„Das Zelt Gottes mitten unter uns“

DruckversionPer e-Mail versenden
Vor 50 Jahren wurde der Grundstein zur Josefskirche gelegt
Montag, 29. Juli 2013 - 12:24

Bruchsal (pa) | Der 28. Juli 1963, der wie in diesem Jahr auch auf einen Sonntag fiel, war für die katholischen Christen Bruchsals ein besonderer Tag, denn an diesem Tag erfolgte die Grundsteinlegung zur Kirche St. Josef.

Bereits im April 1945, Stadtkirche, Hofkirche und Pauluskirche waren allesamt am 1. März zerstört worden, fasste Pfarrer Alfons Beil den Entschluss, in der Weststadt ein neues Gotteshaus errichten zu lassen und dem Hl. Josef zu weihen. Bis es schließlich fast zwei Jahrzehnte später erst soweit war, mussten sich Pfarrer und Gläubige mit verschiedenen provisorischen Unterkünften zufrieden geben – zunächst in den Räumen einer Lackfabrik, später dann in der Werkhalle der Schlosserei Habermann und ab 1954 in der neu errichteten Notkirche in der heutigen Werner-von-Siemens-Straße.

Pfarrer Beil konnte den Bau „seiner“ Kirche nicht mehr erleben, er verstarb am 12. Januar 1954. Sein Nachfolger Franz Hennegriff tätigte den 1. Spatenstich im August 1962, knapp ein Jahr später erfolgte dann die offizielle Grundsteinlegung. Die dazu gehörende Urkunde, eingemauert in einem Lager der bis zum Boden herabreichenden Dachkonstruktion, gibt ausführlich Auskunft über die jüngste Kirchengeschichte Bruchsals, aber auch über die politische Weltlage. So wird auch nicht versäumt zu erwähnen, dass Deutschland „gegen seinen Willen in zwei Teile gespalten ist“ und dass in „Mittel- und Ostdeutschland der Bolschewismus regiert“. Auch Kennedys Besuch in Berlin einen Monat zuvor und der dortige „Jubel ohnegleichen“ wird explizit erwähnt.

Beim Bau der neuen Josefskirche hat man sich bewusst für einen modernen Baustil entschieden und hierfür die Pläne des Karlsruher Architekten Rainer Disse ausgewählt. Man wollte damit einen Kontrapunkt zu den anderen beiden, im traditionellen Stil errichteten Kirchenneubauten (St. Anton, St. Paul) setzen.

Nach rund vier Jahren Bauzeit wurde die Kirche am 1. Mai 1966 konsekriert, bereits wenige Monate zuvor wurde St. Josef von Erzbischof Hermann Schäufele zur selbständigen Pfarrgemeinde erhoben. Die betreffende Urkunde wurde übrigens nicht in Freiburg, sondern im Rom ausgestellt, da der Erzbischof zu jener Zeit am 2. Vatikanischen Konzil teilnahm.

 

St. Josef

 

St. Josef – zum „Zelt Gottes“ in der Weststadt wurde vor genau 50 Jahren der Grundstein gelegt. Foto: Stadtarchiv Bruchsal

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen