„Sie schwätzen nicht, sie schaffen!“

DruckversionPer e-Mail versenden
Bruchsaler Bildungsinitiativen werden mit Bürgerpreis 2011 geehrt
Montag, 17. Oktober 2011 - 12:16

Bruchsal (pa.). Einmal im Jahr stehen Ehrenamtliche für kurze Zeit im Rampenlicht: Bei der Verleihung des Bürgerpreises „Für mich. Für dich. Für alle“, zu der Norbert Grießhaber als Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Sparkasse Kraichgau geladen hatte. Die achte Auflage des Ehrenamtswettbewerb stand unter dem Schwerpunktthema „Bildung! Gleiche Chancen für alle.“ Unter den 23 Bewerbungen wurden in der Kategorie „Helden des Alltags“ nun vier Initiativen geehrt, drei davon aus Bruchsal. Und auch der Preis für das Lebenswerk ging mit Rudolf Seßler an einen Engagierten unserer Stadt.

Buergerpreis

Vier Bruchsaler Initiativen wurden nun für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement im Bildungsbereich geehrt und konnten neben Urkunden und Glaspokalen auch Preisgeld mit nach Hause nehmen. Foto: Geider

Über einen zweiten Preis freuten sich gleich zwei Bruchsaler Initiativen: Der Heidelsheimer Verein „Arbeitskreis Integrationshilfe für Aussiedler/Ausländer e.V.“ setzt sich mit seinen Ehrenamtlichen rund um die Vereinsvorsitzende Jutta Pabst seit vielen Jahren unermüdlich für die Integration Jugendlicher aus Spätaussiedler-Familien ein. Sprachunterstützung, Freizeitaktivitäten und auch Hilfe bei der Jobsuche zeigen bereits in der zweiten Generationen gute Erfolge.

Auch der „Deutsch-Türkische Bildungsverein“ setzt bei seinem Engagement auf niederschwellige Angebote. Diese beinhalten Lesepatenschaften, Schülerzeitung, Sprachförderung und einen Gesprächskreis, bei dem Mütter während des Schulunterrichts ihrer Kinder die deutsche Sprache und Kultur lernen. Fürüzan Kübach, Vereinsvorsitzende, und Simone Carra, Lehrerin an der Stirumschule, die das Projekt gemeinsam angestoßen hatten, nahmen den Preis entgegen.

Prof. Dr. Werner Schnatterbeck hatte zuvor in seiner Laudatio die Leistungen beider Initiativen herausgestellt und bekannt: „Ich bin demütig angesichts dessen, was die Ehrenamtlichen alles leisten.“

Der dritte Preis ging an die ehrenamtliche Elternaufsicht der Wilhelm-Hauff-Realschule in Bad Rappenau, die verlässlich jeden Morgen bereit steht, wenn beispielsweise Schularbeiten nachgeschrieben werden müssen oder Unterrichtsstörer einen Raum zum Nachdenken benötigen.

Höhepunkt der Preisverleihung war schließlich die Vergabe des Bürgerpreises in der Kategorie „Lebenswerk“ an Rudolf Seßler, bei der Oberbürgermeisterin Petzold-Schick die Laudatio hielt. „Ihr Engagement in Peru, dem sie ihr halbes Leben gewidmet habe, gibt dem Schwerpunktthema „Chancengleichheit“ eine zusätzliche globale Komponente“ erläuterte sie die Entscheidung der Jury.

Lob für alle Preisträger gab es auch von den Jurymitgliedern, für die Bundestagsabgeordneter Olav Gutting sprach. Treffend hielt es bei seiner Rede wie die Ehrenamtlichen „Sie schwätzen nicht, sie schaffen!“.

Bürgerpreis „Lebenswerk“ für Rudolf Seßler

Rudolf Seßler

Rudolf Seßler wurde für sein Lebenswerk geehrt. Seit über 25 Jahren widmet er seine Energie dem Thema „Bildung. Gleiche Chancen für alle.“ Foto: privat

 1987 gründet er gemeinsam mit lokalen Umweltgruppen und Bürgerinitiativen das Öko-Bildungszentrum Kraichgau/Hardt e.V., an dem auch seine Schülerinnen und Schüler aktiv mitwirken.

1990 findet das Öko-Bildungszentrum mit der „Rußheimer Waldmühle“ eine Heimat. Zehn Jahre leitet er die Projektgruppe, die als Begegnungsort, Experimentierfeld und Ort für Projektarbeit von Schulen dient, wenn es um Naturbegegnung und verantwortliches Handeln geht, wo nicht nur der Kopf, sondern der ganze Mensch gefragt ist. In der Zusammenarbeit mit Asylbewerber/-innen und Ausländer/-innen fördert er interkulturelles Lernen.

2000 findet das Bildungszentrum ein neues Zuhause in Bruchsal. Der Projektegarten Heubühl wird für unzählige Kinder und Jugendliche Sinnbild für naturnahes Lernen. Statt Faktenwissen stehen Verantwortungspädagogik und Herzensbildung auf dem Programm unter dem Leitgedanken „Bewahrung der Schöpfung, des Friedens und der Gerechtigkeit in unserer Einen Welt.

2003 startet „Don Rudolpho“ ein Agenda-Bildungsprojekt in den Hochanden Perus. Als Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt er die Quechua-Indigenas dabei, einen effizienten Bio-Gartenbau einzuführen und neue Wege in der Tierzucht zu gehen. Die auf basisdemokratischen Regeln entstandenen Gemeinschaftsgärten und Kleinunternehmen geben Hoffnung auf ein besseres Leben und nachhaltige Entwicklung der Region.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (3 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen