositions-Partei wählten. Hopfen und Malz verloren, kann man da nur sagen oder: Nix dazu gelernt!

Und dem Kommentator mit der Aussage es handele sich nicht um Wutbürger, sondern um Mutbürger, dem kann ich nur sagen es handelt sich um ...........Bürger. Das fehlende Wort mag er selbst nach eigenem Gusto einsetzen.

Keine Wutbürger?

Schade, dabei gefällt mir der Ausdruck so gut. Weil er so trefflich die Rentnergang beschreibt, die in Stuttgart wöchentlich ihre "Montagsdemos" zelebriert.
Na egal, das Thema Erdaushub für den Golfplatz Bruchsal ist jetzt genauso erledigt wie die Chance der Stuttgart21 Gegner einen modernen Bahnhof zu verhindern: http://www.bruchsal.org/story/presseerkl%C3%A4rung-des-golfclubs-bruchsa...
Aber Hauptsache sie haben wieder ein bischen Wind gefächelt ;-)))

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